BIO112 - Zusatz
Zusätzliche Begriffe zu BIO112 UZH
Zusätzliche Begriffe zu BIO112 UZH
-
- 1 / 423
-
Lernkarten
Aufbau des Endoplasmatischen Reticulum (ER)
Die Membranen des ER bilden miteinander verbundene Röhren und abgeplattete Taschen. Der zusammenhängende Hohlraum wird ER-Lumen genannt (auch Zisternenraum). Das ER und seine Lumen sind mit der Zellkernmembran und dessen Lumen verbunden. Die neuste Forschung besagt, dass die "Taschen" aus dicht angeordneten Röhren bestehen.
Variationen des ER
Man unterscheidet zwischen: Glattem ER (Eher Schläuche) und rauem ER (eher Taschen). Das raue ER wird zur Herstellung von sekretierten Proteinen, Transmembranproteinen und ER Lumen Proteinen gebraucht. Das glatte ER wird zur Herstellung der meisten Lipide genutzt.
Zusammensetzung, Funktion, Grösse und Morphologie des ER hängen stark von seiner Funktion in der jeweiligen Zelle ab. Eine Zelle welches beispielsweise viel Hormone muss produzieren, besitzt viele Ribosomen um damit mehr Proteine zu produzieren. Das ER ist zudem Ca2+ Speicher welcher für viele Signalantworten benutzt wird. (Beispiel: Muskelzellen und sarkoplasmatisches Reticulum)
Wie werden Transmembranproteine und Proteine des ER Lumen verarbeitet?
Sie werden vorwiegend kotranslational verarbeitet, das heisst, bevor die Translation abgeschlossen ist. Translatierende Ribosomen treten mit dem ER in Verbindung.
Prozess: Signalsequenz wird sichtbar -> Signalerkennungspartikel (SRP) bindet -> Translation stoppt -> SRP bindet Rezeptor am rauen ER -> Proteintranslokator kommt dazu -> SRP fällt ab -> Translation geht weiter
Mit Hilfe der Signalpeptidase wird das fertige Protein abgespalten
Das SRP
Das SRP besteht aus 6 Proteinuntereinheiten und einer SRP-RNA
SRP = Signal Recognition Particle (Nicht Protein, da es aus verschiedenen Untereinheiten besteht)
Das SRP bindet an die Signalsequenz des Gens. Es verändert die Konformation und stoppt die Translation, bis es an einen SRP-Rezeptor bindet, dann wieder eine Konformationsänderung vollzogen wird un die Translation weitergeht.
Der Translokator
Die Grundeinheit ist eine Transmembrankomplex, bestehend aus drei Proteinen. Sie ist stark konserviert (Sec61 Komplex, sogar in Bakterien). Es ist eine Doughnutförmiger Proteinkomplex mit zentralem, hydrophilem Kanal. Der Pfropfen verhindert den Verlust von Komponenten des Lumens (z.B Ca2+). Die seitliche Naht erlaubt hydrophobe Proteinsequenzen in die Membran zu entlassen.
Woher kommt die Energie zur Translokation?
Sie kommt von den ATPs und GTPs die verbraucht werden während der Translokation.
Einpfad-Transmembranproteine
Bei den Einpfad-Transmembranproteinen befindet sich der N-Terminus im Cytosol:
Durch Verschiebung der Signalsequenz nach innen, kann die Ausrichtung der Terminationen gespiegelt werden. Das positiver geladene Ende ist aber immer aussen. Die Differenz der Ladungen der Aminosäuren direkt vor und nach der Signalsequenz bestimmt die Ausrichtung.
Mehrpfadtransmembranproteine
Der entscheidende Unterschied zum Einpfad-Transmembranprotein ist der, dass diese Signalsequenz nicht geschnitten wird und somit weiterbesteht. Dies kann beliebig wiederholt werden, so können mehrer Transmembrandomänen entstehen. Die Reihenfolge der Transfer-Start- und Stopp-Signale entscheidet was und wieviel innen und aussen landet. Hier wird einfach eine zentral gelegene Signalsequenz mit Transfer-Stopp Sequenzen kombiniert.
Posttranslationale Translokation
Translokatoren können Proteine auch posttranslational durch die Membran schleusen. Dies benötigt Hilfsproteine zum einfädeln und zum hindurchziehen (von innen). Chaperone entfalten die Proteine für die Translokation. Die Energie kommt von der ATP Hydrolyse.
Wichtig bei Bakterien: Besitzen kein ER und deswegen ist es ist direkt an der Plasmamembran verknüpft.
Translozierte Proteine
Translozierte Proteine mit einem ER-Retentionssignal (Beispiel: KDEL) verbleiben im ER.
Weiteres Beispiel: Protein-Disulfidisomerase: Katalysiert Disulfidbrücke zwischen den Schwefelatomen zweier Cysteine anderer Proteine. Disulfidbrücken finden sich vor allem an Proteinen innerhalb von Organellen oder ausserhalb der Zelle. Es sind kovalente Bindungen und extrem stark. Im ER findet auch die Protein Glykosylierung statt: Sie dient der Kontrolle der Proteinfaltung. Ca. 90% der Proteine werden N-glycolysiert. Das erste angehängte Oligosaccharid ist immer gleich -> wird nachträglich noch bearbeitet. Es gibt auch O-Glycosylierung auf Serin, Threonin oder Hydroxylysin (-> Golgi).
