TK VWL Mündlich

Vorberitung auf die Mündliche VWL Prüfung

Vorberitung auf die Mündliche VWL Prüfung


Simeon Eugster
Diese Lernkarten decken grundlegende und fortgeschrittene Konzepte der Volkswirtschaftslehre ab, mit Fokus auf Inflation, Deflation, Stagflation und geldpolitische Maßnahmen. Sie erklären die Ursachen und Folgen von Preisveränderungen, die Rolle der Schweizerischen Nationalbank und die Auswirkungen auf Märkte und Einkommen. Ideal für Studierende und Wirtschaftsinteressierte, die ein tieferes Verständnis volkswirtschaftlicher Zusammenhänge erlangen möchten.
Karten
169
Lernende
12
Sprache
Deutsch
Kategorie
VWL
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
28.09.2017 / 23.02.2024

Lernkarten

Welche Gefahren gehen von wachsenden Staatsdefiziten und zunehmender Staatsverschuldung aus?

Verlagerung der Zahlungspflicht auf kommende Generationen (Zinsen, Amortisation) mit der damit verbundenen höheren Steuerlast- Erhöhte Verschuldung, „Staatsbankrott“- Höhere Steuern, unzufriedeneres Volk- Höhere Steuern, tieferes verfügbaverfügbares Einkommen- Crowding-out Problem- Gefahr von Inflation- usw.

StaatsverschuldungZwischen 1990 und 1998 hat sich der Schuldenberg von Bund, Kantonen und Gemeinden verdoppelt und damit im Jahre 1998 bereits 200 Milliarden Franken überschritten. Nennen Sie drei negative Auswirkungen einer hohen Staatsverschuldung!

Steigende Zinsbelastung- Belastung von zukünftigen Generationen - unsozial- Gefahr von Inflation- Crowding-out Effekt: private Investitionen können bei steigenden Zinssätzen verdrängt werden- Steuerwiderstand der Bevölkerung bei Steuererhöhungen

Finanzierung der Haushaltsdefizitea) Wie deckt die Eidgenossenschaft die Defizite?b) Welches sind die Auswirkungen auf die Wirtschaft?

a)/ Staatsanleihenb) - Ersparnisse müssen vorhanden sein- Ansprechende Verzinsung kann Zinsniveau beeinflussen- Steuereinnahmen werden für Kapitalzinsen verwendet- Sozialpolitische Folgen („wer spart erhält Geld, wer nicht zahlt, wirt bestraft, weil er „nur“ Steuern bezahlt“)Notenbankkredite (Notenpresse)- Erhöhung der umlaufenden Geldmenge- InflationspotentialSparen (als zukünftige Massnahme)- Budgetkürzungen können kontraktiv wirken (Konjunktur)- Budgetkürzungen in Rezessionszeiten als Teil eines prozyklisches Verhaltens- Sozialpolitische Wirkungen: Allfällige Renten- kürzungen treffen sozial schlechter Gestellte am härtesten.

Ausgabenmultiplikatora) Was versteht man unter dem Ausgaben- multiplikator?b) Nennen Sie Faktoren, welche die Höhe des Ausgabenmultiplikators beeinflussen!

a) - Der Multiplikator (Ausgabenmultiplikator gibt an, welche Zunahme des Volkseinkommens aus einer Investition/Ausgabe resultiert.- Kumulativer Prozess- Formal = 1/(1-p)Veränderung Volkseinkommen = 1/(1-p) * I mit p = Grenzneigung zum VerbrauchI = Primärinvestitionb) - Höhe der Primärinvestition- Grenzneigung zum Verbrauch (Sparquote)

Was versteht man unter der Zahlungsbilanz?

In der Zahlungsbilanz werden die Werte allerwirtschaftlichen Transaktionen (Übertragung vonGütern, Dienstleistungen und Vermögenswerten)erfasst, die während eines Jahres zwischen demInland und dem Ausland stattfinden.

In welche Teilbilanzen gliedert sich die Zahlungsbilanz?

Zahlungsbilanz- Ertragsbilanz (Bilanz der laufenden Transaktionen) *- Kapitalverkehrsbilanz Ertragsbilanz *- Leistungsbilanz **- Bilanz der einseitigen Übertragungen Leistungsbilanz **- Handelsbilanz- Dienstleistungsbilanz- Bilanz der Faktoreinkommen

Was wird mit der Handelsbilanz gemessen?

