BIO112 - Zusatz

Zusätzliche Begriffe zu BIO112 UZH

Zusätzliche Begriffe zu BIO112 UZH


D. B.
Diese Lernkarten decken universitäres Niveau in der Biologie ab und behandeln detailliert die Struktur und Funktion von Zellen, Proteinen und deren Komponenten wie Mikrotubuli und Actin. Sie beleuchten auch die Rolle der Zellmembran, DNA, ATP und Chromosomen in verschiedenen zellulären Prozessen. Besonders hervorgehoben werden die Zellteilung, Mitose und die Funktion der Zellorganellen wie dem Endoplasmatischen Retikulum und dem Zellkern. Die Karteikarten sind ideal für Studierende der Biologie, die sich auf Zellbiologie und Molekularbiologie spezialisieren, da sie tiefgehende Einblicke in zelluläre Mechanismen und deren Bedeutung für den Organismus bieten.
Karten
423
Lernende
9
Sprache
Deutsch
Kategorie
Biologie
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
23.11.2018 / 06.10.2020

Lernkarten

Strukturmotive

- Auch Supersekundärstruktur (z.B: Doppelwendel -> coiled coil) genannt. Sie besteht aus zwei oder mehr Alpha-Helixes die umeinander gewickelt sind. Diese besitzen auf einer Seite viele hydrophobe Seitenketten die sie durch aneinanderlagern verstecken können.

- 

Proteindomänen

- Die meisten Proteine besitzen Domänen, also Abschnitte die sich unabhängig zu einer kompakten stabilen Unterstruktur falten. Domänen besitzen eine bestimmte enzymatische Funktion oder Membranbindungsfunktion. 

- Domänen wie Legosteine welche immer wieder neue Funktionskombinationen generieren.

Lipide

Lipid = Biomolekül welches in Wasser nicht löslich, aber in Fetten oder organischen Lösungsmitteln löslich ist.

Typische Lipide enthalten lange C-Ketten (Fettsäuren, Isoprene) oder vielfach kondensierte Ringsysteme (Steroide)

Bisher über 30'000 Sorten bekannt.

Sie sind nicht genetisch kodiert.

Fettsäuren

Sie sind:

- In Form von Phospholipiden (Hauptbestandteile der Zell- und Organellmembran)

- in Form von Triglyceriden (Energiequelle)

Es sind Carbonsäuren die aus langen C-Ketten (hydrophob) mit einem Carboxyl-Ende (hydrophil) bestehen. -> Amphipatisch

Doppelbindungen in cis: Knick, in trans: gerade.

Mit Doppelbindung: Ungesättigt

Triacylglycerin

Drei Fettsäuren mit einem Glycerol verbunden. Gesamtes Molekül hydrophob.

In Zellen: Fettsäuren als Energiereserve in Form von Triaglycerintröpfchen gespeichert. Beim Abbau werden die Fettsäuren gespalten und zu zwei Kohlenstoffeinheiten hydrolisiert, welche denen vom Zuckerabbau identisch sind. Triacylglycerine liefern im Schnitt etwa 6x mehr brauchbare Energie als Glucose. 

Triacylglycerine in der Medizin

Triglyceridwerte unter 150mg/dl

-> Darüber: Thrombosen- und Artheriosklerosegefahr

-> Fettleber durch Alkohol, Überernährung, Medikamente etc. -> Leberzirrhose

Phospholipide

Phospholipide sind der Hauptbestandteil der Membranen von Zellen. Phosphoglyceride und Sphingomyelin sind die wichtigsten.

Wegen ihrer amphipatischen Natur haben sie eine starke Grenzflächenaktivität -> organisieren sich an Grenzflächen. Sie isolieren auch Triacylglycerintröpfchen. 

Abhängig von Fettsäuren können auch spontan Mizellen oder Doppellipidschichten ,die sich zu Liposomen schliessen, entstehen.

Phosphoglyceride

Glycerol + zwei Fettsäuren + hydrophile Phosphatgruppe mit weiterem hydrophilen Molekül (z.B. Cholin)

Häufigste Kombination: Phosphatdylcholin, Phosphatidylserin, Phosphatidylethanolamin

Sphingomyelin

Sphingosin + eine Fettsäure + Phosphocholin

Ein polares -OH bleibt frei und kann Wasserstoff-bindungen mit Proteinen oder den Köpfen von Nachbarlipiden eingehen. Sphingomyelin ist in hoher Konzentration in den Membranen, welche die Myelinschicht um die Axone der Nervenzellen bilden. (MS: Diese Myelinschicht wird angegriffen)

Steroide

Wirken in der Natur als wichtige Lipidkomponente von Membranen, als Vitamine, Hormone oder auch als Gifte. 

