BIO112 - Zusatz

Zusätzliche Begriffe zu BIO112 UZH

Zusätzliche Begriffe zu BIO112 UZH


D. B.
Diese Lernkarten decken universitäres Niveau in der Biologie ab und behandeln detailliert die Struktur und Funktion von Zellen, Proteinen und deren Komponenten wie Mikrotubuli und Actin. Sie beleuchten auch die Rolle der Zellmembran, DNA, ATP und Chromosomen in verschiedenen zellulären Prozessen. Besonders hervorgehoben werden die Zellteilung, Mitose und die Funktion der Zellorganellen wie dem Endoplasmatischen Retikulum und dem Zellkern. Die Karteikarten sind ideal für Studierende der Biologie, die sich auf Zellbiologie und Molekularbiologie spezialisieren, da sie tiefgehende Einblicke in zelluläre Mechanismen und deren Bedeutung für den Organismus bieten.
Karten
423
Lernende
9
Sprache
Deutsch
Kategorie
Biologie
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
23.11.2018 / 06.10.2020

Lernkarten

Die Myosin Motorproteinfamilie

Myosine sind F-Actinmotoren. Es gibt sehr viele Varianten (40 alleine im Menschen) und wohl sehr viele verschiedene Aufgaben von dene die meisten noch nicht beschrieben sind. Mit einer Ausnahme laufen Myosine in Richtung F-Actin +Ende. Die meisten laufen als Dimere, wobei sich die Proteine durch Bildung von Doppelwendeln verbinden. Myosine bestehen oft aus mehreren Untereinheiten. (Beispiel: Die Muskelmyosine)

Der Myosinmarsch

Myosin verbraucht ein ATP pro Schritt. ADP Myosin bindet Actin am stärksten. Der Krafterzeugende Schritt wird durch den Verlust des freien Phosphats ausgelöst und geht mit dem ablösen des ADP einher.

Die am meisten konservierten Funktionen des Cytoskeletts

Gerüst, Kraftgenerator, Transportweg

Das Cytoskelett als Transportweg

Mikrotubuli und Actin sind auch fundamental für die intrazelluläre Architektur. Eine zentrale Funktion ist das Transportieren und Positionieren von Organellen.

Beispiel: Membranvesikel werden entlang der Kinesin-1 transportiert. Kinesin-1 transportiert neben Vesikeln auch Mitochondrien, mRNA Partikel etc.zu den Wachstumszonen oder den Synapsen

Am bekanntesten für die Transportwegfunktion sind die Mikrotubuli in den Axonen unserer Nervenzellen. Der Transport involviert Motorproteine und Proteine die Motor und Fracht verbinden. 

Dynein ist meist verantwortlich für den retrograden Transport.

Warum wird in beide Richtungen transportiert (Cytoskelett als Transportweg)?

Verteilung der Fracht! Es wird unterwegs viel ATP gebraucht. Einfachere Regulation durch Austarieren konkurrierender Kräfte.

Actin als Transportweg

Actin wird als Transportweg für mRNAs benutzt. 

Ash1 supprimiert den Wechsel des Paarungstypus in der Tochterzelle. Die Verankerung geschieht auch hier mit Hilfe von Actin.

Farbanpassung

Die Farbanpassung wird durch Melanosomen vermittelt. Diese grossen Zellen benutzen Mikrotubuli um Pigmentkörner zu verteilen oder zu konzentrieren. Die zentrale Konzentration ist geradlinig und erfolgt über Dynein. 

Wie sind folglich die Mikrotubuli orientiert? Die Verteilung nach aussen ist Sprunghaft weil nun Kinesine dem Dynein entgegenwirken. 

Warum nicht einfach Dynein aus- und Kinesin einschalten? Auch ein Actinmotor, Myosin V, ist beteiligt um eine bessere Verteilung zu erreichen. Dies dient wohl dem lokalen Festhalten.

