HF Pflege Pharmakologie 2
Schlafmittel / Schmerzmittel / Ausscheidungsstörung / Antibiotika
Schlafmittel / Schmerzmittel / Ausscheidungsstörung / Antibiotika
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Cartes-fiches
Was sind Hypnotika?
Schlafmittel
Was sind Sedativa?
Beruhigungsmittel
Was sind Transquilizer?
Beruhigungsmittel / Angstlöser / Schlafförderer
--> wirken auch krampflösend & muskelrelaxierend
Wie ist der orthodoxe Schlaf definiert?
normaler Schlaf
Schlafstadien I-IV
Wie ist paradoxer Schlaf definiert?
ähnlich dem Wachzustand
starke Aktivität im EEG, schwer weckbar, REM, Traumphase
Was sind Ursachen von Schlafstörungen?
organische Störungen (Schmerzen / Atemnot)
psychische Belastung (familiär, beruflich, soziale Probleme, Stress)
ungesunde Lebensführung (Schichtarbeit, zu späte abendliche Mahlzeiten)
Reizüberflutung (Lärm, Fernsehen)
Arnzei- und Genussmittel (ZNS-wirksame Arzneimittel, Alkohol, Kaffee)
Was sind Fragen, die vor der Schlafmittelgabe gestellt werden müssen?
- Bestehen Einschlaf- oder Durchschlafstörungen?
- Ist der Pat. suizidgefährdet?
- Ist der Pat. Alkoholiger?
- Nimmt der Pat. bereits Medikamente (Schlaf- oder Beruhigungsmittel / Psychopharmaka, Antidepressiva, Antihistaminika, Antiallergika)
Nenne die Anforderungen für Schlafmittel:
- theoretisch sollte es einen Schlaf mit natürlichen Schlafphasen und einem natürlichen Schlafmuster erzeugen
- Wirkdauer (2-3h als Einschlafmittel / 6-8h als Durchschlafmittel)
- Schlafanstossend oder - unterhaltend, keine psychischen Veränderungen
- gut verträglich
- keine Abhängigkeit
- therapeutische Breite extrem hoch (kein Suizid möglich)
Wie wirken Schlafmittel?
Hypnotika wirken über einen Angriff im Grosshirn und Schlafzentrum. Durch eine Verstärkung der Wirkung von hemmenden Neurotransmittern dämpfen sie die Funktion des ZNS und führen den Schlaf herbei. Alle Hypnotika verändern das natürliche Schlafprofil, v.a. REM- und Tiefschlafphasen werden verkürzt.
Was sind die UAW's von Schlafmitteln?
Da das Schlafprofil verändert wird, muss die Beendigung einer länger dauernden Hypnotikatherapie mit einermsog. REM-Überschuss gerechnet werden, bei dem vermehrtes Träumen, im Extremfall aber auch ein Delir mit Bewusstseinstrübung, Verwirrtheit und Orientierungslosigkeit auftreten.
Welche 2 Faktoren können zum Schlafmittelmissbrauch führen?
- Gewohnheitsbildung / Toleranzentwicklung (Wirkstoffmenge muss mit der Zeit erhöht werden, um die gleiche Wirksamkeit wie zu Beginn der Therapie zu erreichen.)
- Abhängigkeit (Unbezwingbares Verlangen zur ständigen Einnahme eines Wirkstoffs mit Entzungserscheinungen nach dessen Absetzen)
Nenne die Medikamentengruppen der Schlafmittel
- Aldehyde (Nervifen)
- Barbiturate --> wird nur noch bei Sterbehilfe, Tiermedizin, Hinrichtung verwendet
- Benzodiazepine (Seresta, Dormicum...)
- Benzodiazepinähnliche Substanzen: Z-Mittel (Zolpidem, Stilnox, Imovane)
- H1-Antihistaminika (Benocten, Sanalepsi)
- Melatonin (Circadin)
- pflanzliche Präparate
Welche pflanzlichen Präparate sind schlaffördernd?
- Baldrian
- Hopfen
- Melisse
- Johanniskraut
- Passionsblumenkraut
- Lavendel
Wann sollte Melatonin (z.B. Circadin) eingenommen werden? und was ist bezüglich der Patientengruppe speziell?
1-2h vor dem Einschlafen
erst für Pat. ab 55 Jahren
Zu welchem Zeitpunkt müssen Hypnotika eingenommen werden?
30min - 1h vor dem Schlafengehen
Was sind typische Symptome einer Hypnotika-Überdosierung?
Benommenheit, Hypertonie
bei Antihistaminika auch Halluzinationen und Krämpfe
bei Benzos auch Koordikationsstörungen und verringerte Reflexe
--> Lebensbedrohlich: v.a. Koma und Atemlähmung
Hangover
Kater-Effekt, Abgeschlagenheit und Müdigkeit am nächsten Morgen
Rebound-Effekt
Absetz-Effekt, bezeichnet das verstärkte Wiederauftreten von Symptomen einer medikamentös behandelten Erkrankung nach Absetzen des Arzneimittels
Wie wird der Schmerz eingeteilt?
somatische Schmerzen
viszerale Schmerzen
neuropathische Schmerzen
Wie werden die Analgetika nach Wirkort eingeteilt?
periphere Schmerzmittel / zentral wirksame Schmerzmittel
--> dies ist jedoch veraltet, da viele Schmerzmittel zentral und peripher wirken
Wie werden die Analgetika nach Wirkprinzip eingeteilt?
