Materialwirtschaft
Glossar
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Cartes-fiches
A-, B-Materialien
Materialien hoher (A), mittlerer (B) strategischer Bedeutung: hochwertig, speziell, betriebswichtig.
Andler'sche Formel
Wird auch klassische Losformel oder englisch Economic-Order-Quantity-, EOQ-Formel genannt. Im deutschen Sprachraum 1929 von Kurt Andler bekannt gemachte Methode zur Ermittlung der optimalen Losgrösse im Rahmen der industriellen Fertigung.
AVOR
Arbeitsvorbereitung.
In ihr werden, unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit, die Teilefertigung und Montage der Erzeugnisse im Einzelnen vorgedacht, festgelegt sowie der terminliche Ablauf geplant und überwacht.
Baugruppe
Eine Baugruppe ist ein aus zwei oder mehr Teilen oder Gruppen niedrigerer Ordnung bestehender Bestandteil der Produktstruktur.
BDE
Betriebsdatenerfassung. Die BDE umfasst alle Massnahmen, die erforderlich sind, um Betriebsdaten am Ort ihrer Entstehung (z.B. Transport) in möglichst maschinell verarbeitbarer Form zu erfassen um am Ort ihrer Verarbeitung (z.B. Lohnbüro) bereitzustellen.
Bedarf
Quantitativ und qualitativ erforderliches Material zu einem definierten Zeitpunkt. Bei Produktionsmaterialbedarf Unterscheidung zwischen Primärbedarf (aus Produktionsprogramm), Sekundärbedarf (Rohstoffe, Einzel- und Bauteile) und Tertiärbedarf (Betriebs- und Hilfsstoffe). Ausserdem wird noch zwischen Bruttobedarf und Nettobedarf unterschieden.
Bereitstellungsprinzipien
Prinzipien der Materialbeschaffung und -bereitstellung: auftragsorientiert und verbrauchsorientiert. Auch Pull-und-Push-Prinzip resp. auf deutsch Hol-und-Bring-Prinzip genannt.
Bestand
Der Bestand bezeichnet die mengen- oder wertmässige Substanz eines bestimmten Betriebsbereichs (z.B. Lager, Fertigung) zu einem konkreten Zeitpunk.t Darunter fällt die menge an Material, Produkten, Handelswaren, Kapazitäten und Aufträgen.
Bestellpunktverfahren
Verbrauchsorientiertes Bestellverfahren mit vorratsbezogener Bestellauslösung aufgrund eines festgelegten Lagermeldebestands (Bestellpunkt).
Bestellrhythmusverfahren
Verbrauchsorientiertes Bestellverfahren mit terminbezogener Bestellauslösung aufgrund konstanter Zeitintervalle (= rhythmisch).
Betriebsdaten
Betriebliche Daten, die den Produktionsprozess hinsichtlich Mengen, Zeiten und Orten beschreiben (Erzeugnisdaten, Auftragsdaten, Materialdaten, Personaldaten, Maschinendaten, Arbeitsplatzdaten, Prüfmitteldaten, Werkzeugdaten, Vorrichtungsdaten etc.)
Betriebsmittel
Zu den Betriebsmitteln gehören alle beweglichen und unbeweglichen Mittel, die der betrieblichen Leistungserstellung dienen. Sie zählen neben Personal, Hilfsstoffen und Material zu den Ressourcen eines Betriebs. Die Betriebsmittel werden in Ver- und Entsorgungsanlagen, Fertigungsmittel, Mess- und Prüfmittel, Fördermittel, Lagermittel, Organisationsmittel und Innenausstattung untergliedert.
Bewegungsdaten
Die Bewegungsdaten sind abwicklungsorientierte dynamische Daten, die immer wieder neu durch die Bewegungen der betrieblichen Leistungsprozesse entstehen und laufend in die Vorgänge der Datenverarbeitung einfliessen.
