SKL-Neurologie

Fragenkatalog

Fragenkatalog


J. B.
Diese Karteikarten bieten eine umfassende Übersicht über neurologische Erkrankungen und Symptome auf Berufslehre-Niveau. Sie behandeln verschiedene Syndrome wie das Guillain-Barre-Syndrom, Parkinson und Myasthenia gravis, sowie spezifische Nervenschäden und deren Diagnosen. Die Lernkarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten und Berufsleute in der Neurologie, da sie detaillierte Beschreibungen von Symptomen, Therapien und Differentialdiagnosen liefern.
Karten
121
Lernende
7
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Berufslehre
Erstellt / Aktualisiert
26.03.2018 / 22.08.2018

Lernkarten

24. Geben Sie eine Kurzdefinition für multiple Sklerose.

Autoimmunerkrankung des ZNS mit schubweiser Zerstörung der Myelinscheiden durch Immunzellen

25. Was versteht man unter einem Schub im Rahmen der MS?

Akute subjektive oder objektive neurologische Symptome, die sich binnen Stunden bis Tage entwickeln und mind. 24h lang anhalten.

26. Nennen Sie mind. 3 Beispiele für mögliche Symptome während eines MS-Schubs.

  • Sehstörung
  • Halbseitenlähmung
  • Missempfindungen in einer Extremität
  • Doppelbilder
  • Gleichgewichtsstörungen
  • etc.

27. Was versteht man unter Uhthof-Phänomen?

Zunahme neurologischer Defizite im Rahmen einer Körpertemperaturerhöhung bei MS.

28. Nennen Sie die häufigste medikamentöse Therapie eines MS-Schubes.

Hochdosierte intravenöse Cortisongabe über 3-5 Tage (Cortisonstoßtherapie)

29. Bei hochaktiver MS-Erkrankung werden unter anderem Tysabri® und Gylenia® zur Schubprophylaxe eingesetzt. welche unerwünschte Wirkung wird dabei besonders gefürchtet? Was passiert dabei?

Progressive multifokale Leukenzephalopathie.

->JC-Virus wird im Körper reaktiviert, wandert in das ZNS ein und zerstört dort die Oligodendrozyten (Myelinscheiden)

30. Welche Symptome sind bei der progressiven multifokalen Enzephalopathie zu erwarten? Nennen Sie mind. 3

  • Aphasie (Sprachstörung)
  • Gesichtsfeldausfälle
  • kognitive Defizite
  • sensible Defizite
  • spastische Lähmungen

31. Unter Schlaganfall versteht man einen schlagartigen Ausfall von Hirnfunktionen. Wodurch werden Schlaganfälle unmittelbar ausgelöst?

gefäßverschluss mit Ischämie oder Blutung

32. Wie können Ischämien entstehen? Nennen Sie mind. 2 Beispiele.

Durch:

  1. Embolie
  2. lokale Thrombose
  3. hämodynamisch

33. Welche Symptome erwarten Sie bei einem Patienten mit Verschluss der A. cerebri media links? Nenn Sie 4!

  • Hemiparese rechts
  • Hemihypästhesie rechts (sensomotorisches brachiofazialbetontes Halbseitensyndrom rechts)
  • Aphasie
  • Apraxie
  • Blickwendung nach links
  • Dysphagie
  • Verwirrtheit
  • Unruhe

34. Ihr Kollege erhebt bei einem Patienten mit Hemiparese rechts Pusher-Symptomatik. Was meint er damit?

Patient hat Angst zur nicht gelähmten Seite zu fallen und drückt sich beim Aufrichten aus dem Liegen sowie im Sitzen mit aller Kraft zur gelähmten Seite.

35. Was versteht man unter Apraxie?

Motorische Fehlhandlungen, die weder auf Unverständnis der Instruktion noch auf eine motorische Behinderung zurückzuführen sind.

37. Welche 3 Domänen des Handelns können bei Apraxie gestört sein?

  1. Imitieren von Gesten/Bewegungsabläufen
  2. Ausführung kommunikativer Gesten
  3. Gebrauch von Werkzeug

38. Beschreiben Sie das Phänomen "Neglect".

Patienten verhalten sich, als würde für sie eine Seite des Außenraumes u/o des Körpers nicht existieren.

39. Bei einem Infarkt der A. cerebri anterior entsteht ein kontralaterales sensomotorisches Halbseitensyndrom. Wo liegt der Schwerpunkt der Lähmung?

Im Bein (s. Homunkulus)

40. Welches Kernsymptom erwarten Sie bei einem Patienten mit einem A. cerebri posterior-Infarkt?

Hemianopsie zur Gegenseite.

