Finance

Spezialtheme für am Mändig

Spezialtheme für am Mändig


M. S.
Diese Lernkarten decken finanzielle Konzepte auf Universitätsniveau ab. Sie behandeln Themen wie Anlage, Risiko und Wahrscheinlichkeit, mit Fokus auf Szenarien und Aktien. Besonders relevant sind die USA und die Schweiz, wobei die Schweizerische Nationalbank (SNB) eine zentrale Rolle spielt. Die Karten erklären geldpolitische Instrumente, Transmissionsmechanismen und die Quantitätsgleichung des Geldes. Sie eignen sich für Studierende der Betriebswirtschaftslehre, die sich mit Finanzmärkten und -strategien vertraut machen möchten.
Karten
102
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
BWL
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
27.01.2018 / 05.02.2018

Cartes-fiches

Beschreibe Erstes Anlage-Risiko-Szenario: US- Konjunktur und Trumpüberraschen positiv; FED in Verzug.

• Es bilden sich inflationäre Erwartungen am langfristigen Ende der Zinskurve. • FED muss die kurzen Sätze deutlich erhöhen (über Gleichgewichtszinssatz) • $ steigt kräftig an • Aktien korrigieren , da die zukünftigen Erträge mit einem deutlich höheren Diskontierungssatz versehen werden müssten. Bewertung: Wir reduzieren die Wahrscheinlichkeit für dieses Szenario von 30 auf 25 %Primär: Aktien sinken, weil i steigtSekundär: Sinkendes Investitionsvolumen bei steigenden Zinsen kann Wachstumsrate reduzieren

Wie erstellt man methodisch eine Prognose (Lagebeurteilung)?

Zuerst analysiert man die Ausgangslage, dann die Globale Konjunkturentwicklung, die Monetäre Entwicklung, die Wirtschaftspolitische Entwicklung. Daraus erstellt man eie wirtschaftliche Prognose. Auf Basis dieser definiert man 3 Anlageszenarien für die nächsten 12 Monate. Eine Baseline, ein High Growth Szenario und ein Low Growth Szenario. Alle 3 Szenarien haben eine Wahrscheinlichkeit sodass die erwartete gewichtete Performance von Aktien und Bonds errechnet wird. Anhand dieser Berechnungen und unter Beinbezug von Risikoszenarien kommt man zu einer Anlagepolitischen Schlussfolgerung, bei der man eine Empfehlung für Aktien, Obligationen, Cash, Immobilien sowie Hedging angibt. Alle Titel werden pro Region / Land oder andrer spezifischer Kategorie ausgewiesen

Homo oeconomicus (Econs) vs. Behavioral Economics(Humans)

Das Konzept des Homo oeconomicus, des wirtschaftlich rational denkenden Menschen, bildet die Grundlage für die gebräuchlichsten volks‐ und betriebswirtschaftlichen Theorien. In der Tat weisen Märkte sowie Anleger regelmässig nur eine eingeschränkte Rationalität auf. Aus diesem Grund führen wir Behavioral Finance (verhaltensorientierte Finanzierungslehre) als Forschungsgebiet ein, worin soziale, kognitive und wirtschaftliche Verhaltenstendenzen der Menschen untersucht werden.

Fehler des Referenzpunkts von Behavioral Economists

Annahme: Je höher die vergangene Rendite war, desto höher ist die Schätzung für die nächsten 12 Monate

Selektive Wahrnehmung bei der Informationsverarbeitung (Behavioural Finance)

• Auch wenn wir meinen, wir würden einen Aspekt vollkommen unvoreingenommen betrachten, nehmen wir selektiv das wahr, was wir erwarten. • Ausserdem vertrauen wir mehr auf Informationen, die von jemandem stammen, den wir mögen. • Es bereitet uns Unbehagen (Dissonanz), gegen unsere Überzeugungen zu handeln. Wenn wir jemand anderen für Fehler verantwortlich machen können, empfinden wir keine Dissonanz. • Wenn niemand da ist, dem wir die Schuld geben können, ändern wir oft unbewusst unseren Standpunkt, um unsere Entscheidungen uns selbst gegenüber zu rechtfertigen

Selektive Wahrnehmung bei Anlageentscheiden (Behavioural Finance)

• Von unserer Einstellung zu einer Aktie hängt es ab, wie wir neue Informationen zu ihr wahrnehmen. Wir neigen dazu, uns an die Informationen zu halten, die uns in unserer Meinung bestätigen, und vernachlässigen gegenteilige Informationen • Wir neigen dazu, an der Negativbeurteilung einer Anlage, die Verluste erbracht hat, auch dann festzuhalten, wenn sie mittlerweile wieder attraktiv ist (Verlustaversion).

