UXQB Foundation Level F

Definitionen für die Zertifizierung "UXQB Foundation Level F".

Definitionen für die Zertifizierung "UXQB Foundation Level F".


N. S.
Diese Lernkarten decken grundlegende Konzepte und Prinzipien der Usability sowie die Analyse und Spezifizierung des Nutzungskontextes ab. Sie behandeln Begriffe wie system, benutzer, nutzungskontext, aufgabe und richtlinie, die für die Gestaltung benutzerfreundlicher Systeme essenziell sind. Die Karteikarten eignen sich für UX-Designer und Entwickler, die ihre Fähigkeiten im Bereich der menschenzentrierten Gestaltung verbessern möchten, um nutzerorientierte Lösungen zu schaffen.
Karten
65
Lernende
9
Sprache
Deutsch
Kategorie
Informatik
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
19.03.2018 / 14.07.2025

Lernkarten

Grundlegende Begriffe und Konzepte: Usability

  • Ausmass in dem ein interaktives System von bestimmten Benutzern in einem bestimmten Nutzungskontext genutzt werden kann um festgelegte Ziele effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen. (Gebrauchstauglichkeit)

Grundlegende Begriffe und Konzepte: Menschzentrierte Gestaltung

  • Herangehensweise zur Gestaltung und Entwicklung interaktiver Systeme.
  • Ziel ist es das System gebrauchstauglicher zu machen.
  • Der Fokus liegt auf der Verwendung des Systems unter Berücksichtigung der Arbeitswissenschaft, Ergonomie und der Gebrauchstauglichkeit.
  • Menschenzentriert da auch Interessensgruppen berücksichtigt werden welche zwar Erfordernisse haben, jedoch keine Benutzer sind.

Grundlegende Begriffe und Konzepte: ISO 9241-210: Prozess

  • Planen des menschenzentrierten Gestaltungsprozesses
  1. Analyse Nutzuungskontext
  2. Definition der Nutzungsanforderungen
  3. Erarbeiten von Gestaltungslösungen
  4. Evaluieren der Gestaltungslösung
  • Nutzungsanforderungen erfüllt

Grundlegende Begriffe und Konzepte: Interaktives System

  • Kombination von Hardware, Software und Servicekomponenten welche Eingaben von einem Benutzer erhalten und Ausgaben an den Benutzer zurückgeben.

Grundlegende Begriffe und Konzepte: Qualität

  • Grad der Erfüllung von Anforderungen durch ein System.

Grundlegende Begriffe und Konzepte: Qualitätsmerkmale

  • Usability, Korrektheit, Verlässlichkeit, Sicherheit

Grundlegende Begriffe und Konzepte: Benutzererlebnis (User Experience)

  • Benutzererlebnis = User Experience
  • Wahrnehmungen und Reaktionen einer Person bezüglich der erwarteten/tatsächlichen Benutzung eines Systems.
  • Benutzererlebnis schliesst Usability ein. Usability-Kriterien können somit eingesetzt werden um Teile des Benutzererlebnisses zu evaluieren.
  • Umfasst vor, während und nach der Benutzung:
  • Gefühle, Meinungen, Bevorzugungen, Auffassungen und Leistungen

Grundlegende Begriffe und Konzepte: Barrierefreiheit

  • Attribute eines Systems die Menschen mit eingeschränkten Fähigkeiten ermöglichen effektiv und effizient mit dem System zu interagieren.
  • Standards und Richtlinien sind verfügbar und bei gewissen Unternehmen oder Ländern gesetzlich zu erfüllen.

Nutzungskontext

  • Benutzer, Aufgaben, Ressourcen und physische / soziale Umgebung in der das System genutzt wird.

Nutzungskontext beinhaltet:

  • People = Benutzer
  • Activities = Aufgaben
  • Context = Umgebung (physisch und sozial)
  • Technologies = Ressourcen / Ausrüstung

Nutzungskontextbeschreibung

  • Ergebnisse aus den Beobachtungen und kontextuellen Interviews werden in der Nutzungskontextbeschreibung dokumentiert.
    • Diese ist die Grundlage für das Identifizieren der Erfordernisse. Weiter können so die Erfordernisse auf den Nutzungskontext zurückgeführt werden.
  • Beschreibt:
    • Benutzergruppen, Benutzergruppenprofile, Aufgaben, Umgebungen, Ausrüstung, Szenarien

Komponenten des Nutzungskontextes: Umgebung

  • Dies ist die Gesamtheit der gegeben Umstände oder Bedingungen, in denen der Benutzer arbeitet. Diese umfassen die physische, soziale und technische Umgebung.
  • Die soziale Umgebung schliesst die organisatorische Umgebung mit ein.

