Medikamente im Rettungsdienst
Wirkstoff, Pharmakodynamik, Indikation, Wirkungseintritt, Wirkungsmaximum, Wirkungsdauer, Kontraindikation, Nebenwirkung, Anwendung und Dosierung von Medikamenten im Rettungsdienst.
Wirkstoff, Pharmakodynamik, Indikation, Wirkungseintritt, Wirkungsmaximum, Wirkungsdauer, Kontraindikation, Nebenwirkung, Anwendung und Dosierung von Medikamenten im Rettungsdienst.
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Cartes-fiches
Dimetinden
Wirkung
Antihistaminika
Dimetinden
Dosierung/WE/WD
4 mg i.v. langsam, WE: nach 15-20 Minuten, WD: 12 Stunden
Dimetinden
Indikation
allergische Reaktionen
Feniallerg
Ampulle?
4mg/4ml
Feniallerg
Wirkstoff?
Dimetinden
Natriumhydrogencarbonat
Kontraindikation?
Hypokaliämie, metabolische- und respiratorische Alkalose, Hypoventilation, Hypernatriämie
Natriumhydrogencarbonat
Wechselwirkung?
NaBic darf nicht mit Kalzium injiziert werden, da es ausfällt (kompatibel mit Glucose Lösungen, NaCl 0.9%, GlucoSaline Lösuungen)
Natriumhydrogencarbonat
Nebenwirkung?
bei extravasalen Injektion von NaBic kann es zu schweren Weichteilnekrosen kommen! Alkalose, Hypernatriämie, wenn eine Azidose zu rasch korrigiert wird, insbesondere bei Anwesenheit ventilatorischer Störungen, kann die Freisetzung von Kohlendioxid vorübergehend eine zerebrale Azidose verschlimmern.
Natriumhydrogencarbonat
Wirkung?
Antidote
Natriumhydrogencarbonat
Wirkungsweise
Die pharmakologischen Eigenschaften von NaBic ergeben sich aus dessen physiologischer Rolle im HCO3-/CO2 Puffersystem. Natriumhydrogencarbonat nimmt schnell Wasserstoffionen (H+) aus dem extrazellulären Raum auf und führt so zu einem schnellen Anstieg des pH-Wertes im Organismus (H+ plus HCO3- = H2O und CO2). Durch die Pufferung wird also Kohlendioxid erzeugt (CO2), das anschliessend über die Lunge abtransportiert werden muss (Cave: Hypoventilation). Weiter wird der Elektrolythaushalt beeinflusst: Kalium strömt in die Zellen hinein (im Gegenzug H+ hinaus) was eine Hypokaliämie bewirken oder eine bestehende Hypokaliämie verschlimmern kann. Die Wirkung bei der Intoxikation mit trizyklischen Antidepressiva ist komplex: Trizyklische Antidepressiva bewirken eine Hemmung der schnellen Natriumkanälen, was zu einer Verlangsamung der Depolarisation führt. Dieser Effekt wird unter einem tiefen pH-Wert verstärkt. Es kommt zu einer QRS-Verbreiterung, der mit der Gabe von NaBic als Antidot entgegen gewirkt werden kann. Weiter wird unter NaBic eine vermehrte Bindung der Antidepressiva an Proteine beschrieben.
Natriumhydrogencarbonat
Dosierung
50mmol (50 ml einer 8.4% Lösung) i.v., ggf. Wiederholung nach 10‘ von erneuten 50mmol i.v.
Natriumhydrogencarbonat
Indikation?
Intoxikation mit Salicilaten (z.B. Acetylsalicylsäure, Aspirin)/ Rückksprache Toxinfo, Intoxikation mit trizyklischen Antidepressiva, lebensgefährliche Hyperkaliämie (innerklinisch), Korrektur der metabolischen Azidose (im RD keine Blindpufferung ohne ABGA)
Natriumhydrogencarbonat
Ampulle
Kurzinfision 8.4% 100 ml
Natrium Bicarbonat
Wirkstoff
Natriumhydrrogencarbonat
Flumazenil
Dosierung/WE/WM/WD
initial 0.2 mg i.v., dann nach 60 Sekunden 0.1 mg weise auftitrieren, Gesamtdosis bis 1mg. WE: nach 1-2 Minuten/ WM: nach 6-10 Minuten/WD: dosisabhängig 1-2 Stunden
Naloxonhydrochlorid
Kontraindikation
Naloxonüberempfindlichkeit. Da die Wirkungsdauer einiger Opioide die von Naloxonhydrochlorid übertrifft, sollte der Patient, auch wenn er zunächst zufriedenstellend auf Naloxon ansprach, ständig beobachtet werden, damit bei Bedarf die Naloxonapplikation wiederholt werden kann.
Naloxonhydrochlorid
Nebenwirkung?
akutes Entzugssyndrom bei Opioidabhängigen, Hypertonie, Nausea, Emesis, selten Tachykardie
Naloxonhydrochlorid
Wirkung /WE/W
reiner Opiatantagonist (wirkt kompetitiv antagonistisch an allen Opiatrezeptoren), WE: nach 1-2 Minuten, WD: 45-60 Minuten
Naloxonhydrochlorid
Dosierung
0,4-2mg i.v. (0.4 mg/ml verdünnen mit 3 ml NaCl) (i.m. oder s.c.), auftitrieren alle 2-3 Minuten bis max. 10 mg (wenn kein Wirkung erkennbar= Atemdepression resp. Bewusstseinsstörung höchstwahrscheinlich nicht opiatinduziert).
