BIO112 - Zusatz

Zusätzliche Begriffe zu BIO112 UZH

Zusätzliche Begriffe zu BIO112 UZH


D. B.
Diese Lernkarten decken universitäres Niveau in der Biologie ab und behandeln detailliert die Struktur und Funktion von Zellen, Proteinen und deren Komponenten wie Mikrotubuli und Actin. Sie beleuchten auch die Rolle der Zellmembran, DNA, ATP und Chromosomen in verschiedenen zellulären Prozessen. Besonders hervorgehoben werden die Zellteilung, Mitose und die Funktion der Zellorganellen wie dem Endoplasmatischen Retikulum und dem Zellkern. Die Karteikarten sind ideal für Studierende der Biologie, die sich auf Zellbiologie und Molekularbiologie spezialisieren, da sie tiefgehende Einblicke in zelluläre Mechanismen und deren Bedeutung für den Organismus bieten.
Flashcards
423
Students
9
Language
German
Category
Biology
Level
University
Created / Updated
23.11.2018 / 06.10.2020

Flashcards

Melanocyten in der Epidermis

Ebenfalls in der Basalschicht sind die Melanocyten. Sie produzieren und sekretieren Melanin, welches von den Keratocyten aufgenommen und eingelagert wird. Melanin schützt die Haut und das darunter liegende Gewebe vor UVB Strahlung. Die Grundproduktion von Melanin entscheidet über die Hautfarbe. Bei Bestrahlung mit UV-Licht wird die Melaninproduktion weiter angekurbelt um den Schutz der Haut zu verbessern. Melanin wird in Lysosomen mit Hilfer einer Oxidase, der Tyrosinase, hergestellt. -> Spezialisierte Form der Sekretion.

Unterpigmentierung (Albinismus): Verursacht durch Mutationen welche die Melaninproduktion oder die Lysosomsekretion verhindern. (Beispiel: Die Tyrosinase)

 

Stammzellen in der Epidermis

Stammzellen in der Epidermis machen noch weitere spezialisierte Strukturen wie Haare, Fingernägle, Nashörner, Geweihe etc. sowie sezernierende Zellen wie Talgdrüsen, Schweissdrüsen, Speicheldrüsen, Tränendrüsen. 

Die Basalschicht solcher Zellsysteme reicht durch Faltung oft tief in die Dermis oder das Fettgewebe der Hypodermis hinein. 

Milchproduzierenden Brustdrüsenzellen bilden die grössten sekretierenden Zellsysteme der Epidermis. Bilden sich bei jeder Schwangerschaft neu aus epidermalen Stammzellen und werden nach der Stillzeit durch Apoptose wieder eliminiert. Auf- und Abbau wird durch eine Vielzahl vernetzter Signale gesteuert (unter anderem Integrinsignale, Hormone von den Eierstöcken und vom Embryo etc.)

Sinneszellen - Geruch

Sinnesepithelien entspringen ebenfalls dem embryonalen Ektoderm (-> Gleicher Ursprung wie die Haut). Sie sind meist kleiner Teil der oft sehr komplexen Sinnesorgane und sind stark konserviert. Die Sinneszellen in den Sinnesepithelien wandeln Signale aus der Aussenwelt in elektrische Impulse um. Gefiltert und konzentriert, haben diese dann Auswirkung auf das Nervensystem des Organismus.

Beispiel: Riechsinneszellen (olfaktorische Neuronen) werden kontinuierlich erneuert. Unterstützende Zellen isolieren die Riechsinneszellen, oder sie sekretieren einen schützenden Feuchtigkeitsfilm. Nichtbewegliche Cilien tragen die Geruchsrezeptoren, welche Moleküle aus der Luft binden. 

