FMS Mathematik
Neuste Version
Neuste Version
-
- 1 / 70
-
Cartes-fiches
Architektur von Kindern - Raumvorstellung 3D (E.Gaus)
- Erschaffen von 3D Objekten bringt Reichtum an möglichen Raumerfahrungen: Die Arbeit wird im Kopf weiter fantasiert, Vorstellungen werden neu veranschaulicht, Ideen entwerfen, Korrekturen räumlicher Vorstellungen/Umsetzungen.
Lernprozesse: verlaufen sprunghaft und parallel zueinander. Bauten erscheinen manchmal wie in einem zufälligen Entwicklungsstadium, das überwiegend durch Bewegung (spielen, hantieren) definiert ist. Je älter desto statischer.
3D- Gestalten (Bauen)= Auseinandersetzung mit der räumlichen Umwelt. Ästhetische Bezugsetzung mit räumlichen Welt. Entwicklung von Raumepfindung- und vorstellung durch Bauen. Zusammenhänge zwischen Gestalten, Sprache und Motorik.
" Was ist Kreativität? " K-H. Brodbeck
Kreativ = bezieht sich auf das Handeln, mit dem mit einem Moment der Neuheit etwas erschaffen wird. (Routinehandlungen = nicht kreativ)
- Etwas Neues erschaffen oder etwas Bekanntes auf neuen Wegen erschaffen, das unsere Erwartungen übertrifft oder überrascht. (auf positive, angenehme, wertvolle Weise also: destruktives Handeln = nicht kreativ)
Handeln = kreativ, wenn ein neues und wertvolles (nützliches) Produkt hervorbringt.
Die Neuartigkeit und die Wertschätzung machen ein kreatives Produkt aus!
Der Handelnde muss nicht Ursache von allem Neuen sein, es kann auch nur ein Aspekt neu sein.
" Was ist Kreativität? - Der kreative Affe " K-H. Brodbeck
Kreativer Prozess: Zu Beginn des kreativen Prozesses steht eine Frage, ein Problem, ein Wunsch. Dies veranlasst uns zu einigen Versuchen:
- Wir probieren Handlungsstrategien aus, die wir bereits kennen - und wir scheitern.
- Wir sind sauer auf uns selbst und auf die Welt wegen des Scheiterns.
- Wir beenden das Jammern durch Nachdenken über Lösungen, was ein unerlässliches Element des kreativen Prozesses ist.
- Nachdenken ist offenbar eine Quelle der Kreativität.
- Die Abwesenheit von Lärm, Ablenkung und Störung ermöglicht Kreativität.
- Überprüfung des Problems durch mehrmaliges Nachdenken und Durchspielen der Lösung im Kopf.
" Was ist Kreativität? "- Alltäglichkeit der Kreativität K-H. Brodbeck
Kreativität ist etwas sehr Alltägliches!
- Kreativität ist ein Erlebnis und kommt schubweise.
- Kreativität ist offenbar etwas, dass wir nicht einfach machen können.
- Ideen kommen nur wenn wir ihnen Raum geben und sie zulassen.
- Kreativitöt kann nicht bewusst hergestellt werden.
- Stress und andere Faktoren verhindern Kreativvität.
- Kreative Menschen glauben an ihre Fähigkeiten.
- Es ist die eigene Kreativität, die den Blick für die Kreativität anderer öffnet.
- "Gleiches kann nur durch Gleiches erkannt werden."
- Der Gebrauch der Sprache ist ein zutiefst kreativer Akt: (Geschichten, Bücher) Jeder schafft beim Lesen seine eigene Kreativität.
" Was ist Kreativität? " - Zusammenfassung K-H. Brodbeck
1) Kreativität ist unser lebendiges Potential. Die positive Quelle der Kreativität ist immer vohanden: Leben heisst: kreativ sein.
2) Kreativität kann durch Gewohnheiten und Routinen eingeschränkt werden. Hindernisse können auf inneren und äusseren Einflüssen beruhen.
3) Kreativität bezieht sich auf das Denken und Handeln, sowie das Produkt dieses Denkens und Handelns. Wir bezeichnen eine Handlung oder ein Produkt aus folgenden Gründen als "kreativ":
- wenn das Produkt neuartig und "wertvoll" ist.
