TK VWL Mündlich

Vorberitung auf die Mündliche VWL Prüfung

Vorberitung auf die Mündliche VWL Prüfung


Simeon Eugster
Diese Lernkarten decken grundlegende und fortgeschrittene Konzepte der Volkswirtschaftslehre ab, mit Fokus auf Inflation, Deflation, Stagflation und geldpolitische Maßnahmen. Sie erklären die Ursachen und Folgen von Preisveränderungen, die Rolle der Schweizerischen Nationalbank und die Auswirkungen auf Märkte und Einkommen. Ideal für Studierende und Wirtschaftsinteressierte, die ein tieferes Verständnis volkswirtschaftlicher Zusammenhänge erlangen möchten.
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Langue
Allemand
Catégorie
Economie politique
Niveau
Autres
Créé / Mis à jour
28.09.2017 / 23.02.2024

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Nennen Sie je zwei Beispiele für Güter mit preiselastischer Nachfrage und mit preisunelastischer Nachfrage*

Preiselastisch- Generell Luxusgüter (Uhren, Schmuck)- Reisen / Reisedestinationen- Autos- MöbelPreisunelastisch- Lebensmittel- Benzin- Heizöl- Liegenschaften

Definieren Sie den Begriff „Einkommenselastizität derNachfrage“*

a) Formal: %-Änderung nachgefragten / Menge%-Änderung EinkommenDie Einkommenselastizität der Nachfrage zeigt, wie sich die nachgefragte Menge bei einer Änderung des Einkommens um eine Einheit ändert.

a) Was ist ein „inferiores Gut“?b) Nennen Sie ein Beispiel*

a) Güter, deren Nachfrage mit steigendem Einkommen sinkt.b) - Kartoffeln- Bohnen

Fallsituation:Im Rahmen der Lohnverhandlungen fordern Gewerkschaften umfangreiche Lohnsteigerungen, denen stattgegeben wird. Welche Auswirkungen haben die steigenden Löhne auf die Angebotskurve?

Die steigenden Löhne stellen eine (proportionale) Verteuerung der Produktion dar. Die Kostenkurve steigt, die Grenzkosten nehmen zu. In der Folge verschiebt sich die Angebotskurve nach links.

Fallsituation:Der Staat erhebt auf die Produktion von Gut A eine (proportionale) Steuer.a) Welche Auswirkungen hat dieser Sachverhalt auf Form und Verlauf der Angebotskurve?b) Welche Auswirkungen hat dieser Sachverhalt auf Form und Verlauf der Nachfragekurve?

a) Die Steuer verteuert die Produktion proportional. Die Kostenkurve steigt, die Grenzkosten nehmen zu. In der Folge verschiebt sich die Angebotskurve nach links.b) Die Erhebung der Steuer auf Stufe Produktion hatc.p. keine Folge auf Form und Verlauf der Nachfragekurve.

Welche Faktoren beeinflussen die Möglichkeit der Produzenten, auf der Produktion erhobene Steuern auf die Konsumenten zu überwälzen?

- Marktform- Preiselastizität der Nachfrage (und damit verbundene Faktoren wie Substitutionsmöglichkeiten, usw.)

Beschreiben Sie die Marktform der „vollkommenen Konkurrenz“!

- Viele Anbieter mit geringem Marktanteil- Viele Nachfrager mit geringem Marktanteil- Homogenität der Güter und Dienstleistungen (sachlich, persönlich, räumlich, zeitlich, keine Präferenzen der Anbieter und Nachfrager)- Markttransparenz (volls

Welche Annahmen gelten beim Modell der„vollkommenen Konkurrenz“?

Viele Anbieter mit geringem Marktanteil- Viele Nachfrager mit geringem Marktanteil- Homogenität der Güter und Dienstleistungen(sachlich, persönlich, räumlich, zeitlich, keinePräferenzen der Anbieter und Nachfrager)- Markttransparenz (vollständige Übersicht undVoraussicht, vollkommene Information)- Unbegrenzte Mobilität und Teilbarkeit vonProduktionsfaktoren- Unendliche Reaktionsgeschwindigkeit allerAnpassungsprozesse- Keine Marktschranken (Keine Markteintritts- undMarktaustrittsbarrieren)

Beschreiben Sie die Marktform des „Oligopols“!

