Ontogenese

Wurfplanung,Verhaltensentwicklung, Neugeborenenphase, 3.-5. Lebenswoche, Sozialisation und Habituation, Neurophysiologische Grundlagen, Emotionale Steuerung, Verhaltenssteuerung, (3.-) 6.-12. Lebenswoche

Wurfplanung,Verhaltensentwicklung, Neugeborenenphase, 3.-5. Lebenswoche, Sozialisation und Habituation, Neurophysiologische Grundlagen, Emotionale Steuerung, Verhaltenssteuerung, (3.-) 6.-12. Lebenswoche


H. S.
Diese Lernkarten bieten eine grundlegende Einführung in die Ontogenese von Hunden, insbesondere in den ersten Lebenswochen. Sie konzentrieren sich auf die Entwicklung von Welpen, ihre Reaktionen auf Reize, die Bedeutung der Geborgenheitsgarnitur und altersgerechte Erziehungsansätze. Die Karteikarten sind ideal für angehende Hundetrainer und Tierhalter, die verstehen möchten, wie Welpen lernen und wie man sie optimal sozialisiert.
Karten
93
Lernende
11
Sprache
Deutsch
Kategorie
Biologie
Stufe
Grundschule
Erstellt / Aktualisiert
04.11.2017 / 05.03.2025

Lernkarten

3. - 5. Lebenswoche

An was zeigen Welpen im Alter von drei bis fünf Wochen Interesse?

Verhaltensbeobachtung:

Welpen im Alter von drei bis fünf Wochen zeigen Interesse an allen (bekannten und unbekannten) Reizen in ihrem Umfeld

Belebte Reize (Bewegungen) wirken einen grösseren Anreiz zur Kontaktaufnahme aus al unbelebte Reize.

Ähnliches gilt für sich verändernde Reize (Geräusche)

3. - 5. Lebenswoche

Welche Reize sind geeignet, das Gefühl von Eigenkontrolle zu steigern?

Reize mit denen der Welpe aufgrund seiner Vorerfahrungen eine bestimmte (positive) Erwartung verknüpft, sind geeignet, das Gefühl von Eigenkontrolle zu steigern und somit gleichzeitig die Tendenz zu starker Aufregung und Emotionalität zu schwächen.

Der Grundstock emotionaler Stabilität wird in der dritten vis fünften Lebenswoche gelegt. Die emotionale Stabilität ist von Vorerfahrungen(Erwartungen) abhängig.

3. - 5. Lebenswoche

Wann ist das emotionale Gleichgewicht stabiler?

Je mehr Reize die Geborgenheitsgarnitur umfasst 

oder 

je weniger Reize die Geborgenheitsgarnitur umfasst?

Je mehr Reize die Geborgenheitsgarnitur umfass, desto stabiler ist das emotionale Gleichgewicht, auch in einer sich verändernden Umwelt.

3. - 5. Lebenswoche

Verschiedene Geborgenheitsreize haben unterschiedliche Werte.

Welche Reize können leichter einen hohen Wert erlangen?

Belebte Reize können leichter als unbelebte einen hohen Wert erlangen

3. - 5. Lebenswoche

Was kann passieren, wenn ein relevanter Geborgenheitsreiz wegfällt?

Fällt ein relevanter Geborgenheitsreiz weg, kann das emotionale Gleichgewicht zerstört werden.

3. - 5. Lebenswoche

Was begünstigt keine Störung des emotionalen Gleichgewichts, wenn ein relevanter Geborgenheitsreiz wegfällt?

Günstig ist es, wenn die Geborgenheitsgarnitur so reich gefüllt ist, dass der Wegfall einen relevanten Reizes keine Störungen des emotionalen Gleichgewichtes nach sich zieht.

3. - 5. Lebenswoche

Was passiert bei Störungen des emotionalen Gleichgewichts?

Wenn der Welpe mit Situationen konfrontiert wird, die sein emotionales Gleichgewicht stören, werden automatisch Regulationsmechanismen in Gang gesetzt, um die Homöostase (Aufrechterhaltung des Gleichgewichtszustandes) wieder herzustellen.