- wenn der Weg, der um Produkt führ neuartig ist.
- wenn wir etwas auf neuartige Weise wahrnehmen, fühlen, erkennen oder denken.
4) Eine kreative Leistzung ist eine beobachtete, bewertete und mti anderen verglichene Leistung. Ihre Bedeutung (nämlich kreativ zu sein) hängt aber nicht von der Zahl ab derer die sie anerkennen.
5) Der Rang einer kreativen Leistung einer Gruppe von Menschen ist das Resultat einer Auswahl. Es gibt also Bewertungsskalen, die zwischen kreativen Leiszungen auswählen: doch diese Bewertungsskalen machen nichr eine Einzelleistung oder Handlung zu einer kreativen.
6) Kreative Personen zeichnen sich in der Regel durch zwei neben anderen Eigenschaften aus: Sie können ihre Aktivitäten stark konzentrieren und sich unternehmen. Sie stellen viele Versuche auf um ein bestimmtes Produkt oder eine bestimmte Handlung zu vollbringen.
7) Kreative Produkte sind oftmals die Folge des Versuchts, ein bestimmtes "Ideal" zu realisieren einem "Leitbild" zu folgen.
Merkmale guten Unterrichts in Kunst und Design der Eingangsstufe
1. Lebensweltbezug:
Lebenswelt der SuS, sowie deren Wahrnehmungen, Erfahrungen und Beobachtungen dienen als Anknüpfungspunkte, Präkonzepte werden miteinbezogen.
2. Förderung aktiven, selbstständigen Lernens und Methodenvielfalt:
LP gibt Spielraum für forschend-entdeckendes Lernenund eigene Ausdrucksformen - offene und halboffene Aufgaben lassen selbstständiges eigenverantwortliches Gestalten zu geschlossene Aufgabenstellungen dienen der Einführung von Material, Werkzeug und Technik.
3. Vielfältige Motivierung und Partizipation:
Intrinsische (innere, aus sich selbst entstehende) Motivation durch Lebensweltbezug und Mitgestaltung - extrinsische (durch äussere Einflüsse, Belohnung) Anstekung der Freude von LP, Material und Techniken.
4. Wirkung und Kompetenzorientierung:
Das Fach gestalten fördert die Wahrnehmung, Fantasie- und Vorstellungsfähigkeit, die Handlungs- und Ausdrucksfähigkeit mit gestalterischen Mitteln - die fein- und grobmotorische Entwicklung, die ästhetische Literalität (gestalterisches Wissen und Können), Kommunikative Fähigkeiten, Reflexionsfähigkeiten, Metaebene.
5. Schülerorientierung, Unterstützung, Interdisziplinäres (Denkweisen) Arbeiten:
LP unterstützt die SuS im Hantieren und Suche nach Ausdruck, hilft mit Materialien, weckt Neugierde, vernetzt das Arbeiten im BG und anderen Fächern.
6. Konsolidierung (fest machen, stark machen), Sicherung, intelligentes Üben:
Nach kurzer Einführungsphase und erster Anwendungsphase werden z.B Techniken in sinnstiftenden Aufgaben geübt und sinnvoll angewendet.
Merkmale guten Unterrichts in Kunst und Design in der Eingangsstufe Teil 2
7. Individualisierung und Differenzierung: Passung/Umgang mit heterogenen Voraussetzungen:
LP reagiert auf die Heterogenität der SuS mit angemessenen, förderndem Unterricht - individuelles Arbeiten, Kleingruppen, Werkstätten, Atelierts etc.
8. Begegnungen und vielseitige Zugänge:
SuS sollen ausserschulische Kunst- und Kulturbegegnungen erhalten, wei auch in der Natur gestalterisch tätig sein dürfen - Realbegegnungen ermöglichen mit der Natur, Küstlern, Kunstwerken, Gestaltern, Handwerkern einen Zugang zur Welt erlangen.