C-, D-Materialien
Verbrauchsmaterialien geringwertiger (C) und ohne (D) strategischer Bedeutung
Deterministisch
Gegenteil von Zufall. Ein einzelner Vorgang ist deterministisch, wenn dessen zukünftiges Verhalten exakt vorhergesagt werden kann. Auch Methode zur auftragsorientierten Bedarfsermittlung.
Dispositionsstufe
Eine Dispositionsstufe stellt die unterste Fertigungsstufe dar, in der ein Teil innerhalb aller Erzeugnisstrukturen vorkommt.
ERP
Enterprise Ressource Planning. ERP-Systeme sorgen für unternehmensweite Ressourcenplanung mithilfe von gezieltem Workflow-Management. ERP verbindet Back-Office-Systeme wie Produktions-, Finanz-, Personal-, Vertriebs-, Materialwirtschaftssysteme. Bekannntestes Beispiel ist die betriebswirtschaftliche Standardsoftware der Firma SAP.
Erzeugnis
Ein Erzeugnis ist ein durch Fertigung entstandener gebrauchs- bzw. verkaufsfähiger Gegensatand. Dieser wird im Unternehmen nicht mehr weiterverarbeitet.
Erzeugnisstruktur
Gesamtheit der nach einem bestimmten Gesichtspunkt festgelegten strukturellen Beziehungen zwischen den Komponenten (Baugruppen, Teile, usw) eines Erzeugnisses.
Fabrikkalender
Unternehmensspezifische Kalenderform mit nur Arbeitstagen. Die Angabe erfolgt entweder in einem Datumsformat oder als fortlaufende Arbeitstagnummer ab einem bestimmten Stichtag.
Fertigung
Der Produktionsbereich Fertigung ist ein Produktionsvollzugsbereich zwischen AVOR und Montage. Im Rahmen des betrieblichen Prouduktionsprozesses erfolgt in der Teilefertigung die Umsetzung der in der Konstruktion und Arbeitsvorbereitung erarbeiteten Planungsvorhaben in sichtbare Teile(Werkstücke, die anschliessend in der Montage zu Baugruppen bzw. Erzeugnissen zusammengefügt werden.
Heuristisch
Ein einzelner Vorgang ist heuristisch, wenn dessen zukünftiges Verhalten aufgrund der Schätzung basierend auf Erfahrung einigermassen genau vorhergesagt werden kann.
Hilfsmittel
Ein Hilfsmittel ist ein Fertigungsmittel zur Durchführung der Hilfs- und Nebenoperationen für einen Arbeitsgang bzw. innerhalb eines Arbeitsgangs, mit dem keine Zustandsänderung am Arbeitsgegenstand vorgenommen wird.
JIT
Just in Time. Bedarfsgerechtes und wirtschaftliches Bezugskonzept mit dem Ziel: Anlieferung und Fertigung erst bei Bedarf bei hoher Termintreue.
Instandhaltung
Die Instandhaltung umfasst die Gesamtheit der Massnahmen zum Bewahren und Wiederherstellen des Soll-Zustands sowie zum Feststellen und Beurteilen des Ist-Zustandes für die jeweilige Betrachtungseinheit. Eine Betrachtungseinheit kann ein Betriebsmittel, eine zugehörige Gruppe oder ein zugehöriges Teil sein. Sie unterteilt sich in Wartung, Inspektion und Instandsetzung.
Kennzahl
Kennzahlen geben Aufschluss über strategische, physische, administrative und dispositive Leistungsmengne, die Erreichung von Servicegraden sowie die Aufwandkosten.
Konstruktion
Die Konstruktion hat die Aufgabe, Erzeugnisse funktionsfähig, fertigungsreif und kostengünstig zu gestalten und vollständig zu dokumentieren. Der Konstruktionsablauf gliedert sich in die Phasen Planen, Konzipieren, Entwerfen und Ausarbeiten. Je nach Umfang der erforderlichen Konstruktionstätigkeiten u nterscheidet man Neu-, Anpassungs-, Variantenkonstruktion und Konstruktion nach festem Prinzip.