Einige Anbieter- Viele Nachfrager- starke Reaktionsverbundenheit der Anbieter- optimale Wettbewerbsintensität (im weitenOligopol)- Innovations- und Anpassungsfunktionen desMarktes sind im (weiten) Oligopol optimiert.

Innovations- und Anpassungsfunktionen des Marktes:Weshalb sind im (weiten) Oligopol die Innovations- und Anpassungsfunktion im Vergleich zur vollkommenen Konkurrenz optimiert?

Innovationsfunktion:Pionier-Unternehmen verspüren im (weiten) Oligopol genügen Anreize, durch Innovation mit Aussicht auf Vorsprungsgewinne, einen Innovationsprozess einzuleiten. Bei vollkommener Konkurrenz ist die Wettbewerbsintensität derart hoch, dass Vorsprungsgewinne sofort von Nachahmern absorbiert werden und deshalb die Anreize für den Einzelnen fehlen, innovativ zu sein.AnpassungsfunktionAndrerseits besteht in (weiten) Oligopol der Zwang zur Innovation, weil bei Nicht-Reaktion auf Innovationen der anderen Anbieter die Gefahr des Verlustes von Absatzanteilen besteht und damit die Existenz des Unternehmens bedroht ist.

Beschreiben Sie die Marktform des „Monopols“!

Ein Anbieter- Viele Nachfrager- der Anbieter hat Marktmacht- Optimierungsregel: p = Grenzerlös

Welche Annahmen gelten beim Modell des„Monopols“?

Ein Anbieter- Viele Nachfrager- Atomistische Angebot und Nachfrage- Heterogene Konkurrenz (sachliche, persönliche,räumliche und/oder zeitliche Präferenzen ??differenzierte Produkte)- vollständige Markttransparenz- Faktormobilität- Unendlich schnelle Reaktionsgeschwindigkeitender Anpassungsprozesse

Vollkommene Konkurrenz:Zählen Sie Bereiche auf, in denen in der Schweiz die vollkommene Konkurrenz nicht existiert und geben Sie mögliche Gründe und Folgen an!

Medikamentenmarkt- Monopolistische Tendenzen- übersetzte Preise Versicherungen- Schutz der Versicherungsnehmer durch den Staat Bankensektor- Schutz der Gläubiger durch den Staat Weitere Beispiele zulassen- stringente Argumentation

Kartellea) Was sind Kartelle?b) Nennen Sie ein Beispiel eines Kartells in der Schweiz!c) Können Kartelle volkswirtschaftlich „gefährlich“ oder gar schädlich sein? Begründen Sie Ihre Antwort!

a) Kartelle sind geltende Verträge, Beschlüsse, rechtlich nicht erzwingbare Abreden und Empfehlungen, die mittels gemeinsamer Beschränkung des Wettbewerbs den Markt für bestimmte Waren und Leistungen beeinflussen oder zu beeinflussen geeignet sind, namentlich durch Regelung der Erzeugung, des Absatzes oder des Bezuges von Waren sowie der Preise und der Geschäftsbedingungen.b) Optikerkartell, Zementkartell, Buchkartell, vormals Bierkartell, weitere Kartellec) - Kartelle können volkswirtschaftlich schädlich sein.- Schweizerische Wettbewerbspolitik stützt sich primär auf Missbrauchsgesetzgebung- Schädigung bei Missbrauch von Marktmacht- Schädigung bei Verhinderung eines wirk- samen Wettbewerbs- Schaden entsteht durch Wohlfahrtsverlust (Dead weight loss; allokative und produktive Ineffizienz)

Welches sind die hauptsächlichen Voraussetzungen, damit die Marktwirtschaft funktionieren kann?