Schutz gegen selektive Wahrnehmung (Behavioural Finance)

• Treffen Sie Ihre Entscheidung darüber, wann Sie eine Kapitalanlage kaufen oder verkaufen sollten, nach einem definierten System. Ob das System auf fundamentaler oder technischer Analyse oder auf einer Mischung aus beiden basiert, spielt dabei keine Rolle. • StopLoss‐Marken sind eher kritisch zu beurteilen. • Nicht auf einzelne Firmen und/oder Themen setzen, um emotionale Bindungen möglichst gering zu halten.

Irrationale Entscheide durch Gruppenverhalten (Behavioural Finance)

• Im Allgemeinen können gut aufeinander abgestimmte Gruppen akkuratere Entscheidungen treffen als Einzelpersonen, die nur für sich handeln. • Allerdings können Effekte wie Gruppendenken (engl. Groupthink), charakterisiert durch unkritisches Denken und Konformität unter den Gruppenmitgliedern, auch eine qualitative Verschlechterung der Entscheidungsfindung hervorrufen (Herdentrieb).

Evolutionstheoretische Begründung desHerdenverhaltens (Behavioural Finance)

Der Herdentrieb bei Tieren, wie z.B. bei Gnus oder Zebras bei ihrenjährlichen Wanderungen über die afrikanischen Savannen, reduziert fürdas einzelne Tier die Gefahr, von Raubtieren angegriffen zu werden.

Gruppendenken und Herdentrieb reduzieren (Behavioural Finance)

• Gegenargumente zulassen • Personen mit geringster Erfahrung zuerst sprechen lassen • Entscheid in Portfoliokontext fällen, Stories und Modetrends hinterfragen • Advocatos diaboli zulassen, Kultur der kritischen Reflexion pflegen • Gerüchte und Zufallsereignisse nicht beachten • Systematischen, ruhigen, wenig transaktionsorientierten approach wählen

Verlustaversion (Stolz und Bedauern) (Behavioural Finance)

• Asymmetrie zwischen Gewinnen und Verlusten: • 1. Gewinn von 27% mit 53% und Verlust von 20% mit 47% Wahrscheinlichkeit oder • 2. Gewinn von 8% mit 84% und Verlust von 0% mit 92% Wahrscheinlichkeit • Es wird 2 gewählt trotz ident. Erwartungswert

Prospekttheorie (Behavioural Finance)

Die Prospect Theory identifiziert vier charakteristische Merkmale, die kennzeichnen, wie Menschen Wertpapiere beurteilen: 1. Anleger bewerten Ergebnisse anhand eines bestimmten Referenzpunkts. 2. Anleger sind bestrebt, relative Verluste zu diesem Referenzpunkt zu vermeiden. 3. Wenn Anleger mit Verlusten konfrontiert werden, ändert sich ihre Einstellung gegenüber Risiken drastisch (Verlustaversion). 4. Anleger überschätzen gewöhnlich die Wahrscheinlichkeit von Ereignissen, die höchst unwahrscheinlich sind (Dispositionseffekt).

Dispositionseffekt (Behavioural Finance)

Aktien, die länger im Anlaegerportfolio gehalten werden, haben im Durchschnitt eine geringere Rendite, weil Anleger nur zögerlich Aktien mit Verlust im Abwärtstrend verkaufen

Verlustaversion (Stolz und Bedauern) (Behavioural Finance)

Verlierer bleiben zu lange im Portfolio

Verlustaversion verringern? (Behavioural Finance)

Am besten: Portfolio wenig anschauen!

Risk seeking (Behavioural Finance)

Wahrscheinlichkeit selten eintretender Ereignisse wrden über und jene häufig eintretender Ereignisse unterschätzt (Risiko bereitet vergnügen

Fuastregeln (Heuristiken) (Behavioural Finance)

Das menschliche Gehirn speichert keine Ereignisse, sondern rekonstruiert sie mittels logischer Schlussfolgerungen. Fehlende Details werden mit Hilfe assoziierter Erinnerungen oder anderer relevanter Informationen ersetzt. Das Problem dabei ist, das wir nicht zwischen originalen und «geliehenen» Elementen unterscheiden können. • Negative Erfahrungen gehen schneller vergessen als positive. • Dinge werden rückblickend anders beurteilt (hinsight bias): auch bekannt als «Ichhabeesimmerschongewusst»‐ Effekt. • Fazit: Anlageentscheidungen dokumentieren (Hildebrand)

Verhaltensorientiertes Portfoliomanagement (Behavioural Finance)

Riskante Anlagen mit hohem Renditepotenzial bei niedrigen Investitionskosten können dem Anleger auch Spannung und Vergnügen bereiten.

