3. SJ.


R. P.
Diese Lernkartei behandelt die Pharmakologie von Antiarrhythmika auf Universitätsniveau. Sie konzentriert sich auf Wirkstoffe wie Verapamil, Dronedaron, Sotalol, Amiodaron, Flecainid und Propafenon, deren Wirkmechanismen, Nebenwirkungen und Indikationen. Die Karteikarten erläutern die Blockade von Kanälen, die Verlängerung der Refraktärzeit und die Behandlung von Tachykardien. Medizinstudenten und Ärzte profitieren von diesem Überblick, um die Anwendung und Wechselwirkungen dieser Medikamente besser zu verstehen.
Karten
60
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
22.11.2017 / 24.11.2022

Lernkarten

Amiodaron

Pharmakokinetik

  • p.o., i.v.
  • hydrophob, zu 96% an Plasmaeiweisse gebunden
  • HWZ: 30-60d, bei Langzeitbehandlung bis 100d
  • in Lysosomen angereichert
  • meist unbefriedigendes Nutzen-Risiko-Verhältnis

 

Amiodaron

Sonstiges

Handelsnamen: Cordarone

ähnliche Stoffe: Sotalol, Dronedaron

Sotalol

Arzneimittelgruppe

Antiarrhythmika

Klasse III

Sotalol

Indikationen / Kontraindikationen

Indikationen

  • Sinusale und supraventrikuläre Tachykardien.
  • Behandlung und Prophylaxe lebensbedrohender oder prognostisch ungünstiger ventrikulärer Arrhythmien bei durch elektrophysiologische Stimulation oder Holter nachgewiesener Wirksamkeit.
  • Vorhofflattern und -flimmern

Kontraindikationen

  • Bronchialasthma, andere chronische obstruktive Lungenerkrankungen.
  • Kehlkopfödem, schwere allergische Rhinitis.
  • Kardiogener Schock, akuter Herzinfarkt.
  • Pulmonale Hypertonie mit Rechtsherzinsuffizienz (Cor pulmonale).
  • Den Herzmuskel schwächende Anästhesien.
  • Sinus-Bradykardie (weniger als 50 Schläge pro Minute), Sinusknotensyndrom (sick sinus syndrom).
  • Atrioventrikulärer Block 2. oder 3. Grades ohne funktionierenden Herzschrittmacher.
  • Schwere Niereninsuffizienz, Ketoazidose.
  • Dekompensierte Herzinsuffizienz, Herzinsuffizienz NYHA IV.
  • Vererbtes oder erworbenes QT-Verlängerungs-Syndrom (long QT-Syndrom).
  • Unbehandeltes Phäochromozytom.
  • Hypokaliämie, Hypomagnesiämie.
  • Hypotonie.
  • Spätstadien peripherer Durchblutungsstörungen

Sotalol

NW

  • Vorhofflimmern, ventrikuläre Tachykardie, QT-Verlängerung, Torsades des Pointes
  • Verstärkung einer Herzinsuffizienz, Bradykardie, AV-Überleitungsstörungen, unerwünschter Blutdruckabfall
  • Auslösung von obstruktiven Ventilationsstörungen
  • Müdigkeit, Schwindel, Benommenheit, Kopfschmerzen
  • Parästhesien und Kältegefühl an den Gliedmassen

 

Hat ein hohes arrhythmogenes Potential. Wird unter Kardiologen gerne auch "Toxalol" genannt, wegen der Auslösung von Torsades de pointes.

Hat bei der 
SWORD-Studie zu einer erhöhten Mortalität der Verogruppe gegenüber der Placebogruppe geführt, woraufhin die Studie abgebrochen werden musste! 

