3. SJ
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Lernkarten
Adrenerges System
Sympathomimetika (direkt & indirekt)
Antisympathotonika
Sympatholytika (α- & β-Blocker)
Sympathomimetika
Indirekte Sympathomimetika (Amphetamin, Ephedrin)
Cocain
Körpereigene Botenstoffe: Adrenalin (Epinephrin), Noradrenalin (Norepinephrin), Dopamin
α-Adrenozeptor-Agonisten (Xylometazolin, Etilefrin)
α1-selektiv: Phenylefrin)
β1/β2-Adrenozeptor-Agonisten (Isoprenalin, Dobutamin)
β2-Adrenozeptor-Agonisten (Salbutamol, Fenoterol)
Antisympathotonika
α2-Adrenozeptor-Agonisten (Clonidin, α-Methyldopa, Reserpin)
Sympatholytika (α- & β-Blocker)
α1-Adrenozeptor-Antagonisten (Prazosin, Doxazosin)
β1 / β2-Adrenozeptor-Antagonisten (Propranolol, Carvedilol, Atenolol)
β1-Adrenozeptor-Antagonisten (Metoprolol, Nebivolol)
Amphetamin
Arzneimittelgruppe
Adrenerges System
Indirekte Sympathomimetika
Amphetamin
therapeutische Wirkung
- hat eine deutliche periphere adrenerge Wirkung
- dringt im Gegensatz zu den Katecholaminen ins ZNS ein ⇒ Stimulation des ZNS, Euphorie, Appetithemmung, Schlafbedürfnis geht runter
- setzt aus adrenergen Neuronen → Noradrenalin und → Dopamin frei und hemmt die → Noradrenalin-Rückaufnahme
> ähnliche Stoffe: Adrenalin, Methylphenidat, Koffein
Amphetamin
Indikation
- als (illegales) Dopingmittel im Hochleistungssport
- keine berechtigten med. Indikationen (mehr)
Amphetamin
NW
- Erschöpfungszustand bei wiederholter Gabe
- Gewöhnung
- Sucht
- toxische Psychosen
- Verwirrtheit, Krämpfe, Tremor
- Hypertension, Tachykardie, Myokardinfarkt
- Gewichtsverlust
Amphetamin
Wirkmechanismen
Wirkung an adrenerger Präsynapse (Sympathikus):
- wird kompetitiv anstelle von NA in Präsynapse reintransportiert (NA bleibt im Spalt)
- Transport in Vesikel & Verdrängen des dortigen NA
- Hemmung von MAO (Abbau NA)
> Anstieg von NA in der Zelle > NA wird nicht mehr Exozytotisch sondern „pulsartig rausgeschwappt“ > Erhöhung von NA im Spalt
Amphetamin
Pharmakokinetik
- i. v.
- HWZ 12-24h
Amphetamin
Pharmakodynamik
Strukturspezifische Änderung gegenüber endogene Katecholaminen:
Entfernung / Umstellung der Ring-Hydroxy-Gruppe
> reduzierte Aktivität am α-Rezeptor
> Resistenz gegen COMT (Abbau)
Amphetamin
Struktur
Strukturspezifische Änderung gegenüber endogene Katecholaminen:
Entfernung / Umstellung der Ring-Hydroxy-Gruppe
> reduzierte Aktivität am α-Rezeptor
> Resistenz gegen COMT (Abbau)
Ephedrin
Arzneimittel-Gruppe
Adrenerges System
Direktes & Indirektes Sympathomimetika
Ephedrin
therapeutische Wirkungen
- hemmt die Wiederaufnahme von → Noradrenalin in die Speichervesikel
- direktes und indirektes Sympathomimetikum, wirkt vasokonstriktorisch (abschwellende Wirkung in Nasenschleimhaut) und zentral erregend
- kleine Dosen: HMV ↑ (bei grossen Dosen aufgrund von Reflexmechanismen nicht mehr)
Ephedrin
Indikation / Kontraindikation (KI)
Indikation
- systemisch:
- Hypotonie
- Hämodynamisierung bei allergischem und kardiogenem Schock
- akute Herzinsuffizienz
- lokal
- Abschwellen der Nasenschleimhäute
- Blutstillung
- Zusatz zu Lokalanästhetika
- Bronchospasmolytikum
Kontraindikation:
- schwere kardiovaskuläre Erkrankungen
- Engwinkelglaukom
Ephedrin
NW
- Nausea
- Tachykardien
- übermässige Blutdrucksteigerung
- Verwirrtheit und Halluzinationen
- Arrhythmie
- Angina pectoris
- Tremor
Ephedrin
Wirkmechanismen (Pharmakodynamik)
Direktes Sympathomimetikum
a- & b-spezifisch
Indikrektes Sympathomimetikum
Adrenerge Präsynapse: Freisetzung von NOR aus Speichervesikeln
hemmt Wiederaufnahme von NOR
hemmt MAO (Abbau von NOR)
Ephedrin
Pharmakokinetik
Absorption
- i.m. / s.c. : schnelle & vollständige Absorption
- i.v.: Eintreten der Effekte innerhalb weniger Min.