Mensch: ca. 350 Geruchsrezeptoren

Hund: Über 1000 Geruchsrezeptoren

Sinneszellen - Gehör

Die Tektorialmembran ist keine Lipidmembran sondern eine gallenartige extrazelluläre Matrix. Sie besteht aus Collagen und Glycoproteinen. Die Sinneszellen im Ohr, die Haarzellen, werden bei Säugetieren nur einmal im Leben gebildet. Bei anderen Vertebraten werden sie erneuert.

Was besitzen die Haarzellen im Gehör an der apikalen Membran?

Die Haarzellen besitzen an der apikalen Membran spezialisierte Zellfortsätze, die Mikrovilli (Auch Sinneshärchen oder Stereocilien genannt). Mikrovilli sind Actin-basiert, ähnlich Filopodien aber stabil. Dienen auch zur Vergrösserung der Darmepithelzelloberfläche. Nicht verwechseln mit Mikrotubuli-basierten Flagellen und Cilien. Schallwellen bewegen die Basilarmembran -> Bewegung der Mikrovilli relativ zur Tektorialmembran -> Mikrovilli kippen seitlich ab. Abkippen öffnet via spezialisierte Cadherin mechanisch gelenkte Ionenkanäle. Ioneninflux verändert das Membranpotential und setzt an der basalen Synapse der Haarzelle Neurotransmitter frei. Jede Tonlage, hat eigene Dimensionen der Basalmembran- und Mikrovillistruktur. Das System muss extrem präzise gebaut sein!

Sinneszellen - Sehen

Im Auge ist die lichtempfindliche Schicht, die Retina (Netzhaut), aus mehreren Neuronenschichten gebaut. Das Licht muss erst durch zwei Neuronenschichten passieren, bevor es auf die sensorische Zellen, die Photorezeptoren trifft. Die äusseren Ganglionenzellen sind mit dem Gehirn verbunden, die darunterliegenden Interneuronen kontrollieren und koordinieren die Reize. Die Photorezeptoren werden nach ihrer Form in Stäbchen und Zapfen eingeteilt. Zapfen-Photorezeptoren reagieren entweder auf rote, grüne oder blaue Wellenlängen. Stäbchen-Photorezeptoren sind besonders lichtempfindlich, sehen aber nur schwarz/weiss.

Aufbau der Photorezeptorzellen

Die hochspezialisierten Photorezeptorzellen = Photorezeptoren haben mehrere Hauptbereiche. Der photosensitive Teil ist das äussere Segment. Ist wohl ein spezialisiertes Cilium da dessen Basis die typische 9+2 Mikrotubuliorganisation zeigt. Das "Cilium" ist gefüllt mit Membranscheiben, welche die photosensitiven Moleküle enthalten. Das innere Segment besitzt viele Mitochondrien und ist die Fabrik wo die photosensitiven Moleküle hergestellt werden. Am anderen Ende der Zelle ist eine Synapse die ein Signal an die Interneuronen weitergibt. Die Photorezeptorzellen sind nicht erneuerbar wohl aber die lichtsensitiven Moleküle welche laufend erneuert werden müssen. In Stäbchen ist die Erneuerung linear geordnet: ER - Golgi - proximale Scheiben - distale Scheiben.

Die Membranscheiben der Photorezeptorzellen

Die Membranscheiben enthalten die Sehpigmente aus dem lichtabsorbierenden Retinal und einem Opsin Protein, welches die spektrale Empfindlichkeit steuert, bestehen. 

Im Dunkeln hält cyklisches GMP Kationenkanäle in der Plasmamembran offen. Dies bewirkt eine Sekretion hemmender Neurotransmitter. 

Im Lichteinfall geht der Retinal von cis- in trans-Form. cGMP Hemmung, Ioneninflux stoppt, Plasmamembran hyperpolarisiert. Die Neurotransmittersekretion wird gehemmt -> Aktivierung.

Der Verdauungstrakt 

Das Endoderm ist der Ursprung verschiedener Zellsysteme wie z.B dem Verdauungstrakt. Der Verdauungstrakt verdaut und absorbiert Nahrung ohne sich selber zu verdauen.