Irrationales Verhalten reduzieren: (Behavioural Finance)

• Spekulativen und trendige Anlagen begrenzen • Schlechtem Geld kein gutes Geld hinterher werfen • Irrationale Phänomene erkennen um so hohe Kosten zu vermeiden (System statt Bauch)

Repräsentationsheuristik (Behavioural Finance)

Nehmen wir an, eine Münze wird dreimal geworfen, und jedes Mal landet sie auf Kopf. Welche Seite würden Sie wählen, wenn Sie 100 USD auf den nächsten Wurf wetten müssten? Kopf / Zahl / Keine Präfe‐ renz? (Zahl=Gambler’s fallacy)

Verfügbarkeitsheuristik (Behavioural Finance)

Die Verfügbarkeitsheuristik erklärt den Mangel an Risikokapital: Nicht vorstellbar, da nie geschehen. Andererseits wird die Wahrscheinlichkeit höchst unwahrscheinlicher Ereignisse wie die eines Lottogewinns oft überschätzt.Viel öffentliche Aufmerksamkeitführt zu Überschätzung derWahrschein‐lichkeit:• Die Wahrscheinlichkeit, durchherabfallende Flugzeugteile getötetzu werden, ist jedoch 30 Mal höherals von einem Haien getötet zuwerden.• Investmentthemen (Stories) habenviel Aufmerksamkeit: Sie werdenüberschätzt.• Fazit: Anlageentscheide auf Faktenabstützen

Ankering und Anpassungsheuristik (Behavioural Finance)

• Experiment: Zwei Gruppen wurde ein Glücksrad mit Nummern von 1 bis 100 gezeigt. Nach dem Drehen landete die Nadel bei der ersten Gruppe auf der 65 und bei der zweiten Gruppe auf der 10. • Anschliessend: Schätzung der Zahl afrikanischer Staaten. als Anteil der UNO. Die Gruppe, bei der das Glücksrad auf der 65 stehen blieb, schätzte diesen Anteil auf durchschnittlich 45 Prozent, während die Schätzung der Gruppe, die vom Glücksrad die Bezugszahl 10 erhalten hatte, bei durchschnittlich 25 Prozent lag (Abb. 4). • Vgl. weitere Beispiele UBS S. 44 und 45.

Attribution Theorie und eskalierendes Kommitment (Behavioural Finance)

• Dissonanz (Unwohlsein) kann vermieden werden, wenn wir Dritte verantwortlich machen können = Attribution Theory. • Je länger wir an einer Sache festhalten, desto mehr bedauern wir, so viel Zeit (und/oder Geld) investiert zu haben und desto verzweifelter suchen wir nach einer erfolgreichen Lösung Call Center, Sunk costs). • Fazit: Nicht «gutes Geld schlechtem hinterherzuwerfen». Schwierig, da emotionale Bindung an unsere zu‐ rückliegenden Entscheidungen

Anlagepolitische Schlussfolgerungen (Behavioural Finance)

• Anlageentscheide dokumentieren • Keine detaillierten Szenarien. • Wünschenswerten Ereignissen kritisch hinterfragen • Der Zufall ist nicht selbstkorrigie ‐ rend; eine Pechsträhne ist noch lange kein Grund für eine bevor ‐ stehende Glückssträhne. • Eine Häufung von Ereignissen in der Vergangenheit erhöht nicht deren künftige Wahrscheinlichkeit. • Ereignisse, die noch nie eingetreten sind, werden tendenziell unter ‐ schätzt. • Vergessen Sie Ihre vorherigen Einschätzungen wenn neue Informationen auftreten = Fehler der Anker und Anpas ‐ sungsheuristik vermeiden. • Ziehen Sie bei der Neubewertung einer Anlage keine Konsenszahlen oder Schätzungen aus der Vergangenheit heran (Ankering vermeiden). • Erfolge und Misserfolge richtig zuordnen = Attribution vermeiden. • Vergessen Sie bei Entscheiden die Vergangenheit (Sunk costs) ; Nur Zukunft zählt

Mental Accounting (Behavioural Finance)

Ziel der Buchführung (mental Accounting): Ausgleich Kosten/Nutzen, aber • Ein Verlust von 100 USD schmerzt uns mehr, als ein Gewinn von 100 USD • Und ein Gewinn von 10 auf ein Gut mit Wert 20 wird viel stärker gewichtet als 10 auf ein Gut von 1000. • Wert eines Kaufes um so höher ,je weiter weg der Kaufpreis vom Referenzpreis liegt (=Transaktionsnutzen) : Marketing schöpft das ab: Überhöhte Referenzpreise (Framing), Aktionen, Schnäppchen, nutzlose Dinge.

