BIO112 - Zusatz
Zusätzliche Begriffe zu BIO112 UZH
Zusätzliche Begriffe zu BIO112 UZH
-
- 1 / 423
-
Flashcards
Proteindomänen
- Die meisten Proteine besitzen Domänen, also Abschnitte die sich unabhängig zu einer kompakten stabilen Unterstruktur falten. Domänen besitzen eine bestimmte enzymatische Funktion oder Membranbindungsfunktion.
- Domänen wie Legosteine welche immer wieder neue Funktionskombinationen generieren.
Lipide
Lipid = Biomolekül welches in Wasser nicht löslich, aber in Fetten oder organischen Lösungsmitteln löslich ist.
Typische Lipide enthalten lange C-Ketten (Fettsäuren, Isoprene) oder vielfach kondensierte Ringsysteme (Steroide)
Bisher über 30'000 Sorten bekannt.
Sie sind nicht genetisch kodiert.
Fettsäuren
Sie sind:
- In Form von Phospholipiden (Hauptbestandteile der Zell- und Organellmembran)
- in Form von Triglyceriden (Energiequelle)
Es sind Carbonsäuren die aus langen C-Ketten (hydrophob) mit einem Carboxyl-Ende (hydrophil) bestehen. -> Amphipatisch
Doppelbindungen in cis: Knick, in trans: gerade.
Mit Doppelbindung: Ungesättigt
Triacylglycerin
Drei Fettsäuren mit einem Glycerol verbunden. Gesamtes Molekül hydrophob.
In Zellen: Fettsäuren als Energiereserve in Form von Triaglycerintröpfchen gespeichert. Beim Abbau werden die Fettsäuren gespalten und zu zwei Kohlenstoffeinheiten hydrolisiert, welche denen vom Zuckerabbau identisch sind. Triacylglycerine liefern im Schnitt etwa 6x mehr brauchbare Energie als Glucose.
Triacylglycerine in der Medizin
Triglyceridwerte unter 150mg/dl
-> Darüber: Thrombosen- und Artheriosklerosegefahr
-> Fettleber durch Alkohol, Überernährung, Medikamente etc. -> Leberzirrhose
Phospholipide
Phospholipide sind der Hauptbestandteil der Membranen von Zellen. Phosphoglyceride und Sphingomyelin sind die wichtigsten.
Wegen ihrer amphipatischen Natur haben sie eine starke Grenzflächenaktivität -> organisieren sich an Grenzflächen. Sie isolieren auch Triacylglycerintröpfchen.
Abhängig von Fettsäuren können auch spontan Mizellen oder Doppellipidschichten ,die sich zu Liposomen schliessen, entstehen.
Sphingomyelin
Sphingosin + eine Fettsäure + Phosphocholin
Ein polares -OH bleibt frei und kann Wasserstoff-bindungen mit Proteinen oder den Köpfen von Nachbarlipiden eingehen. Sphingomyelin ist in hoher Konzentration in den Membranen, welche die Myelinschicht um die Axone der Nervenzellen bilden. (MS: Diese Myelinschicht wird angegriffen)
Cholesterin
Wichtiges Lipid! Sie ist ein Steroid und besitzt daher eine starre Steroidringfläche. Sie stabilisiert die Membran, verhindert aber auch die Kristallisierung.
Neben Hormonherstellung auch wichtig als Komponente von Membranen.
Flip-Flop: Cholesterin kann spontan von einer Membranseite (leaflet) auf die anderer hüpfen.
Steroidhormone
Bekannteste Vertreter sind Corticosteroide und Geschlechtshormone:
- Männer (und Frauen): Testosteron
- Frauen (und Männer): Estrogene
- Steroidhormone werden in verschiedenen Geweben aus Cholesterin hergestellt.
Membranen
Hauptaufgabe der Lipide: Bildung von Membranen
Membranen bestehen aus einer Phospholipiddoppelschicht von ca. 5nm Durchmesser. Hydrophile Köpfe aussen und hydrophobe Kohlenstoffketten innen. Sie wirken als Barrieren v.a. für wasserlösliche Moleküle. Membranen in wässriger Lösung versuchen immer in sich geschlossen zu sein -> Konsequenz: Schliessen sich von selbst.
Sie werden vorwiegend durch nicht-kovalente Bindungen zusammengehalten und sind daher "flüssig", Phospholipide "schwimmen" in der Membranebene. Phospholipide mit cis-Doppelbindung "Knick" in der Fettsäure ecken bei Nachbarn an was zu Unruhe und Verflüssigung führt. Lipide mit kürzeren Fettsäuren bieten weniger Widerstand und erhöhren die Fluidität.
Die laterale Diffusion beträgt 2 Mikrometer/sec (Länge einer Bakterienzelle)
Die Plasmamembran
Sie begrenzt alle Zellen und isoliert den Inhalt vor den zerstörerischen äusseren Einflüssen.
Sub-zelluläre Membranen
Im inneren von Eukaryoten generieren Membranen zusätzlich Organellen. Organellmembranen sind Barrieren die chemische Prozesse vom Rest der Zelle abschirmen. Dies erlaubt neue Funktionen zu etablieren.
Asymmetrie der Membranen
Phospholipide besitzen keinen selbstständigen Flip-Flop.
Phospholipidtranslokatoren katalysieren den Flip-Flop.
Flippasen verschieben vor allem PE und PS von aussen nach innen. Floppasen befördert Phospholipide von inner nach aussen. Scramblase befördert Lipide in beide Richtungen. Lipidkomposition von innerem und äusserem leaflet unterscheidet sich meist erheblich.
Membranen und Signaltrandsduktion
Membranasymmetrie wichtig für die Signaltransduktion
Nach Stimulation von aussen werden bestimmte Proteine aus dem Cytoplasma an die Membran rekrutiert wo sie oft an die Lipidkopfgruppen binden müssen um zu funktionieren.