Das Privateigentum muss gewährleistet sein- Vertragsfreiheit und Rechtssicherheit mussbestehen- Tiefe Markteintritts- und Marktaustrittsschranken(vor allem keine künstlichen Barrieren)- Viele Anbieter und viele Nachfrager- Keine Marktmacht des Einzelnen

Die Marktwirtschaft kann grundsätzlich als sehr leistungsfähiges und effizientes Wirtschaftssystem bezeichnet werden. Trotzdem gibt es Fälle, in denen der Markt versagt und gesellschaftlich unerwünschte Nebeneffekte auftreten. Beschreiben Sie einige Fälle, in denen der Marktmechanismus versagt!

Marktversagen bei Wettbewerbsbeschränkungen (z.B. Zölle, Einfuhrkontingente, Monopole, natürlichen Monopolen z.B. im Schienenverkehr, im Energiemarkt uam.)- Marktversagen bei öffentlichen Gütern, welche nicht von privater Seite angeboten werden /

Was versteht man unter der „Sozialen Marktwirtschaft“?

Grundsätzliche Ausrichtung auf ein markt- wirtschaftliches System- Steuerung der Wirtschaft soweit als möglich über den Markt- Staatliche Eingriffe dort, wo der Markt versagt- Begründung: struktur-, konjunktur-, wachstums- und verteilungs Gründe- „Verbindung des Prinzips der Freiheit auf demMarkt mit dem Prinzip des sozialen Ausgleichsin der Gesellschaft“ (R. Dubs)

Was versteht man unter dem Begriff„Wirtschaftspolitik“?

Unter Wirtschaftspolitik versteht man die direkten und indirekten Einwirkungen des Staates in die Wirtschaft mit dem Zweck, bestimmte Ziele zu verwirklichen.Gliederung der Wirtschaftspolitik (mit Beispielen): Ordnungspolitik- Sozialpolitik- Gesundheitspolitik- WettbewerbspolitikStrukturpolitik- Bodenpolitik- Landwirtschaftspolitik- RegionalpolitikProzesspolitik- Geldmengenpolitik- Konjunkturpolitik- Beschäftigungspolitik- Finanzpolitik

WettbewerbspolitikWeshalb werden Unternehmenszusammenschlüsse, die zu einer marktbeherrschenden Stellung des zusammengeschlossenen Unternehmens führen, von der Wettbewerbskommission nicht zugelassen?

Fusionierte Unternehmen besitzen Marktmacht- Verminderung/Verhinderung eines wirksamenWettbewerbs- In der Folge ergeben sich Wohlfahrtsverluste(Dead weight loss)- Verschiebungen bei der Aufteilung vonProduzenten- und Konsumentenrente

Wie sollte sich der Staat gemäss den Klassikern wirtschaffpolitisch verhalten, wenn die Arbeitslosigkeit steigt?

- Keine wirtschaftspolitischen Eingriffe des Staates.- Der Staat hat sich darauf zu beschränken, ein reibungsloses Funktionieren der Marktwirtschaft sicherzustellen, indem er für die notwendigen Rahmenbedingungen sorgt (Nachtwächterstaat)- Wenn

Wie sollte sich der Staat gemäss Keynes bei hoher Arbeitslosigkeit wirtschaftspolitisch verhalten?

- Der Staat sollte sich antizyklisch verhalten.- Der Staat sollte seine Ausgaben erhöhen (z.B. durch Investitionsprogramme) und die Steuern senken, um den privaten Konsum zu fördern.

Gibt es Einwände gegen die keynesianische Politik?

Es könnten Entscheidungs- und Wirkungsverzögerungenauftreten (time lags). Bis diekonjunkturelle Lage erfasst und politischMassnahmen getroffen werden, vergeht vielZeit. Somit kann die Finanzpolitik unterUmständen prozyklisch statt antizyklisch wirken.- Steuererleichterungen und Ausgabenerhöhungensind während der Rezession relativ leicht zubeschliessen. In Boomphasen Steuererhöhungenund Ausgabenkürzungen durchzubringen, istindessen schwierig. Problem: Defizitfinanzierung!- Mit staatlichen Ankurbelungsprogrammen werdenüberholte Strukturen künstlich am Leben erhalten.Es werden keine Anreize geschaffen, um inzukunftsträchtige Arbeitsplätze zu investieren.

