Medikamente im Rettungsdienst
Wirkstoff, Pharmakodynamik, Indikation, Wirkungseintritt, Wirkungsmaximum, Wirkungsdauer, Kontraindikation, Nebenwirkung, Anwendung und Dosierung von Medikamenten im Rettungsdienst.
Wirkstoff, Pharmakodynamik, Indikation, Wirkungseintritt, Wirkungsmaximum, Wirkungsdauer, Kontraindikation, Nebenwirkung, Anwendung und Dosierung von Medikamenten im Rettungsdienst.
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Lernkarten
Ticagrelor
Wirkung?
Thrombozytenaggregationshemmer
Ticagrelor
Dosierung?
WE?
180 mg Ladedosis p.o.
WE: nach 15-30 Minuten
Ticagrelor
Indikation?
akuter Myokardinfarkt (präklinisch nach Rücksprache mit Kardiologie)
Brilique
Galenik?
Tablette 90 mg
Brilique
Wirkstoff?
Ticagrelor
Noradrenalin
Kontraindikation?
Hypertonie
Noradrenalin
Nebenwirkung?
- Reflexbradykardie
- renale und mesenteriale Vasokonstriktion
- darf nicht paravenös laufen -> Nekrosen!
Noradrenalin
Wirkungsweise?
stimuliert Alpha-Rezeptoren (potenter Vasokonstriktor) sowie auch Beta-1-Rezeptoren (schwach positiv inotrop), keine Bronchodilatation, Blutdruch steigernd
Noradrenalin
Wirkung?
Sympathomimetikum
Noradrenalin
Dosierung?
WE/WD?
Als i.v. Bolus 5-10 Mikrogramm, ggf. repetitiv, 1mg/ml Noradlenalin in 99ml NaCl verdünnt (=10 Mikrogram/ml)
WE: nach wenigen Sekunden
WD: 1-2 Minuten
Noradrenalin
Indikation?
- Schock mit erniedrigtem peripheren Widerstand, distributiver Schock (z.B. septischer Schock)
- Kardiogener Schock (zusammen mit Dobutamin)
Noradrenalin Sintetica
Ampulle?
Ampulle 1mg/ml
Noradrenalin Sintetica
Wirkstoff?
Noradrenalin
Phenylephrin
Kontraindikation?
Hypertonie, ventrikuläre Tachykardie
Cave: kein Zuspritzen oder Flushen in i.v. Leitungen, an denen Vasoaktiva über Perfusor laufen.
Phenylephrin
Nebenwirkung?
Hypertonie, Reflexbradykardie
Phenylephrin
Wirkungsweise?
peripherer Vasokonstriktor (reine Alpha-Stimulation)
Phenylephrin
Wirkung?
Sympathomimetikum
Phenylephrin
Dosierung?
WE/WD?
50-100 Mikrogramm i.v.
WE: rasch
WD: ca. 20 Minuten
Phenylephrin
Indikation?
Hypotonie und gleichzeitige Tachykardie
Neo Syephrin HCL
Ampulle?
Ampulle 10 mg/1ml oder 0,1 mg/ml
Neo Synephrine HCL
Wirkstoff?
Phenylephrin
Ephedrin
Wirkungsweise?
- stimuliert alpha-, beta1- und beta2-Rezeptoren (direkte Wirkung), zusätzlich Freisetzung und Hemmung der Wiederaufnahme von Noradrenalin in die Speicher (indirekte Wirkung)
- Ephedrin ist kein Katecholamin, sondern ein indirekt wirkendes Sympatomimetikum. Die Supstanz setzt Noradrenalin aus den Vesikeln frei. Bei wiederholter Injektion in kurzen Abständen (i.d.R. >50 mg) lässt die Wirkung nach, d.h. es tritt eine Tachyphylaxie ein, bedingt durch die Erschöpfung der Noradrenalinspeicher. Dabei nimmt insbesondere der Effekt auf den Blutdruck deutlich ab, der Effekt auf die Herzfrequenz bleibt jedoch bestehen (Tachykardie).
Ephedrin
Wirkung?
Sympathomimetikum
Ephedrin
Dosierung?
WE?/WD?
5-10 mg-weise i.v.
WE: innerhalb weniger Minuten
WD: ca. 1 Stunde
Ephedrin
Indikation?
Hypotonie
Ephedrin Sintetica
Ampulle?
50 mg/5 ml
Ephedrin Sintetica
Wirkstoff?
Ephedrin
Adrenalin
Kontraindikation?
Hypertonie, Tachykardie
Adrenalin
Nebenwirkung?
Hypertonie, Angina pectoris, Tachykardie, Rhythmusstörungen, Hyperglykämie, Unruhe, Angst, Tremor, Hypokaliämie, Nekrose bei Applikation im Bereich der Akren (Distale Bereiche des Körpers, z.B. Finger, Zehen)
Adrenalin
Wirkungsweise?