In der Handelsbilanz werden die Importe und Exporte von beweglichen Gütern erfasst (Warenverkehresbilanz)

Was wird mit den „Terms of Trade“ gemessen?

Die Terms of Trade (ToT) geben an, wie sich diePreise der Importe verglichen mit den Preisen fürExporte verändert haben. Steigende ToT bedeuten,dass ein Land die Preise für die Exporte stärkererhöhen konnte als sich die Preise für die Importeverteuert haben

FallsituationDer Ölpreis hat sich in einem Jahr von CHF 28.00 pro Fass auf CHF 56.00 pro Fass verdoppelt. Welchen Einfluss hat dieser Anstieg auf die Terms of Trade der Schweiz?

Die Terms of Trade verschlechtern sich, da Erdöl in der Schweiz ein wichtiges Importgut ist (preis- unelastisch).

Was versteht man unter „komparativem (Kosten-)Vorteil“?

- Relativer Kostenvorteil in der Produktion eines Gutes.- Ein Land produziert jene Güter, bei denen es relativ (zur Produktion der anderen Güter) die geringsten Kosten verglichen mit dem Ausland hat.

Was versteht man unter einem flexiblen Wechselkurssystem?

Die Wechselkurse ergeben sich am Devisenmarktfrei nach Angebot und Nachfrage.- Die Notenbank interveniert nicht amDevisenmarkt.

Was versteht man unter einem fixen Wechselkurssystem?

Die Wechselkurse werden fixiert (Wechselkursparitäten)- Bei Differenzen von Angebot und Nachfrage mussdie Zentralbank intervenieren und dasÜberangebot absorbieren oder die Übernachfragemittels Abgabe von Devisenreserven befriedigen.

Was versteht man unter „Schmutzigem Floating“?

Wenn die Zentralbank eine an und für sich flexible Währung mit dem Ziel der Kurskorrektur beeinflusst.

WechselkurseBei fixen Wechselkursen ist das Angebot an und die Nachfrage nach Devisen nur in Ausnahmefällen ausgeglichen. Erklären Sie, wie die Nationalbank erreichen kann, dass Angebot und Nachfrage beim fixierten Kursniveau übereinstimmen! Erklären Sie verbal oder graphisch!

Das Ungleichgewicht muss von der Nationalbank absorbiert werden.- Wenn die Nachfrage nach Devisen das Angebot übersteigt, müsste eigentlich der Preis für Devisen (Wechselkurs) ansteigen. Die Nationalbank verkauft deshalb Devisen aus den eigenen Beständen zum festgesetzten Wechselkurs- Dadurch vermindern sich die Devisenreserven.

WechselkurseMit der Einführung des Euro sind für viele europäische Staaten die Wechselkursrisiken verschwunden.Welche Vorteile haben fixe Wechselkurse gegenüber flexiblen Wechselkursen für den Handel ?

Fixe Wechselkurse eliminieren das Wechselkursrisiko.- Dadurch entfallen für die Wirtschaft- Absicherungskosten- Unternehmen können mit tieferen Margen anbieten- Preise der Güter können besser verglichen werden- Stabilere Wechselkursentwicklung

Direktinvestitionena) Erläutern Sie die Entwicklung der schweizerischen Direktinvestitionen im Ausland und der ausländischen Direktinvestitionen in der Schweiz!b) Welches sind die Folgend davon für die Schweiz?

a) Die Schweiz investiert immer mehr in der EU, Ausländer investieren immer weniger in der Schweiz.b) - Aufträge werden im Ausland vergeben (Beschäftigungswirkung in der Schweiz)- Erhöhter Druck auf Strukturwandel (ev. soziale Probleme)- Erhöhte Abhängigkeit der Schweiz vom Ausland- Zwang zur Anpassung an die EU wird erhöht- usw.

Die Schweiz hat in der Regel ein Handelsbilanz- Defizit.a) Nennen Sie Gründe für dieses Defizit!b) Welche Auswirkungen haben konjunkturelle Schwankungen au die Ertragsbilanz?

a) - Struktur der Importe und Exporte von Gütern- Rohstoffarmut der Schweiz- Kompensation über Dienstleistungsbilanzb) - Importe und Exporte reagieren grundsätzlich mit den konjunkturellen Schwankungen- In Abhängigkeit der Einkommenselastizität verändern sich die Import- und Exportmengen und –preise- Mit steigendem Einkommen (Wachstum) steigen die Importe i.d.R. überdurchschnittlich (die Handelsbilanz wird passiver)- Wichtig: Wechselkurs/Wechselkursänderungen- usw.

