BIO112 - Zusatz
Zusätzliche Begriffe zu BIO112 UZH
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Cartes-fiches
Die Myosin Motorproteinfamilie
Myosine sind F-Actinmotoren. Es gibt sehr viele Varianten (40 alleine im Menschen) und wohl sehr viele verschiedene Aufgaben von dene die meisten noch nicht beschrieben sind. Mit einer Ausnahme laufen Myosine in Richtung F-Actin +Ende. Die meisten laufen als Dimere, wobei sich die Proteine durch Bildung von Doppelwendeln verbinden. Myosine bestehen oft aus mehreren Untereinheiten. (Beispiel: Die Muskelmyosine)
Die am meisten konservierten Funktionen des Cytoskeletts
Gerüst, Kraftgenerator, Transportweg
Das Cytoskelett als Transportweg
Mikrotubuli und Actin sind auch fundamental für die intrazelluläre Architektur. Eine zentrale Funktion ist das Transportieren und Positionieren von Organellen.
Beispiel: Membranvesikel werden entlang der Kinesin-1 transportiert. Kinesin-1 transportiert neben Vesikeln auch Mitochondrien, mRNA Partikel etc.zu den Wachstumszonen oder den Synapsen
Am bekanntesten für die Transportwegfunktion sind die Mikrotubuli in den Axonen unserer Nervenzellen. Der Transport involviert Motorproteine und Proteine die Motor und Fracht verbinden.
Dynein ist meist verantwortlich für den retrograden Transport.
Farbanpassung
Die Farbanpassung wird durch Melanosomen vermittelt. Diese grossen Zellen benutzen Mikrotubuli um Pigmentkörner zu verteilen oder zu konzentrieren. Die zentrale Konzentration ist geradlinig und erfolgt über Dynein.
Wie sind folglich die Mikrotubuli orientiert? Die Verteilung nach aussen ist Sprunghaft weil nun Kinesine dem Dynein entgegenwirken.
Warum nicht einfach Dynein aus- und Kinesin einschalten? Auch ein Actinmotor, Myosin V, ist beteiligt um eine bessere Verteilung zu erreichen. Dies dient wohl dem lokalen Festhalten.
Cytoskelett Transport und Krankheiten
Viren benutzen das Cytoskelett als Transportweg mit Hilfe von zellulären Kinesinen die sie rekrutieren.
Positionierungsfunktion des Cytoskeletts
Aktiver Transport wird auch benutzt um Organellen in Pisition zu halten. (Beispiel: ER). In tierischen Zellen führt das Zerstören der Mikrotubuli zum Kollaps des ER. In Pflanzenzellen und Hefen lokalisiert Actin das ER.
Auch der Golgiapparat wird in tierischen Zellen mit Hilfe von Dynein ans Centrosom gezogen. Zerstörung der Mikrotubuli fragmentiert das Golgimembransystem.
In der Spalthefe werden Mitochondrien durch die Mikrotubuli verteilt, aber anstatt Motoren wird mittels eines nur kurzen bindenden Proteins lediglich an den Mitchondrien "gezupft"
Bild: Zerstörung von Mikrotubuli
Cytoskelett und Zellmobilität
Das Cytoskelett kann auf verschiedenste Arten Bewegung ermöglichen. EInzelne Zellen können sich mit Hilf haarartiger Anhöngsel der Zellen fortbewegen Allgemein werden diese Flagellen (oder auch Geisseln) und Cilien genannt.
Bakterien bewegen sich durch eine oder mehrere Geisseln fort.
Spermien bewegen sich durch ein Flagellum fort.
Bakterielle Flagellen
Cilien und Flagellen
Cilien und Flagellen sind fadenartige Ausstülpungen der Eukaryotenzellmembran. Beide sind identisch aus Mikrotubuli und Dyneinmotoren aufgebaut.
Flagellen kommen einzeln vor, sind meist länger und bewegen sich dadurch wellenförmig.
Cilien kommen als Gruppe vor und bewegen sich eher peitschenartig. Sie helfen unter anderem auch die links/rechts Achse in unserem Körper zu etablieren und sie transportieren die Eizelle durch den Ovidukt.
Der innere Aufbau von Flagellen und Cilien
Der Grundaufbau, Axonem genannt, besteht aus einem zentralen Mikrotubulipaar um das herum 9 weitere, sehr spezielle Mikrotubuli-Dupletts ringförmig angeordnet sind (9+2). Dyneinmotoren und weitere Hilfsproteine verbinden die Mikrotubuli-Dupletts im Ring. Hilfsproteine verbinden diese auch mit den zentralen Mikrotubuli. Dyneinmotoraktivität entlang eines Mikrotubuli-Dupletts verschiebt das andere Duplett was wegen mechanischer Einschränkung zu einer Verbiegung des Axonems führt.
Wovon entspringt das Axonem?
Cilien
Neben den beweglichen Kinocilien gibt es auch noch die meist unbeweglichen Primärcilien.
Primärcilien fehlt das zentrale Mikrotubulipaar (9+0) und Dynein zwischen den Mikrotubuli (Ausnahme ist das Feld der schlagenden Primärcilien, welche links/rechts defnieren). Primärcilien wurden lange ignoriert obwohl praktisch alle Zellen eine solche besitzen. Sie enthalten wichtige Signalmolekülrezeptoren und so als sensorische Zentren der Zelle wirken können.