Durch die unterschiedliche Adrenalinsensibilität der Alpha- und Beta-Rezeptoren sind die Kreislaufwirkungen dosisabhängig:
- In geringen Dosen erfolgt primär eine Beta-Stimlaton (Beta-1, Beta-2) (1-2 Mikrogramm/Minute)
- In hohen Dosen überwiegt die Alpha-Stimulation (10-20 Mikrogramm/Minute)
- Stimuliert die Alpha Beta-1 und Beta-2- Rezeptoren (Agonist): Herz: positiv inotrop, chronotrop, dromotrop und bathmotrop, niedere Dosierung führt zu Koronarkonstriktion.
- Gefässe: auf das Gefässsystem hat Adrenalin uneinheitliche Wirkungen, da sowohl vasokonstringierende Alpha-1- Rezeptoren wie auch vasodilatierende Beta-2- Rezeptoren stimuliert werden. In Haut und Nierengefässen überwiegen die Alpha- Rezeptoren, in den Muskel- und Mesenterialgefässen überwiegen die Beta- Rezeptoren. Beta-Rezeptoren sind für geringe Adrenalinkonzentrationen sensibler als Alpha -Rzeptoren. Sind bei hohen Adrenalindosen jedoch alle Alpha- und Beta- Rezeptoren der Gefässe stimuliert, so dominiert die Alpha-vermittelte Vasokonstriktion gegenüber der Beta-2-induzierten Vasodilatation, der periphere Gefässwiderstand nimmt zu.
- Lunge: die Stimulation der Beta2- Rezeptoren führt zu einer ausgeprägten Bronchodilatation.
- Stoffwechsel: Glykogenolyse wird gesteigert (Anstieg des Blutzuckers), Förderung der Lipolyse
- Niere:Aktivierung des RAAS (Renin-Angotensin-Aldosteron-System)
Adrenalin
Dosierung?
WD?
- Reanimation: 1 mg alle 3-5 Minuten i.v.
- Anaphylaxie: 0,3-0,5 mg i-m. (Wiederholungsgaben b.B. alle 3-5 Minuten)
- Bronchospasmus: 10-50 Mikrogramm-weise i.v.
- Glottisödem: 3-5 mg inhalativ
- Bradykardie/Hypotonie: 10 Mikrogramm-weise i.v., eine Gabe von 50 Mikrogramm (fraktioniert) ist für die meisten Pat. ausreichend. WD: 1-2 Minuten
Epipen: Erwachsene und Kinder ab 25 kgKG, Epipen Junior für Kinder von 7.5-25 kgKG
Adrenalin
Wirkung?
Sympathomimetika
Adrenalin
Indikation?
- Reanimation
- anaphylaktischer Schock
- Bronchospasmus
- Glottisödem
- schwere Bradykardie
- Intoxikation mit Betablockern und Calciumantagonisten
Adrenalin
Ampulle?
1mg/ml
10mg/10ml
Adrenalin
Wirkstoff?
Adrenalin
Atropinsulfat
Kontraindikation?
Tachykardie, Engwinkelglaukom, im Notfall keine KI, Vorsicht jedoch bei Pat. mit KHK, Herztransplantierte Pat. sollen kein Atropin erhalten
Atropin bei AV-Block:
- AV-Block liegt intranodal/im AV-Knoten (schmale QRS): Atropin indiziert
- AV-Block liegt infranodal/unterhalb des AV-Knotens (breite QRS) Atropin mit deletärer Wirkung, da Verschlimmerung durch "Überlastung" (mehr Impulse, welche den AV-Knoten durchwandern.
- Die ERC-Guidelines 2015 empfehlen die Gabe von Atropin bei AV-Block 2. und 3. Grades.
Atropinsulfat
Nebenwirkung?
- Mydriasis
- Mundtrockenheit
- weitere: Verringerung der Tränen-, Speichel-, Schweiss-, Bronchial- und Magensäurensektretion, Verringerung des Tonus und der Beweglichkeit der glatten Muskulatur des Gastrointestinaltraktes und der Blase, Bronchodilatation
Atropinsulfat
Wirkungsweise?
Parasympatholytische, anticholinerge Wirkung Atropin blockiert die muskarinartigen cholinergen Rezeptoren und vermndert so den vagalen Einfluss auf das Herz, besonders auf das Knotengewebe. Die Automatie des Sinus- und AV-Knotens und die atrioventrikuläre Erregungsüberleitung werdeen verstärkt. Atropin ist vor allem effizient bei hämodynamisch wirksamer Bradykardie aufgrund eines hohen Vagotonus (z.B. durch Schmerz) oder durch Hypoxie (klar muss diese behoben werden).
Atropinsulfat
Wirkung?
Parasympatholytika
Atropinsulfat
Dosierung?
WE/WD?
- Bradykardie: 0.5-1mg i.v. wiederholen nach 3-5 Minuten, max. 3 mg i.v./ WE: nach 2-4 Minuten / WD: ca. 1-2 Stunden
- Intoxikation: 1-6 mg i.v. , TOX-Info145 konsultieren
- niedrig dosiert (weniger als 0.5 mg) oder bei langsamer i.v.-Gabe kann eine paradoxe Bradykardie auftreten
- eine Dosis von (2) 3 mg bewirkt eine vollständige Vaolyse