Ontogenese

Wurfplanung,Verhaltensentwicklung, Neugeborenenphase, 3.-5. Lebenswoche, Sozialisation und Habituation, Neurophysiologische Grundlagen, Emotionale Steuerung, Verhaltenssteuerung, (3.-) 6.-12. Lebenswoche

Wurfplanung,Verhaltensentwicklung, Neugeborenenphase, 3.-5. Lebenswoche, Sozialisation und Habituation, Neurophysiologische Grundlagen, Emotionale Steuerung, Verhaltenssteuerung, (3.-) 6.-12. Lebenswoche


H. S.
Diese Lernkarten bieten eine grundlegende Einführung in die Ontogenese von Hunden, insbesondere in den ersten Lebenswochen. Sie konzentrieren sich auf die Entwicklung von Welpen, ihre Reaktionen auf Reize, die Bedeutung der Geborgenheitsgarnitur und altersgerechte Erziehungsansätze. Die Karteikarten sind ideal für angehende Hundetrainer und Tierhalter, die verstehen möchten, wie Welpen lernen und wie man sie optimal sozialisiert.
Cartes-fiches
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Langue
Allemand
Catégorie
Biologie
Créé / Mis à jour
04.11.2017 / 05.03.2025

Cartes-fiches

Vorgeburtliche Phase

Was sind die Einflussmöglichkeiten des Züchters?

Sorgfältige Auswahl der Elterntiere in Bezug auf das Wesen und die Gesundheit. 

Andernfalls: Gefahr der Streuung von Mängeln

Welche Wesensmerkmale können vererbbar sein?

  • Jagtverhalten
  • Territorialität
  • Aktivität
  • Reaktivität
  • Erregungslage
  • Bellfreudigkeit
  • Selbständigkeit/Führungswilligkeit/Aufgeschlossenheit
  • Masse der körperlichen Empfindlichkeit

Was hat die Mutterhündin für eine Rolle bei der Vererbung der Wesensmerkmalen?

Nachhaltige Vorbildfunktion speziell für soiale Verhaltensweisen ( Umgang mit Menschen, Artgenossen, fremde Tierarten).

Achtung: Im Alltag vermischen sich genetische Eigenschaften mit erlernten.

Was muss man in Bezug auf die Vererbung von Krankheitsdispositionen beachten?

Einige Krankheiten sind genetisch codiert (Veränderung eines oder mehrere Gene)

Durch die Zucht mit Tieren, die Träger solch veränderter Gene sind, wird die Krankheitswahrscheinlichkeit breit gestreut.

An was liegt es, wie hoch die Warscheinlichkeit einer tatsächlichen Erkrankung bei den Nachkommen ist?

  • An der Höhe des Erblichkeitsfaktors des jeweiligen Defektes
  • Am Erbgang (dominant, rezessiv, monogenetisch, polygenetisch, Kopplungen etc.)

In der Hundezucht wird häufig absichtlich mit Defektgenen gezüchtet.

zähle auf, auf was die Entwicklung der Welpen im Mutterleib sich nachhaltig auswirken:

  • Stress
  • Ernährung
  • Medikamente
  • Gifte und Strahlung

Was sollte man mit den tragenden Hündinnen machen, damit sich die Welpen optimal entwickeln können?

Keinem grossen Stress aussetzen

bedarfsgerecht ernähren

angemessen bewegen

Zuchtziel. Gesunde Hunde

Der Begriff Gesundheit bedeutet nicht nur die Abwesenheit von Krankheit, sondern beschreibt was?

die Gesamtheit von physischen und psychischem Wohlbefinden

Ich habe mir gemerkt: in beiden Bereichen (Charakter und Gesundheit) werden die Weichen schon vor der Geburt über die Auswahl der Elterntiere gestellt.

Was wird durch den Einfluss der Umwelt auf die genetische Ausstattung eines Individuums gesteuert?

Die (Verhaltens-) Entwicklung

Ist es möglich, eine klare Trennung zwischen genetischen Faktoren und den steuernden Umwelteinflüssen zu ziehen?

In vielen Fällen ist dies nicht möglich.

Hat jeder einzelne Umweltfaktor Einfluss auf die Gesamtentwicklung des Tieren? Oder sind die einzelnen Umweltfaktoren nicht so wichtig?

Jeder einzelne Umweltfaktor (U) hat Einfluss auf die Gesamtentwicklung (Phänotyp=F) des Tieres.

U1+F1=F2 und so weiter

Geburtsort und Umgebung= Massiver Einfluss

Die Umwelt verändert das Tier

Neugeborenenphase (Geburt bis Tag 14)

Was ist Kolostrum?

Erste Milch mit Maternalen Antikörper

Neugeborenenphase (Geburt bis Tag 14)

Wie lange umfasst der Prozess der Myelinisierung? ( Umwicklung der Nervenzellen)

Die Nervenleitungsgeschwindigkeit ist in den ersten Lebenswochen noch sehr langsam, denn die Nervenzellen sind gröstenteils noch nicht myelinisiert.

