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Sprache Deutsch
Stufe Andere
Erstellt / Aktualisiert 29.05.2018 / 08.02.2020
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Geschichte (3)

  • Settlements
  • Community Organization
  • Arbeitsgemeinschaft und Volksheime
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Geschichte - Settlements

- Ursprung in London, geführt von männlichen Studenten, kulturell, sozial homogene Gruppe, über Bildungs- und Kulturangebote Situation verändern (Ansatz Pestallozzi: Verbessrung der Gesellschaft durch Bildung), finanziert von Kirche (Motivation ethischer, religiöser Natur: Nächstenliebe)
- Jane Addams in USA, ledige, wohlhabende, gut gebildete Frauen, unterschiedliche Kulturen und soziale Herkunft viel grösseres Angebot: Arbeitsvermittlung, Berufsbildung, wollte durch Veränderung der Infrastruktur Situation verändern, finanziert von Spenden

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Geschichte - Community Organization

spezifisch ausgerichtet auf Verbesserung von Infrastruktur in grossen Städten zur Verbesserung der Lebensumstände

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Geschichte - Arbeitsgemeinschaften und Volksheime

- Deutschland: 1901 erstes Volksheim, angelehnt an Settlement-Bewegung, ähnliche Angebote, Unterschiede: nannten sich nicht Settlement, andere politische Ausrichtung: sozialistisch, Arbeiterfrage im Zentrum, gehen weiter à sozialistische Revolution, 1911: soziale Arbeitsgemeinschaft Berlin Ost, sozialistisch, entspricht in vielen Kriterien Gemeinwesenarbeit: Clubs, Beratung, Arbeitsvermittlung, Ende bei Machtübernahme NS, sofortige Schliessung, Mitarbeiter flüchteten, da sehr sozialistische
- Schweiz: zeitverzögert (dezentraler Ablauf Industrialisierung, Armut nicht so ausgeprägt), 1926 erste Arbeitsgemeinschaften, „Ulme“ in Basel, Frau von oreilly, Alice Salomon Hochschule, hat Berlin Ost kennengelernt, zusammen mit Ärzteehepaar Ulme gegründet, kleinere Städte, kleinere Armutsviertel, Struktur vergleichbar mit USA, kulturelle Vielfalt, v.a. Kinder/Jugendliche, Lager, Bildungsangebote, Bibliothek, von Anfang an finanziell unsicher, sozialistische Arbeiterbewegung nicht so stark wie in Deutschland, Nachfrage sehr gross, 2.Weltkrieg Schliessung wegen Personalmangel

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Verständnis

Die Gemeinwesenarbeit ist nicht auf das Individuum gerichtet. Sie zielt auf ein Gemeinwesen.

  • Soziale Probleme in einem Gemeinwesen führen zur Initiierung von Gemeinwesenarbeit.
  • Die sozialen Probleme werden nicht aus einer individuellen, sondern aus einer gesellschaftlichen Perspektive betrachtet und bearbeitet.
  • Verschiedene Hilfsangebote werden koordiniert.
  • Die Gemeinwesenarbeit nutzt verschiedene Methoden, sie arbeitet methoden-integrativ.
  • Die Beteiligung der Bevölkerung eines Gemeinwesens soll bewirkt werden
  • Qualifizierungs- und Bildungsmöglichkeiten sind ein zentrales Element.
  • Gemeinwesenarbeit benötigt ausgebildete Fachkräfte
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Konzepte (4)

  • Wohlfahrtsstaatliche Gemeinwesearbeit
  • Integrative Gemeinwesearbeit
  • Aggressive Gemeinwesearbeit
  • Katalytische / aktivierende Gemeinwesearbeit
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Wohlfahrtsstaatliche Gemeinwesearbeit

  • Kennzeichen: bessere Ausstattung von Sozialräumen mit sozialen Dienstleistungsangeboten und vor allem deren Koordination, keine Beteiligung der Betroffenen = formal
  • Rolle Sozialarbeitende: Dienstleistungsmanager (Wie viele Menschen gibt es, wie viel Angebote hat es schon, braucht es noch), staatlich
  • Beispiele: Stadtplanung, sozialer Wohnungsbau, Jugendamt,
  • Unterschiede: Einzelfallhilfe: es geht prinzipiell nicht um Einzelne, Soziale Gruppenarbeit: versucht individuelle Probleme durch Gruppe zu lösen, GWA versucht um Gruppe herumzuarbeiten
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Integrative Gemeinwesearbeit

