BIO112 - Zusatz

Zusätzliche Begriffe zu BIO112 UZH

Zusätzliche Begriffe zu BIO112 UZH


D. B.
Diese Lernkarten decken universitäres Niveau in der Biologie ab und behandeln detailliert die Struktur und Funktion von Zellen, Proteinen und deren Komponenten wie Mikrotubuli und Actin. Sie beleuchten auch die Rolle der Zellmembran, DNA, ATP und Chromosomen in verschiedenen zellulären Prozessen. Besonders hervorgehoben werden die Zellteilung, Mitose und die Funktion der Zellorganellen wie dem Endoplasmatischen Retikulum und dem Zellkern. Die Karteikarten sind ideal für Studierende der Biologie, die sich auf Zellbiologie und Molekularbiologie spezialisieren, da sie tiefgehende Einblicke in zelluläre Mechanismen und deren Bedeutung für den Organismus bieten.
Flashcards
423
Students
9
Language
German
Category
Biology
Level
University
Created / Updated
23.11.2018 / 06.10.2020

Flashcards

Sortiersignale

Essentiell sind Sortiersignale für die Transportierung von Proteinen. 

Für Prüfung: Muss nicht auswendig können.

Wieviel Prozent der Membran gehören zum ER? 

 

Über 50%. Das ER ist in der ganzen Zelle verbreitet und wirkt als Netzwerk.

Aufbau des Endoplasmatischen Reticulum (ER)

Die Membranen des ER bilden miteinander verbundene Röhren und abgeplattete Taschen. Der zusammenhängende Hohlraum wird ER-Lumen genannt (auch Zisternenraum). Das ER und seine Lumen sind mit der Zellkernmembran und dessen Lumen verbunden. Die neuste Forschung besagt, dass die "Taschen" aus dicht angeordneten Röhren bestehen.

Variationen des ER

Man unterscheidet zwischen: Glattem ER (Eher Schläuche) und rauem ER (eher Taschen). Das raue ER wird zur Herstellung von sekretierten Proteinen, Transmembranproteinen und ER Lumen Proteinen gebraucht. Das glatte ER wird zur Herstellung der meisten Lipide genutzt. 

Zusammensetzung, Funktion, Grösse und Morphologie des ER hängen stark von seiner Funktion in der jeweiligen Zelle ab. Eine Zelle welches beispielsweise viel Hormone muss produzieren, besitzt viele Ribosomen um damit mehr Proteine zu produzieren. Das ER ist zudem Ca2+ Speicher welcher für viele Signalantworten benutzt wird. (Beispiel: Muskelzellen und sarkoplasmatisches Reticulum)

Die Produktion von Proteinen am ER

In etwa 30% der Proteine einer Zelle sind integrale Transmembranproteine, ganz viele davon sind in der Plasmamembran verankert. Sekretierte Proteine müssen aus dem Cytoplasma ins ER Lumen gelangen.

Wie werden Transmembranproteine und Proteine des ER Lumen verarbeitet?

Sie werden vorwiegend kotranslational verarbeitet, das heisst, bevor die Translation abgeschlossen ist. Translatierende Ribosomen treten mit dem ER in Verbindung.

Prozess: Signalsequenz wird sichtbar -> Signalerkennungspartikel (SRP) bindet -> Translation stoppt -> SRP bindet Rezeptor am rauen ER -> Proteintranslokator kommt dazu -> SRP fällt ab -> Translation geht weiter

Mit Hilfe der Signalpeptidase wird das fertige Protein abgespalten

Das SRP

Das SRP besteht aus 6 Proteinuntereinheiten und einer SRP-RNA

SRP = Signal Recognition Particle (Nicht Protein, da es aus verschiedenen Untereinheiten besteht)

Das SRP bindet an die Signalsequenz des Gens. Es verändert die Konformation und stoppt die Translation, bis es an einen SRP-Rezeptor bindet, dann wieder eine Konformationsänderung vollzogen wird un die Translation weitergeht.

