Klinische Chemie

Blutgasanalyse Wasserhaushalt Endokrinologie Schwangerschaftsdiagnostik Tumormarker HIV Alkohol Intoxikation TDM Urindiagnostik Enzyme Herzinfarktdiagnostik

Blutgasanalyse Wasserhaushalt Endokrinologie Schwangerschaftsdiagnostik Tumormarker HIV Alkohol Intoxikation TDM Urindiagnostik Enzyme Herzinfarktdiagnostik


V. F.
Diese Karteikarten bieten einen umfassenden Überblick über die klinische Chemie für Studierende der Biologie. Sie behandeln wichtige Themen wie die Analyse von Blut- und Urinproben, die Interpretation von Parametern wie pH-Wert und Anionenlücke, sowie die Diagnose und Behandlung von Vergiftungen, insbesondere durch Ethanol und andere Substanzen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende, die sich auf die Interpretation klinischer Befunde und die Anwendung toxikologischer Methoden vorbereiten.
Karten
120
Lernende
14
Sprache
Deutsch
Kategorie
Biologie
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
03.01.2018 / 26.06.2025

Lernkarten

Was ist HCG, wo wird es produziert und was ist seine Aufgabe?

HCG ist das humane Choriongonadotropin, es wird während der Schwangerschaft in der Plazenta gebildet und sorgt dafür, dass die Schwangerschaft, sowie der gelbkörper erhalten bleiben.

Es dient als Parameter der Schwangerschaftsdiagnostik

Wann können erhöhte HCG Werte auftreten?

Schwangerschaft
Chorionkarzinom
Prostatakarzinom (Männer)

 

Erklären sie das Prinzip eines Schwangerschaftstest.

Das HCG im Urin bindet an markierten Tracer AK. Antikörper-Komplex bindet an stationärem Anti-HCG AK. Ungebundene Tracer werden weiter in die Kontrolllinie gezogen und binden dort an Anti-IgG Antikörper. Die zweite Kontrollinie zeigt ob der Test funktioniert.

Was sind Parameter des Pränatalscreenings? Warum werden sie gemessen?

hCG, Schwangerschaftsbestätigung

ß-hCG und PAPP-A (Protein) + Ultraschalluntersuchung (Nackentransparenz) Risiko für Trisomie 21

hCG, AFP, uE3 und Inhibin A --> Risiko für Chromosomenanomalien (Trisomie 21) und Spina bifida

Was sind Parameter des HIV-Screenings? Wie wird mit Resultaten umgegegangen?

  • Antikörper gegen HIV-Proteine (verschiedene Gruppen)
  • HIV-1 p24 Antigen ca 6 tage früher nachweisbar (monoklonale Antikörper ECLIA)
  • HIV 4.Generationstest: Antikörper HIV-1 und 2 und p24 Antigen

Resultat ist Index-Wert, Einteilung in reaktiv (> 1) und nicht-reaktiv (< 0.9)

Grenzwertige und reaktive Werte müssen nochmal 2-fach gemessen werden (neue Probe)

Was ist der HIV-Test der 4.Generation?

Dieser test ist die neuste Version der HIV-Diagnostiktests. Mit ihm können HIV 1 und 2 Proteine sowie das Antigen p24 sensitiver gemessen werden als in Vorgängertests.

Welche drei verschiedenen Wirkmechanismen können Hormone haben?

Die Hormone können

  • Autokrin (auf sich selbst)
  • Parakrin (Auf Nachbarzelle)
  • Endokrin (Durch die Blutbahn auf andere Zellen)

wirken

In welche drei Stoffklassen werden die Hormone eingeteilt?

  • Peptidhormone
  • Aminosäurederivat
  • Steroide

Wie ist das Hormonsystem strukturiert?

Was ist zu oberst, was ist zu unterst?

Es ist hierarchisch strukturiert.

Hypothalamus

Hypophyse

Organ/Drüsenzelle/Gewebe

Körper

Wie wird das hormon System reguliert?

Durch Feedback-Mechanismus, dh. negative Rückkopplung

Was macht man bei Verdacht auf eine hormonelle Erkrankung? 

Eine Stufendiagnostik der Hierarchie:

Man beginnt bei der unterstent Hormonstuffe

Dann Hyphophysenuntersuchungen

Dann Hypothalamus (das ganze System ist betroffen)

Wo werden Hormone bestimmt?

Im Serum, Plasma oder Urin

Was ist eine primäre, sekundäre, tertiäre hormonolle Erkrankung?

primäre: Nur die letzte Hierarchie ist bertroffen (Keine Erkrankung des Hirns)

sekundäre: Die zweite Hierarchie ist betroffen (Hypophyse)

tertiäre: Den Hypothalamus betreffend

Wie kann die Regulation von Hormonen kontrolliert werden? Wie wird das gemessen?

