Intensivmedizin

Wissenswertes für den Alltag auf Intensivstation

Wissenswertes für den Alltag auf Intensivstation


D. W.
Diese Lernkarten bieten einen Überblick über die Grundlagen der Intensivmedizin für den mittleren Schulbereich. Sie behandeln Themen wie Schock, ARDS, Hyperkaliämie und die Behandlung von Patienten mit verschiedenen medizinischen Bedingungen. Die Karteikarten konzentrieren sich auf die Einstellung von Beatmungsparametern wie Tidalvolumen, PEEP und die Gabe von Medikamenten. Sie sind besonders nützlich für Medizinstudenten und Pflegekräfte, die sich auf die Versorgung von Intensivpatienten vorbereiten.
Karten
73
Lernende
11
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Mittelschule
Erstellt / Aktualisiert
07.06.2018 / 28.09.2025

Lernkarten

Hypophosphatämie - Phosphatsubstitution?

20mmol bis 40mmol über Perfusor mit 20mmol/4h.

Anaphylaktischer Schock: Zeichen

Meist perakutes Auftreten:

Erythem, Tachykardie, Nausea/Emesis, Urtikaria, Bronchokonstriktion, Larynxödem, Hypotonie, Schock, Ggf Rückenschmerzen.

Häufig oligosymptomatisch, die Reihenfolge ist variabel

Anaphylaktischer Schock: Erstmaßnahmen

Alle potentiellen Auslöser Stoppen - Infusionen, Transfusionen

Hilferuf

Anaphylaktischer Schock: "physikalische" Maßnahmen

Solange der Patient nicht reanimationspflichtig ist:

Sauerstoff 12l/min über Maske

Trendelenburglagerung bei Hypotonie und wenn ohne Dyspnoe

Bei Dyspnoe Oberkörperhochlagerung

Applikation der Notfallmedikamente i.v.

Anaphylaktischer Schock: Notfallmedikamente

 

250mg Prednisolon i.v. (Solu Decortin H)

4mg Dimetiden (1 Amp. Fenistil)

50mg Ranitidin (1Amp. Ranitic)

Anaphylaktischer Schock: Volumengabe

Bei RR systolisch <100mmHg 1000ml NaCl 0,9%: 250ml in 10min, dann 750ml in 50ml

Anaphylaktischer Schock: Adrenalingabe

Bei RR systolisch <90mmHg: Adrenalin 1mg ad 10ml NaCl 0,9% (0,1mg/ml) fraktioniert

Intubation: Tubusdicke  Frauen

7,5mm Tubusdicke bei Frauen

Intubation: Tubusdicke Männer

Tubusdicke Männer 8,0 -8,5mm

Intubation: Präoxygenierung vor Einleitung

Bei noch spontan atmenden Patineten: 30l/min02 oder

Ambu-Beutel mit Reservoir

NIV. FiO bei 100%

 

Intubation: Einleitung - Medikamente

2mg Midazolam  und Etomidat (0,1-0,3mg/Kg KG) - Ältere Patienten deutlich Weniger

Alternative:

2mg Midazolam und 60-100mg Propofol (Führt zu Erschlaffung der Larynxmuskulatur, aber auf Hypotonie)

Add-On: 0,1-0,3mg Fentanyl i.v. zu Dämpfung vegetativer Reflexe

Intubation: Muskelrelaxantien

Die Gabe von Muskelrelaxantien sollte nur durch den Erfahrenen erfolgen

 

Rocuronium (Esmeron): 0,6mg /kg KG

Anschlagszeit 2min

ARDS - Gradeeinteilung

  • Mildes ARDS  200 <paO2/FiO2 >=300 und PEEP/CPAP >= 5cmH2O
  • Moderates ARDS 100 > paO2/FiO2 <= 200 und PEEP/CPAP >= 5cmH20
  • Schweres ARDS paO2/FiO2 <= 100 und PEEP >= H2O

Mildes ARDS - Definition

Mildes ARDS  200 <paO2/FiO2 >=300 und PEEP/CPAP >= 5cmH2O

moderates ARDS

Moderates ARDS 100 > paO2/FiO2 <= 200 und PEEP/CPAP >= 5cmH20

 

schweres ARDS - Defintion

Schweres ARDS paO2/FiO2 <= 100 und PEEP >= 5 cmH2O

ARDS - Lungenprotektive Beatmung - Grundsätze (2)

Niedriges Tidalvolumen 6-8ml/kg idealisiertes Körpergewicht

Permissive Hyperkapnie: Es existiert keine obere PaCO2-Grenze. Häufig empfohlen wird ein pH zwischen 7,2 und 7,25

Bauchlagerung - Ab wann, wie Lang?

Ab paO2/FiO2 <= 150 für 16 h

Je früher damit begonnen wird, desto höher ist der zu erwartende Effekt. Bis 36h nach Beginn der Beatmungstherapie ist der Effekt am größten

Muskelrelaxation bei ARDS

Die Muskelrelaxation mti CIS-Atracurium kann in schwirigen Beatmungssituationen in den ersten 48h der Beatmungshterapie zu Vermeidung hoher Beatmungsdrücke erwogen werden. Jedoch sollte das frühe Erreichen einer Spontanatmung erste Priorität haben.