Trick 1: Viel Schleim (Mucus) sekretieren um die Zellen zu schützen.

Trick 2: Zellen fortwährend und schnell ersetzen.

Zuerst wird die Nahrung in einem spezialisierten Teil, dem Magen, verkleinert. Der Magen ist ebenfalls aus mehreren Zellschichten aufgebaut. Aussen Muskelzellschicht, dann Bindegewebeschicht, dann Schleimhaut. Die Magensäure (pH 1-5) aktiviert Verdauungsenzyme und tötet Krankheitserreger. Die Magenschleimhaut enthält v.a. Zellen die proteolytische Enzyme, Säure und Mucine (Proteine mit langen Polysaccharidketten) sekretieren.

Beim Austritt aus dem Magen wird von den Zellen der Bauchspeicheldrüse und der Brunner'schen Drüse Bicarbonat sekretiert -> neutralisiert Säure. Im Dünndarm geschieht die eigentliche Verdauung und die Nahrungsaufnahme. Das Gewebe ist stark gefaltet -> Oberflächenvergrösserung. Die gefaltete Oberfläche besteht aus zusätzlich gefaltetem Gewebe wobei die Berge Zotten und die Täler Krypten heissen. Zusätzlich haben die Zellen an ihrer apikalen Oberfläche Mikrovilli

Die 5 Zelltypen des Darms

Saumzelle (Enterocyt): Absorption von Nahrtung und Enzymsekretion

Becherzelle: Sekretion von Mucus

Panett-Zelle: Sekretion von Enzymen und anti-bakteriellen Proteinen

Enteroendokrine Darmzelle: Hormonsekretion zur Regulation der Verdauung

Der 5. Zelltyp des Darms

Stammzellen sind der 5. Zelltyp des Darms.

Wegen des Darmkrebses ist die Zellerneuerung des Darmepithels durch Stammzellen recht gut studiert. Der Umsatz der gesamten Schleimhaut dauert etwa 3-5 Tage! Die Stammzellen liegen gut geschützt in den Krypten. Amplifikation via Übergangszellen, welche sie schnell, aber limitiert teilen. Durch die Zellteilungen wandern die Zellen nach und nach in Richtung Zottenspitze. Auf dem Weg differenzieren die Zellen. Nicht alle neu generierten Zellen wandern gleich weit. Einige Zellen, beispielsweise die Paneth-Zellen, bleiben in den Krypten und differenzieren da.

Die Zellen der Leber

Die Leber stülpt sich, neben einer Hauptvene, vom Urdarm aus. Sie ist so direkt mit dem Blutstrom aus dem Darmsystem verbunden und verarbeitet die aufgenommene Nahrung weiter. Dabei wird eine riesige Anzahl Substanzen abgebaut, aufgebaut, umgebaut und gespeichert. Die Leber ist so wichtig für den Lipid- und den Kohlenhydratstoffwechsel und sie sekretiert die meisten Blutplasmaproteine. 

Alkoholmissbrauch, Überernährung und Medikamente erhöht Anzahl Triacylglyceridtröpfchen in den Leberzellen. Dies führt mit der Zeit zu Entzündungen und in 10% der Fälle zu einer Leberzirrhose. Wir kennen das auch von der Gänseleber. Die Leber besteht vorwiegend aus Hepatocyten, einem Zelltyp der alles kann!

Hepatocyten in der Leber

Hepatocyten sind grosse, polyploide Zellen, die unregelmässig in Platten und Balken angeordnet sind. Die Hohlräume zwischen den Hepatocyten sind Blutgefüllt und werden Sinusoide genannt. Das Blut ist durch eine dünne Schicht poröser "gefensteter" Endothelzellen von den Hepatocyten getrennt. Zusätzlich kleine Kanäle, die Caniculi sind direkt mit dem Darm verbunden. -> Entledigen Abfallstoffe und liefern Galle, die der Fettaufnahme im Darm dient.

