Atemphysiologie

Atemphysiologie Med2 HS18 - Wildhaber

Atemphysiologie Med2 HS18 - Wildhaber


M. B.
Diese Lernkarten behandeln die Atemphysiologie auf Universitätsniveau und konzentrieren sich auf die Funktionsweise der Lunge, einschließlich Druck, Compliance, Widerstand und Volumen. Sie beleuchten die Rolle der Muskeln, Alveolen und des Zwerchfells sowie die Auswirkungen von Hypoxie und anderen Faktoren auf die Atmung. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten, die ein tiefes Verständnis der Atemmechanismen und ihrer klinischen Relevanz erlangen möchten.
Karten
108
Lernende
6
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
03.11.2018 / 12.03.2023

Lernkarten

Hysterese der Lunge bei Inspiration und Expiration darstellen

Oberflächenspannung und transmuraler Druck mit und ohne Surfactant

Was sind die Ursachen der Zeitabhängigkeit?

Hauptgrund ist das Surfactant: die Oberflächenspannung ist grösser bei grossem Volumen und während Inspiration. 

Andere Gründe sind:

  • Gasumverteilung
  • Stress relaxation (typischer Mechanismus für elastische Gegenstände)
    • material- und formabhängig
  • Muskelentspannung
  • Blutgehalt in Lungen

Gasumverteilung illustrieren

Welche Faktoren beeinflussen die Lungencompliance?

  • Lungenvolumen (Elefant hat viel grössere Compliance als Maus - Faktor welcher grösstenteils bei funktionellen Residualkapazität aufgehoben wird)
  • Körperlage
  • Blutgehalt
  • Alter (nicht allzu grosser Einfluss, da Compliance primär abhängig ist von Oberflächenspannung)
  • Einschränkung der Thoraxbeweglichkeit
  • Ventilation
  • Muskelspannung
  • Krankheit
    • Fibrose
    • Surfactant (RDS = respiratory distress syndrome)

Punkte des elastischen Widerstandes des Thorax beschreiben

Lunge hat immer die Tendenz zu schrumpfen, bis alle Luft draussen ist. Der Thorax im Gegensatz hat die Tendenz sich zu erweitern bis zu einem Volumen welches ca. 1 L grösser ist als FRC (Volumen bei dem die beiden Tendenzen in Balance stehen). 

Der Thorax (Brustkorb mit Rippen und Muskeln und Zwerchfell) kann nur als elastische Struktur angesehen werden, wenn sämtliche Muskeln entspannt sind (dieser Zustand wird aber nur bei Lähmung erreicht, sonst hat das Zwerchfell auch am Ende der Expiration noch eine Spannung (FRC ist im normalen Zustand grösser als im gelähmten). 

Welche anatomischen Faktoren beeinflussen die Compliance des Brustkorbes?

  • Verknöcherung der Rippen
  • Adipositas
  • Hautkrankheiten
  • Muskelkrankheiten
  • Abdominale Spannung
  • Körperposition (60% weniger in Bauchlage und 30% mehr in sitzender Stellung)

Compliance mit elektrischem System vergleichen

Compliance entspricht elektrischer Kapazität, d.h. einer Stellung in Serie, wobei Reziprokwerte addiert werden: 

1/Total Compliance = 1/Lungenkompliance + 1/Brustkorbcompliance (Zu beachten, dass Lungencompliance Kräfte darstellt, die nur nach innen ziehen und Brustkorbcompliance Kräfte, die nur nach aussen ziehen). 

Typische Werte: 1/0.85 = 1/1.5 + 1/2

Systemcompliance graphisch darstellen

Die Volumen definieren

Tidal Volume: normales, passives Atmen

Expiratory reserve volume: Aufbau von Druckunterschieden

Residual volume: Restluft in Lunge, nicht mobilisierbar. Sinn damit Lunge nie ganz kollabiert. 

Wovon sind Volumina der Lunge (insbesondere FRC (funktionelle Residualkapazität) abhängig?

  • Körpergrösse
  • Geschlecht
  • Alter
  • Zwerchfell (-Muskelspannung)
  • Körperlage
  • Krankheiten (Emphysem, Fibrose)

Vitalkapazität graphisch darstellen?