9. Reflexion und Elternarbeit:
Der verbale Austausch über Gestaltungsprozesse, wie auch kleine Ausstellungen fördert Wissen und lässt SuS Selbstwirksamkeit erfahren. Eltern sollen immer weider über die Lernprozesse orientiert werden.
10. Didaktischer Kontext: Rahmenbedingungen:
Gut zugängliche und logisch organisierte Infrastruktur und Lernumgebungen sind Grundvoraussetzungen.
Raum und Zeit, Materialien, Wekzeuge werden zur Verfügung gestellt, die für die SuS ohne Aufwand/Hürde zu erreichen sind.
Handpuppen und Figurenspiel Grundsätzliches
- Puppen dienten früher zur Bewältigung von Lebensangst, magisches Gestalten und Handeln
- In den verschiedensten Kulturen dienen Figuren heranwachsenden Menschen als Stütze und Trost auf dem Lebensweg.
- Figurentheater ist ein komplexes Medium, in dem Sprache, Musik, Bewegung, Rhytmus und bildende gleichwerig einenadergreifende Kunst vorkommt.
- Die Verbindung zwischen Kind und Figur ist unmittelbar und direkt: Kind geht eine Beziehung ein, Gefühle werden ausgelebt. Ist das Kind auf einer Ebene mit den Figuren spreche wir von assoziiertem Spielen.
- Das Kind macht sich zum Spielleiter und teilt den Figuren Rollen zu.
- dissoziiertes Spiel: erst wenn Kind das beherrscht ist es berreicht für das Theatererlebnis.
- erste Begegnungen mit Theater sind meistens durch LP oder Aufführungen.
- beim Theater ist klar, dass es nicht die Wirklichkeit ist - Rollen werden nicht von Menschen gespielt.
Handpuppen und Figurenspiel Rahmenbedingungen
- Figuren brauchen ein bestimmten, zugewiesenen Platz.
- Gespielt kann sie aber überall werden.
- Bühnenraum gestalten mit Bühne und Zuschauerplatz - Beleuchtung.
- Anders als Erwachsene spielen Kinder Puppen nicht über dem Kopf sondern vor sich.
- Bühne - klar aufgeteilt und durch gemütliche Atmosphäre ein Theaterambiente gestaltet.
Handpuppen und Figurenspiel Ausstattung
- Spielpuppen, Kuscheltiere etc. befriedigen die Bedürfnisse assoziiertem Spiel.
- Leitfiguren sollen immer einen neutralen Gesichtsausdruck haben.
- Figuren von Kindern gebaut/Figuren von Kasperlitheater etc.
Handpuppen und Figurenspiel Bildungsziel
Soziale Ziele: gemeinsam handeln, andere wahrnehmen, auf andere eingehen, Lösungen finden, auf Aktionen reagieren.
Personale Ziele: Empathie üben, Emotionen ausdrücken, Humor entwicklen, Wünsche äussern, Innenwelt wahrnehmen, innere Bilder materialisieren, Spannung aushalten, Zusammenhänge begreifen.
Sprachliche Kompetenzen: flüssig sprechen, laut und deutlich sprechen, Dialogfähigkeit entwickeln, Sprechhemmungen abbauen, adressatenbezogenes Sprechen, Rollenbewusste Ausdrucksweise. ¨
Motorische Ziele: Feinmotorik, Koordination der Bewegungen
Handpuppen und Figurenspiel Methodische Hinweise
- LP muss selbst erproben: eigene Spielfreude, muss mit Figuren und deren Eigenarten vertraut sein.
- Mitspieler: Eltern/Kindergruppe (ältere) bereits Spiel für die Kleinen vor.
- Erzieherische- Unterhaltliche Spielform: klare Trennung von gut und böse. Figur löst Probleme auf lustige Art und Weise.
Handpuppen und Figurenspiel - Puppen als Mittel zwischen LP und Kind
- In Angewöhnungsphase kann Puppe Angst und Not der Kinder als Beispiel bei Kontakt helfen.
- LP darf sie nicht für moralische Vorstellungen missbrauchen.
- Puppe als Verbündete mit dem Kind, hilft im Kindergartenalltag sich einzuleben.