Hedonic Framing (Behavioural Finance)

Empfundene Freude steigt nicht proportional mit der Höhe des Ge‐ winns = Hedonistische Bewertung (Framing). 100 CHF zu bekommen, ruft nicht das zehnfache Vergnügen eines Gewinns von 10 CHF hervor

Mental Accounting in Geldsachen (Behavioural Finance)

• Rangordnung von Geldpositionen: Kriterium: Bereitschaft Geld auszugeben: • Bar‐ und Sichtgeld wird routine‐ mässig ausgegeben • Herkunft des Geldes wichtig für Ausgabebereitschaft: • Geld aus harter Arbeit wird für grundlegende Dinge wie Miete, Lebensmittel und private Rechnungen ausgegeben. • Unverhoffte Einnahmen wie Lotteriegewinne oder Bonuszahlungen wiederum werden eher für Reputation, Unterhaltung oder Accessoires ausgegeben

Checkliste um Mental Accounting zu überwinden (Behavioural Finance)

• Geldanlagen in einem Portfoliozusammenhang betrachten, statt jede Position getrennt bewerten. • Alle Anlagen (PK, Haus, Erbschaft) in Betracht ziehen • Kauf einer Aktie: Historie vergessen/Zukunft zählt • Performance von Anlagen nur selten anschauen • Transaktionsnutzen kritisch hinterfragen (billig ist zu wenig) • Budgetposition für unangenehme Ausgaben schaffen, Rest an Wohltätigkeitsorg

Ziel von PK Studien

Mittels Umschichtungen innerhalb des bestehenden Portfolios - und unter Berücksichtigung von Restriktionen - ein für die Pensionskasse optimales Anlage-Portfolio bestimmen. Optimales Anlage-Portfolio: Bei vertretbarem Risiko den bestmöglichen zu erwartenden Ertrag aufweisen Vertretbares Risiko: Den Zweck der Pensionskasse - "die Sicherheit der Erfüllung der Vorsorge" - nicht gefährden

Theoretische Konzeption PK Studien

Ausfall-Wahrscheinlichkeit und Threshold Wahrscheinlichkeit, dass die Pensionskasse mit ihrer Anlage in eine Unterdeckung gerät Mean-Variance-Optimization nach Markowitz Bestimmung einer Efficient Frontier bestehend aus Portfolios mit maximalem zu erwarteten Ertrag bei gegebenem zu erwartenden Risiko

Aufbau PK Studien

TEIL I Aktuelle Situation der Pensionskasse IFF --> Risikofähigkeit; TEIL II Diskussion des Risikokriteriums --> Risikobereitschaft TEIL III Portefeuille-Optimierung, Diskussion der Risikound Reservepolitik --> Portfeuille Berechnungen Am Schluss: Anwendung Optimierungsmodell

Deckungsgrad PK

Aktiven / Leistungsverpflichtungen

Definiere Risikobereitschaft (PK) bzw. Risikopolitik

Wahrscheinlichkeit, mit welcher der Deckungsgrad unter 100 % rutscht (Unterdeckung)

Ermittlung im Rahmen der Risikobereitschaft (PK)

Berechnung der Ausfallwahrscheinlichkeit dre bisherigen Asset Allocation und erhöhung der Ausfall Wahrscheinlickeit mit höher zu erwarteten Renditen

Threshold Return (Rendite-Schwelle)

Berechnung aus Mindestverzinsung (MV) und Deckungsgrad (DG) Mindest-Rendite damit die Pensionskasse nach einem Jahr eine Überdeckung aufweist (DGnach einem Jahr = 1 + MV)

Ausfall-Wahrscheinlichkeit

Berechnung aus Rendite-Schwelle und Portfolio-Parameter (σ und μ) Wahrscheinlichkeit, dass die Pensionskasse nach einem Jahr eine Unterdeckung aufweist (die erarbeitete Rendite unterhalb des Threshold Returns liegt)

Unterer schraffierter Teil Gausche Glocke:

Wahrscheinlichkeit, dass wir in eine Unterdeckung fallen.

Auswirkung: Erhöhung Ausfall - Wahrscheinlichkeit

Wahl Portfolio mit höherer zu erwartender Rendite und höherem zu erwartendem Risiko

Langfristige Zielvorgabe Ausfall Wahrscheinlichkeit

1%

Threshhold (Renditeschwelle) Berechnung

(((1 + Mindestverzinsung) - Deckungsgrad PK) / Deckungssgrad PK)

Étudier