  • Kennzeichen: gerechte Gesellschaft als Ausgangslage, Bedürfnisse ermitteln, optimale Ausnutzung der bestehenden oder potenziell zu aktivierenden Quellen, einzelne Bürger werden aktiv miteinbezogen bei Gestaltung, kann Bedürfnisse selber mitteilen, seine Ressourcen werden anerkannt und miteinbezogen
  • Rolle Sozialarbeitende: Katalysator, Vermittler
  • Beispiele: heutige Gemeinwesenarbeit, z.B. Quartierarbeit, offene Kinder- und Jugendarbeit, kulturelle Angebote (Theatergruppen,), Sprachkurse, Müttertreffen, etc.
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Aggressive Gemeinwesearbeit

  • Kennzeichen: politische Perspektive kritische Analyse der Gegenwartsgesellschaft à Gesellschaft, so wie sie ist, verursacht Probleme, daher muss Kapitalismus abgeschafft werden, gezielte Organisation der Bürger zu einer Gegenmacht, die ihre Interessen vertritt à Revolution
  • Rolle Sozialarbeitende: Beratung der Organisationen mit Tipps, Anregung der Organisationen, Aktivierung der Bürger
  • Beispiele: Alinsky in USA (Zusammenhang «Schwarzenbewegung»), Hausbesetzerszene in den 80er Jahren Ost-Berlin (vorsichtig zu geniessen, keine Fachkräfte)
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Katalyticshe / aktivierende Gemeinwesearbeit

  • Kennzeichen: gesellschaftskritische, politische Perspektive (wie aggressive GWA, aber fundamentale Veränderungen nötig, sind aber realistischer, pragmatischer à Fernziel bessere Gesellschaft), Hier und Jetzt: Initiierung und Stützung von Gruppenselbsthilfe/Projekte, Installierung von «Verbindungsleuten»
  • Rolle Sozialarbeitende: Katalysator, Beobachter, Informator, Kritiker, Trainer, Provokateur, Vermittler (Rahmen geben, aktivieren, Gruppen leiten) Initiative kommt mehr von Beteiligten
  • Beispiele: viele aggressive Gemeinwesen-Projekte, sind heute katalytische Gemeinwesenarbeit, z.B. Reitschule Bern (hat auch kulturelle Aspekte), viele Projekte in Südamerika, oft kirchlicher Kontext
  • Unterschiede: politische Leitideen, Rollenverständnis,
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Phasierung des Hilfsprozesses

  • Erkundung
  • Problemdefinition
  • Planung
  • Durchführung
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Rolle und Verhaltensweisen des Gemeinwesearbeiters

  • Verantwortliche/ Verantwortlicher
  • Befähigerin/ Befähiger 
  • Sachverständige/ Sachverständiger
  • Sozialtherapeutin/ Sozialtherapeut

 

Spannungsverhältnis zwischen:

Selbstbestimmung und Einmischung

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Techniken und Verfahren

  • „Verfahren der Kontaktaufnahme und Kontaktpflege“
    Beispiele: sich vorsteelen bei anderen Dienstleistern, z.B. als Sozialabreitender in der Schule, an bestimmte Orte gehen, z.B. Spielplätze, Jugendtreffpunkte
  • „Verfahren der Feldforschung“
    Beispiele: Befragung der Problemlagen/Bedürfnisse, passive oder teilnehmende Beobachtung (z.B. im Rahmen eines Projektes), auf bestehende Daten zurückgreifen
  • „Verfahren der Meinungsbildung“
    Beispiele: Methoden der sozialen Gruppenarbeit, z.B. Gespräche, Diskussionen um Meinungsbildungsprozess voranzutreiben
  • „Verfahren der politischen Einflussnahme“
    Beispiele: Öffentlichkeitsarbeit, informieren, aufklären, sich politisch vernetzen, Zusammenarbeit mit politischen Gruppen, z.B. Gewerkschaften, sich mit anderen Gemeinwesen vernetzen, Demonstration, Hausbesetzungen, Streiks à bei aggressivem