Tiermedizin

Rotation Pferd

Rotation Pferd


D. B.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Tiermedizin auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf Erkrankungen und Symptome bei Pferden, insbesondere Stuten, sowie auf deren Ursachen, Untersuchungen und Therapien. Themen wie Kolik, Fieber, Blutuntersuchungen und spezifische Erkrankungen wie RAO und IAD werden detailliert behandelt. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende und Fachleute in der Tiermedizin, die sich auf die Diagnose und Behandlung von Pferdekrankheiten spezialisieren möchten.
Flashcards
158
Students
5
Language
German
Category
Medical
Level
University
Created / Updated
29.08.2017 / 12.05.2021

Flashcards

Kennzeichen einer Endotoxämie?

→ Vergiftung durch den Zerfall von Bakterien
verursacht, Endotoxine werden frei und gelangen ins Blut; Depression, Austrocknung, akuter
Durchfall, erhöhte Herzfrequenz und Atemfrequenz, kolikähnliche Symptome, verwaschene
gerötete Schleimhäute

Kennzeichen einer Entzündung während der klinischen Untersuchung? Welche
Parameter im Blutbild?

→ Fieber, lokale Erwärmung und Rötung, Schwellung, Schmerzen;
Leukozytenzahl und Gesamteiweiß erhöht

Wie wirkt ein NSAID?

→ Hemmt Prostaglandin-, Thromboxan-, und Prostazyklinsythese (Durch COX1/COX2 Hemmung),
verhindert dadurch Entstehung von Entzündungsmediatoren (vor allem PGE2, verantwortlich für Fieber
und Schmerz; analgetisch ZNS und peripher am Schmerzrezeptor, antipyretisch im ZNS am
Hypothalamus, antiphlogistisch peripher)

Wie kann eine Epiduralanästhesie/analgesie beim Pferd durchgeführt
werden? Berücksichtigen Sie den Ort der Injektion, die Methode (z.B.
Katheterisierung), die Medikationen und mögliche Kombinationen
Ablauf/Ort/Applikationsmethode

-vor Epiduralan. evtl. Sedation/Schmerzausschaltung mittels Kombinationen aus
Xylazin, Detomidin, Butorphanol
-Medikament: Lokalanästhetikum 1-2%ig
-kleine Epiduralanästhesie (große macht man beim Pfd nicht, da Verletzungsgefahr
durch Niederstürzen bei höherer Dosis):
Lange Nadel (8-10cm)
Verabreichte Menge 10-15ml
Applikation
Einstichstellen: - Epiduralraum zwichen 1. Und 2. Schwanzwirbel
-oder zwischen letzten Kreuzbein und 1. Schwanzwirbel, hier aber oft
Verwachsungen
Lokalisierung der Einstichstelle durch auf- und ab bewegen des
Schwanzes und zugleich Abtasten der WS mit den Fingern
Rasur und Desinfektion der Stelle
Hautstich
Dann Nadel im 45Grad-Winkel 2-4cm tief, wenn man auf Widerstand stößt, ist
ventrales Ende des Wirbelkanals erreicht
Nadel 0,5cm zurück ziehen, Aspirieren, Injizieren
Weitere Möglichkeiten:
- Kombi aus a2-Agonisten (Detomidin, Xylazin) mit Lokalanästhetika und/oder
Opiodiden für langdauernde Epiduralanästhesien als Bolus oder epidurale
Dauertropfinfusion
- Katheterisierung:
Kontinuierliche periphere Leitungsanästhesien: Langzeitapplikation von
Lokalanästhetika (bis zu mehrere Wochen) durch einen perineural gelegenen Katheter
mittels Infusionspumpen

Wie bereiten Sie den Patient und sich selbst auf einen sterilen/aseptischen
(nicht chirurgischen) Eingriff vor? Berücksichtigen Sie die Methode der
Desinfektion und die verwendeten Agenzien, Händewaschen, Korrektes
Anziehen der Handschuhe

Tierarzt/Helfer:
Hände gründlich mit Seife waschen (von Fingern Richtung Ellbogen), Abtrocknen,
Desinfizieren (Händedesinfektionsmittel) Einwirkzeit beachten
Haube + Mundschutz
Anziehen der sterilen Handschuhe ohne die sterile Handschuhfläche mit der bloßen
Hand zu berühren
Mittels Helfer sterilen Kittel anziehn, die sterilen Handschuhe dürfen nicht mit
unsterilem Material in Berührung kommen
Pferd:
Stelle, an der ein Eingriff stattfinden soll muss rasiert, gewaschen und desinfiziert
werden (Hautdesinfektion, Alkohol oder Jod, Einwirkzeit beachten), evtl.
Abdecken/Abkleben der betroffenen Stelle mit Tuch oder Folie
Umgebung /Geräte sollten sauber bzw. steril und staubfrei (Boden) sein.
Vorbereitung des Pferdes findet vor der Vorbereitung der Personen statt.

