KT Datalink Layer - Kapitel 4

Kapitel 4, Datalinklayer, Kommunikationstechnik ZHAW

Kapitel 4, Datalinklayer, Kommunikationstechnik ZHAW


J. S.
Diese Lernkarten behandeln fortgeschrittene Themen der Datenübertragung im Datalink Layer, wie sie an Universitäten gelehrt werden. Sie konzentrieren sich auf die Struktur und Übertragung von Frames, Fehlererkennung und -korrekturverfahren wie Hamming-Distanz und CRC, sowie auf verschiedene Zugriffsverfahren wie Token Passing und CSMA/CD. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende der Informatik, die sich mit Netzwerkprotokollen und Datenübertragungstechniken vertraut machen möchten.
Karten
59
Lernende
11
Sprache
Deutsch
Kategorie
Informatik
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
27.05.2018 / 22.11.2020

Lernkarten

Was sind Vor- und Nachteile des Master/Slave-Verfahrens?

Vorteil:

  • Keine Konflikte, da der Master „alles im Griff hat“
  • Anschaltung der Slaves sehr einfach
  • die Zeit zwischen zwei Slave-Zugriffen voraussehbar
    => Damit ist das Master/Slave-Verfahren deterministisch

Nachteil:

  • Ausfall des Masters ist kritisch (Single Point of Failure)
  • grössere Transferzeit beim Datenaustausch zwischen zwei Slaves, da die Daten immer über den Master
    transferiert werden

Wie funktioniert das Token Verfahren (token passing)?

  • Die Sendeberechtigung wird in einer festgelegten Reihenfolge weitergereicht.
  • Knoten senden nur, wenn sie ein Token halten

Was sind Vor- und Nachteile des Token-Verfahrens (token passing)?

Vorteile

  • die Kommunikation erfolgt Peer-to-Peer, also direkt zwischen den Knoten (Kein Master nötig)
  • Jeder Knoten ist innerhalb eines bestimmten Zeitintervalls einmal sendeberechtigt
    => Token Passing ist wiederum ein deterministischer Zugriffsmechanismus

Nachteile

  • das Verfahren ist beim Startup und im Betrieb (Management) relativ aufwändig
    => Geht beispielsweise ein Token verloren, so muss ein Mechanismus vorhanden sein, um dieses zu regenerieren.

Wie funktioniert das Token Verfahren mit der Variante, dass ein Frame anstelle des Tokens geschickt wird?

  • Knoten fügen ihre Daten an den vorbestimmten Positionen ein (ISDN-B-Kanal, Interbus, Ethercat) oder hängen die Daten hinten am Frame an (PROFINET Dynamic Frame Packing)
  • Typische Anwendung in einer Master/Slave-Konfiguration

Vor- und Nachteile des Mediums Zugriff über Zeitsteuerung

Vorteil:

  • Optimierung möglich (nach Auslastung, Durchsatz, «Reisezeit» etc.)
  • deterministisch

Nachteile:

  • Planung und genaue Zeit in allen Knotepunkten erforderlich
  • Konflikte mit unplanbarem Verkehr (SBB Chargo)

Welche dieser Medium Zugriff Verfahren sind deterministisch?

Wie funktioniert das Carrier Sense Multiple Access Verfahren (CSMA)?

Beim CSMA-Verfahren ist jede Station gleichberechtigt und darf jederzeit auf den Bus zugreifen,
nachdem kontrolliert wurde, dass dieser frei ist (Carrier Sense). Ist der Bus besetzt, so wird
gewartet und etwas später wieder versucht die Meldung abzusetzen (Multiple Access).

Vor- und Nachteile des Carrier Sense Multiple Access Verfahren

Vorteile

  • keinen Master benötigt
  • kommt ohne Konfiguration und Planung aus
  • Jede Station ist gleichberechtigt

Nachteile

  • es kann nicht vorausgesagt werden, wann ein Knoten den Bus für einen Sendevorgang bekommt
    => Verfahren ist nicht deterministisch
  • Es kann Kollisionen geben (Wenn mehrere Knoten gleichzeitig auf die Freigabe warten und gleichzeitig anfangen zu senden)

Welche Arten von Behandlungen für Kollisionen beim Carrier Sense Multiple Access gibt es?

  • Carrier Sense Multiple Access / Collision Detection (CSMA/CD)
  • Carrier Sense Multiple Access with Collision Resolution (CSMA/CR)

 

Wie funktioniert die Kollisions Behandlung bei CSMA/CD?