Mittels Funktionstests: Gabe von RH zur Stimulation des Hormons, Monitoring der Hormonkonzentration über mehrere Stunden. 

Hormone werden in einer Probe immunologisch gemessen.

Was sind die Ziele der Tumordiagnostik?

  • Früherkennung
  • Entsheid über dasVorhandenseins eines Tumors
  • Lokalisation
  • Therapieverlauf

Was ist ein Tumormarker?

• Substanzen, die mit malignem Wachstum in Zusammenhang gebracht werden können

• Nachweis ein möglicher Indikator von Krebs

• Makromoleküle, die bei malignem Wachstum im Blut erstmals bzw. im Verlauf einen Konzentrationsanstieg aufzeigen

• Oder antigene Strukturen, die auf der Tumorzelloberfläche neu oder in veränderter Form nachweisbar werden

• Produkte der Tumorzelle selbst oder vom Gesunden Gewebe als Reaktion auf malignes Wachstum

Was sind Anforderungen an einen idealen Tumormarker?

  • Unterscheidung gesund, beigner, maligner
  • Hohe Sensitivität
  • Hohe Spezifität
  • Eifach, günstig, reproduzierbar, standardisierbar

 

Einschränkungen von Tumormarkern.

  • Die Herkunft des Krebs (keine Organsspezifität)
  • Kein Screening möglich (Früherfassung)

Wo werden Tumormarker eingesetzt?

  • Differentialdiagnose
  • Stadieneinteilung und Diagnose
  • Therapieentscheidung
  • Nachsorge, Monitoring

Was könnten Einfluss-und Störfaktoren für Tumormarker sein?

  • Benigne Veränderungen
    • Entzündungen
    • Operationen
    • Wundheilung
  • Methodische Fehler der Tumormarker-Messung
    • Probenentnahme/Transport/Aufbewahrung (Hämolyse)
    • Matrixeffekte
    • Verdünnungsfehler
  • Konzentrationsunterschiede
    • Metabolischer Abbau
    • Freisetzung ins Blut
    • Tumormasse/ausbreitung
    • Blutversorgung des Tumros

Wo und wie können Tumormarker gemessen werden?

Im Blut, Urin, Liquor etc.

Die Messmehtoden können immunologische Verfahren oder chemisch-physikalische Verfahren sein

Wofür steht PSA und warum wird es gemessen?

  • Prostata-spezifisches Antigen (Enzym)
  • Vorkommen ausschliesslich in Prostata Gewebe
  • Anstieg bei Prostatahyperplasie und Prostata Karzinom

Welche weiteren Methoden werden noch zur Tumordiagnostik eingesetzt?

Immunohistochemischer Nachweis

Molekularbiologische Diagnostik

Zählen sie die Anwendungen der Enzymbestimmung auf. Warum werden Enzyme bestimmt?

  • Werden Enzyme gemessen, die nicht vorhanden sein sollten, wird ein Schaden vermutet
  • Lokalisation von Krankheitsherden
  • Verlaufskontrolle von Erkrankungen (z.B. Leber)
  • Diagnostik von Erbkrankheiten
    • Durch Gendefekte erzeugte Enzymvarianten

Was sind Isoenzyme?

Enzyme die genetisch nicht gleich sind, eine andere Primätstruktur haben, aber trotzdem die ähnliche Substrat Spezifität

Was sind Beispiele für Isoenzyme?

  • Lactat-Dehydrogenase (LDH)
  • Creatinkinase (CK)
  • Amylase

Wie werden Enzyme in Körperflüssigkeiten gemessen?

Quantifizierung als Substratumsatz (U/l – Unit pro Liter. Enzymmenge, die 1 μmol Substrat pro Minute umsetzt).

 

  1. Alles ausser Probe und Startreagens in ein Gefäss geben
  2. Inkubieren, damit die Startbedingungen stimmen
  3. Probe hinzufügen
  4. Evtl. weiter inkubieren (Probe muss auf dieselbe Temperatur gebracht werden und druchmischt.
  5. Startreagens hinzfügen
  6. Kurze Wartezeit
  7. Messzeit

Wird heute maschinell durchgeführt, sehr einfach.

Warum sollte die Enzymbestimmung nach IFCC erfolgen?

Standardisiert

  • Einfacher für den Hersteller, da alles vorgesetzt ist
  • Störfaktoren eliminiert
  • Vergleichbare Methoden bzw. Werte

IFCC bestimmt Referenzmethode bzw. Indikatorreaktion

Weche Methoden gibt es zur Enzymaktivitätsbestimmung?