Wo nehmen Sie arterielle Blutgase beim Fohlen bzw. erwachsenen Pferd?
Nennen Sie 3 wichtige Parameter, die im arteriellen Blutgas gemessen werden
zur Beurteilung der Lungfunktion im Pferdepatienten

Erw. Pferd: Arteria Carotis
-Parameter: CO2, O2, Bikarbonat, ph

Bitte benennen Sie das System zur Charakterisierung und Klassifizierung
von Herzgeräuschen und wie sind diese nach internationalem Standard
definiert? Welches ist die häufigste angeborene Herzerkrankung? Welches sind
die häufigsten Klappenerkrankungen beim Pferd?

FIRAG-Frequenz, Intensität, Rhythmus, Abgesetztheit, Geräusche
Phasenbezogenheit: 66% der Herzgeräusche sind systolischer Natur
Zusätzlich kann die Dauer der Geräusche als holo-, früh-, meso- und spätsystolisch
bzw. -diastolisch bezeichnet werden (REEF 1985).
Die Qualität von Herzgeräuschen wird als bandförmig, kontinuierlich oder als ein
crescendodecrescendo-,
decrescendo- oder crescendoartiges Geräusch beschrieben
Die Lautstärke der Herzgeräusche wird in Grade von 1 bis 5 eingeteilt (STADLER et
al.
1995a):
• Grad 1: Sehr leise, nur punktuell, nach längerer Auskultation hörbar
• Grad 2: Leise, aber alsbald hörbar, nur punktuell
• Grad 3: Sofort hörbar, über größerem Bezirk, gleich laut wie erster und zweiter
Herzton
• Grad 4: Über gesamtem Herzfeld sofort hörbar,lauter als erster und zweiter Herzton
• Grad 5: Lautestes Geräusch, keine Herztöne hörbar
Am häufigsten angeboren: Ventrikelseptumdefekt
Häufigste Klappeninsuff: Mitralklappeninsuffizienz

Nach Feststellung Herzgeräusch bei erwachsenem Pferd, welche 2 oder 3
Tests würden Sie durchführen, um diese weiter abzuklären? Welches sind die
wichtigsten Parameter zur Beurteilung der Prognose (Sicherheit beim Reiten
und weitere sportliche Nutzung?)

-EKG (Stressechokardiografie zur Abklärung von Leistungsinsuffizienz)
-U-Schall (Doppler?)
-Röntgen

Welche Serum-Parameter messen Sie zur Evaluierung von
Muskelerkrankungen? Welche Serum-Parameter können verändert sein? Wie
können Sie mit Hilfe der Parameter den zeitlichen Rahmen der Erkrankung
definieren?

Kreatinkinase, Aspartataminotransferase, Laktatdehydrogenase

es gibt verschiedene CKs: MM-CK -Muskel, MB-Herz, BB-Neuron deshalb lokalisierung möglich

Welche klinischen Symptome zeigt das Pferd bei einer
Hepatoenzephalopathie? Welche Serum-Parameter können verändert sein?

Abmagerung, Leistungsschwäche, evtl. Ikterus, evtl. Fotodermatitis, Kolik
neurologisch (mit vortschreitender Krankheit): ungestümes Vorwärtsdrängen der sonst
abgestumpften Patienten, Übererregbarkeit, Drangwandern, Manegebewegungen,
leichte Ataxien, Somnolenz, aggr. Verhalten
-gamma-Glutamyl-Transferase
-Alkalische Phosphatase
-Sorbit-Dehydrogenase
-Glutamat-Dehydrogenase
-Aspartat-Aminotransferase

Azotämie

= Erhöhung Kreatinin und Harnstoff
Prärenale Ursache: Hämokonzentration oder bei übertrainierten Pferden
Verschiebung des Flüssigkeitsgleichgewichts
Renal: Nierenerkrankung
Postrenal: Uroperitoneum z.B.

Worauf deutet eine Erhöhung des Kreatinins beim neugeborenen Fohlen
hin? 2 Möglichkeiten

-Uroperitoneum ist häufigste Ursache
-physiologisch höherer Kreatininwert innh. Ersten 24h
-reduzierte Durchblutung infolge von Minderdurchlbutung (Schock)

Prämatur? Dysmatur? Postmatur?

