Medikamente im Rettungsdienst

Wirkstoff, Pharmakodynamik, Indikation, Wirkungseintritt, Wirkungsmaximum, Wirkungsdauer, Kontraindikation, Nebenwirkung, Anwendung und Dosierung von Medikamenten im Rettungsdienst.

Wirkstoff, Pharmakodynamik, Indikation, Wirkungseintritt, Wirkungsmaximum, Wirkungsdauer, Kontraindikation, Nebenwirkung, Anwendung und Dosierung von Medikamenten im Rettungsdienst.


S. M.
Diese Karteikarten bieten eine umfassende Übersicht über Medikamente im Rettungsdienst für Berufsausbildungen. Sie konzentrieren sich auf Wirkungen, Dosierungen und Indikationen von Medikamenten wie Etomidat, Oxytocin und Clopidogrel, sowie deren Nebenwirkungen und Kontraindikationen. Besonders relevant sind die Wirkstoffe Atropin und Noradrenalin, die in verschiedenen Situationen eingesetzt werden. Diese Karteikarten sind ideal für Rettungssanitäter und medizinisches Personal, die schnell und präzise über die Anwendung und Dosierung von Notfallmedikamenten informiert sein müssen.
Karten
390
Lernende
8
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Berufslehre
Erstellt / Aktualisiert
16.10.2018 / 30.07.2024

Flashcards

Ticagrelor

Wirkung?

Thrombozytenaggregationshemmer

Ticagrelor

Dosierung?

WE?

180 mg Ladedosis p.o. 

WE: nach 15-30 Minuten

Ticagrelor

Indikation?

akuter Myokardinfarkt (präklinisch nach Rücksprache mit Kardiologie)

Brilique

Galenik?

Tablette 90 mg

Brilique

Wirkstoff?

Ticagrelor

Noradrenalin 

Kontraindikation?

Hypertonie

Noradrenalin 

Nebenwirkung?

  • Reflexbradykardie
  • renale und mesenteriale Vasokonstriktion
  • darf nicht paravenös laufen -> Nekrosen!

Noradrenalin 

Wirkungsweise?

stimuliert Alpha-Rezeptoren (potenter Vasokonstriktor) sowie auch Beta-1-Rezeptoren (schwach positiv inotrop), keine Bronchodilatation, Blutdruch steigernd

Noradrenalin 

Wirkung?

Sympathomimetikum

Noradrenalin 

Dosierung?

WE/WD?

Als i.v. Bolus 5-10 Mikrogramm, ggf. repetitiv, 1mg/ml Noradlenalin in 99ml NaCl verdünnt (=10 Mikrogram/ml)

WE: nach wenigen Sekunden

WD: 1-2 Minuten

Noradrenalin 

Indikation?

  • Schock mit erniedrigtem peripheren Widerstand, distributiver Schock (z.B. septischer Schock)
  • Kardiogener Schock (zusammen mit Dobutamin)

Noradrenalin Sintetica

Ampulle?

Ampulle 1mg/ml

Noradrenalin Sintetica

Wirkstoff?

Noradrenalin

Phenylephrin

Kontraindikation?

Hypertonie, ventrikuläre Tachykardie

 

Cave: kein Zuspritzen oder Flushen in i.v. Leitungen, an denen Vasoaktiva über Perfusor laufen.

Phenylephrin

Nebenwirkung?

Hypertonie, Reflexbradykardie

Phenylephrin

Wirkungsweise?

peripherer Vasokonstriktor (reine Alpha-Stimulation)

Phenylephrin

Wirkung?

Sympathomimetikum

Phenylephrin

Dosierung?

WE/WD?

50-100 Mikrogramm i.v.

WE: rasch

WD: ca. 20 Minuten

Phenylephrin

Indikation?

Hypotonie und gleichzeitige Tachykardie

Neo Syephrin HCL

Ampulle?

Ampulle 10 mg/1ml oder 0,1 mg/ml

Neo Synephrine HCL

Wirkstoff?

Phenylephrin

Ephedrin

Wirkungsweise?

  • stimuliert alpha-, beta1- und beta2-Rezeptoren (direkte Wirkung), zusätzlich Freisetzung und Hemmung der Wiederaufnahme von Noradrenalin in die Speicher (indirekte Wirkung)
  • Ephedrin ist kein  Katecholamin, sondern ein indirekt wirkendes Sympatomimetikum. Die Supstanz setzt Noradrenalin aus den Vesikeln frei. Bei wiederholter Injektion in kurzen Abständen (i.d.R. >50 mg) lässt die Wirkung nach, d.h. es tritt eine Tachyphylaxie ein, bedingt durch die Erschöpfung der Noradrenalinspeicher. Dabei nimmt insbesondere der Effekt auf den Blutdruck deutlich ab, der Effekt auf die Herzfrequenz bleibt jedoch bestehen (Tachykardie).

Ephedrin

Wirkung?

Sympathomimetikum

Ephedrin

Dosierung?

WE?/WD?

5-10 mg-weise i.v.

WE: innerhalb weniger Minuten

WD: ca. 1 Stunde

Ephedrin

Indikation?

Hypotonie

Ephedrin Sintetica

Ampulle?

50 mg/5 ml

Ephedrin Sintetica

Wirkstoff?

Ephedrin

Adrenalin

Kontraindikation?

Hypertonie, Tachykardie

Adrenalin

Nebenwirkung?

