Urogenitalsystem

ZHAW, BsC Pflege, 1.HS

ZHAW, BsC Pflege, 1.HS


M. V.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Funktionsweise und Störungen des Urogenitalsystems. Sie behandeln Themen wie die Regulation des Blut-pH-Werts, die Ausscheidung von Ionen und die Rolle der Niere bei der Aufrechterhaltung des Wasserhaushalts. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten und Gesundheitsfachkräfte, die ihr Verständnis der physiologischen und pathologischen Prozesse im Urogenitalsystem vertiefen möchten.
Karten
82
Lernende
5
Sprache
Deutsch
Kategorie
Biologie
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
03.10.2018 / 10.01.2020

Lernkarten

Kalzitrol 

  • Vitamin D Hormons
  • Niere ist an der Bildung beteiligt 

Urinbestandteile 

  • 95% Wasser
  • Harnstoff
    • Wichtigster Bestandteil
    • Aus der Leber
    • Endprodukt des Proteinstoffwechsels 
  • Harnsäure
    • Schwer wasserlöslich
  • Kreatinin
    • Aus dem Muskelstoffwechsel und dem Fleisch
  • Salze
    • Organische und anorganische
    • NaCl, KCl und Kalkzalze
    • NaCl Unterliegt der Kontrolle von Aldosteron
  • Phosphate
  • Organische Säuren
    • Zitronensäure oder Oxalsäzure
  • Protein und Zellen
    • Nur in sehr kleinen Mengen

Färbung des Urins 

  • Urochrome
    • Stickstoffhaltige gelbe Farbstoffe aus dem Proteinabbau 
  • Urobilin
    • Aus dem Bilirubinabbau
    • Urobilinogen: farblose Zwischenstufen

Veränderung der Urinfarbe 

  • Hämaturie: Nieren oder Harnwegsblutung
    • Schmutzig- brauner oder rötlicher Urin
  • Leukozyturie
    • Trüber oder gar weisslich- cremiger Urin
    • Infektion mit massiver Beimengung von LC

Nierensteinerkrankung (Nephrolithiasis)

  • Auslöser: kleine Nierensteine
  • Bildung von Kristallen im Harn die immer grösser werden 
    • Z.B bei hoher Harnkonzentration und Stoffwechselstörungen
  • Der Nierenstein behindert den Abfluss
    • Heftige Kontraktionen der glatten Muskulatur des Urethers àNierenkolik
  • Ausgusstein
    • Maximalfall: füllt das ganze Nierenbecken aus 
  • Theapie: heisse Kompressen, Analgetika, krampflösende Medis, Viel Flüssigkeit und Bewegung
    • Extrakorporale Stosswellenlithripsie (EWS)
    • Zertrümmerung des Steines durch starke Schallwellen 

Bakterien im Urin 

  • Normalerweise Keimfrei
  • Bakteriurie: Urin enhält Bakterien
  • Harnwegsinfekt:
    • Nakteriurie, vermehrte Ausscheidung, LC mit dem Urin oder Fieber
    • Diagnose: durch Nachweis von Nitrit
      • Hinweis auf harnwegspathogene Keime 
  • Urinkultur:
    • Bebrütung von bakterienhaltigen Urin
    • Nachweis vom Bakterientyp für die gezielte Antibiose
    • Mittelstrahlurin

Nierenbecken 

  1. Sammelrohr vereinigen sich zu Papillengängen àMünden auf den Nierenpapillen
  2. Urin fliesst in einen Nierenkelch und weiter ins Nierenbecken
  • Übergangsepithel
    • Kleidet den ganzen Harntrakt aus 
    • Mit mehrschichtigenm Übergangsepithel ausgekleidet
  • Glatte Muskelfasern
    • In der Wand 
    • Fördern den Abtransport des Urins in den Harnleiter

Harnleiter Ureter 

  • Nierenbecken verengt sich um Harnleiter
  • Retroperitonal
  • Münden in die Harnblase
    • Mündungsstelle wirkt als Ventil: kein Rückfluss möglich
  • Vesikoureteralen Reflux
    • Blasenurin tritt in den Harnleiter und das Nierenbecken über 
    • Krankheitserreger gelangen in die Niere

Physiolotische Harnleiterengen 

  • Am Abgang aus dem Nierenbecken
  • An der Kreuzung des Harnleiters mit der A. und V. iliaca communis 
  • Letztes Stück durch die Harnblasenwand
  • Klinische Bedeutung: Nierensteine bleiben hier hängen