Wie sollte sich eine starke Aufwertung des Schweizerfrankens auf die folgenden Teilbilanzen auswirken:a) Handelsbilanzb) Dienstleistungsbilanz

a) Handelsbilanz:- Importe werden relativ billiger und sollten zunehmen- Exporte werden für das Ausland relativ teurer und sollten zurückgehen- Die Handelsbilanz sollte sich passivierenb) Dienstleistungsbilanz- Schweizer fragen mehr Dienstleistungen im Ausland nach- Ausländer fragen weniger Dienstleistungen in der Schweiz nach- Die Dienstleistungsbilanz sollte sich passivierenVoraussetzung:- Die Nachfragen sind nicht stark preiselastisch!

Die Verfechter des Freihandelspostulates vertreten die Meinung, dass die Massenproduktion dort stattfinden solle, wo es am billigsten ist, ohne Zölle und Subventionen.a) Welches wären die Folgen für die Industriestaaten, insbesondere der Schweiz?b) Welches sind die grundsätzlichen Ziele der WTO?c) Welche generellen Auswirkungen hat das WTO- Abkommen für die Schweiz?

a) - Freier, globalisierter Handel- Entwicklungsländer würden konkurrenzfähig(er)- Druck auf nicht konkurrenzfähige Branchen- Erhöhter Druck auf Strukturwandel- Gefahr neuer protektionistischer Massnahmen des Staates- Abwanderung von Unternehmen und Know how- Druck auf Beschäftigung (Arbeitslosigkeit)- Kontraktive Wirkung auf wirtschaftliche Ent- wicklung in der Schweiz (mindestens kurzfristig)- Speziell in der Schweiz:- Existenzfähigkeit des Dienstleistungssektors?- Spezialisierung der Industrie könnte kein Hindernis mehr sein- Primärer Wirtschaftssektor verliert weiter an Bedeutungb) - Regelung des weltweiten Handels mit Sach- gütern und Dienstleistungen- Sicherung und Gewährleistung des freien Welthandels- Abbau von Handelsschikanen- Schaffung von „fairen“ Spielregeln für den Welthandel- Förderung des weltweiten Wohlstandes und Stärkung der Beschäftigungc) - Erhöhter Anpassungsdruck in verschiedenen Bereichen/Branchen Beispiel:- Landwirtschaft: Änderung der Subventions- politik (Direktzahlungen statt produktions- abhängige Subventionen)

Ein hoher Schweizerfranken hat nicht nur negative Auswirkungen auf die Schweiz.a) Erklären Sie, weshalb!b) Welche „negativen Auswirkungen“ sind in der Regel gemeint?c) Sehen Sie Zielkonflikte bei einer allfälligen Abwertung des Schweizerfrankens?

a) - Die Importgüter werden relativ billiger. Damit sinkt die Gefahr der importierten Inflation.- Auslandreisen werden für die Schweizer relativ billigerb) - Passivierung der Handels- und Dienstleistungs- bilanz (Relative Verteuerung der Exporte, relative Verbilligung der Importe)- Verringerung der internationalen Konkurrenz- fähigkeit von Schweizer Unternehmen- Druck auf die Beschäftigung (Abwanderung von Unternehmen ins Ausland)- usw.c) - Eine Abwertung des Schweizerfrankens macht die Industrie konkurrenzfähiger- Schaffung eines Inflationspotentials- Druck auf allgemeines Zinsniveau (Kapital- export)

Geldmengenaggregatea) Wie setzt sich die Geldmenge M1 zusammen?b) Wie setzt sich die Geldmenge M2 zusammen?c) Wie setzt sich die Geldmenge M3 zusammen?