Komponenten des Nutzungskontextes: Aufgabe

  • Eine Aufgabe ist die Aktivität welche erforderlich ist um ein Ziel zu erreichen.
    • Ein Ziel ist ein angestrebtes Arbeitsergebnis.
  • Aufgaben können meistens in Teilaufgaben unterteilt werden.
  • Teilaufgaben können zum Teil wiederum in Teilaufgaben unterteilt werden.
  • Teilaufgaben führen meistens zu Auswahlmöglichkeiten oder Eingaben des Benutzers während der Nutzung des Systems.

Komponenten des Nutzungskontextes: Nutzungsobjekt / Arbeitsmittel

  • Dies sind die wichtigsten Informationseinheiten oder Daten mit denen der Benutzer interagiert um seine Aufgabe durchzuführen.
  • Englisch: Task Object

Verstehen des Nutzungskontextes: Beobachtung

  • Mit dieser Technik werden Kontextinformationen zu den Erfordernissen im Nutzungskontext gesammelt.
  • Der Beobachter beobachtet den Benutzer während der Ausführung von Aufgaben im System.
  • Der Beobachter greift nur bei zu klärenden Fragen ein.
  • Die Beobachtung kann auch bei manuellen Abläufen verwendet werden.
  • Die Beobachtung sollte wenn möglich in einem natürlichen Kontext stattfinden.

Verstehen des Nutzungskontextes: Interview

  • Dient zum Sammeln von Daten. Dies geschieht bei sorgfältig ausgewählten Individuen und dient dazu ein tieferes Verständnis für die Arbeitstätigkeit der Benutzer zu erhalten.
  • Mit dem Interview sollen Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Benutzung des Systems aufgedeckt werden.

Verstehen des Nutzungskontextes: Kontextuelles Interview

  • Findet dort statt wo der Benutzer normalerweise mit dem System interagiert also am Ort des Handlungsgeschehens.
  • Englisch: Contextual inquiry

Verstehen des Nutzungskontextes: Kontextuelles Interview - Meister-Schüler Modell

  • Der Interviewer demonstriert nicht sein Wissen. Der Benutzer ist der Meister und der Interviewer der Schüler. Somit stellt der Interviewer seine Fragen um etwas zu lernen.

Verstehen des Nutzungskontextes: Kontextuelles Interview - Suggestivfrage

  • Diese Fragestellung beinhaltet bereits eine gewisse Präferenz und versucht somit die Antwort in eine gewisse Richtung zu lenken.

Verstehen des Nutzungskontextes: Kontextuelles Interview - Neutrale Frage

  • Diese Fragestellung beinhaltet keine Präferenz und schliesst auch keinen Aspekt aus. Die Frage kann so nicht in eine Richtung gelenkt werden.

Verstehen des Nutzungskontextes: Kontextuelles Interview - Offene Frage

  • Diese Fragestellung zieht keine Einschränkung der Antwortmöglichkeiten nach sich. Sie animiert den Benutzer zur freien Rede und lässt somit ausführliche Antworten zu.

Verstehen des Nutzungskontextes: Kontextuelles Interview - Geschlossene Frage

  • Diese Fragestellung lässt nur eine Antwort aus einer vordefinierten Auswahlmöglichkeit zu. Oft einfach nur „ja“ oder „nein“.
  • Sollte nicht zu oft nacheinander verwendet werden da sie sonst den Redefluss unterbrechen.

Verstehen des Nutzungskontextes: Fokusgruppe

  • Diese Gruppe besteht aus einer Auswahl von Benutzern. Die Diskussion wird von einem Moderator geführt welcher Fragen zu einem bestimmten Thema stellt.
  • Fokusgruppen befassen sich mit Meinungen, Usability-Tests mit der Beobachtung des tatsächlichen Benutzerverhaltens.
  • Die Fokusgruppe ist kein Ersatz für eine Usability-Evaluierung.

Spezifizieren des Nutzungskontexts: Benutzergruppe

  • Eine Gruppe von Benutzern welche dieselben oder ähnliche Personenmerkale haben. Weiter befinden sie sich im gleichen oder ähnlichen Nutzungskontext.

Spezifizieren des Nutzungskontexts: Persona

  • Abstrahiertes Benutzergruppenprofil am Beispiel von einer Person. Eine Persona ist keine existierende Person. Sie ist ein erfundenes Beispiel auf Basis eines realen Benutzers und empirisch ermittelten Daten. Die Daten können durch Beobachtungen oder Interviews erhoben werden.
  • Beschreibt das Bedürfnis konkret auf das Thema.
  • Personas beschreiben typischerweise: Namen, Alter, einige Hintergrundinformationen, Ziele und Wünsche.
  • Weiter muss das wesentliche Wissen und das Interesse im Kontext des Systems beschrieben werden.
  • Kann ein Bild enthalten.