Sotalol

Wirkmechanismus

  • l-Enantiomer: nicht-selektiver β-Blocker (negativ chronotrop und inotrop wirkend)
  • d-Enantiomer: Antiarrhythmikum (blockiert K-Kanäle)

Sotalol

Pharmakokinetik

  • p.o.
  • renal eliminiert
  • HWZ: 8h

Sotalol

Sonstiges

Handelsnamen: Sotalex

ähnliche Stoffe: Dronedaron, Amiodaron

Dronedaron

Arzneimittelgruppe

Antiarrhythmika 

Klasse III

Dronedaron

Indikationen / Kontraindikationen

Indikation

  • Erhaltung des Sinusrhythmus nach Kardioversion oder nicht permanentem Vorhofflimmern 

Kontraindikation

  • Herzinsuffizienz

  • Permanentes Vorhofflimmern

  • Drabigatran (Medikament)

  • Probleme in der Reizleitung

  • Bradykardie (da Verschlimmerung)

  • Schwere Leberfunktionsstörung 


     

Dronedaron

NW

  • Kreatinin im Blut ↑ (wahrscheinlich tubuläre Sekretion von Kreatinin gehemmt)
  • Bradykardie
  • Hautreaktionen
  • QT-Zeit Verlängerung aufgrund des Wirkungsmechanismus
  • Hemmt P-Glykoprotein
  • Hemmt diverse Ionentransporter
  • Gastrointestinale Beschwerden

Dronedaron

Wirkmechanismen

  • Genauer Wirkungsmechanismus ungeklärt; Stabilisierung des Sinusrhythmus:
  • Blockiert Kaliumstrom → verlängert Aktionspotenzial und Refraktärzeit des Herzens → Herzfrequenz ↓ (Cave: Wirkung ↓ bei Hypokaliämie)
  • Blockiert Natriumstrom
  • Blockiert Kalziumstrom
  • Elektrophysiologische Effekte aller 4 Vaughan-Williams-Klassen
  • Antiarrhythmisch
  • Frequenzstabilisierend
  • Blutdrucksenkend
  • Erweitert Koronarien
  • Verringert α-adrenerge Blutdruckreaktion 

Dronedaron

Pharmakokinetik

• Wird über CYP3A4 metabolisiert (Cave: Interaktionen und Leberfunktionsstörungen)
• Hemmt diverse Cytochrome (Cave: Interaktionen)
• +
→ Digoxin: Digoxinspiegel im Blut ↑
• +MAO-Inhibitoren: Dronedaron-Clearance ↓ (da MAO die Umwandlung von Dronedaron in seinen aktiven Metaboliten fördert)
• Plasmaproteinbindung >98% (Cave: Interaktionen mit plasmaproteinbindenden Medikamenten) 

Dronedaron

Sonstiges

Handelsnamen: Multaq

ähnliche Stoffe: Amiodaron (Dromedaron hat aber keine Schilddrüsenwirkung), Sotalol

Verapamil

Arzneimittelgruppe

Antiarrhythmika

Klasse 4 (IV)

Verapamil

Indikationen / Kontraindikationen

Indikation

  • Re-Infarkt-Prophylaxe
  • Angina Pectoris
  • Hypertonie (in Kombination)
  • tachykarde, supraventrikuläre Rhythmusstörungen

Wegen der Verstärkung der kardiodepressiven Auswirkungen nicht mit β-Blockern kombinieren! 

Kontraindikation

  • Herzinsuffizienz
  • Störungen der Erregungsleitung im Herzen
  • Co-Therapie mit β-Blockern

Verapamil

NW

  • Bradykardie, kompensatorische Tachykardie
  • AV-Block bis Asystolie
  • Ödeme
  • GIT-Beschwerden (insbesondere Obstipation)
  • sexuelle Dysfunktion

Verapamil

Wirkmechanismen

  • blockiert L-Typ-Calcium-Kanäle in Gefässmuskultur UND Herzmuskulatur
  • wirkt vasodilatierend in Blutgefässen und antiarrhythmisch am Herzen
  • reduziert Sinusfrequenz, verlängert AV-Überleitung, wirkt negativ inotrop

Verapamil

Pharmakokinetik

  • p.o., i.v.
  • arrhythmogenes Potential bei Anwendung i.v. höher als bei Anwendung p.o.
  • hoher First-Pass-Effekt
  • hepatisch über CYP 1A2, 2C9 und 3A4 metabolisiert, vorwiegend renal eliminiert
  • hemmt CYP 1A2, 2E1 und 3A4
  • HWZ: 3-7h

Verapamil

Sonstiges

Handelsnamen: Isoptin®, Verapam®, Flamon® 

ähnliche Stoffe: Diltiazem

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