Molekulare Humangenetik

Einige zu wissende Fakten für die kommende Prüfung

Einige zu wissende Fakten für die kommende Prüfung


B. D.
Diese Lernkarten behandeln die Grundlagen der molekularen Humangenetik auf Universitätsniveau, mit Fokus auf DNA, Genen, Mutationen und deren Auswirkungen auf Zellen und Krankheiten wie Krebs. Sie decken Themen wie Gentherapie, Viren als Vektoren, RNA-Interferenz und gezielte Genveränderungstechniken ab. Ideal für Medizinstudenten und Forscher, die sich mit den molekularen Mechanismen genetischer Erkrankungen und therapeutischen Ansätzen vertiefen möchten.
Flashcards
111
Students
1
Language
German
Category
Medical
Level
University
Created / Updated
10.06.2018 / 25.10.2018

Flashcards

Immortalisierung von Zellen

normal 20-50 mal Teilen, dann sind zellen seneszent

  • Telomere werden mit jeder Teilung kürzer, DNA kann geschädigt werden
  • p53 stoppt dann den Zellzyklus und leitet die Apoptose ein
  • ohne p53 -> Proliferation bis zum crisis, überleben, wenn die Telomerase induziert wird. 

C-value paradox

Die Komplexität eines Organismus ist nicht korreliert mit der DNA Menge und Genomgröse der Organismen

Azidothymidin

Ist ein Thyminanalog mit einer Azidogruppe an der 3' position der Ribose

Führt bei der Integration in den Wirt zu einem Unterbruch

Affinität des AZT zur RT des Virus ist 100x höher als zu den zellulären Polymerasen

ASO Dot-Blot analysis und was damit diagnostiziert werden kann

= Allele specific oligonukleotide Dot-Blot Analyses

Sichelzellanämien. 

Man hat fixierte synthetische Oligonukleotide, welche mit spezifischen Allelen hybridisieren. Für jede Probe kann eine Mutation detektiert werden und nur ür kleine Mutationen sinnvoll

Acyclovir

wird nur in Zellen, welche die Herpesvirale Thymidinkinase exprimieren in ein toxisches Produkt umgewandelt -> Acycloguanosin-Triphosphat -> wird von viralen Polymerasen in die viralen Genome eingebaut -> führt zum kettenabbruch

Transduktion (2 Beispiele von Viren)

= Genübertragung mithilfe von Viren 

- ist sehr effizient

Adenovirus:

- führt zur temporären Expression des Gens auf hohem Niveau

- episomale DNA

- befällt auch sich nicht teilende Zellen

-> Modifiziert: Replikationsinkompetent, nicht-lytisch

 

Retrovirus:

- wird ins Wirtsgenom integriert als RT provirus

- befällt nur sich teilende Zellen

Heterochromatin: 3 Satellitenarten

Bestehen aus Tandemwiederholungen

Satelliten: liegen vor allem am Zentromer, 5-300Bp TWEs, 100-5000kb lang

Minisateliten: TTAGGG mehrere Repeats, liegen am Telomer (mehrere Kb)

Mikrosatelliten: 2-6Bp TW mit 10-100 Wiederholungen verstreut übers ganze Genom (0.5%)

SINE

Short interspersed nuclear elements

- nicht kodierende DNA -> kodiert nicht für RT, sondern werden durch LINE RTs integriert -> ko-evolution mit LINEs

- sind retrotransposons

- werden durch die RNA Pol III transkribiert

- ca. 300 Bp lange

- parasitäre Ursprünge

 

Beispiel: Alu Element:

- >10^6 mal im Genom (> 10% des Totalgenoms)

- findet man nur bei Primaten

- de novo Insertionen können zu genetischen Krankheiten führen, 65 Fälle bekannt: zystische Fibrose, Muskeldystrophie, ca. 0.3% aller Mutationen

 

Episomale oder integrative Vermehrung von Viren in Zellen

Episomal:

  • virale und Wirtszell-DNA vermehren sich unabhängig voneinander -> Adenoviren, schnell 24, lytisch

 

Integrativ:

  • Replikation als Teil des Chromosoms des Wirtes. 
  • geschieht eher zufällig
    • latente Infektionen können die Basis für Immortalisierung und Tumorbildung bilden.