Inwiefern unterscheiden sich die Lungenvolumina beim Stehen und beim Liegen?

Beim Stehen ist das Lungenvolumen grösser bzw. stärker nutzbar als im Liegen. Dies liegt auch daran, dass die Lungenbläschen beim Liegen kleiner sind, d.h. noch kleiner machen fällt deutlich schwerer. Grösser machen geht gut. 

Welchen Teil der Lungenvolumina misst ein Spirometer?

Nur den mobilisierbaren Teil

Welchen Teil der Lungenvolumina misst ein Pneumotachograph?

Sowohl den moblisierbaren wie auch den nicht mobilisierbaren Teil

Fluss-Volumenkurve (graphisch)

Unterschied zwischen elastischem und nicht-elastischem Widerstand?

  • Elastischer Widerstand betrachtet die Beziehung zwischen Druck und Volumen unter statischen Verhältnissen, wenn kein Gasfluss besteht. Im Gegensatz dazu ist der nicht elastische Widerstand unter Gasfluss. 
  • Nicht-elastischer Widerstand = obstruktiver Widerstand (häuftigster Grund für Ventilationsstörung)
    • Widerstand gegen Gasfluss durch Verengung 
    • Widerstand gegen Gasfluss durch Gewebsdeformierung
  • Widerstand kann überall in den Atemwegen aufteten! Hier muss die wichtige Unterscheidung zwischen intra- und extrathorakal gemacht werden. 
  • Gas fliesst von einer Region mit hohem Druck zu einer mit niedrigem Druck. Die Geschwindigkeit des Gasflusses ist hierbei abhängig vom Druckunterschied und dem Widerstand gegen den Gasfluss
  • Fluss kann laminar und turbulent sein (in Realität handelt es sich hier um eine Mischung)

Womit ist die Flussrate eines laminaren Flusses direkt proportional? Formel für "pressure difference"?

Mit dem Druckunterschied "driving pressure". 

(pressure difference) = (Flussrate) * (Resistenz)

 

Welches Gesetz gilt für Gasfluss durch gerade, sich nicht aufteilende Röhren?

Das Hagen-Poiseuille Gesetz: 

R (Widerstand) = 8* Länge (cm) * Viskosität (dynseccm^-2) / Pi * (radius)^4

Wichtige Punkte dieser Gleichung: 

  • Viskosität in der Gleichung (Widerstand ist direkt proportional zur Viskosität)
  • Umgekehrte Beziehung zwischen dem Widerstand und Radius ^4 erklärt die nicht lineare Wichtigkeit oder Problematik von obstruierten oder kleinen Atemwegen. 

Was ist Conductance?

Conductance (c) = 1/R

Spezfiische Conductance (Leitfähigkeit) geteilt durch Volumen zeit die Volumenabhängigkeit

Was führt zu turbulentem Fluss?

Hohe Flussraten, v.a. durch sich aufteilende oder irreguläre Röhren. Ist häufig hörbar

Was sagt die Reynoldszahl aus?

Kann Fluss voraussagen: 

  • <1000 laminar
  • <2000 turbulent
  • dazwischen gemischt

Errechnet sich wie folgt: Lineare Gasgeschwindigkeit * Charakteristik der Röhre * Gasdichte/Gasviskosität

Gasflussrate in Abhängigkeit vom Durchmesser und Gaszusammensetzung (80% Helium und 20% Sauerstoff) als Illustration darstellen

Gasflussrate in Abhängigkeit vom Durchmesser und Gaszusammensetzung (Luft) als Illustration darstellen

Welche Ursachen kann ein erhöhter Widerstand haben?

  • Material im Lumen
  • Verdickung der Kontraktion der Wand
  • Druck von aussen oder Sog von innen

Ist die Atemkontrolle automatisch? Was ist Atmung?

Atmung ist das Resultat von rhythmischer Kontraktion und Entspannung von Muskeln unter automatischer Kontrolle. Sie kann bis zu einem gewissen Grad durch willkürliche, koritkale Kontrolle beeinflusst oder unterbrochen werden. 

Beispiele für Änderungen, an die die Aktivität der Atemmuskeln konstant angepasst werden?

  • Körperstellung
  • Sprechen
  • Bewegung
  • Sport

Welche Neuronen spielen beim Atmungsmuster zusammen?