Dies geht mit einer messbaren Aktivierungsminderung des parasympatihischen Nervensystems einher (gleichzeitige Steigerung des sympatischen Nervensystems, speziell ab der 6. LW)

3. - 5. Lebenswoche

Was führt zu dem Gefühl von Kontrollverlust beim Welpen?

Anforderungen, denen der Welpe (bzw. seine regulatorischen Fähigkeiten wie Ansprechbarkeit der Stressachse!) nicht gewachsen ist, führen zu dem Gefühl von Kontrollverlust.

Hierdurch wird auch nachfolgend die Fähigkeit zu Handeln und sich anzupassen eingeschränkt (Stressblockade)

 

3. - 5. Lebenswoche

Was ist die vorherrschende Emotion beim Verlust der emotionalen Homöostase (Aufrechterhaltung des Gleichgewichtzustandes)?

Die vorherrschende Emotion beim Verlust der emotionalen Homöostase ist Unsicherheit/Angst/Furcht.

Weitere Gefühle, die die Regulationsfähigkeit negativ beeinflussen sind Frustration, Wut und Schmerz

3. - 5. Lebenswoche

In der für die Bildung der Geborgenheitsgarnitur wichtigste Zeit spielt sich was ab?

Erlebnisse mit der unbelebten und belebten Umwelt werden als Geborgenheitsreize abgespeichert, wenn es nicht bereits in einem früheren Entwicklungszeitraum zu gravierenden Störungen der Entwicklung neuronaler oder hormoneller Schaltkreise gekommen ist.

3. - 5. Lebenswoche

Mit was sollten Welpen täglich mehrfach konfrontiert werden?

Welpen sollten täglich mehrfach mit etlichen belebten und unbelebten Reizen konfrontiert werden.

Hierbei gilt es nun alle Sinneskanäle anzusprechen (also jetzt unter zusätzlicher Einbeziehung von optischen und akustischen Reizen)

3. - 5. Lebenswoche

Was ist wichtig für den Erwerb einer möglichst breit angelegten Geborgenheitsgarnitur?

Für den Erwerb einer möglicht breit angelegten Geborgenheitsgarnitur ist es wichtig, die Welpen mit vielen verschiedenen Reizen zu konfrontieren.

Speziell mit Situationen/Dinge/Ereignisse, die als "typische" Angstauslöser beim Hund bekannt sind, sollten auf täglicher Basis präsentiert werden.

3. - 5. Lebenswoche

Zähle Beispiele typischer Angsauslöser auf

  • Geräusche (Strassenlärm, Feuerwerk etc.)
  • Haushaltsgegenstände (Staubsauger)
  • fremde Menschen
  • fremde Umgebung

3. - 5. Lebenswoche

Zähle Tipps zur speziellen Förderung auf

  • Handling der Welpen durch verschiedene Personen
  • Bereitstellung wechselnder belebter Reize, um einer zu hohen emotionalen Abhängigkeit an einen bestimmten Reiz entgegenzuwirken
  • Gewöhnung an ein Halsband
  • Bereitstellung einer Box als Lagerstätte
  • Geräuschpräsentation
  • Wechselnde "Dekorationen"
  • Kurzum: Chaos und "Tele-Tybbis" sind in dieser Zeit sehr produktiv!

3. - 5. Lebenswoche

Wieviel Zeit pro Tag kann reichen um eine stabile Geborgenheitsgarnitur aufzubauen?

40 min täglich in denen die Welpen mit einer alltagstauglichen (ggf. leicht gesteigerten) Reizfülle vertraut gemacht werden, reichen um eine stabile Geborgenheitsgarnitur aufzubauen.

Bei nur 2.5 min Extra Zeit pro Welpe in "Einzelsequenzen" konnte das Mass der emotionalen Stabilität erheblich erhöht werden!

Sozialisation/Habituation

Gelten für die Aufzuchtgestaltung von Hunden grundlegend dieselben oder andere Bedingungen/Dinge als für Wölfe? und was ist speziell?

Für die Aufzuchtgestaltung von Hunden gelten grundlegend andere Dinge/Bedingungen als für den Wolf

Speziell: Ein langer Verbleib in der Gruppe, in die der Welpe hineingeboren wurde bietet ihm für sein späteres Leben keinerlei Vorteile.