Spleiss-Mutationen

Führen zu verändertem Splicen der pre-mRNA:

- Mutationen in der Exonsequenz in der Nähe zu Intronen = Kann die Bindestelle des spliceosoms ändern oder verschwinden lassen -> kein Spleissen

- Aktivation von kryptischer splice stellen im Intron -> es wird einmal zu oft gespliced

Fluorescent in-situ hybridisation

FISH

- nicht X-gekoppelte Deletionen

- kleine fluoreszente Proben, welche spezifisch an Regionen der DNA binden. -> Nachweis von spezifischen Sequenzen

TMPRSS2-ERG-Fusion beim Prostatakarzinom

Hepatitis B Virus (HBV)

  • eine der Haupt Todesursachen in asiatischen Männern
  • 80% der Leberkrebse sind HBV verwandt
  • virale Replikation in der Leber, transiente Infektionen während 3-12 Monaten
  • 0.2% chronische Infektionen, davon 10-25% Leberkrebs risiko
  • Latenzzeit kann jahrzehnte dauern
  • Integriert sich ins Wirtsgenom -> Production von HB X protein -> hemmt p53 -> Tumorentwicklung. 

HIV Allgemeines (4x)

  1. virale gp120 protein interagiert mit CD4 und mit korezeptoren auf Immunzellen 
    1. CCR5 -> Macrophagen
    2. CXCR4 -> T cell
  2. Körpereigene Immunabwehr wird betroffen
  3. Immunsystem wird zerstört (täglich 10^8 TLymphozyten)
  4. führt zu AIDS (Acquired Immunodeficienc syndrome)

Was ist eine Fanconi Anämie (FA) und wie wird es diagnostiziert?

FA = autosomal rezessive Erbkrankheit, DNA Damage Repair ist eingeschränkt. Angeborene Fehlbildungen, Anämien, Leukämierisiko. 3 Blutzellreihen werden nicht mehr ausreichend gebildet, Lungenentzündungen & Hirnblutungen. 

Kann mit RFLP diagnostiziert werden: Es wird durch eine Mutation eine Restriktionsstelle eingeführt, die man diagnostizeren kann.

RFLP kann auch für Sichelzellanämien verwendet werden (es hat eine Restriktionsstelle weniger). 

Definition von: Karzinom, Sarkom, Leukämie

Karzinom: Krebsgeschwüre, welche aus Epithelzellen hervorgegangen sind

Sarkome: Krebsgeschwüre, welche aus Bindegewebe und Muskelzellen hervorgegangen sind

Leukämie: Krebs, welcher von blutbildenden Zellen ausgeht. 

Homologe Gene

= sind paralog und ortholog

Paralog: gehören zu einem Genom und sind das resultat einer Genduplikation

Ortholog: kommen in verschiedenen Genomen mit gemeinsamen Vorfahren vor

Membran-associated Guanine-nucleotide binding protein (ras-oncogene)

Ein Glycine wird zum Valine im Ras protein, das Ras onkoprotein kann nicht inaktiviert werden, bleibt an

X und Y chromosomen

Y-Chromosom: 

- akrozentrisch: fast endständige lokalisation des Zentromers

- ca 50mb DNA

- 50 Gene (Geschlechtsfestlegung durch Sox3 related gene on Y SRY), die vorteilhaften sind nahe bei SRY

- grösstenteils inertes Heterochromatin

- Geht immer mehr verloren, da es keine rekombination mehr gibt mit dem Y-Chromosom

X-Chromosom:

- submetazentrisch: das Zentromer so situiert, dass ein Chromosomenarm etwas länger ist als der andere

- >160mB DNA

 

Allgemein hat es viele Homologien PAR1 und PAR2 -> gemeinsamer Ursprng der beiden Chromosomen

 

5 Mechanismen für Funktionsgewinnmutationen und 1 Beispiel je

3 allgemeine Eigenschaften:

  1. Konstitutiv aktive Rezeptoren (Punktmutation) <-> Achondroplasie
  2. Konstitutiv aktive G-Proteine (Punktmutation <-> McCune Albright
  3. Chimäre Gene (Translokation): Bcr-Abl Tyrosinkinase
  4. Überexpression -> Myc und Burkitt's Lymphoma
  5. Protein-Aggregation (Mutationen, welche Proteineigenschaften ändern) -> Huntington Chorea

Eigenschaften:

  1. spezifische Veränderungen
  2. seltener als Funktionsverluste
  3. im allg. keine Deletionen

Wie funktioniert reproduktives Klonieren?

Entnahme des Zellkerns aus somatischen Zellen und übertragen in Eizellen 

-> Genome adulter somatischer Zellen können totipotenz wiedererlangen 

In Vivo und Ex-Vivo Gentherapie

Ex-Vivo: 

Man entnimmt bestimmte Zellen aus dem Menschen, überträgt ein Gen, proliferiert sie und transplantiert sie wieder in den Patienten -> geeignet, wenn sich Zellen proliferieren (Hautzellen, Zellen des hämatopoetischen Systems)

 

In Vivo: 

Man versucht die Genübertragung im Körper zu machen. Wird aber schwierig, wegen dem Targeting

Li-Fraumeni Syndrom

Ist eine pseudo-dominante Krankheit, welche in zu Krebs in verschiedenen Geweben führt. Es handelt sich um die erbliche Variante der TP53 Mutation.

Waardenburg-Syndrom

= Funktionsverlust Mutation

- es handelt sich um Mutationen im PAX3 Gen

- Pigmentanomalien und Gehörverlut

- das Protein wird in allen Fällen nicht mehr produziert. 

Erkläre, wie pseudogene als Quelle für siRNAs dienen können

Wenn das Pseudogen transkribiert wird und durch eine RT wieder ins genom integriert wird (aber komplementär), dann kann es zu hairpin-structures oder schlicht zu dsRNA kommen -> werden durch DICER erkannt und bilden siRNA -> Inaktivation des Ursprungsgens des Pseudogens

Was ist der unterschied zwischen transducing und non-transducing retroviruses?

Transducing: onkogen liegt im viralen Genom und wird erhöht exprimiert:

- Tumorlatenz ist sehr kurz, einige Tage

- hohe Wahrscheinlichkeit der Tumorbildung

- cell derived oncogen carried in viral genome

 

cis-acting/non-transducing:

- intermediäre Latenz (wochen bis Monate)

- das onkogen wird nicht auf dem viralen Genom getragen sondern liegt auf dem chromosom der Wirtszelle und wird cis-aktiviert. ist eine seltene insertionale mutagenese

 

G-Value Paradox

Komplexität der Organismen korreliert nicht mit der Anzahl von Proteinkodierenden Genen im entsprechenden Genom

HNPCC

= hereditary non-polypous colon cancer

- Mutationen in MSH1, MLH2 und PMS1/2 DNA mismatch repair Genen führt zu einer prädisposition für HNPCC

- 50% der westlichen Bevölkerung entwickelt darmkrebs bis zum Alter von 70 Jahren. 

Copy Number Variants

CNV

- subd grössere Abschnitte,

- können bis zu 10% des Genoms betreffen

Wie können Viren onkogene in ihr Genom aufnehmen?

Normaler viraler prozess der Integration ins Wirtsgenom, wobei bei der Transkiption noch zusätzlich ein proto-onkogen des wirtes mittranskribiert werden kann. Bei den folgenden Replikationszyklen kann dies dann mutieren zum Onkogen, welches dann virale Onkogene produziert. 