Prämatur: frühreif
Dysmatur: unreif
Postmatur: übertragen

Bitte beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei einem Pferd mit Polyurie/Polydipsie

-Urinuntersuchung (Teststreifen)
-spezifisches Gewicht
-Blutdiagnostik (Nierenwerte vor allem checken)

Welche Symptome treten bei Pferden mit einem Equinen Cushing Syndrom/PPID (Pituitary Pars Intermedia Dysfunction) auf? Nennen Sie fünf Symptome

- ausbleibender Fellwechsel
- überlanges, welliges Haarkleid
- Schwitzen
- Abmagerung, Umverlagerung der Fettdepots
- Hufreheschübe
-Polyurie- und Polydipsie

Welche diagnostischen Tests sind bei Verdacht auf das Equine Cushing Syndrom sinnvoll?

- Klinik
- basales ACTH (erhöht)
Weitere Diagnostik:
- Blut-Glukose
- Urin (niedrigeres USG)
- Kotprobe auf Parasiten
- CT um die Hypophyse zu beurteilen

Welche Therapiemaßnahmen sollten bei diagnostiziertem ECS ergriffen werden?

- Lebenslange Substitution mit Dopaminantagonisten (z.B. Pergolid)
- Behandlung der Begleiterkrankungen

Welche Pferde sind von dem Equinen Metabolischen Syndrom betroffen?

betrifft v. a. leichtfuttrige Rassen (Ponyrassen, Araber, Spanische Mustangs)

Welche Herztöne hört man bei der Auskultation eines gesunden Pferdes und was ist die dabei ablaufende Herzaktion?

 Herztöne beim gesunden Pferd:
1. systolischer Herzton/Muskelton
2. diastolischer Herzton/Klappenton
3. frühdiastolischer Herzton durch Einströmen des Blutes aus den Vorhöfen in die Kammern
4. spätdiastolischer Herzton durch Schwingungen der Vorhofwandung

Die Kurve eines EKGs lässt sich in verschiedene Abschnitte einteilen. Welcher elektrophysiologische Vorgang liegt während der P Welle/ des QRS-Komplexes/ T Welle zugrunde?


- P-Welle = Vorhoferregung
- QRS-Komplex = Kammererregung
- T-Welle = Erregungsrückbildung der Kammern

Welche Impfungen würden Sie einem Pferdebesitzer empfehlen (abhängig von Haltungsbedingungen und Verwendungszweck?

Grundimmunisierung = Tetanus, Herpes, Influenza

Was sind Ursachen für Magenulzera beim Pferd? Welche Therapiemaßnahmen sind sinnvoll?

68. Gründe für Magenulzera:
- Virusinfekt
- Druse
- Morbus maculosus
- nach Darmerkrankungen
- nach Schock
Therapie : richtiges Fütterungsmanagement (ausreichend Heu und Leinsamen) +
Protonenpumpenhemmer (Omeprazol)

Nennen Sie die beiden wichtigsten Dermatophyten beim Pferd, sowie das klinische Erscheinungsbild und das diagnostische und therapeutische Vorgehen.

- Trichophyton equinum und Microsporum gypseum
- Klinik: follikuläre Papeln, Alopezie, Schuppen, Krusten
- Diagnostik: Pilzkultur (z.B. auf Sabouraud-Agar) und Trichogramm (Wood-Lampe beim Pferd
selten)
- Therapie: meist Spontanremission nach wenigen Monaten -> Beschleunigung durch
Antimykotika und Minimierung der Umgebungskontamination

Wie grenzen Sie die Dermatophilose von der Dermatophytose ab? (klinische Symptome, Diagnostik und Therapiemöglichkeiten

Trichophyton equinum und Microsporum gypseum
- Klinik: follikuläre Papeln, Alopezie, Schuppen, Krusten
- Diagnostik: Pilzkultur (z.B. auf Sabouraud-Agar) und Trichogramm (Wood-Lampe beim Pferd
selten)
- Therapie: meist Spontanremission nach wenigen Monaten -> Beschleunigung durch
Antimykotika und Minimierung der Umgebungskontamination

ausgelöst durch Dermatophilus congolensis
- papulöse krustöse Erkrankung
- wichtige Faktoren sind Mikrotraumata und Nässe
- Diagnostik: Zytologie
- Therapie: Verminderung von Nässe und Auslösern für Traumata, Behandlung mit
antibakteriellen
Shampoos u. in schweren Fällen systemische Antibiotikagabe