Harnblase

Vesica Urinaria 

  • Aus glatter Muskulatur gebildetes Hohlorgan
  • Dach vom Peritoneum bedeckt
  • Dorsaler Teil grenzt an die Vagina und Uterus/ Mann ans Rektum 
  • Schleimhaut
    • Deutlich gefaltet
    • Blasendreieck (Trigonum vesicae): völlig glatt
      • Mündungsstelle der Harnleiter
      • Austrittsstelle der Urethra 

Harnröhre der Frau 

Urethra 

  • Frau: 4cm lang
    • Verläuft fast gerade
    • Mündet in den Scheidenvorhof

Harnröhre des Mannes 

  • Mann: 20cm
    • Mehrere Biegungen, Engstellen und Erweiterungen
    •  Vorsteherdrüsenteil
      • Verläuft durch die Prostata
      • Einmündung der Samenwege
    • Membranöser Teil
      • Verläuft durch den Beckenboden
    • Schwellkörperteil
      • Verläuft im Penisschwellkörper
    • Mündet auf der Eichel 
    • Harnsamenröhre: ab Einmündung der Samenwege 

Übersicht Urethra, Vesica urinara und Urethra 

Harnblasenentleerung 

  • Maximales Fassungsvermögen ca 800ml
  • Miktionsdrang ab ca 350ml
  • Miktion ist willkürlich auslösbar, dann reflektorisch Ablaufender Prozess
  • 4 Komponenten der Miktion
    • 1. Kontraktion des Dutrusor vesicae:
      • Glatte Muskulatur der Blasenwand 
    • 2. Erweiterung der Harnröhre im Bereich des inneren Sphincters 
    • 3. Erschlaffung des äusseren Sphincter
    • 4. Abfluss des Urin
      • Unterstützung der Entleerung durch Kontraktion der Bauch und Beckenbodenmuskulatur 

Reflexbogen der Miktion 

  • Registration des Füllungsgrads der Blase durch Dehnungsrezeptoren 
  • Über afferente Nervenfasern ins Stammhirn 
    • Ab 350ml Harndrang: Zahl der Impulse nehmen zu
  • Miktionszentrum: in Pons
    • Leitet die Infos ans Sakralmark weiter
    • Parasympathische Nervenfasern bewirken die Kontraktion des M. detrus vesicae und die Erschlaffung des M. spincter Externus 
  • Kontinenz
    • Auch im Miktionszentrum
    • Sympathische Nervenfasern aus de Lumbalmark hemmt den M. detrusor vesicae und den inneren Sphincter erregt. 
    • Somatomotorisches Nervensyste bewirkt die Kontraktion des äusseren Schliessmuskels

Formen der Harninkontinenz 

  • Stressinkontinenz: bei Erhöhung des Druckes im Bauchinnenraum
    • Husten, Lachen bewirkt den Harnverlust
    • Meist Frauen über 50
      • Ursache häufig Östrogenmangel oder Gebärmuttersenkung
    • Männer: selten
      • Ursache: oft Prostataoperationen
  • Urge- Inkontinenz: attackenartige, heftigen Harndrang
    • Ursachen: Störungen der Innervation. Ungleichgewicht zwischen stimmulierenden und hemmenden Impulsen
      • MS oder Rückenmarksschädungen
  • Reflexionsinkontinenz : spüren die Blasenfüllung nicht mehr,
    •  keine willkürliche Entleerung mehr, nur noch reflektorisch 
    • Ursache: Unterbrechung der Verbindung zwischen Gehirn und Sakralmark
  • Überlaufinkontinenz:
    •  Blase dehnt sich aus und kann sich nicht mehr zusammenziehen.
    • Risiko von HWI erhöht durch den Restharn 

Regulation des Wasserhaushaltes durch Hormone 

  • Beeinflussen den Tubulusapparat
  • Vom Hypothalamus sezernierte (ADH)
    • Erhöht die Wasserdurchlässigkeit in den Sammelrohren àWasserrückgewinnung +
  • Aldosteron
    • in der Nebennierenrinde gebildete
    • Steigert die Resorption von Salz und Flüssigkeit im distalen Tubulus àWasserrückgewinnung +
  • atriale natruretische Peptid (ANP)
    • in den Herzvorhöfen produziert
    • fördert die Natriumausscheidung und Harnbildung àWasserausscheidung +
    • wichtiger Antagonist zu ADH und Aldosteron 