Frühe und zielgerichtete Förderung der Welpen zahlt sich später aus (Stressstabilität)

Sozialisation/Habituation

Was versteht man unter Prägung?

Bei der Prägung werden spezifische individuelle Erfahrungen einmalig und unumkehrbar in ererbte Verhaltensprogramme eingebaut.

Während bestimmter Entwicklungsetappen besteht für eine kurze Zeitspanne eine verstärkte Lernbereitschaft für bestimmte Reize, Situationen und Verhaltensprogramme. Prägevorgänge können sehr schnell vonstatten gehen (wenige Stunden)

Sozialisation/Habituation

Was ist Prägung)

Prägungen sind erlernte, sich wiederholende Verhaltensformen (Daseinsbewältigungsmechanismen)

Sozialisation/Habituation

Was ist "the Rule of seven"?

 Der Welpe sollte in den ersten 7 Wochen

  • 7 Bereiche
  • 7 Reize
  • 7 Menschen
  • je 7 Frauen, Männer, Kinder
  • 7 Tiere
  • 7 Versch. Geräusche

kennenlernen

Sozialisation/Habituation

Was ist der Unterschied zwischen Sozialisation und Prägung?

Der "grosse Unterschied" zwischen Prägung und Sozialisation scheint mir zu sein, dass erlernte Sozialisierung und Habituation sich wieder ver- und erlernen lassen. Prägung dagegen nicht.

Sozialisation/Habituation

Was ist Sozialisation?

Sozialisation bezieht sich auf Erfahrungen mit der belebten Umwelt.

Als Sozialisation bezeichnet man die Eingliederung eines Jungtiers in seinen sozialen Verband.

Während dieser Phase werden die Spielregeln innerhalb der eigenen sozialen Gruppe und der Kommunikation erlernt.

Sozialisation/Habituation

An wen besonders sollte für ein problemfreies Zusammenleben mit Hunden sozialisiert werden?

Sie sollten besonders gut an Menschen und Artgenossen, sowie je nach Lebensumfeld auch andere Sozialisationserfahrungen (mit anderen Tieren) machen.

Sozialisation/Habituation

Was ist für die Sozialisation erforderlich?

Für die Sozialisation ist ein häufiger ausreichend langer (mehrmals täglicher) persönlicher und positiver Kontakt erforderlich.

Sozialisation/Habituation

Was ist wichtig, wenn Hundewelpen an fremde Tierarten sozialisiert werden sollen?

Es ist wichtig, dass die Mutterhündin einen freundschaftlichen Kontakt mit diesen Tieren vorlebt.

Zeigt sie hingegen in den Kontakten mit den Tieren Jagtsequenzen oder eine allgemeine hohe Erregungslage, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Welpen die Tiere eher als Beute denn als Freunde wahrnehmen.

Neurophysiologische Grundlagen

Ab Ende der fünften Lebenswoche gewinnt der Sympathikus zunehmend an Einfluss. Wie wirkt sich dies im Verhalten der Welpen aus?

Während die Welpen bis zu diesem Zeitpunkt unbedarft an neue Dinge herangetreten sind, überwiegt nun bei der Konfrontation mit neuen Reizen merkbar das Konfliktverhalten: Annäherung-Flucht

Emotionale Steuerung

Dir bis zur fünften Lebenswoche aufgestellte Geborgenheitsgarnitur liefert die Basis des emotionalen Wohlbefindens.

Was passiert, wenn Änderungen im Lebensumfeld nicht bereits vertraut sind (oder der Hund Ähnlichkeiten mit vertrauten Reizen nicht erkennen kann?

Die Änderungen werden als unangenehm empfunden und lassen sich zunehmend schwieriger als "normal" einzufügen.

Emotionale Steuerung

Was passiert mit dem emotionalen Gleichgewicht wenn der Hundewelpe in einer neuen Situation ihm bereits vertraute Details erkennen kann, die er als Geborgenheitsreiz abgespeichert hat?

Es fällt ihm leicht, sein emotionales Gleichgewicht beizubehalten oder zügig wiederzufinden.

Emotionale Steuerung

Was lösen neue weitgehend unbekannte Reize für Gefühle beim Hundewelpen aus?

Sie lösen zunehmend Unsicherheit (Gefühl von Kontrollverlust) aus.