ArbeitslosigkeitArbeitslosigkeit kann in verschiedenen Formen auftreten.a) Was bedeutet „strukturelle Arbeitslosigkeit“?b) Nennen Sie eine weitere Form der Arbeits- losigkeit!c) Wodurch wird die Arbeitslosigkeit gefördert?

a) - Durch Veränderungen in einzelnen Branchen gibt es Arbeitslose- Arbeitgeber = Anpassungen an die Produktion- Arbeitnehmer = Weiterbildungen usw.b) - Konjunkturelle Arbeitslosigkeit- Sockelarbeitslosigkeit- Saisonale Arbeitslosigkeit- Sucharbeitslosigkeitc) - Kostendruck führt zu Stellenabbau- bessere Technologien- Spezialisierung- Rationalisierung- Gesetze- usw.Weitere Argumente zulassen, wenn stringent erklärt!

Welche Instrumente werden in der Strukturpolitik eingesetzt?

Es geht um die Struktur der Wirtschaft = Wirtschaftssektoren- Protektionismus (z.B. Landwirtschaft)- Subventionen (z.B. öffentlicher Verkehr)- Investitionsbeiträge (z.B. im Bauwesen bei einer Rezession, bei Altersheimen usw.)- Umschulungsbeiträge (z.B. Arbeitslosenbereich)- usw.

DeregulierungDeregulierung ist in der Wirtschaftspolitik ein Schlagwort!a) Was bedeutet Deregulierung?b) Welche Ziele werden mit der Deregulierung verfolgt?c) Nennen Sie zwei Beispiele Deregulierungen!

a) - Abbau von unnötigen Vorschriften, die den freien Wettbewerb einschränken- Förderung des Liberalismusb) - Freier(er) Wettbewerb- Erhöhte Wettbewerbsintensität- Anreiz für Unternehmen (Innovations- und Anpassungsanreize steigen)Erhöhung der Wohlfahrt (bessere/optimale Verteilung der Ressourcen, Abbau dead weight loss, Erhöhung der Konsumentenrente)- Marktergebnisse zu tieferen Preisen und höheren Mengen- usw.c) - Gesetzesbestimmungen, die in der Schweiz strenger sind als im Ausland, anpassen, damit die Unternehmen (z.B. Industrie) nicht ins Ausland abwandern- Landwirtschaft: Wettbewerbsfähigkeit mit dem Ausland herstellen- Liberalisierung der Schutzvorschriften für Arbeitnehmer: Senkung der Lohn(stück)kosten und damit der Preise- usw.

Deregulierunga) Sehen Sie Nachteile der Deregulierung?b) Deregulierung wird oft mit dem Ruf nach„weniger Steuern“ zur Ankurbelung der Wirtschaft verbunden. Wie sehen Sie das?

a) - Freier Markt „produziert“ auch Verlierer- Marktversagen- der Schwächere verliert- Folgekosten- z.B. Höhere Fürsorgekosten für sozial Schwächere und in der Folge höhere Steuern- Wirtschaftlich Starke werden immer stärker belastet (negative Anreize)- Verdeckte Anpassung an Ausland (v.a. EU)- Keine offene und faire Politik- usw.b) Diverse Antworten möglich (Stringenz beachten)- Steuersenkungen und Deregulierung führen nicht zwingend zu bessern wirtschaftlichen Ergebnissen (Bsp. USA)- Umverteilungsmassnahmen (Einkommens- umverteilung) sind weiterhin notwendig- usw.

Gerechtigkeit – beispielsweise die Gerechtigkeit der Einkommensverteilung – lässt sich nicht definieren. Es gibt keinen übergeordneten, generell anerkannten Massstab, an dem sich der Begriff „Gerechtigkeit“ ableiten liesse. Gewisse Leitbilder über den Massstab in der Verteilung waren in der Ökonomie immer wieder Gegenstand von Debatten gewesen.Welche Gerechtigkeitsleitbilder kennen Sie?