Kinetische Messung: Mehrpunktmessung

Indikatorreaktion: Produkte sind farblos, dann braucht es eine Indikatorreaktion.

Isoenzyme können elektrophoretisch aufgetrennt werden.
CK-MB kann über Immunoassays bestimmt werden.

Was sind die Ursachen von erhöhten oder erniedrigten Enzymwerten?

Gewisse Medikamente können Enzymwerte erhöhen.

 

Erhöhte Werte

  • Zellmembranschäden (Hepatitis)
  • Zellnekrosen
  • Enzyminduktion (γ-GT nach regelmässigem Alkoholgebrauch)
  • Verlängerte Halbwertszeit von Enzymen

Erniedrigte Werte

  • Erniedrigte Syntheserate (z.B. Gerinngungsfaktoren)
  • Gesteigerte Elimination (renal)
  • Coenzymmangel (Spurenelemente)
  • Angeborene Enzymdefekte 

Welche Enzyme werden bei Verdacht auf eine Pankreatitis gemessen?

Sekretenzyme:

  • α-Amylase
  • Lipase

Wie ist die Aussagekraft und die Anwendung der ASAT und ALAT?

ASAT

Aspartat-Aminotransferase

Erhöht bei

  • Lebererkrankungen, jedoch nicht spezifisch dafür
  • Alkoholgenuss
  • Bestimmte Medikamente

 

ALAT

Alanin-Aminotransferase

  • Sehr typisch für Leber- und Gallengängeerkrankungen (L für Leber)
  • Auch erhöht bei Alkoholgenuss und bestimmten Medikamenten

Was ist die Aussagekraft und die Anwendung von GGT?

GGT

γ-Glutamyltransferase

  • Membrangebunden, nehmen Aminosäuren auf
  • Überall, grössere Mengen in der Leber, Niere und Dünndarm
  • Das im Serum stammt ausschliesslich von der Leber
  • gamma GT wird gemessen wenn ein Alkoholabususverdacht besteht
  • Auch erhöht bei Leberkrebs, Hepatitis und Gallenstau

Was ist die Aussagekraft und die Anwendung von ALP?

ALP

Alkalische Phosphatase

  • Membrangebunden, agieren im alkalischen pH Bereich
  • Erhöht bei Leber- und Knochenerkrankung
  • Physiologische Erhöhung:
    • Schwangerschaft
    • Knochenwachstum (Kind)
    • Knochenschwund (Alter)
  • Hepatohpathologische Erhöhung:
    • Infektöse Krankheiten wie Rickettsien
    • Nierenversagen
    • Hämodialyse

Erklären sie die Phenylketourie und deren Diagnostik

  • Hereditär, Phenylalanin wird nicht korrekt zu Tyrosin abgebaut
    • Kann zu Phenylbenztraubensäure werden
  • Unbehandelt: schwere Hirnschäden, mentale Retardierung, krampfanfälle
  • Therapie: Phenylalaninarme Diät, andere Aminosäuren und Spurenelemente supplementieren
  • Normale Entwicklung bei rascher und effizienter Therapie

Diagnose:

  • Neugeborenen-Screening
  • erhöhte Phenylalanin- und erniedrigte Tyrosinwerte im Plasma
  • erhöhte Phenylbenztraubensäurewerte im Urin

Erklären sie den Begriff TDM?

Therapeutic Drug Moitoring; ist das Überwachen des Medikamentenspiegels (Plasmaspiegel) während einer Therapie um Toxikationen, sowie Therapiemisserfolge zu vermeiden.

z.B. bei Epileptikern, Nierentransplantationen (Immunsupressiva), HIV-Therapie, 

Was sind die Voraussetzungen einer TDM? Warum wird eine TDM gemacht?

  • Enge therapeutische Breite
  • Gefahr für Überdosierung
  • Kein Therapieerfolg
  • Unregelmässige oder fehlender Einnahme (Compliance)
  • Eingeshränkte Absorptionsfähigkeit
  • verstärkter Abbau
  • Verminderte Ausscheidung
  • Wechselwirkungen bei anderen Medikamenten

Erklären sie den Begriff Pharmakokinetik

Was macht der Körper mit dem Wirkstoff

Erklären sie den Begriff Pharmakodynamik

Was macht der Wirkstoff mit dem Körper (Effekt)

Erklären sie den Begriff Therapeutische Breite.

Liegt zwischen minimaler therapeutischen Konzentration und minimaler toxischen Konzentration.

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