a) - Bargeldumlauf- Noten- und Münzumlauf- Depotkonten bei der SNB- Sichtguthaben von Handel und Industrie bei der SNB- abzüglich Noten und Münzen bei Banken und Post- Sichteinlagen- Sichteinlagen bei Banken- Postkontoguthaben- abzüglich Postkontoguthaben der Banken und des Bundes- Transaktionskonten- Einlagen in Spar- und Anlageform für Zahlungszweckeb) - M1- Spareinlagen (ohne Freizügigkeits- und Vorsorgekonten)- Verpflichtungen gegenüber Kunden in Spar- und Anlageform- abzüglich Transaktionskonten- abzüglich Freizügigkeits- und Vorsorgekontenc) - M2- Termineinlagen

Ein privater Haushalt wandelt seine Sichtguthaben bei der Geschäftsbank X-AG in ein Sparguthaben bei der gleichen Bank um. Welchen Einfluss hat dieser Vorgang auf die Geldmenge M1, M2 und M3?Begründen Sie Ihre Antwort kurz!

- M1 sinkt, weil die Sichtdepositen abnehmen- M2 bleibt unverändert, weil blosse Veränderung innerhalb M2- M3 bleibt unverändert, weil M3 kumulativer Betrag

Fixe WechselkurseBei fixen Wechselkursen ist die Zentralbank gezwungen, auf dem Devisenmarkt zu intervenieren. Erklären Sie, wie sich die Devisenreserven bei einem Zahlungsbilanzdefizit verändern!

Ein Zahlungsbilanzdefizit bedeutet, dass ein Land mehr Waren und Dienstleistungen importiert bzw. Investitionen im Ausland tätigt als exportiert bzw. ausländische Investition im Inland getätigt werden. Diese Geschäfte müssen mit Fremdwährungen bezahlt werden. Die Devisenreserven nehmen ab.

Was bedeutet Inflation?

Kaufkraftverlust - Unter Inflation versteht man ein Missverhältnis zwischen Geld- und Gütermenge in dem Sinne, dass in einer Volkswirtschaft „zu viel“ Geld und „zu wenig“ Güter vorhanden sind. (R. Dubs)

Landesindex der Konsumentenpreise LIKAussage „Der Landesindex der Konsumentenpreise ist im März um 0.06 Prozent angestiegen.“ Was bedeutet diese Aussage?

Der LIK zeigt an, dass im Monat März (verglichen mit dem Vorjahresmonat) Inflation herrschte.

Welche wichtigen Ausgaben(kategorien) einer durchschnittlichen Schweizerfamilie fehlen im Warenkorb?

Versicherungen- Steuern

Nennen Sie Wirtschaftsbereiche/Branchen, in denen der Preisindex in den letzten Jahren überdurchschnittlich stark angestiegen ist!

Gesundheitsbereich- High-Technologie- usw.

Landesindex der Konsumentenpreise LIKAussage „Der Landesindex der Konsumentenpreise ist im März um 0.06 Prozent angestiegen.“ Was bedeutet diese Aussage?

Der LIK zeigt an, dass im Monat März (verglichen mit dem Vorjahresmonat) Inflation herrschte.

Welche wichtigen Ausgaben(kategorien) einer durchschnittlichen Schweizerfamilie fehlen im Warenkorb?

Versicherungen- Steuern

Welche wirtschaftlichen Folgen hat die Inflation?

- Übermässige Preissteigerungen = Geldentwertung- Steigende Umlaufsgeschwindigkeit- Nachteile für Gläubiger, Sparer, Fixbesoldete,Rentner- Vorteile für Schuldner- Auslastung der Kapazitäten- Steigerung der Beschäftigung- Flucht in Sac

Weshalb ist Inflation volkswirtschaftlich unerwünscht?

- Inflation führt zu „ungerechten“ Einkommens- und Vermögensumverteilungen - Inflation verzerrt die Preissignale und führt zu einer ineffizienten Allokation der Ressourcen - Gefahr, dass Lohn-Preis-Spirale einsetzt - Tendenz zu Selbststeigeru

Welche Ursachenebenen der Inflation unterscheidet man?