Der Prozess der Myelinisierung umfasst mehrere Monate

Neugeborenenphase (Geburt bis Tag 14)

Was hat es für eine Auswirkung wenn die Nervenzellen gröstenteils noch nicht myelinisert sind?

Auswirkung auf die Lernfähigkeit:

Welpen sind in dieser Phase in der Lage einfache nicht über das Bewusstsein verschaltete Verknüpfungen herzustellen.

Neugeborenenphase (Geburt bis Tag 14)

Können Welpen schon vor dem Geburtszeitpunkt Schmerz empfinden?

ja

Neugeborenenphase (Geburt bis Tag 14)

Ab wann ist der Tastsinn aktiv?

Der Tastsinn ist der weit entwickelteste Sinn von Hundewelpen

Er ist schon von vor dem Zeitpunkt der Geubrt an aktiv. Welpen können also fühlen.

Sie reagieren auf Kontakte bzw. Kontaktverluste und auf Schmerzreize.

Zudem können sie zwischen kalt und warm unterscheiden.

Neugeborenenphase (Geburt bis Tag 14)

Wie sind die Welpen temperaturmässig? (nicht in °C)

Welpen sind kühl und brauchen Wärme, die ersten 14 Tage kühler, dann sind sie wärmer als ein erwachsener Hund.

Neugeborenenphase (Geburt bis Tag 14)

Sind der Geruchs- und der Geschmacksinn bei der Geburt schon entwickelt?

Beide Sinne sind vom Zeitpunkt der Geburt an scho weit entwickelt.

Die weitere Ausreifung des Geruchsinnes erfolgt bis zum Abschluss der Welpenzeit.

Neugeborenenphase (Geburt bis Tag 14)

Wie sind der Hör- und Sehsinn in der Neugeborenenphase entwickelt?

Der Hör- und der Sehsinn sind in der Neugeborenenphase gröstenteils noch nicht entwickelt, die Augen und Ohren sind noch geschlossen.

Neugeborenenphase (Geburt bis Tag 14)

Wann erfolgt das Öffnen der Augen und Ohren?

Wann erfolgt die Ausreifung der Sehleistung?

Das Öffnen der Augen und Ohren erfolgt zwischen dem 11.-18. Tag.

Die Ausreifung der Sehleistung erfolgt bis zum Ende des 4. Lebensmonats.

Neugeborenenphase (Geburt bis Tag 14)

Wie ist die Wärmebildung ausgereift?

Die Wärmebildung ist noch nicht vollständig ausgereift, die körperlichen Reserven sind gering

Neugeborenenphase (Geburt bis Tag 14)

Welche Handlungen führen die Welpen in dieser Phase aus?

Die Handlungen der Welpen sind ptaktisch ausschliesslich angeboren (Saugen und Schlafen- nur REM-Schlaf)

Neugeborenenphase (Geburt bis Tag 14)

Auf was reagieren die Welpen in dieser Zeit?

In dieser Zeit reagieren Welpen nur aktiv auf für sie relevante Veränderungen ihrer Umgebung, die ein persönliches Missempfinden hervorrufen. (Hunger, Kälte, Kontaktverlust, Schmerz).

Schwerpunkt: Überleben.    Das Verhalten ist hauptsächlich reflexgesteuert.

Kein bewusstes Wahrnehmen von Neuerungen in der Umgebung oder bewusstes Lernen.

Neugeborenenphase (Geburt bis Tag 14)

Warum sind Welpen zur Aufrechthaltung ihres Wohlbefindens vorrangig von der Mutterhündin abhängig?

Aufgrund der noch nicht voll zugänglichen optischen und akustischen Sinneskanäle und ihrer relativ starken Immobilität sind Welpben zur Aufrechterhaltung ihres Wohlbefindens vorrangig von der Mutterhündin abhängig.

Diese Abhängigkeit ist jedoch nicht bindungsgetragen sondern wird durch das autonome Nervensystem gesteuert.

Neugeborenenphase (Geburt bis Tag 14)

Was sind relevante Ereignisse in dieser Phase?

  • Ausreifung des hormonellen Regelkreises Hypophyse => Nebennieren (Stress-Steuerung)
  • Steuerung der Frustrationsfähigkeit (Achtung besondere Relevanz für Handaufzuchten!)
  • Etablierung erster Umweltpräferenzen (olfaktorisch (Geruchs-)Reize)
  • Ausreifung neuronaler Verknüpfungen

Neugeborenenphase (Geburt bis Tag 14)

Wie sollte die Stressverarbeitung stattfinden?

In der ersten zwei Wochen findet in Abhängigkeit der Reizfülle, mit dem der Welpe konfrontiert wird, ein "Feintuning" statt.

Milde Stressfaktoren, denen die Welpen ausgesetzt werden, führen zu einer höheren Stressstabilität.

Die Mutterhündin sollte die Welpen nicht überpflegen.

Neugeborenenphase (Geburt bis Tag 14)

Welche Einflussmöglichkeiten auf die Verhaltensentwicklung hat der Züchter? und was zeigen geförderte Welpen?