Cytoskelett Transport und Krankheiten

Viren benutzen das Cytoskelett als Transportweg mit Hilfe von zellulären Kinesinen die sie rekrutieren.

Positionierungsfunktion des Cytoskeletts

Aktiver Transport wird auch benutzt um Organellen in Pisition zu halten. (Beispiel: ER). In tierischen Zellen führt das Zerstören der Mikrotubuli zum Kollaps des ER. In Pflanzenzellen und Hefen lokalisiert Actin das ER. 

Auch der Golgiapparat wird in tierischen Zellen mit Hilfe von Dynein ans Centrosom gezogen. Zerstörung der Mikrotubuli fragmentiert das Golgimembransystem.

In der Spalthefe werden Mitochondrien durch die Mikrotubuli verteilt, aber anstatt Motoren wird mittels eines nur kurzen bindenden Proteins lediglich an den Mitchondrien "gezupft"

Bild: Zerstörung von Mikrotubuli

Cytoskelett und Zellmobilität

Das Cytoskelett kann auf verschiedenste Arten Bewegung ermöglichen. EInzelne Zellen können sich mit Hilf haarartiger Anhöngsel der Zellen fortbewegen Allgemein werden diese Flagellen (oder auch Geisseln) und Cilien genannt. 

Bakterien bewegen sich durch eine oder mehrere Geisseln fort.

Spermien bewegen sich durch ein Flagellum fort.

Bakterielle Flagellen

Flagellen der Bakterien sind an ein Rotationsmotor gekoppelt. Proteine der bakteriellen Rotationsmotoren haben nichts mit den Cytoskelettproteinen in den Flagellen von Eukaryoten zu tun.

Die Drehrichtung bestimmt ob die Zelle sich geradlinig bewegt oder taumelt, was Richtgungsänderungen erlaubt.

Cilien und Flagellen

Cilien und Flagellen sind fadenartige Ausstülpungen der Eukaryotenzellmembran. Beide sind identisch aus Mikrotubuli und Dyneinmotoren aufgebaut. 

Flagellen kommen einzeln vor, sind meist länger und bewegen sich dadurch wellenförmig.

Cilien kommen als Gruppe vor und bewegen sich eher peitschenartig. Sie helfen unter anderem auch die links/rechts Achse in unserem Körper zu etablieren und sie transportieren die Eizelle durch den Ovidukt.

Der innere Aufbau von Flagellen und Cilien

Der Grundaufbau, Axonem genannt, besteht aus einem zentralen Mikrotubulipaar um das herum 9 weitere, sehr spezielle Mikrotubuli-Dupletts ringförmig angeordnet sind (9+2). Dyneinmotoren und weitere Hilfsproteine verbinden die Mikrotubuli-Dupletts im Ring. Hilfsproteine verbinden diese auch mit den zentralen Mikrotubuli. Dyneinmotoraktivität entlang eines Mikrotubuli-Dupletts verschiebt das andere Duplett was wegen mechanischer Einschränkung zu einer Verbiegung des Axonems führt.

Wovon entspringt das Axonem?

Das Axonem entspringt dem Basalkörper welcher als Verankerung dient. Das Basalkörper bestehen aus 9 Mikrotubuli triplets. Die Basalkörper sind strukturell identisch mit den Centriolen in den Centrosomen. Die Verbindung zwischen Basalkörper und Centriolen ist immer noch mysteriös.

Cilien

Neben den beweglichen Kinocilien gibt es auch noch die meist unbeweglichen Primärcilien.

Primärcilien fehlt das zentrale Mikrotubulipaar (9+0) und Dynein zwischen den Mikrotubuli (Ausnahme ist das Feld der schlagenden Primärcilien, welche links/rechts defnieren). Primärcilien wurden lange ignoriert obwohl praktisch alle Zellen eine solche besitzen. Sie enthalten wichtige Signalmolekülrezeptoren und so als sensorische Zentren der Zelle wirken können.