Nennen Sie mögliche Lokalisationen zur Liquorpunktion, deren Vorteile und Einschränkungen, sowie das Vorgehen bei der Punktion (worauf zu achten ist).

atlantookzipital durch das Foramen magnum, einfach und geringes Kontaminationsrisiko,
Narkoserisiko durch Vollnarkose:
Median der Protuberatia occipitalis bis 8cm kaudal des kranialer Rands der Atlasflügel
Scheren, Waschen, Desinfektion
Seitenlage, Kopf und Hals um mind 90° beugen und Nase leicht anheben
Stichrichtung verläuft zur Incisura vasorum bzw. in die Mitte zwischen Maulwinkel und Incisura
vasorum in etwa parallel zum Nasenrücken
Nach 5-7 cm ein "Ploppen" beim Durchstechen der Dura, dann nicht weiter vorschieben und
Mandarin entfernen
Liquor fließt spontan ab
Lumbosakrale Punktion, am stehenden sedierten Pferd, Kontamination häufiger,
Abwehrreaktionen beim Durchstechen der Dura, Schweifschlagen, Muskelkontraktionen,
Einknicken der Hinterhand:
Ebener fester Untergrund, Pferd steht geschlossen
Anstauung beider Jugularvenen, um den Liquordruck zu erhöhen
Lokalanästhesie der Punktionsstelle
Stichinzision in der Medianen auf Höhe des kaudalen Rand der Tauber coxae bzw. kaudal des
Processus spinosus des L6 direkt am kranialer Rand des Tuber sacrale
Spinalkanüle durch Stichinzision vertikal vorführen, Hilfsperson achtet auf die korrekte
Positionierung der Kanüle in der zweiten Ebene
Nach 11-15cm leichtes Ploppen bei Durchstechen der Dura Mater und Arachnoidea, danach
Mandarin entfernen
Liquor kann spontan abfließen, evtl leicht aspirieren

Welche pathologischen Befunde könnten Sie bei der Liquorpunktion erheben und wofür sprechen diese im Einzelnen?

Liquordruck erhöht: raumfordernde Prozesse, Hirnödem, Schädel-Hirn-Trauma, Stauung der
Jugularvenen, systemischer Hypertonie
Farbe rötlich und nach Zentrifugation xanthochrom: Blutung, traumatische, entzündliche,
neoplastische Ursache, Xanthochromatie durch erhöhten Plasmabilirubinspiegel oder Protein
(Fohlen physiologisch)
Trübung: erhöhter Gehalt an Erythrozyten, Leukozyten, epidurales Fett, Bakterien, Pilze oder
verunreinigtes Kontrastmittel
Zellzahl erhöht: Pleozytose; Infektion viral, bakteriell, parasitär, mykotisch, protozoär;
Entzündungen; Rückenmarkskompression, axonale Degeneration, lymphozytäre Neoplasie,
hochgradige Entzündungen, Trauma, Blutungen, Fremdsubstanzen, fehlgewanderte
Nematodenlarven, immunvermittelte Erkrankungen
Albumin erhöht: iatrogene Blutkontamination, intrathekale Blutung, Entzündung oder
traumatische Störung der Blut-Hirn-Schranke
Immunglobuline erhöht: erhöhte Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke
Glukose erniedrigt: septische Entzündung
Laktat erhöht: bakterielle Meningitis, Schädel-Hirn-Trauma, Abszesse

Wie führen Sie eine klinische Untersuchung der Nasennebenhöhlen durch und auf welche Veränderungen achten Sie? Woran ist bei einer Sinusitis differentialdiagnostisch zu denken? Welche weiterführenden diagnostischen Schritte stehen Ihnen zur Verfügung?

Perkussion durch Abklopfen mit den Fingern, verbesserte Resonanz durch Öffnen des Maules
Weiterführende Diagnostik: Endoskopie, Sinuspunktion, Röntgen, direkte Sinusendoskopie,
Trepanation
DD zu Sinusitis: keine

Wie erkennen Sie klinisch Vorhofflimmern? Wie können Sie es bestätigen? (EKG) An welche Ursachen müssen Sie dabei denken und welche weiteren Untersuchungsschritte sind angezeigt? Welche therapeutischen Optionen stehen Ihnen dann jeweils zur Verfügung?