Pharming

= Herstellung von pharmazeutischer Produkte oder Proteinen in Mikroorganismen oder Tieren

- Insulin

- Interferon (MS)

- Leptin (Fettleibigkeit)

- EPO (Anämie)

Nucleotide Excision repair (NER)

Thymidin-Dimer wird erkannt

- endonuclease schneidet um das Dinukleotid herum

- Helicase entfernt das Fragment

- DNA-Polymerase füllt die Lücke

- Ligase ligiert das ersetzte Segment

 

LINEs

Long interspersed nuclear elements

- wenn intakt ca. 6000 Bp

- sind non-LTR retrotransposons widespread in many eukaryotes

- 21% of the human genome

- kodiert für Retrotrankriptase und Integrase -> kopiert die mRNA und stellt cDNA her, integriert sie wieder ins Genom

- viele werden nicht mehr transkribiert aufgrund von Mutationen

Beispiel: L1

- ORF1: RNA-bindeprotein

- ORF2: Endonuklease und RT

- einzige, welches noch im menschlicehn Genom aktiv ist

Membrane associated Tyrosin kinases(Bcr-Abl)

Bcr-Abl oncogene entsteht durch Fusion von Chr. 9 und Chr. 22 -> Philadelphia chromosome

- ist eine konstitutiv aktive Tyrosinkinase

- führt chronisch myleoische Leukämie herbei

- behandlung mit einem spezifischen Inhibitor: Gleevec (Imatinib)

 

Gen duplikationen

Ist ein grosser Mechanismus für die evolution von Genen. Ist jegliche Duplikation von DNA Regionen, welche ein Gen enthalten. Beispiel Globin Superfamilie:

- urpsrüngliches Globin, von dem sich Neuroglobin als erstes abgespalten hat, dann andere:

- erlaubt die schnelle Entwicklung und fixierung von Mutationen

 

DNA Proofreading der Polymerasen

Alpha UE: initiale Synthese bei OR

Beta, Gamma, Delta, Epsioln: verantwortlich für DNA repair

- A und B Familien: kleine Fehlerquote und haben Exonuklease Aktivität

- X und Y Familien: haben keine 3'-5' Exonuklease- Korrekturfunktion

Wie funktioniert NMD

= nonsense mediated decay

- An den Übergängen zwischen exonen binden vor der Translationen Exon junction complexe, welche durch Ribosome entfernt werden. Wenn aber ein frühzeitiges Stoppcodon vorhanden ist, dann werden nicht alle entfernt -> NMD baut dann die mRNA ab

Vergleich: Herpes vs Lentiviren bezüglich:

Beispiel

embran

Grösse

Genom

Krankheit

Herpesvirus: Herpes simplex, Membran: ja; Grösse: 120-300nm; Genom: dsDNA; Krankheit: Bläschenbildung

Lentivirus: HIV; Membran: Ja; Grösse: 100nm; Genom: ssRNA; Krankheit: Durchfall, Immunschwäche

Erkläre den Infektions und Replikationszyklus von herpesviren

1. Attachment and Entry:

Virus bindet via gB/gC an Heparansulfat-Moleküle auf der Oberfläche der Wirtszelle. gD Bindet an zelluläre Rezeptoren und gB und gH/L sind dann verantwortlich für die Membranfusion des Virus mit der Zelle

 

2. Transport:

Nukleokapsid und Tegumentproteine werden ins Zytoplasma entlassen. Werden dann durch Mikrotubuli in die Nähe des Zellkerns gebracht.

 

3. Eintritt in den Nukleus:

Genom des Virus wird in den Nucleus transferiert und dort wird das lineare DNA Molekül zirkulär und Histone lagern sich an. 

 

4. Transcription, Transition und Replication:

5. Assembly and Exit

 

Funktionsverlustmutationen allgemein

- rezessive Vererbung (bezüglich Phänotyp)

- 50% des Genprodukts erlaubt normale Zellfunktion

- Im Ausnahmefall dominant (i.e. 50% reicht nicht aus):

-> Haploinsuffizienz

-> Proteine, welche eine festgelegte Stöchiometrie haben

-> Proteine, die teil eines quantititativen Signalsystems sind

Vorteile und Nachteile von Retroviren für Gentherapie

  • infizieren nur sich teilende Zellen (für Neuronen nicht geeignet)
  • Integrativer Virus -> Insertionen
  • gut geeignet für Krebszellen 
  •  

Study