- Durch das eigene Herstellen einer Puppe materialisiert das Kind unbewusst innere Bilder.
- Im Spiel wählt das Kind das Thema welches es spielen/bewältigen muss (Rollenspiel).
Handpuppen und Figurenspiel - Für das Spiel der Kinder
- Die selbst gebastelte Puppe stellt ein Teil der Welt des Kindes (Person) dar. Oft wird sie nicht gerne hergegeben. Verbunden mit (unabgeschlossenen) seelischen Prozessen.
- Kind wird im Spiel das Thema wählen, welches es gerade bewältigen will/muss. Es verarbeitet so auch belastende Ereignisse.
- anfangs werden oft auch Verse, Reime oder kleine Geschichten nachgespielt.
"Warum das Huhn vier Beine hat" - Knut Philipps
Kritzelphase:
Kritzelspuren und Kritzelbilder entstehen, wenn das Kind erfasst hat, dass Stifte Spuren hinterlassen. Die Freude an der Bewegung steht im Zentrum.
Hiebkritzel (rasches hin und herfahren anheben des Stiftes, oft bis das Papier verfetzt ist
Punkte (Stift in der Faust)
Schwung und Kreiskritzel (Linienknäuel, die aus Ellbogen/Handgelenk in kreisenden Bewegungen gemacht. Stift oder Pinsel in der Fraust, wechseln der Hand)
Unkreuz (Richtungs- und Formimpulse spührbar. Hiebkritzel werden mit grossen Richtungsunterschieden auf das Blatt gemacht --> Kreuz)
Urknäul (Ununterbrochener Bewegungsablauf der Kreiskritzel)
lange Striche (Formgebung des Kritzelns. Fortschreitende Verfeinerung und Koordinierungn der Muskelfunktionen machen Bewegungsabläufe langsamer und steuerbarer.)
Kreis und schlaufenartige Gebilde (bewusste Formen, kleinzüig, konzentriert, oft begleitet von Augenrollen und Zungenbewegungen.)
Kasten und Leiterartige Gebilde (entstehen aus sich kreuzenden Linien, auch bewusst)
Spiralen, Spulen, Dreieck (entstehen auch aus dem Impuls, der Kritzelei eine bestimmte Form zu geben)
Ausfüllen eigener, vorgezeichneter Flächen
Wellen oder Zickzacklinien (Nachahmung der Erwachsenenschrift, Kritzelbriefe)
"Warum das Huhn vier Beine hat" - Knut Philipps
Die verschiedenen Formen:
- werden vom Kind nicht bewusst oder differenziert gemacht.
- Das Kind kann nicht nach Anweisungen eine Form malen.
- Alle diese Formen vermischen sich häufig --> Motivation dominiert --> Übermalen von Kritzelzeichen durch Hiebkritzel.
- Formen sind Vorläufer/Bausteine für späteres gegenständliches Zeichnen
- Das Kind muss in dieser Entwicklung ernst genommen und gelobt werden.
"Warum das Huhn vier Beine hat" - Übergang vom Kritzeln zum Zeichnen mit Darstellungsabsicht - Knut Philipps
sinnunterlegtes Kritzeln:
Das Kind kritzelt und gibt erst im Nachhinein eine (wechselnde) Bedeutung.
Pars- pro - totoartige (=Teil für das Ganze) Darstellung:
Kritzelform wird ergänzt mit einem typischen Merkmal der Sache. Kind kündet vor dem Zeichnen die Sache an: z.B Nikolaus --> Halbkreis, der einen Bart darstellt = ganzer Nikolaus.
Wenn das Kind begreift, dasss Formen, die es selbst entwickeln kann, bestimmte Dinge repräsentieren, beginnt das gegenständige Zeichnen. Die Kritzelphase endet somit. Auch im gegenszändlichen Zeichnen treten Kritzeleien auf, aus Freude an Bewegung oder als Lustlosigkeit, Ermüdung, Unzufriedenheit oder Agressionen, die sich im Übermalen des Bildes zeigen können.