In den Nierenepithelzellen sind sie Flusssensoren, welche den Flüssigkeitsstrom in den Nierentubuli registriert. Umbiegen öffnet  Calciumkanäle. 

Kriechen durch Zellmobilität

Drei Stufen:

1) Ausstülpung

2) Anheftung

3) Zug

Die Koordination dieser Aktivitäten kann sehr unterschiedlich sein, weswegen gewisse Zellen eher gleiten und andere sich eher unregelmässig fortbewegen. 

Actin ist zentral in der Kraftgeneration

 Verschiedene Ausstülpungen der Membran

Filopodien, Lamellipodien, Pseudopodien und Blebs (Bäschen)

Bleb: Ein Signal löst den Actincortex lokal auf und der Zellinnendruck stülpt so die Zellmembran uas -> Bei der Apoptose, dem programmierten Zelltod passiert das auch. Im Bleb formt sich ein neuer Actincortex der sich zusammenzieht und so die Zelle in einer unregelmässigen 3D Umgebung vorwärts zieht. Blebbing wird immer häufiger als Fortbewegungsart beobachtet -> vor allem auch bei metastasierenden Krebszellen.

Fortbewegung der Amoeboide

Die Fortbewegung geschieht mit Hilfe der Pseudopodien. Pseudopodien bilden sich wenn die Zellen am vorderen Ende regional ein Gel aus Actinfilamenten auflösen. Gleichzeitig kontrahiert das Gel am hinteren Ende mit Hilfe von Myosin und drückt so die Membran nach vorne.

Filopodien

Sie sind stachelartig und werden von einem wachsenden Actinbündel geformt. Sie entstehen meist an der Front eines Lamellipodiums. Filopodien  sind vermutlich Sensoren mit dene die Zelle die Umgebung abtastet. Sie spielen auch in der embryonalen Morphogenese und in der Wundheilung eine wichtige Rolle.

Lamellipodien 

Sie sind flächige, blattartige Ausstülpungen die von einem wachsenden Actinnetzwerk geformt werden. Das Actin im Lamellipodium ist verzweigt.

Actin als Kraftgenerator

In Lamellen wird der Arp2/3 Komplex zur Keimbildung benutzt. Durch die Verlängerung bestehendet, und den Einbau neuer Actinfilamente entsteht ein retrograder Actinfilamentfluss.

Wie kann ein System mit Actin die Zelle vorwärts schieben?

Die Brownsche Ratsche.

 

Zelladhäsion und Zellmassenbewegung

Um sich fortzubewegen muss die Zelle an der wachsenden Front (Leitsaum) neue Zelladhäsionspunkte generieren und sie am Zellende wieder entfernen. Nun wird über die Adhäsionspunkte eine Zugkraft auf die Unterlage ausgeübt, welche die ganze Zellmasse vorwärts zieht. Dies geschieht mit Hilfe von Myosinen (meist Myosin II) welche das Actinnetzwerk kontrahieren. (Vor allem im hinteren Bereich der Zelle). Je stärker sich Zellen anheften umso langsamer bewegen sie sich fort.

Was ist der Unterschied zwischen Zellwachstum und Zellwanderung?

 

Der letzte Schritt geschieht nicht beim Wachstum. Die Zellen migrieren, allerdings zieht die Zelle nicht nach, weswegen sich die Zelle ausbreitet aber nicht fortbewegt.

Steuerung der Wanderungsrichtung

 

Da die Zellwanderung dynamisch ist, muss das Cytoskelett auch dynamisch organisiert werden. Zudem müssen die Zelle oft auf äusserer Signale hin mit Richtungsänderungen reagieren können. Um dies zu erreichen werden die Rho, Rac und CDC42GTPasen lokal aktiviert.

Welches sind die zentralen Regulatoren der Zellwanderung

GTPasen sind die zentrale Regulatoren der Zellwanderung.