Grundgerüst: Steran

Cholesterin

Wichtiges Lipid! Sie ist ein Steroid und besitzt daher eine starre Steroidringfläche. Sie stabilisiert die Membran, verhindert aber auch die Kristallisierung.

Neben Hormonherstellung auch wichtig als Komponente von Membranen. 

Flip-Flop: Cholesterin kann spontan von einer Membranseite (leaflet) auf die anderer hüpfen.

Steroidhormone

Bekannteste Vertreter sind Corticosteroide und Geschlechtshormone:

- Männer (und Frauen): Testosteron

- Frauen (und Männer): Estrogene

- Steroidhormone werden in verschiedenen Geweben aus Cholesterin hergestellt.

Membranen

Hauptaufgabe der Lipide: Bildung von Membranen

Membranen bestehen aus einer Phospholipiddoppelschicht von ca. 5nm Durchmesser. Hydrophile Köpfe aussen und hydrophobe Kohlenstoffketten innen. Sie wirken als Barrieren v.a. für wasserlösliche Moleküle. Membranen in wässriger Lösung versuchen immer in sich geschlossen zu sein -> Konsequenz: Schliessen sich von selbst.

Sie werden vorwiegend durch nicht-kovalente Bindungen zusammengehalten und sind daher "flüssig", Phospholipide "schwimmen" in der Membranebene. Phospholipide mit cis-Doppelbindung "Knick" in der Fettsäure ecken bei Nachbarn an was zu Unruhe und Verflüssigung führt. Lipide mit kürzeren Fettsäuren bieten weniger Widerstand und erhöhren die Fluidität.

Die laterale Diffusion beträgt 2 Mikrometer/sec (Länge einer Bakterienzelle)

Die Plasmamembran

Sie begrenzt alle Zellen und isoliert den Inhalt vor den zerstörerischen äusseren Einflüssen.

Sub-zelluläre Membranen

Im inneren von Eukaryoten generieren Membranen zusätzlich Organellen. Organellmembranen sind Barrieren die chemische Prozesse vom Rest der Zelle abschirmen. Dies erlaubt neue Funktionen zu etablieren.

Asymmetrie der Membranen

Phospholipide besitzen keinen selbstständigen Flip-Flop.

Phospholipidtranslokatoren katalysieren den Flip-Flop.

Flippasen verschieben vor allem PE und PS von aussen nach innen. Floppasen befördert Phospholipide von inner nach aussen. Scramblase befördert Lipide in beide Richtungen. Lipidkomposition von innerem und äusserem leaflet unterscheidet sich meist erheblich.

Membranen und Signaltrandsduktion

Membranasymmetrie wichtig für die Signaltransduktion

Nach Stimulation von aussen werden bestimmte Proteine aus dem Cytoplasma an die Membran rekrutiert wo sie oft an die Lipidkopfgruppen binden müssen um zu funktionieren.

Beispiel: Proteinkinase C (PKC) wird bei versch. Signalprozessen an die Membran rekrutiert und braucht für seine Aktivität die negative Ladung der Phosphatidylserine (und Diacylglycerol)

Auch Lipidmodifikation wichtig!

Lipidmodifikation

Sehr wichtig für die Signaltransduktion.

Beispiel: Phosphorylierungsvarianten von Phosphatidylinsositol. (Von Lipidkinasen phosphoryliert und von Phosphatasen dephosphoryliert.)

Membrandomänen

Zellmembran bestehen aus 500 bis 1000 verschiedenen Lipidarten welche sich zu Domänen organisieren. Membranständige Proteine bevorzugen bestimmte Lipidzusammensetzung.

Beispiel: Lipidflösse (Hoher Anteil von: Sphingolipiden und Cholesterin)

-> Sphingolipide besitzen lange und gerade Kohlenwasserstoffschwänze)

Wie organisieren sich Lipidflösse? In vitro? in vivo?

In vitro: Selbstständige Zusammensetzung

In vivo: Werden zusätzlich durch Proteine stabilisiert

Glycolipide

Sind auf der Aussenseite der Lipidflösse angereichert, sie werden im Golgi Apparat hergestellt.

In Darmepithelzellen: Glycolipide an der exponierten apikalen Membran präsent -> Schützen vor Verdauungsenzymen und niedrigem pH-Wert. (Glycokalix)

Membranproteine

30% Aller Proteine in Membran.

In durchschnittlicher Zelle sind 50% der Membrantrockenmasse -> Proteine. Auf ein Protein etwa 50 Lipide.

Aufgaben: Transport, Katalytische Proteine, Rezeptorproteine, Zelladhesionsmoleküle

Verschiedene Assoziationen von Proteinen mit Membranen.

Rot: Intetralge Membranproteine (Extraktion durch verschieden starke Detergenzien)

Grün: Periphere Membranproteine (Milde Extraktion möglich)

 

Wie sind die meisten Plasmamembranproteine tierischer Zellen modifizert?