In der Neugeborenenphase sollten die Welpen milden Stressfaktoren ausgesetzt und mit relevanten Gerüchen konfrontiert werden.

Geförderte Welpen zeigen eine schnellere Gehirnentwicklung, schnelleres Wachstum, frühere motorisch Kontrolle und mehr Explorationsverhalten (Erkundungsverhalten.

Sie sind zudem aufnahmebereiter für Lerninhalte und weniger stressanfällig.

Neugeborenenphase (Geburt bis Tag 14)

Nenne Beispiele der Förderung.

  • Handling bei der Gewichtskontrolle
  • kurzzeitige Kältereize
  • Vermeidung eienr non-stop-Versorgung oder extrem intensiven Pflege
  • Konfrontation mit relevanten Gerüchen
  • Schulung des Körpergefühls (Berührungen unterschiedlicher Art, Bewegung des Lagers evt. Trampolin mit Kinderschwimmbecken als Wurfkiste)

3. - 5. Lebenswoche

Wann werden die Welpen deutlich mobiler, und ab wann stehen ihnen alle Sinneskanäle offen?

Ab der dritten Lebenswoche.

3. - 5. Lebenswoche

Was passiert mit den Handlungsfähigkeiten ab der dritten Woche?

Die Welpen verfügen zunehmend über selbstbestimmte Handlungsfähigkeiten und zeigen Neugierde- und Erkundungsverhalten in Bezug auf ihr Lebensumfeld.

Das Verhalten ist immer weiniger reflexgesteuert.

3. - 5. Lebenswoche

Zu was führen neue oder bekannte Reize in einem unbekannten Umfeld?

Neue Reize oder bekannte Reize in einem unbekannten Umfeld führen zur allgemeinen Erregung (gesteigerte Bewegungsaktivität).

In Bezug auf bekannte Reize (belebte und unbelebte Umwelt) sind zunehmend Wiedererkennungseffekte zu beobachten.

3. - 5. Lebenswoche

Zähle weitere Neuerungen auf in der 3.-5. Lebenswochen

  • die Zähne brechen durch
  • die Welpen können ihr Körpergewicht tragen, das Wurflager eigenständig verlassen und selbstständig Harn und Kot absetzen. (1. Untergrund prägend)
  • Sie beginnen "echte" Hundehandlungen wie Bellen, Knurren, Wedeln zu zeigen

3. - 5. Lebenswoche

Wie wird der Parasympathikus auch noch bezeichnet?

Als Ruhenerv

Was ist der Parasympathikus?

 

Der Parasympathikus ist eine der drei Komponenten des vegetativen Nervensystems, das für die Unwillkürliche, das heisst nicht dem Willen unterliegende, Steuerung der meisten inneren Organen und des Blutkreislaufs verantwortlich ist.

Wozu dient der Parasympathikus?

Er dient dem Stoffwechsel, der Regeneration und dem Aufbau körpereigener Reserven (trophotrope Wirkung) Er sorgt für Ruhe, Erholung und Schonung.

Der Parasympathikus ist der regulatorische Gegenspieler von?

und was sind die Wirkungen?

Der Parasympathikus ist der regulatorische Gegenspieler vom Sympatikus

Wirkungen:

  • muskuläre Entspannung
  • "normale" Herzschlagrate
  • "normale" Atemfrequenz
  • Assimilierungsprozesse (Nahrungsaufnahme, Verdauungstätigkeit)

3. - 5. Lebenswoche

Was ist die Geborgenheitsgarnitur?

Die Gesamtheit aller Reize, die dem Welpen emotionale Stabilität geben, wird als Geborgenheitsgarnitur bezeichnet.

 

3. - 5. Lebenswoche

Von was hängt es ab, dass ein Reiz zum Geborgenheitsreiz wird?

Ab ein Reiz Teil der Geborgenheitsgarnitur und somit selbst zum Geborgenheitsreiz wird, hängt vor allem davon ab, wann, wie lange und in welchen Kontext der Welpe mit dem Reiz konfrontiert wurde.

3. - 5. Lebenswoche

Warum haben Reize, die der Welpe in der dritten bis fünften Lebenswoche kennenlernt, eine hohe Chance zum Geborgenheitsreiz zu werden?

Reize, die der Welpe in der dritten bis fünften Lebenswoche kennenlernt, haben eine hohe Chance zum Geborgenheitsreiz zu werden, da der Körper des Welpen unter dem dominierenden Einfluss des Parasympathikus steht.

3. - 5. Lebenswoche

Wann werden Reize mit einer hohen Wahrscheinlichkeit in die Geborgenheitsgarnitur aufgenommen?

  • Wenn sie keine primär schädlichen (Schmerzen) oder das überleben gefährdende Eigenschaften aufweisen.
  • Wenn sie dem Welpen wiederholt präsentiert werden
  • Wenn sie in einem Kontext angeboten werden, in dem der Welpe sein emotionales Gleichgewicht beibehalten oder schnell wiedererlangen kann.

Étudier