"Warum das Huhn vier Beine hat" - Die Sinnzeichen - Knut Philipps
"Nach einiger Zeit wählt das Kind durch die ständigen Wiederholungen bestimmter Formen sogenannte "Sinnzeichen", die symbolisch für eine Sache stehen und nicht mehr rein willkürlich sind. Es sind Zeichen, die etwas symbolisieren. Ein Suhl, ein Baum oder ein Mensch können ebenfalls Sinnzeichen sein, denn es ist ein Abbild, das für ein Ding steht."
"Warum das Huhn vier Beine hat" - Die Sinnzeichen - Knut Philipps
Das Zeichen mit Darstellungsabsicht beginnt, wenn das Kind Bildzeichen erfindet, die seine Erlebnisse und Vorstellungen, Wünsche, Vorlieben aber auch Ängste und Konflikte wiederspiegeln.
- Wahrnehmung (haptisch, akustisch, visuell. gefühlsmässig, atmosphärisch...) und Vorstellungen sind der Ausgangspnkt aller Erfahrungen über sich selbst und bedingen einen Prozess der inneren Verarbeitung.
- Sinnzeichen stehen für die Wahrnehmung der Wirklichkeit und die persönliche Bedeutung der Wirklichkeit ⇒ Konstruktivismus
- Keine Abbildung von Wirklichkeit, das Kind nimmt die Wirklichkeit also nicht nur als Aussensteher wahr, sondern auch als etwas, das Gefühle, Gedanken, Vorstellungen in ihm auslöst, die über die Wahrnehmung hinausgehen.
- Das Kind plant vorgängig, was es zeichnen möchte. Diese Entwicklung ist universell.
"Warum das Huhn vier Beine hat" - Fortschreitende Differenzierung der Sinnzeichen (am Beispiel des Menschen) - Schemaphase - Knut Philipps
Schema: Eine bestimmte Art, einen Menschen darzustellen. Kann in der Zeichnung selber variieren, um verschiedene Sitzstellungen darzustellen (z.B Oval, mit Gesicht und Armen)
Sinnzeichen: differenzieren sich immer aus, dabei kann man sie nicht als logische Abfolge sehen sondern als Ausdruck der individuellen Erlebnisse und Vorstellungen des Kindes in Korrelation (Beziehung) mit der psychischen Entwicklung.
(z.B vom Tastkörper über den Kopffüssler zum Menschen)
Tastkörper: Kreis mit auslaufenden Linien: nicht Mensch, sindern ein Tasten, Strahlen, Fühlen, Senden, Aufnehmen.
⇒ Es ist bis heute nicht nachgewiesen, dass zwischen der zeichnerischen Entfaltung des Kindes und seinem tatsächlichen Alter eine feste Beziehung besteht, Stufen- und Phasentheorien sind daher überholt.
Kinderzeichnungen lesen
Kinderzeichnungen können aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden.
1) persönlich intuitiver Zugang (subjektiv, erste Kontaktaufnahme mit der Zeichnung)
Spontane Einfälle, Gefühle, Gefallen? Wenn der erste Eindruck nicht festgehalten wird, kann es den objektiven Blick verstellen.
2a) Formale Beschreibung (wie, was, wo hat das Kind gezeichnet?)
Materialien, Format, Komposition (Aufteilung des Formats, Wie sind Linien etc. Aussehen detailliert beschreiben), Strichführung, Charakteristiken? Wertefrei beschreiben!
2b) Interpretation (Schlüsse aus der formalen Beschreibung ziehen) Fragen und Interpretationen müssen erklärbar sein, vom Kind mündlich unterstützt. Im Kiga können von der LP Vermutungen auf Interesse des Kindes angestellt werden (noch kein gegenständl. Zeichnen)
2a und 2b klar unterscheiden!
3) Zuordnung des Gezeichneten zu Entwicklungsphasen (vor entwicklungs-theoretischem Hintergrund betrachtet: wo steht das Kind in seiner zeichnerischen Entwicklung?)
Nur Elemente oder die ganze Zeichnung gewissen Phasen zuordnen (Anhand von Literatur).
4) Psychologisch orientierte Deutungsansätze
sehen Zeichnungen als Ausdruck psychischer Inhalte. Dies bedarf fundierter Kenntnisse des jeweiligen Deutungsansatzes.