Flüssigkeitsmanagement bei ARDS

Eine negative Flüssigkeitsbilanz sollte bei der ARDS-Therapie Standard sein, soweit die hämodynamisch toleriert wird.

 

ARDS - Beatmungsspitzendruck

Als Beatmungsspitzendruck 30mbar.

ARDS - FIO2

FiO2 möglichst nicht über 60%, Ziel ist Sp=2 90-92%

Leichte hyponatriämie Definition 

Serumnatrium 130-135 mmol/l

Moderate hyponatriämie Definition 

Serumnatrium 125-129 mmol/l

Schwere hyponatriämie Definition 

Serumnatrium <125 mmol/l

Magnesiumsubsitution?

Magnesium <0,75 mmol/l: 2 ampullen magnesiocard in 100ml 0,9% NaCl über 30 min

Magnesium 0,75-0,95 mmol/l: 1 ampulle magnesiocard in 100ml 0,9%nacl über 30min

Magnesium  >0,95 mmol/l: keine Substitution 

Hypermagnesiämie -therapie

Magnesium >2,0 mmol/l PLUS Symptome: 100mg calcium über 10 min i.v.

Bei Magnesium > 4,0mmol/l 200mg Calcium über 10 min i.v.. kontinuierliche veno-venöse hämodiafiltration bzw. Hämodialyse

Dialyse-Indikationen

  1. Hyperkaliämie (Kalium >6,0mmol/l), Notfallindikation bei Kalium >6,5mmol/l
  2. Hyperkalzämie
  3. metabolische Azidose (pH<7,2 oder BE >-10)
  4. Urämie (Serumharnstoff >200mmol/l, jedoch ist Klinik das entscheidende Kriterium)
  5. Oligurie >12h
  6. Hypervolämie (z.B. Lungenödem)

 

 

Dialyse-Katheter?

Shaldon-Katheter (high-flow double lumen, 13F)

Präferenz der Zielvenen zur Anlage eines Shaldon-Katheters

  1. V. jugularis interna rechts
  2. V. femoralis
  3. V. jugularis interna links (Da durch die Biegung verminderter Fluss im Vergleich zur Gegenseite)
  4. V. subclavia rechts und links

Prinzipien der kontinuierlichen Nierenersatztherapie (4)

  1. Ultrafiltration
  2. Adsorption
  3. Konvektion
  4. Diffusion

Ultrafiltration?

Entfernung von Flüssigkeiten durch einen hydrostatischen Druckgradienten über eine semipermeable Membran

Adsorption?

Entfernung durch Adhärenz von melekülen an die Membran

Konvektion?

Entfernung mittelgroßer und großer Moleküle - bis maximal 50kDa - durch Verwendung großer Mengen von Spüllösungen

Diffusion?

Entfernung klleiner Moleküle durch Konzentrationsgradienten über eine semipermeable Membran

SCUF (slow continuous ultrafiltration)?

Primär Volumensteuerung. Dieses Verfahren filtriert Blut durch einen Filter und nutzt somit nur die Ultrafiltration (Absorption). Im Intensivbereich von untergeordneter Bedeutung.

CVVH (Continuous veno-venous hemofiltration)?

Volumenstuerung und Clearance: Dieses verfahren baut auf der SCUF auf und verdünnt das Blut des Patienten mit Substrat (Vor und /oder hinter dem Filter).. Es nutzt somit Ultrafiltration und Konvektion

CVVHD (Continuous veno-venous hemodialysis)

Clearance kleiner Moleküle. Dieses Verfahren baut auf der SCUF auf, lässt zusötzlich Dialysat engegen dem Blutstrom flie0en und nutzt somit die Ultrafiltration  (Absorption) und Diffusion

CVVHDF (Continuous veno-venous hemodiafiltration=

Volumen und Clearance: Dieses Verfahren stellt eine Kombination aus CVVH und CVVHD dar und nutzt somit Ultrafiltration (Absorption), Diffusion und Konvektion.

Rifle-Stadien des Akuten Nierenversagens

Risk: 1,5 bis 2-facher Ansteig des Serumkreatinins oder GFR-Abfall >25%  (Urinausscheidung <0,5ml/kg KG/h für 6-12h)

Injury: 2- bis 3-facher Kreatininanstieg  der GFR-Abfall >50% (Urinausscheidung <0,5ml/kg KG/h für mehr als 12h)

Failure: 3-facher Kreantininanstieg oder Serumkreatinin >4mg/dl mit einem aktuen Anstieg >0,5mg/dl oder GFR-Abfall >75%  (Urinausscheidung <0,3ml/kg KG/h für >24h pder Anurie für >12h)

Loss: duaerhaftes Nierenversagen für >4 Wochen (Nierenersatztherapie)

End Stage Renal Disease: duaerhaftes Nierenversagen für >3 Monate (Nierenersatztherapie)

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