Psychothe
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Lernkarten
Psychotherapie ist als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung ausgeschlossen, wenn?
- ungünstige Motivationslage,
- Umstellungsfähigkeit nicht gegeben
- wenn Eigenart der neurotischen Persönlichkeitsstruktur (gegebenenfalls die Lebensumstände der Patientin oder des Patienten) dem Behandlungserfolg entgegensteht
- sie nicht der Heilung oder Besserung einer seelischen Krankheit, sondern allein der beruflichen oder sozialen Anpassung oder der beruflichen oder schulischen Förderung dient,
- sie allein der Erziehungs-, Ehe-, Lebens- und Sexualberatung dient.
Makroanalyse
Warum hat die Person diese Störung entwickelt?
• Vulnerabilität/Prädisposition
• Auslösende Bedingungen
• Aufrechterhaltende Bedingungen
• Wie hängt das Problem mit möglichen andern Problemen der Person zusammen?
Großvater streicht dem Kind über den Kopf. Patientin (Mutter)
denkt: „Er hat sich doch gar nicht die Hände gewaschen! Der hat doch noch den ganzen
Dreck der Türklinke und vielleicht noch Schlimmeres an den Händen! Mit so vielen Keimen
an den Händen steckt er Valerie bestimmt an!“ Sie lenkt sich mit Zahlenreihen ab (in
Zweierschritten aufwärts bis 40 zählen, dann wieder abwärts), bis der Opa gegangen ist.
Sobald er gegangen ist, wäscht sie sich selbst gründlich vier Mal die Hände, reinigt das Kind
und zieht danach es neu an. Erst wenn die Kleidungsstücke in der Waschmaschine sind,
setzt Entspannung ein.
SORKC?
S: Großvater berührt das Kind
• R emotional: Angst
• R kognitiv: Gedanken an Ansteckung, Gefahr für das Kind
• R motorisch: Ablenken, Zählen
• C: Angst lässt nach (C- gestrichen)
• S: Großvater ist gegangen
• R: wachen und umziehen
• C: Angst lässt nach
Operantes Prinzip:
Verhalten wird durch auslösende Bedingungen (S) und seine Konsequenzen (C) kontrolliert
positive Konsequenz -> positive Versärkung -> Reaktion erhöhrt sich
Was ist im SORKC Schema mit Kontingenz gemeint?
- Kontiguität: zeitlich-räumliche Nähe (z.B. unmittelbar oder erst nach Tagen)
- Regelmäßigkeit des Auftretens der Konsequenz nach der Reaktion
- Struktur, Regelmäßigkeit und Vorhersagbarkeit der Reaktion (z.B. unangenehme Konsequenz nach jedem unerwünschten Verhalten oder nur ab und zu)
Was ist im SORKC Schema mit Konsequenzen (C) gemeint?
Folgen der Reaktion R auf die Umwelt (unter Bedingung der Kontingenz K)
• Konsequenzen bewirken, dass das Symptom verstärkt oder aufrecht erhalten wird
• Fragen:
– Welche Folgen hat das für Sie? Wie verhält sich Ihre Umwelt?
– Was sind kurzfristige und was sind langfristige Konsequenzen?
Was fällt lauf SORKC Schema unter Reaktion/Verhalten?
nicht nur beobachtbares Verhalten
- Motorische Ebene (R motorisch): beobachtbare Verhaltensäußerungen (motorisch / verbal)
- Emotionale Ebene (R emotional): subjektives Erleben und Fühlen
- Kognitive Ebene (R kognitiv): Gedanken und bildhafte Vorstellungen
- Physiologische Ebene (R physiologisch): körperliche Reaktionen und Körperempfindungen
Fragen:
– Wie geht es Ihnen, wenn Sie in dieser Situation sind? Wie verhalten Sie sich?
– Wie fühlen Sie sich körperlich? Welche Gedanken gehen Ihnen durch den Kopf?
Situation
– welche Situationen lösen das problematische Verhalten aus?
– welche Situationen lösen das Verhalten nicht aus?
– gibt es weitere belastende Situationen dieser Art?
– wann ist das Problem zum letzen Mal aufgetreten?
Schwerpunkte der therapeutischen
Interventionen - Welche Methoden nutzt die Verhaltenstherapie?
- Stimulusbezogene Methoden (z. B. systematische Desensibilisierung),
- Responsebezogene Methoden (z. B. operante Konditionierung, Verhaltensübung),
- Methoden des Modelllernens,
- Methoden der kognitiven Umstrukturierung (z. B. Problemlösungsverfahren)
- Selbststeuerungsmethoden (Selbstkontrolltechniken).
Standardisierte Interviews - Nachteile?
- „Klinische“ Validität fraglich
- inhaltliche Übereinstimmung der Messung mit dem was man messen will
Standardisierte Interviews - Vorteile?
– Klinische Erfahrung nicht notwendig
– höhere Auswertungsobjektivität
– z.T. höhere Reliabilität
Nachteile von strukturierten Interviews?