41. Nennen Sie bitte Symptome eines Kleinhirninfarktes (mind. 4)

  • Rumpf-/Stand-/Gangataxie
  • ipsilaterale Hemiataxie
  • Schwindel
  • Erbrechen
  • Kopfschmerzen
  • Spontannystagmus
  • Dysarthrie (skandierende Sprache)

42. Nennen Sie Symptome, die bei einer Basilaristhrombose auftreten können. (Mind. 4)

  • Bewusstseinsstörung (auch vorübergehend)
  • Störung der Blickmotorik (Diploplia)
  • Dysphagie
  • Tetraparese
  • gekreuztes Hirnstammsyndrom

43. Was versteht man unter einem gekreuzten Hirnstammsyndrom (Alternans-Syndrom)?

  • Ipsiläsionalen Hirnnervenausfall
  • Kontaläsionale Lähmung der Extremitäten

44. Welcher Score wird üblicherweise zur standadisierten Befunderhebung bei Schlaganfall eingesetzt?

NIH (National Institutes of Health Stroke Score)

45. Welche Akutbehandlung wird bei ischämischem Schlaganfall innerhalb von 4,5h durchgeführt?

Systemische Thrombolyse

46. Wo wird die Basisbehandlung eines Schlaganfalls oder einer TIA durchgeführt?

Auf einer stroke unit.

45. Was ist die häufigste Ursache für eine embolische cerebrale Ischämie?

Vorhofflimmern

46. Welche medikamentöse Schlaganfall-Prophylaxe wird bei Vorhofflimmern eingesetzt?

Blutverdünnung mit Marcumar oder neuen direkten Antikoagulanzien.

47. Wodurch können hochgradige Arterienstenosen entstehen?

  • Plaque
  • Entzündung
  • Dissektion

48. Nennen Sie 3 Ursachen für eine intracerebrale Blutung.

  • Bluthochdruck
  • Aneurysma
  • Tumor
  • Blutverdünnung
  • Gefäßmissbildung

49. Welche Komplikation kann bei Hirnblutung zum Tod führen?

Steigerung des Hirndrucks bis zum Perfusionsstop.

50. Was ist ein Subduralhämatom?

Venöse Blutung zwischen Hirnhaut und Gehirn.

51. Welche Symptome sind bei chronischem Subduralhämatom typtisch? Nennen Sie 2.

  1. Kopfschmerzen
  2. langsam zunehmende Hemiparese

52. Was ist ein Epiduralhämatom?

Traumatische arterielle Blutung zwischen Knochen und Hirnhaut.

53. Warum muss ein Patient nach einer Gehirnerschütterung 24h lang überwacht werden?

Wegen möglichem Wachstum von Epiduralhämatomen.

54. Nennen Sie typische Symptome einer Subarachnoidalblutung (mind. 3)

  1. Akute heftigste Kopfschmerzen
  2. Erbrechen
  3. Bewusstseinsstörung
  4. fokale neurologische Defizite (Parese, Aphasie etc.)
  5. epileptischer Anfall

55. Wie entsteht eine spontane Subarachnoidalblutung (SAB) typischerweise?

Blutung aus einem geplatzten Aneurysma.

56. Welche Komplikationen einer Subarachnoidalblutung (SAB) kennen Sie?

  • Vasospasmen mit ischämischem Hirninfarkt
  • Hydrocephalus malresorptivus

57. Welche Verletzungen kommen bei einem Schädelhirntrauma vor?

  • Schädelfraktur
  • Epiduralhämatom
  • Subduralhämatom
  • Gefäßdissektion
  • Hirnquetschung mit intracerebraler Blutung
  • Hirnnervenläsionen (z.B. Abriss des N. opticus Ausriss der Fila olfaktoria)

58. Welches Risiko birgt das offene Schädelhirntrauma?

Bakterielle Meningitis

59. Bei bewusstseinsgestörten/verletzten Patienten ist die Erhebung eines Scores mittels Glasgow Coma Scale üblich. Welche 3 Funktionen werden dabei beurteilt?

  • Augen öffnen
  • verbale Reaktion
  • motorische Reaktion

60. Welche Bedeutung haben Beuge- und Strecksynergismen?

Sie deuten auf schwerste Hirnschädigung hin.

61. Was kann der Befund einseitiger Mydriasis bedeuten?

Einseitige intracerebrale Raumforderung.

62. Was versteht man unter Hirntod?

Irreversibel erloschene Funktion von Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm.

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