Hypertonie, Angina pectoris, Tachykardie, Rhythmusstörungen, Hyperglykämie, Unruhe, Angst, Tremor, Hypokaliämie, Nekrose bei Applikation im Bereich der Akren (Distale Bereiche des Körpers, z.B. Finger, Zehen)

Adrenalin

Wirkungsweise?

Durch die unterschiedliche Adrenalinsensibilität der Alpha- und Beta-Rezeptoren sind die Kreislaufwirkungen dosisabhängig:

  • In geringen Dosen erfolgt primär eine Beta-Stimlaton (Beta-1, Beta-2) (1-2 Mikrogramm/Minute)
  • In hohen Dosen überwiegt die Alpha-Stimulation (10-20 Mikrogramm/Minute)
    • Stimuliert die Alpha Beta-1 und Beta-2- Rezeptoren (Agonist): Herz: positiv inotrop, chronotrop, dromotrop und bathmotrop, niedere Dosierung führt zu Koronarkonstriktion.
    • Gefässe: auf das Gefässsystem hat Adrenalin uneinheitliche Wirkungen, da sowohl vasokonstringierende Alpha-1- Rezeptoren wie auch vasodilatierende Beta-2- Rezeptoren stimuliert werden. In Haut und Nierengefässen überwiegen die Alpha- Rezeptoren, in den Muskel- und Mesenterialgefässen überwiegen die Beta- Rezeptoren. Beta-Rezeptoren sind für geringe Adrenalinkonzentrationen sensibler als Alpha -Rzeptoren. Sind bei hohen Adrenalindosen jedoch alle Alpha- und Beta- Rezeptoren der Gefässe stimuliert, so dominiert die Alpha-vermittelte Vasokonstriktion gegenüber der Beta-2-induzierten Vasodilatation, der periphere Gefässwiderstand nimmt zu.
    • Lunge: die Stimulation der Beta2- Rezeptoren führt zu einer ausgeprägten Bronchodilatation.
    • Stoffwechsel: Glykogenolyse wird gesteigert (Anstieg des Blutzuckers), Förderung der Lipolyse
    • Niere:Aktivierung des RAAS (Renin-Angotensin-Aldosteron-System)

Adrenalin

Dosierung?

WD?

  • Reanimation: 1 mg alle 3-5 Minuten i.v.
  • Anaphylaxie: 0,3-0,5 mg i-m. (Wiederholungsgaben b.B. alle 3-5 Minuten)
  • Bronchospasmus: 10-50 Mikrogramm-weise i.v.
  • Glottisödem: 3-5 mg inhalativ
  • Bradykardie/Hypotonie: 10 Mikrogramm-weise i.v., eine Gabe von 50 Mikrogramm (fraktioniert) ist für die meisten Pat. ausreichend. WD: 1-2 Minuten

Epipen: Erwachsene und Kinder ab 25 kgKG, Epipen Junior für Kinder von 7.5-25 kgKG

Adrenalin

Wirkung?

Sympathomimetika

Adrenalin

Indikation?

  • Reanimation
  • anaphylaktischer Schock
  • Bronchospasmus
  • Glottisödem
  • schwere Bradykardie
  • Intoxikation mit Betablockern und Calciumantagonisten

Adrenalin

Ampulle?

1mg/ml

10mg/10ml

Adrenalin

Wirkstoff?

Adrenalin

Atropinsulfat

Kontraindikation?

Tachykardie, Engwinkelglaukom, im Notfall keine KI, Vorsicht jedoch bei Pat. mit KHK, Herztransplantierte Pat. sollen kein Atropin erhalten

 

Atropin bei AV-Block:

  • AV-Block liegt intranodal/im AV-Knoten (schmale QRS): Atropin indiziert
  • AV-Block liegt infranodal/unterhalb des AV-Knotens (breite QRS) Atropin mit deletärer Wirkung, da Verschlimmerung durch "Überlastung" (mehr Impulse, welche den AV-Knoten durchwandern.
  • Die ERC-Guidelines 2015 empfehlen die Gabe von Atropin bei AV-Block 2. und 3. Grades.

Atropinsulfat

Nebenwirkung?

  • Mydriasis
  • Mundtrockenheit
  • weitere: Verringerung der Tränen-, Speichel-, Schweiss-, Bronchial- und Magensäurensektretion, Verringerung des Tonus und der Beweglichkeit der glatten Muskulatur des Gastrointestinaltraktes und der Blase, Bronchodilatation

Atropinsulfat

Wirkungsweise?

Parasympatholytische, anticholinerge Wirkung Atropin blockiert die muskarinartigen cholinergen Rezeptoren und vermndert so den vagalen Einfluss auf das Herz, besonders auf das Knotengewebe. Die Automatie des Sinus- und AV-Knotens und die atrioventrikuläre Erregungsüberleitung werdeen verstärkt. Atropin ist vor allem effizient bei hämodynamisch wirksamer Bradykardie aufgrund eines hohen Vagotonus (z.B. durch Schmerz) oder durch Hypoxie (klar muss diese behoben werden).

Atropinsulfat

Wirkung?

Parasympatholytika

Atropinsulfat

Dosierung?

WE/WD?

  • Bradykardie: 0.5-1mg i.v. wiederholen nach 3-5 Minuten, max. 3 mg i.v./ WE: nach 2-4 Minuten / WD:  ca. 1-2 Stunden
  • Intoxikation: 1-6 mg i.v. , TOX-Info145 konsultieren 
  • niedrig dosiert (weniger als 0.5 mg) oder bei langsamer i.v.-Gabe kann eine paradoxe Bradykardie auftreten
  • eine Dosis von (2) 3 mg bewirkt eine vollständige Vaolyse

Étudier