Emotionale Steuerung

Was können völlig unbekannte Reize mitunter schlagartig auslösen?

Angst/Panik und das Gefühl von Kontrollverlust

Zusätzlich besteht unter einer negativen Vorspannung stets die Gefahr einer Sensitivierung.

Verhaltenssteuerung

Was zeigen Welpen bei Angst?

Meideverhalten, Fluchttendenz oder geraten in den Zustand von "Freeze"

Verhaltenssteuerung

Wie ist Unsicherheit und Angst beim Welpen zu erkennen?

An einer besonders hohen Bewegungsaktivität (Wuseligkeit) und Allgemeiner Aufregung.

Verhaltenssteuerung

Ist bei Unsicherheit/Unwohlsein oder Angst eine entspannte Futteraufnahme möglich?

nein. Starker Stress verhindert die Fähigkeit Futter anzunehmen.

Der Parasympathikus gerät ins Hintertreffen.

(3.-) 6.-12. Lebenswoche

Was gibt es in dieser Zeit generell für Einflussmöglichkeiten auf die Verhaltensentwicklung? und was kommt neu dazu?

Generell gilt es alle Massnahmen fortzusetzen, die bereits begonen wurden.

Neu hinzukommen weitere Massnahmen die als Lerninhalte abgespeichert werden sollen

(3.-) 6.-12. Lebenswoche

Zähle Besonderheiten der Verhaltensentwicklung in der Sozialisationszeit auf.

 

  • Verfeinerung der Mimik und Gestik
  • Lernen sozialer Verhaltensregeln (vor allem von Menschen und Artgenossen)
  • Erlernen der Beisshemmung (vor allem in Bezug auf Menschen und Artgenossen)
  • Erinnerung: Neue Erfahrungen werden als Referenzwerte abgespeichert.

 

(3.-) 6.-12. Lebenswoche

Optimal ist die fortgesetzte Präsentation von?

  • vielen unterschiedlichen Geräuschen
  • Haushaltsgegenständen
  • Kennenlernen von und Handling durch weitere fremde Menschen (ggf auch von Artgenossen oder fremden Tierarten?
  • Aufenthalt in fremden Umgebungen

... in einem positiven Gesamtkontext eingebettet (Zusammenhand zu Geborgenheitsreizen)

(3.-) 6.-12. Lebenswoche

Zähle spezielle Förderungsinhalte auf.

  • Frühzeitige Gewöhnung an ein Halsbändchen (Sicherheitsaspekt berücksichtigen!)
  • Einrichtung einer Box als Lagerstätte
  • Abgabe einer benutzten Box an den Tierhalter
  • Präsentation gestellter Problemsituationen (inkl. Schulung der körperlichen Geschicklichkeit)
  • Gewöhnung an Autofahren
  • Ausflüge mit vertrauten Personen/Artgenossen
  • Aufbau eines Rückrufsignals Übungsinhalt: "Futterpfiff" Die Voraussetzung für die problemlose Übertragung der Lernerfahrung an den neuen Tierhalter ist ein "übertragbarer" Ton (Beispiel ACME Pfeifen).
  • Schulung der Lernbereitschaft, Übungsinhalte: Annäherungen an den Menschen-Anleinen-ggf auch Gehen an der Leine

Lerntheoretisch Aspekte

Was ist Habituation?

Gewöhnung an die unbelebte Umwelt

Gewöhnung

  • an einen weiderholt präsentierten Reiz
  • der KEINE Auswirkungen auf das Tier hat (weder positiv noch negativ)
  • und deshalb an Bedeutung verliert

Lerntheoretisch Aspekte

Was ist Sensitivierung?

Unwohlseinslevel

  • = Empfindlichkeitssteigerung
  • Reaktion auf einen Reiz wird immer stärker
  • Gegenstück zur Habituation
  • i.d.R bei Reizen, die als gefährlich eingestuft oder in Stresssituationen kennengelernt werden.

Lerntheoretische Aspekte

Was ist klassische Konditionierung?

  • Reizverknüpfung Zeit/Raumgesetz
  • (Reflex) Ferngesteuert

 

Lerntheoretische Aspekte

Was ist Instrumentelle Konditionierung?

  • Pfiff=>kommen=>Futter
  • Denkgesteuert

Lernen