Der Translokator

Die Grundeinheit ist eine Transmembrankomplex, bestehend aus drei Proteinen. Sie ist stark konserviert (Sec61 Komplex, sogar in Bakterien). Es ist eine Doughnutförmiger Proteinkomplex mit zentralem, hydrophilem Kanal. Der Pfropfen verhindert den Verlust von Komponenten des Lumens (z.B Ca2+). Die seitliche Naht erlaubt hydrophobe Proteinsequenzen in die Membran zu entlassen.

Woher kommt die Energie zur Translokation?

Sie kommt von den ATPs und GTPs die verbraucht werden während der Translokation.

Produktion von Proteinen am ER in vivo

Wie bei der cytosolischen Translation sind mehrere Ribosomen pro mRNA am arbeiten.

Das Translokationsystem 

Das Translokationsystem generiert auch Einpfad- oder Mehrpfad Transmembranproteine. N-Terminus und C-Terminus können sowohl innen wie auch aussen sein.

Einpfad-Transmembranproteine 

Bei den Einpfad-Transmembranproteinen befindet sich der N-Terminus im Cytosol: 

Durch Verschiebung der Signalsequenz nach innen, kann die Ausrichtung der Terminationen gespiegelt werden. Das positiver geladene Ende ist aber immer aussen. Die Differenz der Ladungen der Aminosäuren direkt vor und nach der Signalsequenz bestimmt die Ausrichtung.

Mehrpfadtransmembranproteine

Der entscheidende Unterschied zum Einpfad-Transmembranprotein ist der, dass diese Signalsequenz nicht geschnitten wird und somit weiterbesteht. Dies kann beliebig wiederholt werden, so können mehrer Transmembrandomänen entstehen. Die Reihenfolge der Transfer-Start- und Stopp-Signale entscheidet was und wieviel innen und aussen landet. Hier wird einfach eine zentral gelegene Signalsequenz mit Transfer-Stopp Sequenzen kombiniert.

Posttranslationale Translokation

Translokatoren können Proteine auch posttranslational durch die Membran schleusen. Dies benötigt Hilfsproteine zum einfädeln und zum hindurchziehen (von innen). Chaperone entfalten die Proteine für die Translokation. Die Energie kommt von der ATP Hydrolyse.

Wichtig bei Bakterien: Besitzen kein ER und deswegen ist es ist direkt an der Plasmamembran verknüpft.

Translozierte Proteine

Translozierte Proteine mit einem ER-Retentionssignal (Beispiel: KDEL) verbleiben im ER. 

Weiteres Beispiel: Protein-Disulfidisomerase: Katalysiert Disulfidbrücke zwischen den Schwefelatomen zweier Cysteine anderer Proteine. Disulfidbrücken finden sich vor allem an Proteinen innerhalb von Organellen oder ausserhalb der Zelle. Es sind kovalente Bindungen und extrem stark. Im ER findet auch die Protein Glykosylierung statt: Sie dient der Kontrolle der Proteinfaltung. Ca. 90% der Proteine werden N-glycolysiert. Das erste angehängte Oligosaccharid ist immer gleich -> wird nachträglich noch bearbeitet. Es gibt auch O-Glycosylierung auf Serin, Threonin oder Hydroxylysin (-> Golgi).

Lipidsynthese im ER

Die meisten Lipide von Enzymen synthetisiert, die auf der cytosolischen Seite des glatten ER aktiv sind (Zugang zu den Reagenzien -> Fettsäuren). So wächst die Membran nur an der Aussenseite. Lösung des Problems ist die Scramblase. Sie flippt die Lipide auf die Innenseite so dass auch die innere Lipidschicht wachsen kann. Nur Cholesterol kann von alleine die Lipide so drehen, dass sie nicht nur gegen aussen wachsen. 

Wie gelangen die im ER produzierten Proteine und Lipide vom ER in die Plasmamembran und an andere Orte? 