  • Früh inspiratorische Neurone
  • Inspiratorische Rampenneurone
  • Spät inspiratorische Neurone
  • Früh expiratorische Neurone
  • Frühe spitzen-expiratorische Neurone
  • Expiratorische Rampenneurone

Wie laufen die rhythmischen Netzwerke betreffend des Atmungsmuster? Was ist der Vorteil?

Paralell. Das macht sie schwierig zu zerstören. 

In welche Phasen kann der respiratorische Zyklus aufgeteilt werden?

  1. Inspiratorische Phase: Schnelle Entladungen in inspiratorischen Muskeln (insbesondere auch Dilataor pharyngeus)
  2. Postinspiratorische oder expiratorische Phase I: Abfall der Entladungen
  3. Expiratorische Phase: inspiratorische Musklen nun still, expiratorische Muskeln bei ruhiger Atmung in aufrechter Position auch ruhig, können aber auch rekrutiert werden (>40 L /min)

Respiratorischer Rhythmus in Zusammenhang mit Diaphragmaaktivation aufzeigen

Respiratorischer Rhythmus und Aktivierung des N. phrenicus und der Nn. intercostales

Kontrollrezeptoren der Atmung?

  • Muskelrezeptoren
  • Chemorezeptoren
    • Zentral
    • Peripher
  • Reflexrezeptoren

Beschreiben der Eigenschaften von peripheren Chemorezeptoren?

  • Schnell reagierende Monitoren des arteriellen Blutes, die auf PO2-Abfall, PCO2- oder H+-Anstieg und Abfall in Durchblutungsrate reagieren
  • Bilaterale Karotiskörperchen fast ausschliesslich für die respiratorische Antwort zuständig
  • Befinden sich nahe der Aufzweigung der Karotisarterien und sind ca. 6 mm3 gross
  • Können unter chronischer Hypoxie grösser werden und bei gewissen Operationen verloren gehen

Durchblutungsrate der Karotiskörperchen? 

Karotiskörperchen haben grosse Sinusoide mit einer Durchblutungsrate, die ca. 10x höher ist als notwendig für die metabolische Rate. Deshalb ist der Unterschied zwischen arteriellem PO2 und venösem PO2 sehr gering. Dies macht sie zu einem guten Sensor mit einer schnellen Antwort (1-3 Sekunden)

Auf zellulärer Ebene, welche Zelle ist der wichtigste Baustein eines Karotiskörperchens? Womit steht dieser Baustein in Kontakt?

Die Glomus oder Typ I Zelle. Sie steht in synaptischem Kontakt mit den Nervenenden v.a. des N. glossopharyngeus. 

Wovon sind die Glomus oder Typ 1 Zellen umgeben? Was ist die Funktion der Zellen die Typ 1 Zellen umgeben? 

Typ II Zellen umgeben die Typ I Zellen. Ihre Funktion ist unklar. 

Was sezernieren Glomuszellen?

  • Dopamin
  • Noradrenalin
  • Serotonin
  • Acetylcholin
  • Polypeptide

Auf welche Arten von Stimulation reagieren Karotiskörperchen (periphere Chemorezeptoren)?

  • Abfall von PO2 (nicht aber Sauerstoffgehalt. Also wenig Stimulation durch Anämie, etc.)
  • Abfall in arteriellem pH
  • Respiratorische Oszillation von PCO2
  • Hypoperfusion (staginierende Hypoxie)
  • Anstieg in Bluttermperatur
  • Chemische Stimulation (zwei Gruppen)
    • Nicotin-Acetylcholin (stimulierende sympatische Ganglien)
    • Zyanid und CO (Blockieren Cytochrom und verhindern damit oxidativen Metabolismus)

Welche Mechanismen der Stimulation erfolgen in peripheren Chemorezeptoren bei einer Hypoxämie?

Hypoxämie führt zur Ausscheidung von Neurotransmittern aus Typ I Zellen: 

  • Dopamin, Noradrenalin, ACh, Substanz P, Enkephalinen

Dies führt zu Anstieg der Atemtiefe und -frequenz und zusätzlichen physiologischen Änderungen (Bradykardie, Hypertension, Erhöhung des Bronchialtonus, Sekretion der Nebenniere). 

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