In den Nierenepithelzellen sind sie Flusssensoren, welche den Flüssigkeitsstrom in den Nierentubuli registriert. Umbiegen öffnet Calciumkanäle.
Kriechen durch Zellmobilität
Drei Stufen:
1) Ausstülpung
2) Anheftung
3) Zug
Die Koordination dieser Aktivitäten kann sehr unterschiedlich sein, weswegen gewisse Zellen eher gleiten und andere sich eher unregelmässig fortbewegen.
Actin ist zentral in der Kraftgeneration
Verschiedene Ausstülpungen der Membran
Filopodien, Lamellipodien, Pseudopodien und Blebs (Bäschen)
Bleb: Ein Signal löst den Actincortex lokal auf und der Zellinnendruck stülpt so die Zellmembran uas -> Bei der Apoptose, dem programmierten Zelltod passiert das auch. Im Bleb formt sich ein neuer Actincortex der sich zusammenzieht und so die Zelle in einer unregelmässigen 3D Umgebung vorwärts zieht. Blebbing wird immer häufiger als Fortbewegungsart beobachtet -> vor allem auch bei metastasierenden Krebszellen.
Filopodien
Sie sind stachelartig und werden von einem wachsenden Actinbündel geformt. Sie entstehen meist an der Front eines Lamellipodiums. Filopodien sind vermutlich Sensoren mit dene die Zelle die Umgebung abtastet. Sie spielen auch in der embryonalen Morphogenese und in der Wundheilung eine wichtige Rolle.
Zelladhäsion und Zellmassenbewegung
Um sich fortzubewegen muss die Zelle an der wachsenden Front (Leitsaum) neue Zelladhäsionspunkte generieren und sie am Zellende wieder entfernen. Nun wird über die Adhäsionspunkte eine Zugkraft auf die Unterlage ausgeübt, welche die ganze Zellmasse vorwärts zieht. Dies geschieht mit Hilfe von Myosinen (meist Myosin II) welche das Actinnetzwerk kontrahieren. (Vor allem im hinteren Bereich der Zelle). Je stärker sich Zellen anheften umso langsamer bewegen sie sich fort.
Was ist der Unterschied zwischen Zellwachstum und Zellwanderung?
Der letzte Schritt geschieht nicht beim Wachstum. Die Zellen migrieren, allerdings zieht die Zelle nicht nach, weswegen sich die Zelle ausbreitet aber nicht fortbewegt.
Welches sind die zentralen Regulatoren der Zellwanderung
GTPasen sind die zentrale Regulatoren der Zellwanderung.
Aufbau und Funktionsweise der Skelettmuskelzellen
Skelettmuskelzellen sind hochspezialisiert und sind die einzigen Muskeln die willentlich gesteuert werden können. Sie werden auch als Muskelfasern bezeichnet, entstehen aus der Verschmelzung von Vorläuferzellen, den Myoblasten. Sie sind daduch mehrkernig. Mehrkernige Zellen werden Syncytium genannt. Skelettmuskelzellen enthalten mehrere Myofibrillen die selbst aus aneinandergereihten Sarkomeren, der Funktionellen Grundeinheit, bestehen.
Wie wird beim Bau der Muskelzelle eine solch regelmässige Anordnung von Actin und Myosin erreicht?
Wie wird die Kontraktion kontrolliert?
Ausgelöst wird sie durch einen Nervenreiz der ein AP generiert, welches die Membran der Muskelzelle depolarisiert (Na+-Kanäle öffnen sich). Einstülpungen der Plasmamembran (T-Tubuli) verteilen das AP in der Muskelfaser (In Millisekunden). Das AP führt zur Öffnung von Ca2+-Kanälen im sarkoplasmatischen Reticulum was die Muskelkontraktion auslöst. Nach 30ms ist das Ca2+ unter ATP-Verbrauch wieder weggepumpt.
Der Muskel im Ruhezustand
Im ruhenden Muskel verschiebt der Troponinproteinkomplex ein Protein, Tropomyosin, welches eigentlich in der Actinfurche bindet so, dass Myosin nicht binden kann. Ca2+ bindet an Troponin C und löst so die Inhibition -> Tropomyosin verschiebt sich in die Furche und Myosin II kann Actin binden und darauf laden.
Komponenten des pflanzlichen Zytoskeletts
Aktine
Tubuline
Kinesine
Dyneine
Tubulin- und aktinassoziierte Proteine (Regulation)
Alle Komponenten des Zytoskeletts sind konserviert.
Hypothesen für Genfamilien
1) Funktionelle Divergenz von Isotypen
2) Regulatorische Flexibilität
3) Historischer Zufall (WGD -> Whole Genome Duplication)
Funktionelle Divergenz von Isotypen
Leichte genetische Unterschiede zwischen den verschiedenen Filamenten.
Beispiel: Actin 1 hat eine andere Funktion als Actin 2.
Regulatorische Flexibilität
Für die Pflanze ist es einfacher verschiedenene Variationen von Genen für beispielsweise das Actin zu haben, da das Actin in der Knospe anders reagieren muss als das Actin in einer Wurzel.