– eingeschränkte Auswertungsobjektivität („klinische“ Erfahrung notwendig)
Vorteile von strukturierten Interviews
– hohe Durchführungsobjektivität (Fragen, Sprungregeln)
– höhere Reliabilität als unstrukturierte Interviews
– offene Erfassung relevanter klinischer Probleme
– hohe „klinische“ Validität (Augenscheinvalidität)
Welche Selbstbeurteilungsverfahren zur Einschätzung der Symptomschwere gibt es?
- – SCL-90-R: Symptom Checklist Revised
- – BSI: Brief Symptom Inventory
- – BDI-II: Beck Depression Inventar II
- – STAI: State Trait Anxiety Inventory
- – BAI: Beck Angst Inventar
- – OCI-R: Obsessive Compulsive Inventory
Fragebögen zur Quantifizierung der Beschwerden (Symptomschwere)
Welche Fremdbeurteilungsverfahren gibt es?
- Hamilton Depression Rating Scale (HAM-D)
- Hamilton Anxiety Rating Scale (HAM-A)
- Yale-Brown Obsessive-Compulsive Scale (Y-BOCS)
- Basis: halbstrukturierte Interviews
Psychopathologischer Befund: AMDP-System
- • Bewusstseinsstörungen
- • Orientierungsstörungen
- • Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen
- • Formale Denkstörungen
- • Befürchtungen und Zwänge
- • Wahn
- • Sinnestäuschungen
- • Ich-Störungen (Derealisation, Depersonalisation, Gedankenausbreitung, Gedankenentzug)
- • Störungen der Freizügiger
- • Antriebs- und psychomotorische Störungen
- • Zirkadiane Besonderheiten
- • Andere Störungen (Suizidalität, Aggressivität, Krankheitseinsicht, Sozialer Rückzug)
Klassifikatorische Diagnostik
– Strukturierte Interviews (z.B. SKID, DIPS)
– SKID: Strukturiertes Klinisches Interview für DSM-IV –Achse I & II
– DIPS: Diagnostisches Interview bei psychischen Störungen
– Standardisierte Interviews (z.B. CIDI, DIA-X-CIDI)
– CIDI: Composite International Diagnostic Interview
– DIA-X-CIDI Expertensystem (computerisiert)
– Ziele: Erhöhung der Reliabilität von Diagnosen
– Informationsvarianz, Beobachtungsvarianz, Interpretationsvarianz
– aber: Validität
Erfragen der Beschwerden
– Verhaltensbeobachtung
– evtl. mit Hilfe von Merkmalslisten z.B. AMDP System (Arbeitsgemeinschaft für Methodik &
Dokumentation in der Psychiatrie, 2000)
– Selbstbeurteilungsverfahren
– Fremdbeurteilungsverfahren
Ebenen der Diagnostik:
1. Erfassung psychopathologischer Merkmale
2. klassifikatorische Diagnostik (ICD-10, DSM-IV)
3. Eigenschaftsdiagnostik (z. B. Persönlichkeit, Intelligenz)
4. biographische Anamnese & Analyse aktueller Lebensbedingungen
5. Bedingungsanalytische / therapiebezogene Diagnostik
Was ist ein strukturiertes Interview?
- festgelegte Reihenfolge der Fragen
- geben Hinweise, wie die Antworten einer Person zu bewerten sind
Was ist ein standardisiertes Interview?
- legen auch fest, wie konkret eine Antwort des Pat. zu gewichten ist
Was ist ein klinisches Interview?
- Reihenfolge der Fragen
- Art der Fragen
- und Auswertung der Fragen nicht festgelegt
Welches sind die Grundprinzipien der Verhaltenstherapie?
- Problem- und Lösungsorientierung
- Zielorientierung
- Handlungsorientierung
- Generalisierung
- Transparenz
- Hilfe zur Selbsthilfe
- ständige Weiterentwicklung
Was versteht man unter Verhaltens und Problemanalyse?
- Welches Verhalten ist Problematisch?
- Unter welchen Bedingungen tritt es auf?
- Welche Bedingungen halten es aufrecht?
- umfasst Mikro und Makroanalyse
Was ist die Mikroanalyse?
- Situative Verhaltensanalyse
- Basiert meist auf SORKC Schema
- Intraindividuelle Ebene
- Analyse einer konkreten Situation
Was ist die Makroanalyse?
- Interindividuelle Ebene
- Reaktion der Umwelt
- Seit wann besteht Problem und wie ist es verlaufen?
Wofür steht SORKC?
- Situarion
- Organismus
- Reaktion
- Kontingenz
- Konsequenz
Organismusvariable
- Prädisposition
- Persönlichkeit
- Erfahrungen/Überzeugnungen
Welches sind die 3 Stufen der Makroanalyse bzw der vertikalen Verhaltensanalyse (Plananalyse)?
Ziele/Pläne -> Regeln -> Verhalten in Situationen
Ich bin ein Versager -> vermeide Aufmerksamkeit -> keine Witze erzählen