Beispiel: Proteinkinase C (PKC) wird bei versch. Signalprozessen an die Membran rekrutiert und braucht für seine Aktivität die negative Ladung der Phosphatidylserine (und Diacylglycerol)
Auch Lipidmodifikation wichtig!
Lipidmodifikation
Sehr wichtig für die Signaltransduktion.
Beispiel: Phosphorylierungsvarianten von Phosphatidylinsositol. (Von Lipidkinasen phosphoryliert und von Phosphatasen dephosphoryliert.)
Membrandomänen
Zellmembran bestehen aus 500 bis 1000 verschiedenen Lipidarten welche sich zu Domänen organisieren. Membranständige Proteine bevorzugen bestimmte Lipidzusammensetzung.
Beispiel: Lipidflösse (Hoher Anteil von: Sphingolipiden und Cholesterin)
-> Sphingolipide besitzen lange und gerade Kohlenwasserstoffschwänze)
Wie organisieren sich Lipidflösse? In vitro? in vivo?
In vitro: Selbstständige Zusammensetzung
In vivo: Werden zusätzlich durch Proteine stabilisiert
Glycolipide
Sind auf der Aussenseite der Lipidflösse angereichert, sie werden im Golgi Apparat hergestellt.
In Darmepithelzellen: Glycolipide an der exponierten apikalen Membran präsent -> Schützen vor Verdauungsenzymen und niedrigem pH-Wert. (Glycokalix)
Membranproteine
30% Aller Proteine in Membran.
In durchschnittlicher Zelle sind 50% der Membrantrockenmasse -> Proteine. Auf ein Protein etwa 50 Lipide.
Aufgaben: Transport, Katalytische Proteine, Rezeptorproteine, Zelladhesionsmoleküle
Verhalten der Membranproteinen
Membranproteine sind in etwa in Lipiden "gelöst", Sie diffundieren in der Membranebene (Vorstellbar in 2D).
Membranproteine brauchen sehr oft bestimmte Lipide um zu funktionieren und zum lokalisieren. Auch arbeiten MP in grossen Komplexen.
Funktion von Membranproteinen
Die Diffusionsgeschwindigkeit, hängt von Grösse und Ladung ab, von Molekülen durch Lipidmembranen variiert enorm.
Geladene Moleküle diffundieren kaum. Obwohl sie klein sind. Ungeladene Moleküle diffundieren leichter. Nukleotide, Aminosäuren und Zucker diffundieren kaum und müssen aktiv durchgeschleust werden.
Bis zu 30% der Membranproteine dienen zur Durchschleusung von Ionen oder kleiner wasserlöslichen Moleküle.
Membrantransportproteine sind Mehrpfadproteine.
Unterscheidung von Membrantransportproteinen
Transporter (Bewegliche Bereiche die transportieren) -> Oftmals passiver, bergab Transport
Kanäle (Kleine Poren die, wenn geöffnet, passive Passage erlauben) -> Alle passiver, bergab Transport entlang des Konzentrationsgradienten
Weitere Transportmethoden neben Membrantransportproteinen?
Sekretion
Endozytose
Warum sind viele Erbkrankheiten mit Mutationen in Transportproteinen verbunden?
Sie transportieren of nur bestimmte nicht-essentielle Faktoren.
Wie ist dieser bergab Transport möglich?
Spannungsunterschied der Plasmamembran verantwortlich. Innen negativ, aussen positiv. -> Sehr wichtig, da sonst kein passiver Transport möglich ist.
Speicherung von Energie durch Membrantransportproteine
Durch Aufbau unterschiedlicher Ionenkonzentration an Membraninnen- und Membranaussenseite.
Transportprozesse werdern damit angetrieben, elektrische Signale erzeugt und ATP hergestellt.
Für den Aufbau von Konzentrationsgradienten wird ein aktiver Transport benötigt.
Aktiver Membrantransport
Bergauf Transport: Transport gegen den Konzentrations- oder Ladungsgradienten durch angekoppelte Energiequelle.
Drei Möglichkeiten:
Gekoppelter Transport
ATP getriebene Pumpen
Licht getriebene Pumpen
Gekoppelter Transport
Eine Molekülart wird bergauf transportiert indem es als blinder Passagier mit einem bergab transportierten Solut mitläuft
ATP getriebene Pumpen
ATP Hydrolyse liefert die Energie
Licht getriebene Pumpen
Vor allem Bakterien und Archaeen die damit z.B H+ nach aussen pumpen und so einen Ionengradienten als Energiespeicher generieren.
Primär aktiver Transport (Beispiel: P-Typ Pumpen)
Erst muss mit Energieverbrauch einen Ionenunterschied innen/aussen hergestellt
P-Typ Pumpen machen dies, welche einer von drei ATP getriebenen Pumpenklassen ist.
Beispiel: Na+/K+ ATPase: Mehrpfad Alpha-Helix Protein das sich selber phosphoryliert (Deshalb P-Typ) -> Natrium-Kalium Pumpe: Pro hydrolysiertem ATP gehen 3 Na+ Ionen raus und 2 K+ Ionen rein.
Weitere Pumpen wie P-Typ?
F-Typ Pumpen (Bakterien/Mitochondrien/H+-Gradienten)
ABC Transporter
Sekundär aktiver Transport
Die Filamentgrössen des Cytoskeletts
Miktrotubuli: Kommen in allen Eukaryotenzellen vor, ca 25nm Dicke
Aktinfilamente: "Microfilamente", Kommen in allen Eukaryotenzellen vor, can 7nm Dicke
Intermediärfilamente: Kommen nur in tierischen Zellen vor, ca 10nm Dicke