Opioide (vorwiegend Zentralnervensystem)
Nicht-Opiode (vorwiegend peripheres Nervensystem)
Was braucht es für die Bildung von Prostaglandinen?
auslösender Reiz (bsp. Verletzung) --> Abgabe von Arachidonsäure aus den Zellmembranen
+ Einwirkung von COX 1+2
+ NSAR hemmen COX 1+2
= Prostaglandine
Folge: Entzündung - Fieber - Schmerz
Was sind die erwünschten Wirkungen der Prostaglandinen?
- Verminderung der Säureproduktion, Erhöhung der Magenschleimbildung (Magen)
- Erhöhte Natriumausscheidung, Steigerung der Durchblutung (Niere) --> zu viel Natrium = hoher BD
- Vasodilatation (Gefässe)
- Aggregationshemmung der Thrombozyten --> Thrombos können sich verkleben und eine Wunde verschliessen deshalb manchmal gleich einen Aggregationshemmer dabei
- schwache Bronchodilatation (Bronchien) --> Erweiterung der Bronchien! Achtung: bei Asthma
Nenne die 3 Gruppen der Nicht-Opioid-Analgetika:
- Pyrazole
- Paracetamol
- NSAR
Welches Medikament stoppt die Wirkung von Aspirin Cardio 100mg und darf somit nicht kombiniert werden?
Ibuprofen
--> Einnahme ASS 1h vor Ibuprofen i.O.
Was sind Analgetika (Schmerzmittel)?
Wirkstoffe, die schmerzlindernd oder schmerzstillend wirken.
Was sind Antipyretika?
Wirkstoffe, die gegen Fieber (antipyretisch) wirken.
Was sind Antiphlogistika (Entzündungshemmer)?
Wirkstofe, die gegen Entzündung (antiphlogitisch, antiinflammatorisch) wirken.
Wie wird Schmerz definiert?
...ein unangenehmes Sinnes- oder Gefühlserlebnis, das mit aktueller oder potenzieller Gewebeschädigung verknüft ist oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird.
Aufgrund des Entstehungsortes lassen sich Schmerzen einteilen. Nämlih in:
- somatische Schmerzen: Haut, Muskeln, Gelenke, Knochen oder Bindegewebe
- viszerale Schmerzen: Eingeweiden (Dehnung der Bauchorgane, Spasmen der glatten Muskulator, Mangeldurchblutung)
- neuropathische Schmerzen Nervenverletzungen und Nervenirritationen (Bsp. bei Amputationen)
Nach was werden die Analgetika heute eingeteilt?
Nach Wirkprinzip
Welche zwei untergruppen der Analgetika gibt es?
Opioide (Unterdrücken die Schmerzübertragung vorwiegend im ZNS
Nicht-Opioide (Schmerzübertragung wird vorwiegend im Bereich des PNS unterdrückt
Die Prostaglandine werden durch NSAR (Nicht-Opioid-Analgetikum) gehemmt. Was ist die erwünschte Wirkung der Prostaglandinen?
- Verminderung der Säureproduktion, Erhöhung der Magenschleimbildung (Magen)
- Erhöhte Natriumausscheidung, Steigerung der Durchblutung (Niere) --> Zu viel Natrium = hoher BD
- Vasodilatation (Gefässe)
- Aggregationshemmung der Thrombozyten
- schwache Bronchodilatation (Bronchien) --> Achtung bei Asthma!
Nenne die Arzneistoffgruppen der Nicht-Opioid-Analgetika
- Pyrazole (Bsp. Novalgin)
- Paracetamol (Bsp. Panadol)
- NSAR
- Salicylate / Essigsäure-Derivate / Seletive COX-2-Hemmer / Phenylpropionsäure-Derivate / Anthranilsäure-Derivate
Was muss bei der Gabe von Ibuprofen und Aspirin Cardio beachtet werden?
Das Aspirin muss mit mind. 1h Abstand vor dem Ibuprofen gegeben werden. Der Rezeptor wird sonst vom Ibuprofen besetzt und das ASS kann erst nach 8h wieder wirken. --> ASS sonst lieber weglassen
Welches sind die Ausscheidungswege (Elimination) aus unserem Körper?
- über Niere via Harn (90%)
- über die Leber mit em Faeces
- Lunge (Atemluft)
- Haut (Schweiss)
- Milchdrüse (Muttermilch)
Wie wird Obstipation definiert?
Verstopfung
Verzögerte Darmentleerung, die sich durch geringe Stuhlfrequenz (alle 3-4d) und harte Stuhlkonsistenz bemerkbar macht.
Was bewirken Laxantien?
Abführmittel
Arzneimittel zur Beschleunigung des Nahrungstransports im Darm und der Darmentleerung =Beschleinigung der Stuhlentleerung
Welche Therapieanwendungen mit Laxantien gibt es?
Kurzfristige Anwendung
- vor medizinischen Untersuchungen (z.B. Koloskopie) oder operativen Eingriffen
- bei schmerzhafter Stuhlentleerung (Analfissuren / Hämorrhoiden)
- bei versehentlicher Einnahme toxischer Stoffe
- bei arzneimittelbedingter Obstipation
Länger dauernde Anwendung
- unter ärztlicher Betreeung, mit geeigneter Medikation als sicher zu beurteilen
- keine Selbstmedikation langfristig!
--> Bsp. bei Paraplegiker oder Onko-Patienten
In welche vier Stufen ist die Therapie der Obstipation aufgeteilt?
1. Nichtmedikamentöse Massnahmen (Bewegung / Sport / warmer Bauchwickel / Darmtraining)
2. Quellmittel (z.B. Leinsamen)
3. Osmolaxantien (=viel Zucker / Salz --> Wasser bleibt im Darm)
4. Hydragoga = Antiresorptiva, Sekretagoga