Die Spezielle Gabe der Leber

Sie kann die Grösse des Organs auch im adulten Zustand flexibel anpassen. Es kann ein Teil der Leber entfernt werden, welche nach gewisser Zeit wieder nachwächst.

Die Zellen der Lunge

Die Lunge ist ein stark verzweigtes Röhrensystem. Die Röhren enden in mehreren hundert Millionen Luftbläschen, den Alveoli.

Damit die exponierten Zellen nicht austrocknen, aber gleich genug Raum besitzen, damit wieder Luft "refillt" werden kann müssen zwei Zelltypen zusammen arbeiten: Ein Plattenepithel aus dünnen TypI-Alveolus-Epithelzellen bildet die Alveolioberfläche und ist verantwortlich für den Gasaustausch. Dazwischenliegende TypII-Alveolus-Epithelzellen sezernieren eine phospholipidreiche Substanz, das Surfactant. Dies erniedrigt die Oberflächenspannung des Wassers, dies verhindert das Zusammenkleben und Austrocknen. 

Das Surfactant wird erst nach dem 5. Schwangerschaftsmonat sezerniert. Früher geborene Embryonen können ihre Lungen noch nicht mit Luft füllen.

Wie filtert die Lunge den Schmutz und die Keime aus?

Ein dickes Respirationsepithel kleidet die grösseren, äusseren Atemwege aus. Darin arbeiten Becherzellen und Cilienzellen zusammen. Die Becherzellen sekretieren Schleim, der Luftpartikel bindet. Cilienzellen transportieren Schleim und Luftpartikel raus. Makrophagen fressen was trotzem in die Alveoli gelangt.

Stündlich werden mehrere Millionen tote, mit Fremdstoffen beladene Makrophagen mit dem Schleim ausgestossen! Endokrine Zellen regulieren Schleimproduktion, Cilienschlagfrequenz und Muskeln zur Atemverengung.

Die Blutzellen

Es bestehen viele verschiedene Blutzellen mit verschiedenen Funktionen. Sie alle werden aus einer Art von endodermalen Stammzellen hergestellt. Die Determinierung geschieht stufenweise. Alle Blutzellen werden im Knochen-mark hergestellt, ausser T-Zellen die erst im Thymus reifen.

Funktion der Extrazellulären Matrix

Verankerung und Polaritätsvorgabe für Zellen, Regeneration

Signaltransduktion in Geweben

Formgebung von Geweben und Organen 

Wassergehalt der Gewebe 

Elastizität der Gewebe 

Zugfestigkeit und Stabilität der Knochen, Sehnen und Bänder

Form, Gestalt und Polarität der Pflanzenzellen

Die Basallamina

Die Basallamina ist ein dünner (40-120nm)  aber wichtiger Teil aller Epithelien und einiger nicht-epithaler Gewebe (Beispiel: Muskeln).

Evolutionär konserviert in allen Metazoen (Laminin, Kollagen IV, Nidogen, Perlecan)

Bestimmt Zellpolarität, beeinflusst den Metabolismus, reguliert Zellteilung, -differenzierung und -migration

Modell der Basallamina

Chemische Komponenten der Extrazellulären Matrix

Kollagen I-III: Zugfestigkeit der Gewebe (Fibrillen -> Fasern)

Kollagen IV,VII: Bildet Netzwerke, e.g in Basallamina

Fibrillin/Elastin: Bildet elastische Fibrillen (Beispiel: In Bindegewebe und Knorpel)

Glycosaminoglycane (GAGs): Lange, unverzweigte Polysaccharide, die ein Gel bilden (Druckresistenz) 

Proteoglycane: Proteine mit GAGs

Glycosaminoglycane (GAGs) - Heparansulfat

Glycosaminoglycane (GAGs) - Hyaluronsäure

Study