Bei CSMA/CD muss jeder beteiligte Knoten eine Kollision feststellen. Um sicher zu gehen, dass alle Knoten die stattgefundene Kollision registriert haben, wird ein Jam-Signal ausgegeben. In diesem Fall bricht er die Übertragung ab und wartet eine zufällige Zeit, bis er erneut einen Sendeversuch startet.

Wie funktioniert die Kollisions Behandlung bei CSMA/CR?

CSMA/CR erfordert eine Form von Hardware-unterstützter Arbitrierung; d.h. einer der Signalpegel (1 oder 0) wird als dominant definiert und gewinnt im Konfliktfall. Nur der Verlierer kann eine solche Kollision feststellen und bricht seine Übertragung ab. Der Gewinner fährt mit der Übertragung seiner Daten fort.

Vor- und Nachteile des CSMA/CR

Vorteil

  • Es geht durch die Kollision keine Übertragungskapazität verloren

Nachteil

  • Arbitrierung muss innerhalb einer Bitzeit erfolgen
    Damit ist die maximale Ausdehnung des Netzwerksegments auf ca. eine halbe Bitlänge beschränkt (Ausdehnung
    eines Bitpulses auf dem Übertragungsmedium).

Wofür braucht man die Flusssteuerung?

Überlastprobleme können beim Empfänger auftreten, wenn ein Sender über eine gewisse Zeit mehr
Daten produziert, als der Empfänger verarbeiten kann. Geht dem Empfänger der Speicher aus, so
bleibt ihm nichts anderes übrig, als Daten zu verwerfen. Um solche Situationen zu verhindern, wird
eine Flusssteuerung (Flow Control) benötigt, die es dem Empfänger erlaubt, den Sender temporär
zu stoppen.

Welche zwei Arten gibt es bei der Flusssteuerung?

  • Flusssteuerung mit Start-Stop-Meldungen
  • Flusssteuerung mit Stop-and-Wait-Protokoll

Wie funktioniert die Flusssteuerung mit Start-Stop-Meldungen?

Erreicht der Empfangs-Buffer des Empfängers eine obere Limite, so schickt dieser eine Stop-Meldung. Und umgekehrt: Wenn im Empfangs-Buffer eine untere Limite erreicht ist, wird der Sendevorgang mit einer Startmeldung wieder freigegeben. Die Stop-/Start-Meldungen können über separate Steuerleitungen oder Meldungen im Datenrückkanal erfolgen.

Wie funktioniert die Flusssteuerung mit Stop-and-Wait-Protokoll?

  • Sender wartet auf Quittung
  • Empfänger verzögert seine Quittierung und stoppt damit die Übertragung

Wenn für die Fehlerkorrektur ein Stop-and-Wait-Protokoll verwendet wird, so ist eine implizite Flusssteuerung vorhanden (Abbildung 4.25). Der Empfänger kann einfach die Quittierung verzögern, bis er wieder bereit zur Aufnahme von Daten ist. Im einfachsten Fall wird das Problem so gelöst, dass der Empfänger die Quittierung jedes einzelnen Frames verzögert, bis
er dessen Daten verarbeitet hat. Eine solche einfache Fluss-Steuerung kann die Kapazität des Übertragungskanals nicht gut nutzen. In der Praxis werden darum oft sogenannte Schiebefensterprotokolle eingesetzt (siehe Kapitel 8).

Die Daten in einem Frame werden einmal mit einem einzigen Parity-Bit und einmal mit einer 32-Bit CRC Prüfsumme versehen. Vergleichen Sie die beiden Verfahren bezüglich Vor- und Nachteilen

Parity-Bit:

  • schnell berechnet (+),
  • nur 1 Bit Overhead (+),
  • erkennt nur Einbitfehler (-)

CRC:

  • auch Mehrbitfehler mit hoher WSK (+),
  • Berechnung dauert länger (-),
  • 4 Bytes Overhead (-)

Wieso braucht es nur bei der synchronen Übertragung Start- und Endeflags?

Die Flags dienen zur Bestimmung von Frameanfang und -ende im kontinuierlichen Datenstrom des Physical Layers. Bei der asynchronen Übertragung genügen dazu Start-Bits oder eine längere Preamble

Wieso benötigt man Bit-Stuffing und wie wird es gemacht?

Bit-Stuffing entfernt Start- und Endeflag aus den Daten im Frame. Mit dem Flag 01111110 wird jeweils nach 5 Einsen im Frame eine 0 eingefügt

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