Fehlen der koordinierten Vorhofkontraktion, 4. Herzton nicht feststellbar
Leistungsinsuffizienz, Nasenbluten, Ataxie, Tachypnoe
Ohne primäre Herzerkrankung mit Vorhofvergrößerung oder aufgrund Dehnung des Vorhofes
durch valvuläre Erkrankung besonders Mitralklappeninsuffizienz, bei häufigen Extrasystolen
Therapie: Chinidinsulfat, Cave: nicht bei Stauungsinsuffizienz oder erhöhter Herzfrequenz!
Auskultation: unregelmäßiger Herzrhythmus, lange Pausen, gefolgt von Salven
EKG: fehlende P-Wellen, Flimmerwellen, R-R Intervall unregelmäßig

Wie unterscheiden Sie eine IAD, RAO und SPAOPD voneinander? Welche diagnostischen Schritte sind notwendig? Welche therapeutischen Optionen stehen Ihnen zur Verfügung?

IAD: Inflammatory Airway Disease, entzündliche Erkrankung ohne infektiöse Ursache,
Vorstufe der RAO, Erstreaktion auf schädliche Umwelteinflüsse
RAO: Recurrant Airway Obstruction, chronischer Husten, Dyspnoe und Leistungseinbruch. Bei
der endoskopischen Untersuchung findet man ein verdicktes Septum (Aufzweigung der
Hauptbronchien) und häufig eine vermehrte Schleimbildung
SPAOPD: Summer Pasture Associated Obstructive Pulmonary Disease, allergische Reaktion
bei Werdegang
Diagnose: serologische und intrakutane Allergentests
Therapie: Allergenvermeidung (Haltungsumstellung, Futterumstellung, nasses Heu),
Glucocorticoide, SIT (allergenspezifische Immuntherapie, Hyposensibilisierung)

Worauf achten Sie bei der Perkussion der Lunge? Auf welche möglichen pathologischen Befunde ist zu achten und mit welchen Erkrankungsbildern gehen diese einher? Welche weiteren diagnostischen Optionen haben Sie Ihre Diagnose zu bestätigen?

Dämpfung: über luftleerem Gewebe, schwere Pneumonien und Pleuraergüsse
Tympanie: gasgeblähte Darmschlingen, Lungenkavernen (bullöses Emphysem),
Erweitertes Lungenfeld: schwere Lungenerweiterung

Was sind Symptome, Diagnostik und Therapie für EGUS (Equine gastric ulcer syndrome)?

80. Equine gastric ulcer syndrome (EGUS) Symptome/Diagnose/Therapie
Symptome: - chron./rezidivierende Kolik
- verminderter/selektiver Appetit
- schlechtes AB
- chron. Diarrhoe
- Verzögerung der Magenentleerung
- Peritonitis (infolge einer Rupturation)
Diagnose:
- Gastroduodenoskopie -> Unterteilung in:
- akute Magen-SH-Läsionen
- chron. Gastritis
- chron.-peptische Ulzera
- Gastropathien
Therapie:
- Säureblocker (z.B. Omeprazol)
- Antazida (z.B. Magnesiumhydroxid)
- Schleimhautschützende Mittel
- Prokinetika (z.B. Metoclopramid)
- optimierte Fütterung
- Antibiotika
- Chirurgie (Beseitigung von eventuellen Stenosen)

Welche Erkrankungen der oberen Atemwege können beim Pferd ein Atemgeräusch hervorrufen?

- nasale Stenosen
- Pharynxkollaps
- transiente Einengungen (Ödeme, Fremdkörper etc.)
- Kehlhopf (Hemiplegia, Stenosen, Subepiglottiszyste etc.)
- Säbelscheidentrachea
- hgr. Hemiplegia laryngis
- dorsale Gaumensegelverlagerung

Welche Muskeln beproben Sie bei Verdacht auf EMND? Welche Muskelfasern sind vor allem betroffen?

- Biopsie am M. sacrocaudalis dorsalis medialis
- v.a. in gestreifter Muskulatur

Erklären Sie die Pathogenese bei PSSM?

Durch Ansammlungen von Polysaccharieden in der Muskulatur kommt es zu
amylaseresistenten Einschlüssen und infolge dessen zu Tremor, Lahmheit, Schwitzen und
Bewegungsstörungen (v.a. der Hinterhand) bis zum Festliegen. Die Krankheit wird
autosomal-rezessiv vererbt und ein Gentest existiert. Vorrangig sind Quarterhorses, aber
seltener auch andere Rassen betroffen.

An welche Ursachen müssen Sie bei Durchfall bei einem Fohlen bzw. bei einem erwachsenen Pferd differentialdiagnostisch denken? Welche Maßnahmen sind zu ergreifen? Welche diagnostischen und therapeutischen Optionen stehen Ihnen zur Verfügung?

Verfügung?
Ursachen:
- Salmonellen
- