BIO112 - Zusatz
Zusätzliche Begriffe zu BIO112 UZH
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Cartes-fiches
Funktionen des Cytoskeletts
Es ist sehr dynamisch und dient als:
Transportweg
Kraftgenerator
Kraftsensor
Stabilisator
Baugerüst
Baustein
Zellformgeber
Signaltransduktion
Aufbau der Filamente
Die Filamente sind aus 1-2 kleinen Proteineinheiten aufgebaut.
Sie lagern sich nicht kovalent, sondern mit Hilfe vieler hydrophober Wechselwirkungen linear und auch seitlich aneinander. Die seitliche Anlagerung dient zur Stabilität, da thermische Kräfte die rein linearen Protofilamente zebrechen würden.
Actin
Actin ist eines der konserviertesten Proteine der Zellen.
Es braucht Chaperone zur korrekten Faltung, so stellt die Zelle sicher, dass keine falschen Moleküle im Umlauf sind.
Individuelle Actin Moleküle (G-Actin) polymerisierien nur zu Filamenten (F-Actin) wenn sie ATP gebunden haben, weil ATP die Konformation des G-Actin und damit die Bindungskonstante k(on) verändert und Energie liefert.
Actin besitzt ein + und - Ende, womit die Filamente polar sind.
Actin Polymerisierung
Bei der Polymerisierung holt sich das Ende eines ATP gebundenen F-Actins ein vorbeischwimmendes G-Actin.
Gleichzeitig werden aber auch seitliche, laterale Verbindungen eingegangen so, dass immer ein Doppelstrang entsteht.
Die Struktur des Actins bestimmt die Natur der lateralen Bindung so, dass der Doppelstrang zu eienr Helix verzwirnt.
F-Actin Dynamik
Actin ist eine ATPase
G-Actin hydrolysiert ATP langsam, F-Actin hydrolysiert ATP schnell. Folge: Hydrolysierte Einheiten sind weniger stabil gebunden vor allem die beiden am -Ende haben ein Problem.
Es kann auch ein neues ATP-Actin am -Ende binden. Das ist strukturell weniger günstig. Es fallen hinten eher Einheiten weg. -> Treadmilling (Tretmühlenmechanismus)
Beim +-Ende entsteht eine ATP-Kappe.
F-Actin Keimbildung
Die Untereinheit bilden spontan kleine, instabile Aggregate.
Ab einer bestimmten Grösse sind die Aggregate stabil genug um als Keime für die Polymerisierung eines Filaments zu dienen.
In vitro: Bedingungen müssen stimmen
Polymerisierung läuft bis ein Gleichgewicht erreicht wird - die kritische Konzentration. -> Es ist nicht mehr genug freies G-Actin da um Wachstum zu ermöglichen. Die F-Actine müssen dann länger suchen -> Wachstumsgeschwindigkeit langsamer als Hydrolysegeschwindigkeit.
F-Actin in der Zelle
Actin ist eines der häufigsten Proteine in der Zelle.
Actinfilamente bedecken die Zellmembraninnenseite der meisten tierischen Zellen und bilden so eine mechanisch stabilisierende Hülle, den Actin Cortex (Zellrinde)
Mikrotubuli
Mikrotubuli werden aus zwei Untereinheiten gebaut, die fast identisch sind.
Die Alpha- und Beta-Tubulin brauchen Chaperone (Co-Faktoren) zum richtigen falten und zu ihrer Dimerisierung.
Alpha/Beta-Tubulindimere polymerisieren nur zu Protofilamenten wenn beide ein GTP gebunden haben. Beta-Tubulin kann GTP hydrolysieren, Alpha-Tubulin kann dies nicht.
Auch Mikrotubuli sind polar wobei das Beta-Tubulin Ende das +Ende ist.
Mikrotubuli aus reinem Tubulin wachsen auch am -Ende. (Hydrolisiertes Tubulin destabilisiert die Struktur.
- Ein Alpha-Tubulin kann sich leichter an ein GDP-Betatubulin binden. Eine GTP-Betatubulin hat mehr Mühe sich an ein GTP-Alphatubulin zu binden. Deswegen wächst das Plus-Ende des schneller als das Minus-Ende.)
Mikrotubuli Polymerisierung
Wie beim Actin formen auch Tubulindimere bei der Polymerisierung lineare Protofilamente die lateral aneinander binden, allerdings auf zwei Arten:
B-Gitter (stabil)
A-Gitter (weniger stabil)
Sie sind so gleich, dass beide Anordnungen möglich sind. Die laterale Anordnung ist leicht gekrümmt und deswegen Röhrchenförmige Gebilde entstehen.
Wie wachsen Mikrotubuli?
Mikrotubuli wachsen Blattförmig. Der Tubus ist erst mit dem Verschluss der Gitternaht vollendet. Beta-Tubulin ist eine GTPase (Alpha-Tubulin nicht!)
Im Protofilament hydrolysiert Beta-Tubulin sein GTP effizient zu GDP -> Konformationsänderung -> noch stärkere Krümmung des Protofilaments nach aussen.
Stabilisierende GTP-Tubulin Kappe und laterale Bindungen halte Mikrotubulus.
Mikrotubuli aus reinem Tubulin haben auch am wachsenden -Ende eine GTP-Kappe.
Wachstum stoppt bei kritischer Konzentration.
Mechanische Eigenschaften Actinfilamente
Sie sind relativ flexibel und elastisch (Persistenzlänge wenige zehntel Mikrometer)
Mechanische Eigenschaften Mikrotubuli
Sie sind steifer als Actin Filamente (Persistenzlänge mehrere mm), brechen aber leichter wenn Kräfte zu gross werden. Bei zu grossem Druck brechen sie wie Skistöcke und depolymerisieren an der Bruchstelle.
-> Wegen der Steifheit enthalten die langen Axone Mikrotubuli.
Mikrotubuli in Medizin
Wichtig in der Krebsbekämpfung, da sie zuständig für die Zellvermehrung sind. (Beispiel: Taxol, Nocadazole)
Die meisten Viren missbrauchen die Mikrotubuli für ihre Zwecke, indem sie die Mikrotubuli benutzen um von A nach B zu kommen.
Wo kommen Intermediärfilamente vor?
Vor allem in tierischen Zellen und vor allem im Zusammenhang mit mechanischer Belastung.
Wie bauen sich die Intermediärfilamentproteine zusammen? Und was brauchen sie dafür?
Die Intermediärfilamentproteine organisieren sich selbst zu Filamenten. Dazu brauchen sie weder ATP noch GTP aber hydrophobe Wechselwirkungen!
Ein Monomer besitzt ein +-(NH2) und ein --Ende (COOH).
Ein Dimer besteht aus zwei Monomeren die sich parallel angeordnet haben.
Ein Tetramer besteht aus antiparallelen Dimeren, sie sind die lösliche Grundeinheit. Diese Tetramere können sich Kopf an Kopf verbinden.
Acht Tetramere verbinden sich lateral und rollen sich zu einem Filament auf. Teilweise können sich Filamente noch weiter zu beispielsweise Neurofilamenten bündeln. Da sich die Tetramere antiparallel lagern, heben sich ihre Enden gegenseitig auf, somit besteht keine Polarität.
Eigenschaften von Intermediärfilamenten
Einteilung von Intermediärfilamenten
Intermediärfilamente werden nach verschiedensten Kriterien, aber noch sehr uneinheitlich kategorisiert..
Im Alberts:
Epitheliale
Vimentinartige
Neuronale
Nukleäre
Kernlamine
Lamine sind die am meisten verbreiteten Intermediärfilamente und daher wohl die ursprünglichsten.
Sie bilden die Lamina, eine innere Auskleidung der Zellkernmembran. Das Laminnetzwerk verleiht dem Zellkern Festigkeit und dient als Anker für Proteine und DNA.
Mutationen in den Lamingenen verursachen verschiedenste Gebrechen die als Laminopathien zusammengefasst werden.
Keratine
Keratine sind die variabelsten Intermediärfilamente. Unsere Hautzellen produzieren bis zu 20 verschiedene Keratine.
Keratine bestehen aus jeweils einem sauren und einem basischen Keratin (Heterodimer). Keratinfilamente werden durch kovalente Disulfidbindungen quervernetzt was entscheidend für ihre Robustheit ist. (Sie überstehen sogar den Zelltod).
Defekte Keratine verursachen gleich mehrere Erbkrankheiten.
Neurofilamente
Neurofilamente kleiden die Innenseite der Axonmembran aus. Darum können die Axone meterlang werden. Die Menge an produzierten Neurofilamentproteinen bestimmt wahrscheinlich die dicke und somit die Leitfähigkeit der Axone.
