Molekulare Humangenetik
Einige zu wissende Fakten für die kommende Prüfung
Einige zu wissende Fakten für die kommende Prüfung
-
- 1 / 111
-
Flashcards
Immortalisierung von Zellen
normal 20-50 mal Teilen, dann sind zellen seneszent
- Telomere werden mit jeder Teilung kürzer, DNA kann geschädigt werden
- p53 stoppt dann den Zellzyklus und leitet die Apoptose ein
- ohne p53 -> Proliferation bis zum crisis, überleben, wenn die Telomerase induziert wird.
C-value paradox
Die Komplexität eines Organismus ist nicht korreliert mit der DNA Menge und Genomgröse der Organismen
Azidothymidin
Ist ein Thyminanalog mit einer Azidogruppe an der 3' position der Ribose
Führt bei der Integration in den Wirt zu einem Unterbruch
Affinität des AZT zur RT des Virus ist 100x höher als zu den zellulären Polymerasen
ASO Dot-Blot analysis und was damit diagnostiziert werden kann
= Allele specific oligonukleotide Dot-Blot Analyses
Sichelzellanämien.
Man hat fixierte synthetische Oligonukleotide, welche mit spezifischen Allelen hybridisieren. Für jede Probe kann eine Mutation detektiert werden und nur ür kleine Mutationen sinnvoll
Acyclovir
wird nur in Zellen, welche die Herpesvirale Thymidinkinase exprimieren in ein toxisches Produkt umgewandelt -> Acycloguanosin-Triphosphat -> wird von viralen Polymerasen in die viralen Genome eingebaut -> führt zum kettenabbruch
Transduktion (2 Beispiele von Viren)
= Genübertragung mithilfe von Viren
- ist sehr effizient
Adenovirus:
- führt zur temporären Expression des Gens auf hohem Niveau
- episomale DNA
- befällt auch sich nicht teilende Zellen
-> Modifiziert: Replikationsinkompetent, nicht-lytisch
Retrovirus:
- wird ins Wirtsgenom integriert als RT provirus
- befällt nur sich teilende Zellen
Heterochromatin: 3 Satellitenarten
Bestehen aus Tandemwiederholungen
Satelliten: liegen vor allem am Zentromer, 5-300Bp TWEs, 100-5000kb lang
Minisateliten: TTAGGG mehrere Repeats, liegen am Telomer (mehrere Kb)
Mikrosatelliten: 2-6Bp TW mit 10-100 Wiederholungen verstreut übers ganze Genom (0.5%)
SINE
Short interspersed nuclear elements
- nicht kodierende DNA -> kodiert nicht für RT, sondern werden durch LINE RTs integriert -> ko-evolution mit LINEs
- sind retrotransposons
- werden durch die RNA Pol III transkribiert
- ca. 300 Bp lange
- parasitäre Ursprünge
Beispiel: Alu Element:
- >10^6 mal im Genom (> 10% des Totalgenoms)
- findet man nur bei Primaten
- de novo Insertionen können zu genetischen Krankheiten führen, 65 Fälle bekannt: zystische Fibrose, Muskeldystrophie, ca. 0.3% aller Mutationen
Episomale oder integrative Vermehrung von Viren in Zellen
Episomal:
- virale und Wirtszell-DNA vermehren sich unabhängig voneinander -> Adenoviren, schnell 24, lytisch
Integrativ:
- Replikation als Teil des Chromosoms des Wirtes.
- geschieht eher zufällig
- latente Infektionen können die Basis für Immortalisierung und Tumorbildung bilden.
Spleiss-Mutationen
Führen zu verändertem Splicen der pre-mRNA:
- Mutationen in der Exonsequenz in der Nähe zu Intronen = Kann die Bindestelle des spliceosoms ändern oder verschwinden lassen -> kein Spleissen
- Aktivation von kryptischer splice stellen im Intron -> es wird einmal zu oft gespliced
Fluorescent in-situ hybridisation
FISH
- nicht X-gekoppelte Deletionen
- kleine fluoreszente Proben, welche spezifisch an Regionen der DNA binden. -> Nachweis von spezifischen Sequenzen
TMPRSS2-ERG-Fusion beim Prostatakarzinom
Hepatitis B Virus (HBV)
- eine der Haupt Todesursachen in asiatischen Männern
- 80% der Leberkrebse sind HBV verwandt
- virale Replikation in der Leber, transiente Infektionen während 3-12 Monaten
- 0.2% chronische Infektionen, davon 10-25% Leberkrebs risiko
- Latenzzeit kann jahrzehnte dauern
- Integriert sich ins Wirtsgenom -> Production von HB X protein -> hemmt p53 -> Tumorentwicklung.