Frühkindliche ästhetische Bildung
Das Kind tritt von Anfang an mit der Umwelt in Dialog und konstruiert sich eigene Selbst- und Weltbilder. Es tut dies auf ästhetische Weise - taktil, visuell, akustisch, olfaktorisch, kinästhetisch (Bewegung), leiblich und gleichzeitig intentional, Sinn- und Bedeutungsstiftend und interpretierend.
- Kind erwirbt die Fähigkeit Wirklichkeit gedanklich symbolisch, verbal, gestalterisch auszudrücken.
- Lernen und Entwicklung wird ermöglicht, in dem sich Neues mit Bekannten verbindet, Modifikation und Differenzierungen geschehen und neue Tiefen entstehen.
- Bei ästhetischen Bildungsprozessen geht es daher um das Zusammenspiel von:
- Geschärfter Wahrnehmung (Erleben mit allen Sinnen)
- Vorstellungsbildung, Fantasie
- Ausdrucksbedürfnisse
- Analyse und Deutung von Bildern in ihrer Vielschichtigkeit
- Hervorbringen von Bildern und Konstrukten, Formfindung und Gestaltgebung
- Präsentation
"Warum das Huhn vier Beine hat" - Volumenhafte Darstellung als Kreis oder Oval - Knut Philipps
Das Kind stellt zunächst alles (egal ob eckig oder rund) als Kreis oder Oval dar, um dem Ausdruck von Volumenhaftigkeit gerecht zu werden (Baum, Auto, Burg, Mensch - alles, was Volumen hat)
"Warum das Huhn vier Beine hat" - Das Prägnanzdenken - Knut Philipps
Prägnanzdenken = bestimmt die Richtung von Teilen im Bild zueinander.
Der Maler bemüht sich, für den Betrachter möglichst klar, deutlich und übersichtlich darzustellen. Somit wird oftmals ein grösstmöglicher Richtungsunterschied gewählt (90 Grad Winkel)
Bsp: Schornstein rechtwinklig zum Haus. Arme im rechten Winkel zum Körper.
- Darstellungen werden oftmals auf eine Standlinie gestellt, um eine Klarheit darzustellen (Haus auf dem Kopf).
- Entwicklung bis hin zur Schrägen - Darstellung von Bewegung. (Beine eines Tieres schräg)
"Warum das Huhn vier Beine hat" - Grössenverhätnisse - Knut Philipps
Phase der Indifferenz: Kind stellt die Dinge in der strukturell einfachsten Weise gleich gross dar. Es bedeutet, dass alles gleich wichtig ist!
- Kind vermeidet Überschneidungen, um klar und überschaubar darzustellen = Prägnanzdenken!
Bedeutungsproportionen = Die Grösse einer Sache beschreibt die persönliche Bedeutung für das Kind (der Hund wird grösser dargestellt als das Haus, weil das Kind den Hund besonders gerne hat) - Auch nur bestimmte Körperteile können gross sein.
Methode gibt es auch in der Kunst!
"Warum das Huhn vier Beine hat" - Die Farbe - Knut Philipps
Zuerst ist die Freude an der Bewegung und Ertasten der Farben mit den Händen. Kind ist rein am Funktionellen des Zeichen- und Malvorgangs interessiert, die Farbe spielt noch keine Rolle in dieser Experimentierphase.
- Eine Lieblingsfarbe kristallisiert sich schnell heraus, die über lange Zeit bevorzugt wird.
Farbe = Mittel der formalen und inhaltlichen Flächen- und Gegenstandunterscheidung
- Zuerst expressive Farbenbilder, in denen Farben aneinandergereiht/übereinander sind.
- Deutliche Unterscheidung der bildhaften Elemente durch Farbe, ohne Rücksicht auf die Eigenfarbe der Dinge. (Zeichner will klar und deutlich darstellen)
"Warum das Huhn vier Beine hat" - Merkmalfarbe - Knut Philipps
Bevor das Kind den Kindergarten verlässt, beginnt es bestimmten Dingen eine bestimmte Farbe zuzuordnen. Charateristische, typische Farben für ein Ding (z.B Sonne gelb, Himmel blau, Gesicht orange etc.)