Leistungsprinzip- Bedarfsprinzipzusätzlich:Egalitätsprinzip (Einkommensnivellierung)- Beschränkte Einkommensdifferenzierung- Maximin-Prinzipip

Was versteht man unter dem Leistungsprinzip?

Das Individuum als Leistungserbringer steht im Zentrum. Das Einkommen soll nach der Leistung auf die Personen verteilt werden. Ungleichheiten im Leistungsausmass begründen Ungleichheiten in der Einkommenshöhe.Probleme:- Personen ohne oder sehr kleinem Grenzprodukt fallen durch diesen Gerechtigkeitsbegriff- Die Leistung ist auch von anderen Leistungen abhängig (z.B. Kapital). Diese sind wiederum ungleichmässig verteilt- Auftreten von Monopol- und Monopson- elementen (Kartelle) verhindert eine Entlöhnung nach dem Grenzprodukt- Diskriminierung- Ungleiche Ausstattung mit Faktoren- Ungleiche Bildungschancen- Rentenelemente in den Faktoreinkommen

Was versteht man unter dem Bedarfsprinzip?

Das Individuum in seiner Eigenschaft als Konsumentmit seinen Bedürfnissen steht im Zentrum. Für dieGerechtigkeit in der Verteilung soll in der Sozialpolitikin erster Linie der Bedarf massgebend sein.

Welche Leitbilder dominieren in der praktischen Sozialpolitik der Schweiz?

In der praktischen Sozialpolitik von heute wirdgrundsätzlich dem Leistungsprinzip entsprochen,jedoch nach unten korrigiert durch Massnahmen, diedem Bedarfsprinzip entlehnt sind.Beispiel:- Sicherung eines gewissen Existenzminimums- Ergänzungsleistungen in der AHV- usw.

Einkommens- und VermögensverteilungDie Lorenzkurve ist eine in der Praxis besonders häufig angewendete Art der graphischen Darstellung von Verteilungen.a) Zeichnen Sie in einem Diagramm eine Lorenzkurve für die Einkommensverteilung in der Schweiz!b) Wie verändert sich die Lorenzkurve der Einkommensverteilung in der Schweiz zwischen 1950 und 2000? Zeichnen Sie die mutmassliche neue Kurve im Diagramm ein!

b) Vergleichmässigung der Einkommensverteilung.

Erklären Sie das 3-Säulen-Prinzip der schweizerischen Altersvorsorge!

Die schweizerische Altersvorsorge beruht auf dreiverschiedenen Sozialversicherungsträgern:1. Säule- Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV)- Ziel: Existenzsicherung der Betagten- obligatorisch (seit 1948)2. Säule- Berufliche Vorsorge (BVG)- Ziel: Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltungin angemessener Weise- Koordination mit 1. Säule- obligatorisch (seit 1985)3. Säule- Individuelle Vorsorge- Ziel: Abdeckung der über die gewohnte Lebenshaltunghinaus gehenden persönlichen materiellenWünsche- freiwillig- z.T. steuerlich privilegiertNeben der Existenzsicherung der Betagten verfolgtdie schweizerische Altersvorsorge eine Reihe vonverteilungspolitischen Zielen (Umverteilung vonLebenseinkommen). Zum Beispiel:- von Reichen zu Armen- von Ledigen zu Verheirateten

1. Säule: Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV)a) Welche Ziele werden mit der AHV verfolgt?b) Nach welchem System wird die AHV in der Schweiz finanziert?c) Erklären Sie die Funktionsweise des Finanzierungsverfahrens!

a) - Existenzsicherung der Betagten- Umverteilung von Lebenseinkommen von Reichen zu Armen (Sozialausgleich)b) Ausgabenumverteilungc) - Einphasiges Finanzierungssystem- Beim reinen Umlageverfahren werden diein einer Rechnungsperiode (meistens 1 Jahr) einbezahlten Beiträge so festgelegt, dass mit ihnen alle in der gleichen Periode fälligen Sozialleistungen ausgerichtet werden können.- Keine Bildung von Deckungskapialien- Bildung Kaufkraftreserve zum Ausgleich von Differenzen im Einnahmen- und Ausgabenstrom (Schwankungsreserve)

Welche Probleme ergeben sich bei der Finanzierung der AHV in Zukunft?