Was ist eine Fanconi Anämie (FA) und wie wird es diagnostiziert?
FA = autosomal rezessive Erbkrankheit, DNA Damage Repair ist eingeschränkt. Angeborene Fehlbildungen, Anämien, Leukämierisiko. 3 Blutzellreihen werden nicht mehr ausreichend gebildet, Lungenentzündungen & Hirnblutungen.
Kann mit RFLP diagnostiziert werden: Es wird durch eine Mutation eine Restriktionsstelle eingeführt, die man diagnostizeren kann.
RFLP kann auch für Sichelzellanämien verwendet werden (es hat eine Restriktionsstelle weniger).
Definition von: Karzinom, Sarkom, Leukämie
Karzinom: Krebsgeschwüre, welche aus Epithelzellen hervorgegangen sind
Sarkome: Krebsgeschwüre, welche aus Bindegewebe und Muskelzellen hervorgegangen sind
Leukämie: Krebs, welcher von blutbildenden Zellen ausgeht.
Homologe Gene
= sind paralog und ortholog
Paralog: gehören zu einem Genom und sind das resultat einer Genduplikation
Ortholog: kommen in verschiedenen Genomen mit gemeinsamen Vorfahren vor
Membran-associated Guanine-nucleotide binding protein (ras-oncogene)
Ein Glycine wird zum Valine im Ras protein, das Ras onkoprotein kann nicht inaktiviert werden, bleibt an
X und Y chromosomen
Y-Chromosom:
- akrozentrisch: fast endständige lokalisation des Zentromers
- ca 50mb DNA
- 50 Gene (Geschlechtsfestlegung durch Sox3 related gene on Y SRY), die vorteilhaften sind nahe bei SRY
- grösstenteils inertes Heterochromatin
- Geht immer mehr verloren, da es keine rekombination mehr gibt mit dem Y-Chromosom
X-Chromosom:
- submetazentrisch: das Zentromer so situiert, dass ein Chromosomenarm etwas länger ist als der andere
- >160mB DNA
Allgemein hat es viele Homologien PAR1 und PAR2 -> gemeinsamer Ursprng der beiden Chromosomen
5 Mechanismen für Funktionsgewinnmutationen und 1 Beispiel je
3 allgemeine Eigenschaften:
- Konstitutiv aktive Rezeptoren (Punktmutation) <-> Achondroplasie
- Konstitutiv aktive G-Proteine (Punktmutation <-> McCune Albright
- Chimäre Gene (Translokation): Bcr-Abl Tyrosinkinase
- Überexpression -> Myc und Burkitt's Lymphoma
- Protein-Aggregation (Mutationen, welche Proteineigenschaften ändern) -> Huntington Chorea
Eigenschaften:
- spezifische Veränderungen
- seltener als Funktionsverluste
- im allg. keine Deletionen
In Vivo und Ex-Vivo Gentherapie
Ex-Vivo:
Man entnimmt bestimmte Zellen aus dem Menschen, überträgt ein Gen, proliferiert sie und transplantiert sie wieder in den Patienten -> geeignet, wenn sich Zellen proliferieren (Hautzellen, Zellen des hämatopoetischen Systems)
In Vivo:
Man versucht die Genübertragung im Körper zu machen. Wird aber schwierig, wegen dem Targeting
Li-Fraumeni Syndrom
Ist eine pseudo-dominante Krankheit, welche in zu Krebs in verschiedenen Geweben führt. Es handelt sich um die erbliche Variante der TP53 Mutation.
Waardenburg-Syndrom
= Funktionsverlust Mutation
- es handelt sich um Mutationen im PAX3 Gen
- Pigmentanomalien und Gehörverlut
- das Protein wird in allen Fällen nicht mehr produziert.
Erkläre, wie pseudogene als Quelle für siRNAs dienen können
Wenn das Pseudogen transkribiert wird und durch eine RT wieder ins genom integriert wird (aber komplementär), dann kann es zu hairpin-structures oder schlicht zu dsRNA kommen -> werden durch DICER erkannt und bilden siRNA -> Inaktivation des Ursprungsgens des Pseudogens
Was ist der unterschied zwischen transducing und non-transducing retroviruses?