Spezifizieren des Nutzungskontexts: Aufgabenmodell

  • Beschreibt die Teilaufgaben welche erledigt werden müssen um die Ziele zu erreichen.
  • Beschreibt die Logik einer Aufgabe.
  • Szenarien und Personas dienen als Grundlage für das Aufgabenmodell.

Spezifizieren des Nutzungskontexts: Szenario

  • Narrative Textbeschreibung des Vorgehens welches ein Benutzer anwendet um eine oder mehrere Aufgaben zu erledigen.
  • Beschreibt die Erledigung einer oder mehrerer Aufgaben durch eine Persona.
  • Szenarien werden von Benutzern auf ihre Richtigkeit überprüft um Missverständnisse zu entdecken.
  • Ein Szenario darf nicht zu spezifisch (die Lösung beschreibend) sein.
  • Szenarien werden benutzt, um Aufgabenmodelle und frühe Prototypen zu erstellen.

Spezifizieren des Nutzungskontexts: Ist-Szenario

  • Beschreibt wie die Aufgaben bisher gemacht werden.
  • Beschreibt somit den aktuellen Nutzungskontext. Dient dazu um Erfordernisse und Nutzungsanforderungen abzuleiten.

Spezifizieren des Nutzungskontexts: SOLL-Szenario (Nutzungsszenario)

  • Beschreibt wie Aufgaben mit dem zukünftigen System erledigt werden. Dient als Basis für die Entwicklung von Low-Fidelity-Prototypen.

Komponenten des Nutzungskontextes: Benutzer

  • Person welche mit dem System arbeitet oder Daten nutzt welche vom System erzeugt werden.

Komponenten des Nutzungskontextes: Direkter Benutzer

  • interagiert mit dem System direkt

Komponenten des Nutzungskontextes: Direkter Benutzer - Primäre Benutzer

Interagieren mit dem System um ein Ziel zu erreichen.

Komponenten des Nutzungskontextes: Direkter Benutzer - Sekundäre Benutzer

  • Interagieren mit dem System um Unterstützung (Support) zu geben oder warten dieses.

Komponenten des Nutzungskontextes: Indirekter Benutzer

  • Kommt mit dem System nicht direkt in Kontakt.

Komponenten des Nutzungskontextes: Interessenvertreter

  • Kann Benutzer sein oder auch nicht. Arbeiten sie nicht direkt mit dem System werden sie nicht als Benutzer betrachtet.

Spezifizieren des Nutzungskontexts: Aufgabe

  • Werden vom User Requirements Engineer auf Basis von Beobachtungen und Interviews erstellt.
  • Szenarien und Personas werden zusammen entwickelt. Grund ist, dass das Analysieren von Benutzern einerseits ihr Handeln andererseits auch Verhalten aufzeigt.

Spezifizieren des Nutzungskontexts: Erfordernis

  • Voraussetzung um ein Ziel zu erreichen.
  • Ein Erfordernis ist unabhängig von jeglicher Lösung für dieses Erfordernis.
  • Erfordernisse zeigen oftmals Lücken auf zwischen dem was ist und dem was sein soll.
  • Besteht aus folgenden Elementen:
    • Benutzer
    • Voraussetzung
    • Nutzungskontext
    • Ziel

Spezifizieren des Nutzungskontexts: Erfordernis identifizieren

  • Um Erfordernisse zu identifizieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten:
    • Interviews
    • Beobachtungen
    • Benutzerbefragungen
    • Usability-Evaluierungen
    • Expertenanalysen
    • ...

Spezifizieren des Nutzungskontexts: Anforderungen

  • Eine Bedingung oder Fähigkeit die das System erfüllen muss.
  • Eine Anforderung sollte eine festgelegte Bedingung haben, mit der sie validiert werden kann.
  • Besteht aus:
    • Interessenvertreteranfoderungen
    • Marktanforderungen
    • Organisatorische Anforderungen
    • Nutzungsanforderungen

Spezifizieren des Nutzungskontexts: Anforderungen - Interessenvertreteranfoderungen

  • Ein Individuum oder eine Organisation. Hat ein Anrecht, einen Anteil, einen Anspruch oder ein Interesse am System oder dessen Merkmalen.
  • Alle Benutzer sind Interessenvertreter.
  • Englisch: Stakeholder

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