Die Organisation des Cytoskeletts
Um die Vielfalt an Cytoskelettverteilungen die in Zellen auftreten zu ermöglichen, benutzt die Zelle viele verschiedene Werkzeuge. Sogar innerhalb der Zelle gibt es Variationen. Je nachdem, in welchem Stadium eine Zelle ist, braucht sie andere Werkzeuge. DIe Kontrolle des Cytoskeletts geschieht durch chemische Modifikation der Filamente oder mit Hilfe von Proteinen die mit dem Cytoskelett (Filament oder Bausteine) assoziieren.
Beispiel: Mikrotubuli in wachsenden Neuronen:
Die Kontrolle der Actinpolymerisierung
Eine der wichtigsten Kontrollfunktionen der Actinpolymerisierung
Die Lokalisierung der Keimbildung. Keimbildung durch den Actin-Related-Protein (Arp) 2/3 Komplex. der Arp2/3 Komplex simuliert ein freies F-Actin Ende.
Er braucht Aktivierung durch NPFs (Nucleation Promoting Factors) welche den Komplex lokalisieren, und er funktioniert am besten wenn er seitliche an ein existierendes Actinfilament gebunden ist. -> So entstehen verzweigte F-Actin Netzwerke.
https://www.youtube.com/watch?v=d_uWtjyNb-Y
Die Kontrolle der Mikrotubulikeimbildung
Die meisten Zellen besitzen Mikrotubuli organisierende Zentren (MTOCs). In den MTOCs finden sich der r-Tubulinringkomplex (r-TuRC). r-Tubulin ist eine Tubulinvariante die im Komplex mit anderen Proteinen ein bestehendes Mikrotubuliende simulieren kann. Gleichzeitig stabilisiert der r-TuRC das -Ende. Die Konsequenz davon ist, dass +Enden wachsen von MTOC aus. Die ist beispielsweise für den gerichteten Transport extrem wichtig!
Kontrolle der Mikrotubulikatastrophe
Die wachsenden Mikrotubulienden sind in vivo meist an viele Proteine gebunden, die wie Formine am +Ende binden. Die meisten dieser Proteine laufen aber nicht wie die Formine mit sondern erkennen die GTP-Tubulinkappe an die sie kurz binden. Da sich die Kappe verschiebt scheinen sich auch die +TIPs zu verschieben. Die meisten +TIPs verhindern die Katastrophe und fördern gleichzeitig das Wachstum.
Ausnahme: Kinesin13 löst Katastrophen aus indem es die Protofilamente nach aussen zieht.
IFaPs
Intermediärfilament-assoziierte Proteine (IFaPs)
Was für Actin und Mikrotubuli gilt, gilt z.T. auch für Intermediärfilamente. Die Filamente aggregieren zwar spontan aber meist sind Hilfsproteine da, die dies unterstützen und Intermediärfilamente auch mit anderen Zellstrukturen verbinden.
Beispiel: Filaggrin verbindent Filamente untereinander. Plectin verbindet Filamente untereinander, mit Actinfilamente, mit Mikrotubuli und mit Proteinen der Membranen. Plectinmutationen verursachen Blasenbildung der Haut, Herz- und Skelettmuskeldefekte.
Motorproteine
Motorproteine können an den Cytoskelettfilamenten entlanglaufen. Dabei verbrauchen sie bei jedem Schritt ein ATP. Es gibt sie für Actin und Mikrotubuli, nicht aber für Intermediärfilamente. Weil die Intermediärfilamente nicht polar sind (Polarität hebt sich gegenseitig auf) ist keine Richtung für die Proteine da.
Kinesin Motorproteinfamilie
Kinesine sind Mikrotubulimotoren. Es bestehen sehr viele Varianten und sehr viele verschiedene Aufgaben. Einige bewegen sich Richtung + und andere Richtung -Ende. Die meisten Kinesine laufen als Dimere (Doppelwendel). Mono- und Tetramere Kinesine kommen vor. Kinesine können aus mehreren Untereinheiten bestehen.
Dynein
Dynein ist ein grosser Mikrotubulimotorkomplex der Richtung -Ende läuft. Dyneine sind die grössten und schnellsten Motoren (14 Mikrometer/sec). Cytoplasmatisches Dynein hat zwei gekoppelte Motordomänen (A) und funktioniert oft in Verbindung mit dem Dynactinkomplex (B). Die Dyneine des Axonems in Cilien und Flagellen habis bis zu drei Motordomänen.