Transducing: onkogen liegt im viralen Genom und wird erhöht exprimiert:
- Tumorlatenz ist sehr kurz, einige Tage
- hohe Wahrscheinlichkeit der Tumorbildung
- cell derived oncogen carried in viral genome
cis-acting/non-transducing:
- intermediäre Latenz (wochen bis Monate)
- das onkogen wird nicht auf dem viralen Genom getragen sondern liegt auf dem chromosom der Wirtszelle und wird cis-aktiviert. ist eine seltene insertionale mutagenese
G-Value Paradox
Komplexität der Organismen korreliert nicht mit der Anzahl von Proteinkodierenden Genen im entsprechenden Genom
HNPCC
= hereditary non-polypous colon cancer
- Mutationen in MSH1, MLH2 und PMS1/2 DNA mismatch repair Genen führt zu einer prädisposition für HNPCC
- 50% der westlichen Bevölkerung entwickelt darmkrebs bis zum Alter von 70 Jahren.
Copy Number Variants
CNV
- subd grössere Abschnitte,
- können bis zu 10% des Genoms betreffen
Wie können Viren onkogene in ihr Genom aufnehmen?
Nucleotide Excision repair (NER)
Thymidin-Dimer wird erkannt
- endonuclease schneidet um das Dinukleotid herum
- Helicase entfernt das Fragment
- DNA-Polymerase füllt die Lücke
- Ligase ligiert das ersetzte Segment
LINEs
Long interspersed nuclear elements
- wenn intakt ca. 6000 Bp
- sind non-LTR retrotransposons widespread in many eukaryotes
- 21% of the human genome
- kodiert für Retrotrankriptase und Integrase -> kopiert die mRNA und stellt cDNA her, integriert sie wieder ins Genom
- viele werden nicht mehr transkribiert aufgrund von Mutationen
Beispiel: L1
- ORF1: RNA-bindeprotein
- ORF2: Endonuklease und RT
- einzige, welches noch im menschlicehn Genom aktiv ist
Gen duplikationen
Ist ein grosser Mechanismus für die evolution von Genen. Ist jegliche Duplikation von DNA Regionen, welche ein Gen enthalten. Beispiel Globin Superfamilie:
- urpsrüngliches Globin, von dem sich Neuroglobin als erstes abgespalten hat, dann andere:
- erlaubt die schnelle Entwicklung und fixierung von Mutationen
DNA Proofreading der Polymerasen
Alpha UE: initiale Synthese bei OR
Beta, Gamma, Delta, Epsioln: verantwortlich für DNA repair
- A und B Familien: kleine Fehlerquote und haben Exonuklease Aktivität
- X und Y Familien: haben keine 3'-5' Exonuklease- Korrekturfunktion
Wie funktioniert NMD
= nonsense mediated decay
- An den Übergängen zwischen exonen binden vor der Translationen Exon junction complexe, welche durch Ribosome entfernt werden. Wenn aber ein frühzeitiges Stoppcodon vorhanden ist, dann werden nicht alle entfernt -> NMD baut dann die mRNA ab
Vergleich: Herpes vs Lentiviren bezüglich:
Beispiel
embran
Grösse
Genom
Krankheit
Herpesvirus: Herpes simplex, Membran: ja; Grösse: 120-300nm; Genom: dsDNA; Krankheit: Bläschenbildung
Lentivirus: HIV; Membran: Ja; Grösse: 100nm; Genom: ssRNA; Krankheit: Durchfall, Immunschwäche
Erkläre den Infektions und Replikationszyklus von herpesviren
1. Attachment and Entry:
Virus bindet via gB/gC an Heparansulfat-Moleküle auf der Oberfläche der Wirtszelle. gD Bindet an zelluläre Rezeptoren und gB und gH/L sind dann verantwortlich für die Membranfusion des Virus mit der Zelle
2. Transport:
Nukleokapsid und Tegumentproteine werden ins Zytoplasma entlassen. Werden dann durch Mikrotubuli in die Nähe des Zellkerns gebracht.
3. Eintritt in den Nukleus:
Genom des Virus wird in den Nucleus transferiert und dort wird das lineare DNA Molekül zirkulär und Histone lagern sich an.
4. Transcription, Transition und Replication:
5. Assembly and Exit
Funktionsverlustmutationen allgemein
- rezessive Vererbung (bezüglich Phänotyp)
- 50% des Genprodukts erlaubt normale Zellfunktion
- Im Ausnahmefall dominant (i.e. 50% reicht nicht aus):
-> Haploinsuffizienz
-> Proteine, welche eine festgelegte Stöchiometrie haben
-> Proteine, die teil eines quantititativen Signalsystems sind
Vorteile und Nachteile von Retroviren für Gentherapie
- infizieren nur sich teilende Zellen (für Neuronen nicht geeignet)
- Integrativer Virus -> Insertionen
- gut geeignet für Krebszellen