Ursachenebenen nach R. Dubs:Geldmengeninduzierte Inflation- Geldschöpfung durch die Notenbank- Kreditschöpfung durch die Geschäftsbanken- Erhöhung der UmlaufsgeschwindigkeitReale Planung der Wirtschaftssubjekte auf der Ebene der Einkommenserzielung und –verwendung (Inflation von der Güterseite her)- Nachfrageinflation- Anbieterinflation- Importierte InflationPolitische und psychologische Bestimmungsgründe- Bestimmungsgründe für ein bestimmtes Anbieter- und Nachfrageverhalten

Erklären Sie die Nachfrageinflation! (Wirkungskette)

Autonome Steigerung der Nachfrage (z.B. aufgrund steigender Staatsausgaben)- Güterlücke (Kapazitäten können nicht in der gleichen Geschwindigkeit angepasst werden)- Preissteigerungen (Inflation)

Erklären Sie die Anbieterinflation! (Wirkungskette)

- Kostensteigerung auf den Faktormärkten (z.B. Lohnsteigerungen, Zinssteigerungen usw.)- Überwälzung der höheren Kosten auf die Konsumenten, um die erwarteten Gewinne zu realisieren (Elastizität!)- Preissteigerungen (Inflation)

Erklären Sie die Lohn-Preis-Spirale am Beispiel der Nachfrageinflation!

- Ausgangslage: Nachfrageinflation- Preissteigerungen führen zu Lohnforderungen- Wird den Lohnforderungen stattgegeben, steigen die Kosten- Die Unternehmen versuchen die Kostensteigerung auf die Konsumenten zu überwälzen (Elastiztät!)-

Erklären Sie den Begriff „Importierte Inflation“!

Übertragung von Preissteigerungen von einer Volkswirtschaft auf eine andere. 2 Fälle:a) Land A hat eine stärkere Inflation als Land B.Land B importiert Güter aus Land A (Voraussetzung: Keine kompensatorische Wirkung über den Wechselkurs)b) Inflationäre Tendenzen über steigende Wechsel- kurse bei Währungen, aus deren Wirtschaftsraum ein Land Güter und Dienstleistungen importiert.

Der amerikanische Nationalökonom Irving Fisher hat die Verkehrsgleichung (Quantitätsgleichung) entwickelt:G * U = H * PmitG = GeldmengeU = Umlaufsgeschwindigkeit H = HandelsvolumenP = PreisniveauWelche Auswirkungen hat nach Fisher eine Erhöhung der Umlaufsgeschwindigkeita) bei noch nicht vollbeschäftigter Volkswirtschaft?b) bei vollbeschäftigter Volkswirtschaft?

a) Die Erhöhung der Umlaufsgeschwindigkeit wirkt sich gleich aus, wie eine Erhöhung der Geld- menge. Der grössere Geldstrom kann indessen – mindestens teilweise – über eine Erhöhung des Handelsvolumens (die Kapazitäten sind noch nicht vollständig ausgelastet) absorbiert werden. Das Inflationspotential ist beschränkt.b) Die Kapazitäten können in der kurzen Fristnicht angepasst werden. Die faktische Erhöhung der Geldmenge (Erhöhung der Umlaufsge- schwindigkeit) wirkt sich direkt preissteigernd aus (Inflation).

Was versteht man unter „Stagflation“?

Eine Stagflation liegt vor, wenn das wirtschaftliche Wachstum stagniert, die Inflation aber weiter voranschreitet.

Nennen Sie Ursachen für die Stagflation!

Stagflation als Fortsetzung der Anbieterinflation- Stagflation infolge von Überkapazitäten in der Wirtschaft- Stagflation als Folge von verzögerten strukturellen Anpassungen- Stagflation infolge zu niedriger Unternehmer- gewinne- Stagflation infolge grosser Sparneigung- Stagflation infolge Konsumverweigerung- Stagflation infolge Rückgang der Bevölkerung

In der Schweiz verzeichnete man immer wieder Phasen mit hoher Inflation bei nicht vollbeschäftigter Wirtschaft. Wie erklären Sie sich diese Situation?

Eine Erhöhung der Geldmenge führt erst mit einer Verzögerung von ca. 1 bis 2 Jahren zu höheren Inflationsraten (geldmengeninduzierte Inflation). So kann es sein, dass während einer gewissen Zeit weiter hohe Inflationsraten zu verzeichnen sind, wenn bereits nicht mehr Vollbeschäftigung herrscht (auch durch andere Inflationsgründe zu erklären: z.B. psychologische und politische Bestimmungsgründe). Die Inflation läuft insgesamt noch weiter, in einzelnen Branchen kommt es (trotz Teuerungsausgleich auf der Konsumentenseite) zu einem Nachfragerückgang und daher zu einer Stagnation der Produktion. Die Wirtschaft gerät so in eine Stagflation.

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