Starke Abhängigkeit des Ausgabenumlageverfahrensvon der demographischen Entwicklung- Erhöhung der Rentnerquote- Das Verhältnis von Beitragszahlern zu Leistungsempfängernverschiebt sich in den nächstenJahrzehnten stark (von ca. 9:1 im Jahr 1948,ca. 4:1 im Jahr 2000 zu ca. 2.5:1 im Jahr 2030)- Finanzierungslücke kann nicht durch Wirtschaftswachstumaufgefangen werden.

Welche Ansätze zur Lösung des Finanzierungs- problems bei der AHV gibt es?

Senkung „0.8“- Erhöhung Bundesbeiträge (z.B. Finanzierung über Mehrwertsteuer, Erhöhung Alkohol- und Tabaksteuer)Senkung „R“- Senkung der durchschnittlichen Renten (politische Durchsetzbarkeit?)- Abstützung auf „Haushaltskonzept“ (Kürzung der Renten für „reiche“ Haushalte“Senkung „A“- Erhöhung RentenalterErhöhung „B“- als Folge der Senkung von „A“- langfristig: Familienpolitik- Erhöhung des Frauenanteils auf dem ArbeitsmarktErhöhung „E“- Erhöhung durchschnittliches Einkommen- Produktivitätssteigerung (Weitergabe an Löhn- bezüger) Erhöhung „b“- Erhöhung der Beitragssätze (politische Durchsetz- barkeit?)

2. Säule: Berufliche Vorsorge (BVG)a) Welche Ziele werden mit der Beruflichen Vorsorge verfolgt?b) Nach welchem System wird die Berufliche Vorsorge in der Schweiz finanziert?c) Erklären Sie die Funktionsweise des Finanzieurngsverfahrens!

a) - Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung in angemessener Weise (in Koordination mit1. Säule)b) Kapitaldeckungsverfahrenc) -Individuelles Sparverfahren- Planmässige Vorfinanzierung von Leistungen- 2-phasiges Finanzierungssystem- Aufbau- und Sparphase (Äufnung des Deckungskapitals)- Auflösungs- oder Beharrungsphase (Finanzierung der Leistungen)

3. Säule: Individuelles Sparena) Welche Ziele werden mit der 3. Säule verfolgt?b) Nennen Sie Beispiele von Versicherungs- produkten im Bereich der 3. Säulec) Wie fördert der Staat die Attraktivität für das Sparen der 3. Säule?

a) - Individuelles Sparen (freiwilliges Sparen)- Abdeckung der über die gewohnte Lebenshaltung hinausgehenden persönlichen materiellen Wünscheb) - Lebensversicherung- uam.c) - Steuerliche Begünstigung (Prämienzahlungen sind beschränkt steuerlich abzugsfähig)

Welches sind die Haupteinnahmen des Bundes?

Direkte Steuern- Mehrwertsteuer- Verrechnungssteuer

Was versteht man unter dem Finanzausgleich?

- Massnahmen im Sinne eines Ausgleichs zur besseren Entsprechung von finanziellen Mitteln und Aufgaben / zu leistende Ausgaben- Umverteilung von Aufgaben und Einnahmen von Bund, Kantonen und Gemeinden.

Was versteht man unter einem vertikalen Finanzausgleich mit horizontalem Effekt?

Zahlungen von einer staatlichen Ebene an eine andere (vertikaler Finanzausgleich) jedoch unter Berücksichtigung der Finanzkraft der einzelnen Kantone (Bund ? Kanton) bzw. Gemeinden (Kanton? Gemeinde). Dabei erhalten relativ finanzschwache Empfänger mehr, relativ finanzstarke Empfänger weniger (horizontaler Effekt).

Étudier