Sie sind meist glycosyliert. Dadurch entsteht eine Art Zellmantel aus Oligosacchariden -> Glycokalix.

 

Verhalten der Membranproteinen

Membranproteine sind in etwa in Lipiden "gelöst", Sie diffundieren in der Membranebene (Vorstellbar in 2D).

Membranproteine brauchen sehr oft bestimmte Lipide um zu funktionieren und zum lokalisieren. Auch arbeiten MP in grossen Komplexen.

Funktion von Membranproteinen

Die Diffusionsgeschwindigkeit, hängt von Grösse und Ladung ab, von Molekülen durch Lipidmembranen variiert enorm. 

Geladene Moleküle diffundieren kaum. Obwohl sie klein sind. Ungeladene Moleküle diffundieren leichter. Nukleotide, Aminosäuren und Zucker diffundieren kaum und müssen aktiv durchgeschleust werden.

Bis zu 30% der Membranproteine dienen zur Durchschleusung von Ionen oder kleiner wasserlöslichen Moleküle.

Membrantransportproteine sind Mehrpfadproteine.

Aquaporine

Wasser kann bidirektional durch die engen Kanäle der Aquaporine wandern -> Unterstützt durch speziellen Bau der Pore.

Es werden ca. 3 Mia Moleküle pro Sekunde durch eine Pore wandern. 

Ionen dringen nicht durch, weil sie eine Wasserhülle besitzen und somit zu gross sind.

Unterscheidung von Membrantransportproteinen

Transporter (Bewegliche Bereiche die transportieren) -> Oftmals passiver, bergab Transport

Kanäle (Kleine Poren die, wenn geöffnet, passive Passage erlauben) -> Alle passiver, bergab Transport entlang des Konzentrationsgradienten

Weitere Transportmethoden neben Membrantransportproteinen?

Sekretion

Endozytose

Warum sind viele Erbkrankheiten mit Mutationen in Transportproteinen verbunden?

Sie transportieren of nur bestimmte nicht-essentielle Faktoren.

Wie ist dieser bergab Transport möglich?

Spannungsunterschied der Plasmamembran verantwortlich. Innen negativ, aussen positiv. -> Sehr wichtig, da sonst kein passiver Transport möglich ist.

Speicherung von Energie durch Membrantransportproteine

Durch Aufbau unterschiedlicher Ionenkonzentration an Membraninnen- und Membranaussenseite.

Transportprozesse werdern damit angetrieben, elektrische Signale erzeugt und ATP hergestellt.

Für den Aufbau von Konzentrationsgradienten wird ein aktiver Transport benötigt.

Aktiver Membrantransport

Bergauf Transport: Transport gegen den Konzentrations- oder Ladungsgradienten durch angekoppelte Energiequelle.

Drei Möglichkeiten:

Gekoppelter Transport

ATP getriebene Pumpen

Licht getriebene Pumpen

Gekoppelter Transport

Eine Molekülart wird bergauf transportiert indem es als blinder Passagier mit einem bergab transportierten Solut mitläuft

ATP getriebene Pumpen

ATP Hydrolyse liefert die Energie

Licht getriebene Pumpen

Vor allem Bakterien und Archaeen die damit z.B H+ nach aussen pumpen und so einen Ionengradienten als Energiespeicher generieren.

Primär aktiver Transport (Beispiel: P-Typ Pumpen)

Erst muss mit Energieverbrauch einen Ionenunterschied innen/aussen hergestellt

P-Typ Pumpen  machen dies, welche einer von drei ATP getriebenen Pumpenklassen ist.

Beispiel: Na+/K+ ATPase: Mehrpfad Alpha-Helix Protein das sich selber phosphoryliert (Deshalb P-Typ) -> Natrium-Kalium Pumpe: Pro hydrolysiertem ATP gehen 3 Na+ Ionen raus und 2 K+ Ionen rein.

Weitere Pumpen wie P-Typ?

F-Typ Pumpen (Bakterien/Mitochondrien/H+-Gradienten)

ABC Transporter

Sekundär aktiver Transport

Beispiel: Symporter

Sie werden nicht direkt von ATP angetrieben sondern vom Na+ Gradienten der unter ATP Verbrauch hergestellt wurde. Dabei wird Na+ in die Zelle geschleust und mit ihm ein Exemplar eines Zuckers oder eine Aminosäure. Sehr viele Symporter sind spezialisiert.

Die Filamentgrössen des Cytoskeletts

Miktrotubuli: Kommen in allen Eukaryotenzellen vor, ca 25nm Dicke

Aktinfilamente: "Microfilamente", Kommen in allen Eukaryotenzellen vor, can 7nm Dicke

Intermediärfilamente: Kommen nur in tierischen Zellen vor, ca 10nm Dicke

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