Lagerkosten
Die mit der Lagerung von Ausgangsmaterial, Zwischenprodukten, Fertigwaren und Hilfs- und Betriebsstoffen sowie Ersatzteilen verbundenen Kosten. Sie sind zu unterteilen nach: Personalkosten, Kosten für die Lagerräume, Kosten für die gelagerte Ware, Kosten für die eingesetzten Fördermittel und sonstigen Hilfsmittel, Verpackungs- und Büromaterialkosten
Leitstand
Elektronische Leitstände dienen dazu, die Feinplanung von Arbeitsgängen der Produktionsaufträge vorzunehmen. Durch Leitstände werden bestimmte Teilaufgaben der Produktionsplanung- und - steuerung, die detaillierte und aktuellere Daten voraussetzen, aus ERP-Systemen ausgelagert und in Form eigenstädniger Anwendungssysteme betrieben.
Losgrösse
Auch Bestellmenge oder Bestellcharge genannt. Eine Menge an Materialien, die im Rahmen einer einzigen Bestellung beschafft wird.
Materialfluss
Organisatorische, zeitliche und räumliche Verkettung von Umschlags-, Kontroll-, Lager-, Transport- und sonstigen materialbezogenen Vorgängen. Er umfasst alle Vorgänge des Durchlaufs von Grund- und Hilfsmaterialien, Teilen, Baugruppen und Fertigerzeugnissen sowie der Abprodukte innerhalb eines Betriebes oder Betriebsbereichs oder zwischen mehreren Betrieben.
MRP I
Material Requirements Planning (deutsch: Materialbedarfsplanung). In der Produktionsplanung und -steuerung PPS eingesetztes Programmsystem zur Mengenplanung, welches von einem vorgegebenen Produktionsprogramm ausgeht.
MRP II
Manufacturing Ressource Plannung (deutsch: Produktionsressourcenplanung). Kennzeichnet eine Weiterentwicklung und höhere Integrationsstufe von Planungen als MRP I (nicht nur Mengenplanung). Eine zusätzliche leistungsfähige Primärbedarfsplanung mit Abstimmung zwischen den aus der Absatzprognose kommenden Kapazitätsbedarf einerseits und dem verfügbaren Kapazitätsangebot andererseits ist ein wesentliches Merkmal zur Abgrenzung MRP-II-Systeme von MRP-I-Systemen.
PPS
Produktionsplanung und -steuerung. Meistens rechnerunterstützt (PPS-System). Planung, Steuerung und Überwachung der Produktionsabläufe von der Angebotsbearbeitung/Auftragseingang bis zur Fertigstellung unter Mengen-, Termin- und Kapazitätsaspekten.
Produktionsprogramm
Das Produktionsprogramm geht von einem Absatzprogramm aus und berücksichtigt zusätzlich die Gegebenheiten der Beschaffungsmärkte und die Kapazität des Produktionsbereichs. Es legt fest, welche Aufträge vom Bereich der Produktion in bestimmten Perioden durchzuführen sind.
Stammdaten
Stammdaten sind zustandsorientierte Daten, die der Identifikation, Klassifikation und Charakterisierung von Sachverhalten dienen und die unverändert über einen längeren Zeitraum zur Verfügung stehen. Sie werden auch als statische Daten bezeichnet.
Stochastisch
Ein einzelner Vorgang ist stochastisch, wenn dessen zukünftiges Verhalten aufgrund der Statistik und Trendbildung einigermassen genau verhergesagt werden kann. Auch Methode zur verbrauchsorientierten Bedarfsermittlung.
Strategie
Mittelfristig (ca. 5 Jahre) bis langfristig (ca. 10 Jahre) geplante Verhaltensweise von Organisationen zur Erreichung ihrer Ziele.
Stückliste
Die Stückliste ist ein für den jeweiligen Zweck vollständiges, formal aufgebautes Verzeichnis für ein Erzeugnis, das alle zugehörigen Komponenten unter Angabe von Bezeichnung (Benennung, Sachnummer), Menge und Einheit enthält.
Terminal
Ein Terminal, auch Konsole genannt, ist ein Benutzerendgerät zur Eingabe und Anzeige von Daten.