Distribution
- passiert Plazenta & gelangt in die Muttermilch
Metabolismus
- in Leber (oxidative Desaminierung, Demethylierung, Hydroxylierung, Konjugation)
Elimination
- renale Elimination (inkl. Metabolite)
- HWZ: 3-6h (Abhängig von pH-Wert des Urins, Elimination beschleunigt bei saurem Urin)
- renale Clearance: 230-660 ml/Min
Ephedrin
Handelsnamen
Kemeol®
Cocain
Arzneimittel-Gruppe
Adrenerges System
(Indirekte) Sympathomimetika
Cocain
therapeutische Wirkung
hemmt den Zellmembrantransport für → Noradrenalin, → Dopamin & → Serotonin in etwa gleichen Konzentrationen
- Mydriasis
- Müdigkeit↓
- Leistungsfähigkeit↑
- angenehme Empfindungen & Wohlsein↑
- Hungergefühl↓
- Unruhe & Angst↑
- Hypertonie
- Tachykardie
In hohen Dosen:
- visuelle, akustische & taktile Halluzinationen
- Krämpfe
Bei lokaler Injektion:
- Vasokonstriktion↑
• in höheren Konzentrationen hemmt Cocain zusätzlich die spannungsabhängigen Na+-Kanäle
lokalanästhetisch
Cocain
Indikation
- früher: als Lokalanästhetikum
- heute: keine medizinische Indikation
Cocain
NW
- Sucht
- Coronargefässkonstriktion → Hypertonie → Gefässrupturen → intracerebrale Blutungen
- Tachykardie, Arrhythmie, Angina pectoris, Myokardinfarkt
- Delirium, toxische Psychosen, Stimulierung psychischer und sexueller Aktivität
- Reizbarkeit, Schläfrigkeit, Verfolgungswahn, Depressionen
- bei nasaler Applikation → Entzündung, Ulceration und Perforation des Nasenseptums
Cocain
Wirkmechanismen
Hemmung der Transmitter (Rück-) Aufnahme
Cocain
Pharmakokinetik
Applikationsart:
- Pulver zum Schnupfen ("Kokainhydrochlorid")
- zum Rauchen ("Freebase" oder "Crack")
- Kauen von Coca-Blüten
• Metabolisierung:
- hepatisch
• Elimination:
- renal
• HWZ = abhängig der Applikationsart
Cocain
Sonstige Informationen
- llegales Suchtmittel mit vielfältigen Szenennamen: Schnee, Weißes Gold, Koks, Coca, Coke, Blow, Snow, Dust
- der Preis pro Gramm beträgt in Europa ca. 70-150 Franken
- wird vom Strauch Erythroxylum coca gewonnen
- wurde 1884 als ophthalmologisches Lokalanästhetikum verwendet
> ähnliche Stoffe: Amphetamin
Adrenalin (Epinephrin)
Arzneimittel-Gruppe
adrenerges System
direkte Sympathikomimetika
Körpereigene Botenstoffe (Neurotransmitter ZNS, Hormon aus Nebenniere)
Adrenalin
therapeutische Wirkung
aktiviert β1-Rezeptor (befinden sich v.a. am Herzen)
- Inotropie↑
Chronotropie↑
Dromotropie↑
Automatie, Ektopie↑
Lusitropie↑
Relaxation der glatten Muskulatur → Vasodilatation↑
aktiviert β2-Rezeptor
- Glycogenolyse↑
Relaxation der glatten Muskulatur in den Bronchien, Darm, Ductus deferens, Uterus, Gefässe der Herz- & Skelettmuskulatur
Hemmung der Histaminfreisetzung aus Mastzellen
Beschleunigung des Cilienschlages des Flimmerepithels der Bronchien
aktiviert α1-Rezeptor (befinden sich v.a. in glatter Muskulatur)
- Kontraktion der glatten Muskulatur
aktiviert α2-Rezeptor (befinden sich präsynaptisch)
Adrenalin
Indikation
Indikation:
- Lokal:
- Blutstillung
- Abschwellung
- Zusatz zu Lokalanästhetika
- akuter Asthmaanfall
- Zusatztherapie bei akuter stenosierender Laryngotracheitis
- Systemisch:
- Reanimation bei Herz-Kreislaufstillstand
- anaphylaktischer Schock
- Behandlung Herzinsuffizienz
- Pures Adrenalin ist oft nur in medizinischen Notfällen Medikament der Wahl. Wenn möglich spezifischere Sympathomimetika verwenden.
- Bei Schock mit Nierenversagen → Dopamin applizieren!
- Adrenalinhaltige Lokalanästhetika-Präparate nicht im Bereich der Akren anwenden (Nekrosen!)