Durch den Vesikeltransport. Diese Funktion wird von Transportvesikeln übernommen. 

Vesikelfusion und -bildung

Die Vesikelfusion und -bildung an der Plasmamembran wird: Exocytose (Sekretion), Endocytose und Phagocytose genannt.

Wichtig: Der Unterschied zwischen den involvierten Kompartimenten muss bestehen bleiben.

Vesikeltransport zwischen Cytosol, ER und Golgi

Der Golgi-Apparat

Der Golgie-Apparat ist ein Stapel von scheibenförmigen Membrankompartimenten. Vesikel vom ER bringen Proteine und Lipide zum Golgie-Apparat und im Golgi werden diese weiter verarbeitet und modifiziert. Im Golgie werden auch die Polysaccharide hergestellt. Nach dem Transit durch den Golgi-Apparat wandern die Komponente in neu formierten Vesikeln an verschiedene Zielorte.

Golgi-Apparat, ER und Mitochondrien können nicht de novo aus Grundbausteinen aufgebaut werden - das ist genetisch nicht kodiert! Sie können nur wachsen und werden bei der Zellteilung auf die Tochterzellen verteilt. Da oft nur ein Golgi-Apparat existiert, wird dieser bei der Zellteilung fragmentiert, die Fragmente auf die Tochterzellen verteilt und daraus zwei neue Golgi-Apparate gebaut.

Er ist ein Transitorganell und dynamisch. Vesikel die vom ER kommen bilden die neuste Schicht des Golgie, währenddessen die älteste Schicht in Form in Vesikeln zum Zielort fortschreitet. Innerhalb des Golgi, während die Proteine noch nicht transportiert werden, werden sie durch Enzyme modifiziert welche die Destination angeben. So ist der Golgi immer im Fluss und immer neue Schichten entstehen, während die älteren Schichte abfallen und als Vesikel zum Zielort gelangen.

Wie unterscheiden sich Membranen resp. Membranbereiche innerhalb einer Organelle? Wie werden Proteine in bestimmte Membranbereiche aufgetrennt?

Die verschiedenen Vesikel müssen spezifisch beladen werden und müssen ihren genauen Zielort erkennen. Die meisten Vesikel sind beschichtet wenn sie knospen. Die Vesikel sind verschieden beschichtet, was auch zur Unterscheidung dient.

Die Beschichtung der Vesikel

Die Beschichtung führt auch die Vesikelbildung herbei.

Clathrinbeschichtete Vesikel (Endocytose)

Adaptorproteine rekrutieren Clathrin und bestimmte Frachtproteine. Clathrinmoleküle lagern sich automatisch zu Käfigen zusammen die sich von der Membran lösen können. Verschiedene Adapterproteine rekrutieren verschiedene Frachtproteine und organisieren eigene Clathrinvesikel.

BAR-Domänen

Clathrine alleine reichen nicht aus um die Membran zu verbiegen. Dazu werden Proteine mit BAR-Domänen benutzt welche direkt auf der Membran aufliegen. Hüllen müssen aber nicht korbartig sein. Beispielsweise: Der Retromerprotein-komplex der sich auf gewissen recyklierenden Endosomen bildet. Auch Lipide sind entscheidend für die Bildung definierter Hüllen.

PIPs

Phosphatidylinositol4,5biphosphat

Wichtige Signalstruktur an der Plasmamembran, welche sie bei Häufung zu einer Membrandomäne formt.

Verteilung von PIPs

Die Verteilung von PIPs variiert von Organelle zu Organelle und innerhlab einer Membran von Domäne zu Domäne. Verschiedene Kombinationen von aktiven PIP-Kinasen und PIP-Phosphatasen generieren lokal, spezifische Produkte und Gleichgewichte. Bestimmte Proteine des vesikulären Transports binden dann an bestimmte PIPs.