Naloxon
Ampulle?
0.4 mg/ml
Naloxon
Wirkstoff?
Naloxonhydrochlorid
Flumazenil
Kontraindikation?
Vorsicht bei Mischintokikation mit zyklischen Antidepressiva (erhöhen die Krampfbereitschaft). Diese wird durch die Benzodiazepine unterdrückt. Eine Aufhebung der Benzodiazepinwirkung kann zu Krämpfen führen! Bei vegetativen (anticholonergen), motorischen, Kardinälen Anzeichen einer schweren Vergiftung mit Trizyklika/Tetrazyklika sollte daher die Benzodiazepinewirkung mit Anexate nicht aufgehoben werden. Epilepsie unter Benzodiazepinetherapie (auslösen von Krämpfen).
Flumazenil
Kontraindikation
Vorsicht bei Mischintox mit zyklischen Antidepressiva (erhöhen die Krampfbereitschaft)
Flumazenil
Nebenwirkung
Schmerzen an der Injektionsstelle, Entzugssymptomatik bei Benzodiazepindauertherapie, selten Flush, Nausea, Emesis.
Flumazenil
Wirkungsweise?
WE/WD?
Kompetitive Hemmung der GABAa-Rezeptoren, WE: 1-2 Minuten, WD je nach Halbwertszeit und Dosisverhältnis zwischen Agonist und Antagonist
Flumazenil
Indikation?
Benzodiazepinintoxikation, Aufhebung der durch Benzodiazepine herbeigeführte Sedation
Anexate
Ampulle?
0.5 mg/5 ml
Anexate
Wirkstoff?
Flumazenil
Magnesiumsulfat Kontraindikation?
Myasthenia gravis, Bradykardie, AV-Blockierungen
Magnesiumsulfat
Nebenwirkung
Bradykardie (bei zu rascher Applikation), AV-Blockierungen, Wärmegefühl (häufig), Flush
Magnesiumsulfat
Wirkung
physiologischer Calciumantagonist und Herabsetzung der Acetylcholinausschüttung . Magnesium senkt den Tonus der glatten und quer gestreiften Muskulatur. Es wirkt beruhigend, antietantisch und krampflösend. Am Herzen wirkt Magnesium ebenfalls dämpfend, die Überleitungszeit wird verlängert, und die Reizbarkeit des Herzmuskels wird verlängert.
Magnesiumsulfat
Dosierung/WD?
1-2 g i.v. in Kurzinfusion (Glucoselösung 5% oder calciumfreie Elektrolytlösung) über 5-60 Minuten. Magnesiumampullen 50% dürfen nur verdünnt angewendet werden. WD: 4-6 Stunden. Bei Torsades de pointes 2 g über 10 Minuten i.v. Bei schwerer Präeklampsie mit fixiertem Hochdruck: - ohne eklamptischem Anfall: initial 2-4 g über 10 Minuten i.v. - mit eklamptischem Anfall: initial 4-6 g über 10 Minuten i.v. Akuter Asthmaanfall ohne Wirkung von Brochodilatation: 2 g über 20 Minuten i.v.
Magnesiumsulfat
Indikation?
Tachykardie Rhythmusstörungen unterschiedlichster Genese (u.a. auch nach Digitalistherapie), Torsades de pointes, Hypertensive Krise bei Eklampsie, schwerer Asthmaanfall
Magnesiumsulfat
Ampulle?
50% 2ml/1g
Magnesium
Wirkstoff?
Magnesiumsulfat
Adenosin
Kontraindikation
AV-Blockierung, Sick-Sinus Syndrom, Asthma bronchiale, Manifestes WPW-Syndrom. Adenosin wird nur unter laufendem Monitoring und unter Reanimationsbereitschaft und gegebener spezieller Kompetenz verabreicht.
Adenosin
Nebenwirkung
Flush, pektanginöse Beschwerden, Unwohlsein für ca. 1 Minute (Pat. informieren), Bradykardie, Hypotonie (anhaltend, falls angestrebte Rhythmuskonversion ausbleibt)
Adenosin
Wirkungsweise?
Adenosin verlangsamt die Überleitung im AV-Knoten. Falls der Arrhythmie kein Reentry-Mechanismus zugrunde liegt, ist Adenosin nicht in der Lage die Arrhythmie zu beenden. Adenosin weist negativ-dromotrope Wirkung am AV-Knoten auf, verursacht einen transistiorischen Block im AV-Knoten.
Adenosin
Dosierung
6 mg als Bolus rasch i.v. , sofort Nachspülen mit Flüssigkeitsbolus , Wiederholen nach 1-2 Minuten mit 12 mg wenn erfolglos (Venflon möglichst cubital, da HWZ sehr kurz <10 Sekunden/WD 15-30 Sekunden)
Adenosin
Indikation?
Paroxysmale regelmässige supraventrikuläre Tachykardien (Reentry), falls vagales Manöver erfolglos, hämodynamisch stabile regelmässige Breitkomplextachykardie (z.B. AV-Knoten-Reentrytachykardie mit Schenkelblock zur Demaskierung supraventrikulär-ventrikulär)