⇒ Farbe als Mittel der Gegenstandunterscheidung = Malen mittels Merkmalsfarben
Es gibt aber oft lange auch noch Mischformen (Landschaft wird schon mit Merkmalfarben dargestellt, die Menschen aber noch mit Farbe als Gegenstandunterscheidung).
► Kein Kriterium für mangelnde Schulreife!
"Warum das Huhn vier Beine hat" - Raumauffassung - Knut Philipps
Das Kind kennt noch keine Mittel, um in einem Bild die Illusion von Räumlichkeit zu erzeugen.
Streubild: Dinge werden dort gezeichnet, wo es Platz hat. Allmählich beginnt eine Ordnungstendenz, die Ausrichtung der Dinge zum Blattrand (Mischung möglich z.B Blumen unten der Rest im Bild verteilt.)
Standlinienbild: Das Kind legt räumliche Bezihung der Bildgegenstände zueinnder und zur Zeichenfläche durch die Gliederung oben/unten (Boden, Luft, Himmel) und links und rechts.
Streifenbild: Dargestelltes ist räumlich hintereinander oder zeitlich später passiert. Meistens 2-3 Standlinien übereinander auf demselben Blatt (Streifen). Oft aber nur einen Himmel!
Die gute Gestalt: Kombination aufsichtartiger und querschnittartiger Bildelemente
⇒ Dinge, die das Kind eindeutig und charakteristisch von oben erlebt hat, malt es von oben (z.B Rutschbahn, Schwimmbecken)
⇒ Dinge die rundherum sind, werden im Querschnitt dargestellt (Gläser)
= diese Vermischung der Perspektiven nennt man "gute Gestalt."
Das Kind ist um eine charakteristische und prägnante Darstellung bemüht. (Beispiel Storchennest: Kind zeichnet so, dass man den Storch von der Seite sehen kann, aber auch von oben in das Storchennest, damit man die darin liegenden Eier sehen kann.)
"Warum das Huhn vier Beine hat" - Röntgenbild - Knut Philipps
Das Kind stellt undurchsichtige Objekte so dar, als wären sie durchsichtig. Die Undurchsichtigkeit ist dem Kind bewusst, es geht hm um Vollständigkeit.
Alles was zum Ganzen gehört, was wesentlich und charakteristisch ist, wird gezeichnet, damit es sichtbar wird. (Ein Vogel am Futterhaus wird so gezeichnet, dass der Mageninhalt sichtbar ist)
doppeltes Röntgenbild: Zuerst schauen wird durch die Hauswand und sehen Papa, dann schauen wir durch den Bauch und sehen das Essen.
Kinderzeichnungen lesen
Kinderzeichnungen können aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden:
1) Persönlich intuitiver Zugang (subjektiv, erste Kontaktaufnahme mit der Zeichnung)
Spontane Gefühle, Einfälle, Gefallen?
2) Formale Beschreibung (wie, was, wo hat das Kind gezeichnet?)
Materialien, Format, Komposition, Aufteilung des Formats: Wie sind Linien etc, Aussehen detailliert beschreiben, Strichführung, Charakteristiken - Wertefrei beschreiben!
2b) Interpretation (Schlüsse aus der formalen Beschreibung ziehen) Fragen und Interpretationen müssen erklärbar sein, vom Kind mündlich unterstützt. Im Kiga können von der LP Vermutungen auf interessen des Kindes angestellt werden (noch kein gegenständl. Zeichnen)
2a & 2b klar unterscheiden!
3) Zuordnung des Gezeichneten zu Entwicklungsphasen (vor entwicklungs- theoretischem Hintergrund betrachtet: wo steht das Kind in seiner zeichnerischen Entwicklung?) Nur Elemente oder dir ganze Zeichnung gewissen Phasen zuordnen (Anhand von Literatur).
4. Psychologisch orientierte Deutungsansätze sehen Zeichnungen als Ausdruck psychischer Inhalte. Dies bedarf fundierter Kenntnisse des jeweiligen Deutungsansatzes!