Steuerung der Vesikelformation

Der Vesikelverkehr von und zu einem Kompartiment muss in einem kontrollierten Gleichgewicht sein. Warum? Trivial: Würde immer nur in eine Richtung transportiert werden, würde die eine Seite nur wachsen und die andere nur schrumpfen. Eine zentrale Kontrollfunktion haben verschiedenste GTPasen und ihre GEFs, resp. GAPs.

Sar1-GTPase für CopII Vesikelbildung am ER

Inaktives Sar1-GDP wird durch GTP geladen und eine Konformationsänderung läuft ab. Die Hydrophobe Seite bindet sich soft an die Donatormembran. Nach der Knospung hydrolysiert die GTPase das GTP und die Hülle fällt wieder ab.

Wie werden die Vesikel transportiert?

Die Vesikel werden mit Hilfe des Cytoskeletts an die Zellmembran transportiert. Die Diffusion alleine würde auch ausreiche, aber da die Zelle möglichst effizient arbeiten will benutzt sie auch die Mikrotubuli.

Wie erkennt das Vesikel die Zielmembran?

Rab-GTPasen sind essentiell dafür. Vesikel werden mit aktiver, GTP gebundener Rab-GTPase beladen. Verschiedenste Effektorproteine erkennen und binden die GTPase. Effektorproteine stellen auch die Verbindung zu Motorproteinen her.

Die Fusion mit der Zielmembran

An der Zielmembran werden andere Effektorproteine erkannt, was die Vesikelverankerung und die Fusion ermöglicht. Der SNARE-Proteinkomplex macht die Fusion. Das v-SNARE sitzt bereits auf dem Vesikel. Das v-SNARE verbindet sich mit dem T-SNARE, welches auf der Zielmembran sitzt. Tierische Zellen besitzen mindestens 35 verschiedene SNAREs -> zusätzliche Spezifität

Aufbau der Fusion

Die Fusion läuft in zwei Schritten ab: Zuerst verschmilzt die äussere Membranschicht, dann die innere.

Endocytose und Phagocytose

Endocytose und Phagocytose dienen der Aufnahme von Makromolekülen und ganzer Organismen aus der Zellumgebung. 

Phagocytose von Bakterien in Immunzellen

Endocytose in Bäkerhefe

Lysosomen

Lysosomen sind der Verdauungsapparat und die Abfallverbrennungsanlage der Zelle. Sie enthalten viele Enzyme die nur bei niedrigem pH arbeiten. 

Was passiert wenn die Lysosomen kaputt gehen? Zum Schutz vor Verdau sind die Membranproteine der Lysosomen innen glycosyliert. 

Lysosomen sind sehr vielfältig in Aussehen und Funktion. Das Equivalent in Hefen und Pflanzen sind die Vakuolen. Vakuolen sind aber grösser und habe zusätzliche Funktionen.

Wie bilden sich Lysosomen?

Sie bilden sich durch Fusion von bestehenden Lysosomen mit späten Endosomen. Das bringt "Nahrung/Abfall" zum Verdau.

Lysosome: Abbau von Mitochondrien

Auch Mitochondrien die abgebaut werden müssen, landen im Lysosom. Zuvor werden sie mittels Autophagie in eine Membran verpackt. Bakterien die durch Phagocytose aufgenommen wurden, werden ebenfalls zum Lysosom geführt. 

Tuberkulosebakterien schaffen es die Fusion mit Lysosomen zu verhindern.

Die Organisation im Zellkern

Die DNA im Zellkern ist nicht zufällig angeordnet. Die Chromosomen haben eine eigene Position im Zellkern.

Eu- und Heterochromatin im Zellkern

Genreiche, euchromatische (nicht kondensierte) DNA-Regionen lokalisieren eher in Richtung Zellkernzentrum. Die nichttranskribierten, meist heterochromatischen (kondensierten) Regionen, sind eher an der Peripherie des Zellkerns.

Die roten Bereiche sind genarme Regionen und die grünen sind genreiche Regionen. Es gibt viele orange und gelbe Bereiche -> Die Gene werden nicht alle gleichzeitig exprimiert.

Study