Wasserein- und ausfuhr 

  • Aufnahme direkt (Getränke) oder indirekt (Nahrungsmittel)
  • Oxidationswasser: 
    • Wird bei Nahrungsverstoffwechselung frei
  • Ausscheidung
    • Urin
    • Stuhl
    • Haut
    • Atemluft

Volumenregulation 

Volumenrezeptoren:

  • Dehnungsrezeptoren an der Wand grosser intrathorakalen Venen und Herzvorhäfen
  • Messen den Füllungszustand des Kreislaufsystems 
  • Henry Gauer Reflex
    • Vermindert über die Dehnung die ADH Ausschüttung 
  • Volumenüberlastung
    • Aldosteron Konzentration sinkt
    • ANP Konzentration nimmt zu
    • àvermehrte H2O Ausscheidung durch die Niere àNormalisierung des H2O Haushaltes 

Osmosere- Regulation 

  • Registrieren die Plasmaosmolarität
  • Osmolarität erhöht 
    • Bei starker Salzzufuhr
    • Verstärkte Ausschüttung von ADH
    • Wasser Resorption + 
    • Salzkonzentration im Urin +
  • Durststeigerung und Trinken hypotoner Flüssigkeit àNormalisierung von Volumen und Osmolarität
  • Beeinflussen den Tubulusapparat

Überwässerung (Hyperhydration)

  • Durch übermässige Infusionsbehandlung
  • Insbesonders bei älteren und herzinsuffiziente Patienten 
  • Rückstau des Blutes in den Gefässen àAuspressung des H2O ins Gewebe àÖdembildung 

Dehydration 

  • Ursache: vermindertes Flüssigkeitsangebot
  • Symptome:
    • Trockene Schleimhäute (rissige Zunge)
    • Stehende Hautfalten
    • Allgemeine Schwäche
    • Kreislaufsymptome (schneller flacher Puls, Hypoton, kollabierte Halsvenen)
    • Produktion von wenig, aber dunklem Urin
    • Bewusstseinstrübung
    • Evt. Fieber 
    • Starkes Durstgefühl: ab ca 2l 
  • Komplikationen: Nierenversagen
  • Therapie
    • Abhängig vom Elektrolyt Verlust

Hypernatriämie

zu hoher Blut- Na- Spiegel)

  • Folge einer Dehydratation
  • Ursachen: 
    • Bei Diabetes inipidus, fehlender Durstreiz von Kleinkindern, älteren Menschen und Schwerkranken, starkem Schwitzen, falsche Medikation bzw Infusionstherapie
  • Therapie
    • Abhängig vom Befund der Wasserbilanz
    • Hypertoner Dehydratation: gleichzeitige Dehydratation 
      • Auszureichende Wasserzufuhr 
      • Selten, meist durch ungünstige Infusionszufuhr

Hyponaträmie 

  • Echter Natriummangel
    • Folge von: zu energische Diuratikagabe, Nierenerkrankungen, starkes Erbrechen, Hypoaldosteronismus (zu wenig Aldosteron)
    • Renin- Angiotensin- Aldosteron System wird aktiviert
  • Relativer Natriummangel 
    • Durch Wasserüberschuss (Hyperhydratation)
    • Folge von: Überinfusion Na armer Elektrolytlosung oder zu viel Trinken
  • Hypotonen Dehydratation: Pat Dehydriert
    • Therapie: Isotone NaCl Lösung
  • Hypotone Hyperhydration
    • Folge von: zu geringe Urinproduktion bei Nierenversagen, mangelnde Ödem- o. Aszietesausscheidung

Hypokaliämie

(Kaliummangel)

  • Symptom: 
    • Herz: Störung der Erregungsbildung und -ausbreitung àHerzrhythmusstörungen 
  • Skelett- und Darmmuskulatur
    • Verminderet Erregbarkeit àSkelettmuskelschwäche (Adynamie)/ Darmträgheit bis zur Obstipation
  • Ursachen
    • Focierte Diurethikabehandlung
    • Einnahme von Laxantien
      • Laxantienabhängigkeit : Darmträgheit àVerstopfung àLaxantien àverstärkt den Ka Mangel àDarmtrögheit àVerstopfung àLaxantien 

Hyperkaliämie 

(Kalimüberschuss)

  • Folge einer : akuten oder chronischen Niereninsuffizienz, Azidose, Gewebstraumen 
  • Symptome: Kirbbelgefühl, Lähmungen und Herzrhythmusstörung bis zum Herzstillstand 

Kalzium und Phosphatausscheidung 

  • Rückresorption in den proximalen Tubuli der Niere
  • Hormonell reguliert
    • Parathormon: 
      • In Nebenschilddrüse gebildet
      • Hemmt die Rückresorption von Phosphat àfördert die Ausscheidung 
      • Intensiviert die Ca Rückresorption àCa Spiegel steigt
    • Kalzitonin
      • In der Schidldrüse gebildet
      • Hemmt die Ca- Rückresorption

Hypokalzämie

  • Folge von:meistens medikamentos öder hormonell bedingt ( hormonellen Störungen oder hormaktive Tumoren, ) Hyperventilation
    • Hyperventilation: zu viel CO2 wird abgeatmet àBlut pH stiegt (alkalose) àfreie Ca Ionen werden vermehrt an Plasmaproteine gebunden àManel an freien Ca Ionen àerhöhte Erregbarkeit der Skelettmuskulatur àMuskelkrämpfe (Hyperventilationstetanie)
      • Therapie: Rückatmung von eigenem CO2, zB in Plastiktüten
  • Therapie: kalziumreiche Diät
  • Komplikationen: Osteomalazie (Knochenerweichung mit Skelettdeformierung) durch den Abbau von Ca 

Hyperkalzämie

  • Folge von: Überfunktion der Nebenschilddrüse mit vermehrter Parathormonproduktion, Kalzinomen
  • Symptome: vermehrte Urinproduktion, Eintrübung de Patienten, psychische Störungen und Herzrhythmusstörungen
  • Therapie: Behandlung der Grunderkrankung u/o kalziumarme Diät 

Hypomagnesiämie

Hypomagnesiämie

  • Symptom: Neuromuskuläre Erregbarkeit steigt  àKrämpfe, Herzrhythmusstörungen
  • Folge von: Mangelernährung , Schwangerschaft

Hypermagnesiämie 

  • Bei unzureichender Ausscheidung (Niereninsuffizienz)

Chloridmangel

  • Folge von: Chloridveruste bei massivem Erbrechen von Magensäure

Hypophospatämien

  • Bei Nierenerkrankungen, fehlernährten Alkoholikern und Sepsis

Hyperphosphatämien

  • Bei Niereninssufizinz, Hormonstörungen

Konstanthaltung des Blut pH 

  • Normwert: 7,4 
    • Leicht alkalisch
  • Funktionsbereich 7,36- 7,44
    • Alle Stoffwechselreaktionen pH abhängig 
    • Deshalb ist der konstante pH wichtig 
  • Azidose: Blut pH < 7,36
  • Alkalose pH Wert >7,44
  • Puffersysteme des Blutes: Atmung und Niere 

H+ Ionen 

  • Entstehen tgl im Stoffwechsel
  • Ausscheidung über die Niere
    • Bindung an Puffersubstanzen, hpts NH3 und Phosphate
    • àUrin pH dadurch 6.

Puffersystem des Blutes 

  • Verschiedene Puffersysteme: Eiweisspuffer, Hämoglobin, Plasmaptorien und Bikarbonatsystem
  • Bikarbonatystem: CO2 +H2O ßàH2CO3 ßàH++ HCO3-
    • Am wichtigsten
    • Mit Niere und Lunge in Verbindung

metabolische Azidose 

  • Überschuss an H+ Ionen
  • Metabilosch: Ursache liegt im Stoffwechsel
  • Diabetische Ketoazidose:
    • Häufigste Form 
    • Diabetiker: bei Insulinmagel verstärkte Lypolyse àBildung von Ketonkörpern àÜbersäuerung des Blutes

Gegenregulation bei der metabolischen Azidose 

  • Verstärkter Atemantrieb
    • Pat atmet tief und schnell (Kussmaul Atmung)
    • Verstärkte Abatmung: von CO2 und H+ Ionen 
  • Kompensierte Azidose: 
    • pH wert durch die verstärke Atmung wieder im Normbereich 
  • Niere:
    • H+ Ionen im Tauch gegen Na und Ka ausscheiden
    • Gesteigerte AS abbauàMehr NH3 zur Bindung von H+àAmmoniak NH4+ àAusscheidung über die Tubuli
    • Pufferung durch Phosphationen
  • Dekompensierte Azidose;
    • Pufferung gelingt nicht. 

Metabolische Alkalose 

  • Durch Erbrechen und Magendrainage: Verlust von Wasserstoff und Chloridionen der Magensäure
  • Einschränkung der Atmung àzurückhaltung von Kohlensäure
  • Niere: 
    • Verstärkte Ausscheidung von Bikarbonat und weniger H+

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