Adrenalin
Kontraindikation
- Hypertonie / Cor pulmonale
- Tachykardie, Tachyarrhythmie
- Hyperthyreose
- Phäochromozytom
- Arteriosklerose, KHK
- als Vasokonstriktorenzusatz bei Lokalanästhesie im Bereich der Akren (periphere Extremitätsenden)
- Engwinkelglaukom
Adrenalin
NW
- Tremor
- Tachykardie
- Arrhythmie (bis hin zum Kammerflimmern)
- Angina pectoris
- Hypertonie
- Hyperglykämie
- ferner: Unruhe, Angst, Blässe, Palpitationen, Hypokaliämie (durch Umverteilung)
Adrenalin
Wirkmechanismen (Pharmakodynamik)
- β>α
- Die Rezeptorstimulation ist jedoch dosisabhängig
- 1-2μg/min → β-Stimulation
- 2-10μg/min → α- & β-Stimulation
- 10-20μg/min → α-Stimulation
Adrenalin
Pharmakokinetik
Applikation:
- s.c./ i.m. (paraenteral)
Distribution:
- zu ca. 50% an Plasmaproteine gebunden
Metabolismus:
- vorwiegend hepatisch, wird z.T. aber auch in Nervenzellen und anderen Geweben metabolisiert (CAVE: Leberinsuffizienz)
- COMT (Catechol-O-Methyltransferase) + MAO (Monoamino-Oxydase)
- Metabolite
- 40% Vanillylmandelsäure
- 7% 3-Methoxy-4-hydroxyphenoglycol
- 2% 3,4-Dihydroxymandelsäure
- acetylierte Derivate im Urin
• Elimination:
- renal
• Interaktionen:
- Sympathomimetische Wirkung↑ durch:
- tricyclische Antidepressiva, Schilddrüsenhormone, Guanethidin, einzelne Antihistaminika
- Ko-Medikation mit MAO-Hemmer → Adrenalinwirkung↑
• HWZ = 1-3min
- kann Blut-Hirn-Schranke nicht durchdringen
- kann Plazenta durchdringen & in die Muttermilch gelangen
Adrenalin
Handelsnamen
EpiPen®, Adrenalin Sintetica®, Abapen®
Ähnliche Stoffe: Noradrenalin, Dopamin
Adrenalin
EpiPen
Die EpiPen®-Injektoren werden besonders bei Allergikern gerne verwendet. Folgendes sollte beachtet werden:
- Der Pen darf nur einmal verwendet werden.
- Die Handhabung muss vorher trocken mit dem Patienten geübt werden.
- Der Pen darf im Notfall auch durch die Kleider angewendet werden.
Noradrenalin (Norepinephrin)
Arzneimittelgruppe
Adrenerges System
(Direkte) Sympathomimetika
Körpereigene Botenstoffe (Neutrotransmitter VNS)
Noradrenalin
therapeutische Wirkung
- peripherer Widerstand↑ (wegen Peripherer Vasokonstriktion) (α1)
- RRsys & RRdias↑ (α1)
- Trotz β1-Rezeptoragonisierung sinkt die HF, weil reflektorisch die Barorezeptoren des N. vagus aktiviert werden und deren Wirkung am Sinusknoten Überhand nimmt.
- myokardialer O2-Verbrauch↑ (CAVE: myokardiale Ischämie)
- Keine Wirkung auf ZNS
Noradrenalin
Indikation
Notfallmedikament
- Erhöhung des BD bei Schock, Herzstillstand, Reanimation
- Anwendung zusammen mit Volumenersatz
- starker Vasokonstriktor
Systemisch:
- septischer Schock (Mittel der Wahl)
Lokal:
- Zusatz bei Lokalanästhetika
- Blutstillung
- Schleimhautabschwellung
Wahl zwischen Adrenalin & Noradrenalin bei der Schocktherapie, abhängig von: Zustand der Herzleistung
- Ist das Herz bereits geschwächt: Noradrenalin
- Allerdings darf dabei nicht vergessen werden, dass auch die (fast) reine periphere Widerstandserhöhung eine Mehrbelastung für das Herz darstellt.
Die Dosierung wird meistens so gewählt, dass eine genügende Nierendurchblutung gerade gewährleistet werden kann. Hierfür kann auch Dopamin als Alternative diskutiert werden.
Noradrenalin
Kontraindikation
- kardiogener Schock → wegen β1-Wirkungen
- Hypertonie / Cor pulmonale
- Tachykardie, Tachyarrhythmie
- Hyperthyreose
- Phäochromozytom
- Arteriosklerose, KHK
- als Vasokonstriktorenzusatz bei Lokalanästhesie im Bereich der Akren
- Engwinkelglaukom
Noradrenalin
NW
- Myokardischämie
- RR↑ mit reflektorischer Bradykardie
- Übelkeit, Erbrechen
- Kältegefühl
- Blässe
- Schwitzen
- Oligo-/Anurie (Wenig/ Keine Urinproduktion)
- Uteruskontraktionen in der Schwangerschaft