 

Wirkungen von Rac und Rho bei der Wanderungsrichtung (etwaiger Verlauf)

Rac und Rho haben gegensätzliche Wirkungen 

(A): Vorne, zum ausdehnen des Zellsaums

(B): Hinten, zum Zusammenziehen und nachrücken

Auswirkung konstitutiver Aktivierung von GTPasen auf die Aktinorganisation

Bei (D): Stressfasern

Cytoskelett und Bewegung von Organen und Organismen

Aufbau und Funktionsweise der Skelettmuskelzellen

Skelettmuskelzellen sind hochspezialisiert und sind die einzigen Muskeln die willentlich gesteuert werden können. Sie werden auch als Muskelfasern bezeichnet, entstehen aus der Verschmelzung von Vorläuferzellen, den Myoblasten. Sie sind daduch mehrkernig. Mehrkernige Zellen werden Syncytium genannt. Skelettmuskelzellen enthalten mehrere Myofibrillen die selbst aus aneinandergereihten Sarkomeren, der Funktionellen Grundeinheit, bestehen.

Architektur der Myofibrillen

Die Architektur ist sehr regelmässig.

Molekularer Aufbau der Sarkomere

Der Actinumsatz ist sehr gering (Halbwertszeit, mehrere Tage). Nebulin ist ein molekulares Lineal das die minimale Länge des Sarkomers bestimmt. Titin ist Spannfeder und molekulares Lineal, dass die Maximallänge festlegt.

Myosinköpfe

Einzelne Myosinköpfe sind kurz an Aktinfilamente gebunden und machen ca. 5 Schritte/Sekunde (Verkürzung um 10% in 1/50 Sekunde)

Wie wird beim Bau der Muskelzelle eine solch regelmässige Anordnung von Actin und Myosin erreicht?

Die Mikrotubuli richten sich parallel zur Längsachse der Muskelzellen aus und werden so als Baugerüst benutzt entlang dessen sich die Sarkomere organisieren können. Die fertigen Skelettmuskelzellen enthalten praktisch keine Mikrotubuli mehr.

Wie wird die Kontraktion kontrolliert?

Ausgelöst wird sie durch einen Nervenreiz der ein AP generiert, welches die Membran der Muskelzelle depolarisiert (Na+-Kanäle öffnen sich). Einstülpungen der Plasmamembran (T-Tubuli) verteilen das AP in der Muskelfaser (In Millisekunden). Das AP führt zur Öffnung von Ca2+-Kanälen im sarkoplasmatischen Reticulum was die Muskelkontraktion auslöst. Nach 30ms ist das Ca2+ unter ATP-Verbrauch wieder weggepumpt.

Der Muskel im Ruhezustand

Im ruhenden Muskel verschiebt der Troponinproteinkomplex ein Protein, Tropomyosin, welches eigentlich in der Actinfurche bindet so, dass Myosin nicht binden kann. Ca2+ bindet an Troponin C und löst so die Inhibition -> Tropomyosin verschiebt sich in die Furche und Myosin II kann Actin binden und darauf laden.

Komponenten des pflanzlichen Zytoskeletts

Aktine

Tubuline

Kinesine

Dyneine

Tubulin- und aktinassoziierte Proteine (Regulation)

Alle Komponenten des Zytoskeletts sind konserviert.

Hypothesen für Genfamilien

1) Funktionelle Divergenz von Isotypen

2) Regulatorische Flexibilität

3) Historischer Zufall (WGD -> Whole Genome Duplication)

Funktionelle Divergenz von Isotypen

Leichte genetische Unterschiede zwischen den verschiedenen Filamenten. 

Beispiel: Actin 1 hat eine andere Funktion als Actin 2. 

Regulatorische Flexibilität

Für die Pflanze ist es einfacher verschiedenene Variationen von Genen für beispielsweise das Actin zu haben, da das Actin in der Knospe anders reagieren muss als das Actin in einer Wurzel.

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