Lipidsynthese im ER
Die meisten Lipide von Enzymen synthetisiert, die auf der cytosolischen Seite des glatten ER aktiv sind (Zugang zu den Reagenzien -> Fettsäuren). So wächst die Membran nur an der Aussenseite. Lösung des Problems ist die Scramblase. Sie flippt die Lipide auf die Innenseite so dass auch die innere Lipidschicht wachsen kann. Nur Cholesterol kann von alleine die Lipide so drehen, dass sie nicht nur gegen aussen wachsen.
Der Golgi-Apparat
Der Golgie-Apparat ist ein Stapel von scheibenförmigen Membrankompartimenten. Vesikel vom ER bringen Proteine und Lipide zum Golgie-Apparat und im Golgi werden diese weiter verarbeitet und modifiziert. Im Golgie werden auch die Polysaccharide hergestellt. Nach dem Transit durch den Golgi-Apparat wandern die Komponente in neu formierten Vesikeln an verschiedene Zielorte.
Golgi-Apparat, ER und Mitochondrien können nicht de novo aus Grundbausteinen aufgebaut werden - das ist genetisch nicht kodiert! Sie können nur wachsen und werden bei der Zellteilung auf die Tochterzellen verteilt. Da oft nur ein Golgi-Apparat existiert, wird dieser bei der Zellteilung fragmentiert, die Fragmente auf die Tochterzellen verteilt und daraus zwei neue Golgi-Apparate gebaut.
Er ist ein Transitorganell und dynamisch. Vesikel die vom ER kommen bilden die neuste Schicht des Golgie, währenddessen die älteste Schicht in Form in Vesikeln zum Zielort fortschreitet. Innerhalb des Golgi, während die Proteine noch nicht transportiert werden, werden sie durch Enzyme modifiziert welche die Destination angeben. So ist der Golgi immer im Fluss und immer neue Schichten entstehen, während die älteren Schichte abfallen und als Vesikel zum Zielort gelangen.
Wie unterscheiden sich Membranen resp. Membranbereiche innerhalb einer Organelle? Wie werden Proteine in bestimmte Membranbereiche aufgetrennt?
Clathrinbeschichtete Vesikel (Endocytose)
BAR-Domänen
Clathrine alleine reichen nicht aus um die Membran zu verbiegen. Dazu werden Proteine mit BAR-Domänen benutzt welche direkt auf der Membran aufliegen. Hüllen müssen aber nicht korbartig sein. Beispielsweise: Der Retromerprotein-komplex der sich auf gewissen recyklierenden Endosomen bildet. Auch Lipide sind entscheidend für die Bildung definierter Hüllen.
Verteilung von PIPs
Die Verteilung von PIPs variiert von Organelle zu Organelle und innerhlab einer Membran von Domäne zu Domäne. Verschiedene Kombinationen von aktiven PIP-Kinasen und PIP-Phosphatasen generieren lokal, spezifische Produkte und Gleichgewichte. Bestimmte Proteine des vesikulären Transports binden dann an bestimmte PIPs.
Steuerung der Vesikelformation
Der Vesikelverkehr von und zu einem Kompartiment muss in einem kontrollierten Gleichgewicht sein. Warum? Trivial: Würde immer nur in eine Richtung transportiert werden, würde die eine Seite nur wachsen und die andere nur schrumpfen. Eine zentrale Kontrollfunktion haben verschiedenste GTPasen und ihre GEFs, resp. GAPs.
Wie werden die Vesikel transportiert?
Die Vesikel werden mit Hilfe des Cytoskeletts an die Zellmembran transportiert. Die Diffusion alleine würde auch ausreiche, aber da die Zelle möglichst effizient arbeiten will benutzt sie auch die Mikrotubuli.
Die Fusion mit der Zielmembran
An der Zielmembran werden andere Effektorproteine erkannt, was die Vesikelverankerung und die Fusion ermöglicht. Der SNARE-Proteinkomplex macht die Fusion. Das v-SNARE sitzt bereits auf dem Vesikel. Das v-SNARE verbindet sich mit dem T-SNARE, welches auf der Zielmembran sitzt. Tierische Zellen besitzen mindestens 35 verschiedene SNAREs -> zusätzliche Spezifität
Endocytose und Phagocytose
Endocytose und Phagocytose dienen der Aufnahme von Makromolekülen und ganzer Organismen aus der Zellumgebung.
Lysosomen
Lysosomen sind der Verdauungsapparat und die Abfallverbrennungsanlage der Zelle. Sie enthalten viele Enzyme die nur bei niedrigem pH arbeiten.
Was passiert wenn die Lysosomen kaputt gehen? Zum Schutz vor Verdau sind die Membranproteine der Lysosomen innen glycosyliert.
Lysosomen sind sehr vielfältig in Aussehen und Funktion. Das Equivalent in Hefen und Pflanzen sind die Vakuolen. Vakuolen sind aber grösser und habe zusätzliche Funktionen.
Lysosome: Abbau von Mitochondrien
Eu- und Heterochromatin im Zellkern
Genreiche, euchromatische (nicht kondensierte) DNA-Regionen lokalisieren eher in Richtung Zellkernzentrum. Die nichttranskribierten, meist heterochromatischen (kondensierten) Regionen, sind eher an der Peripherie des Zellkerns.
Die roten Bereiche sind genarme Regionen und die grünen sind genreiche Regionen. Es gibt viele orange und gelbe Bereiche -> Die Gene werden nicht alle gleichzeitig exprimiert.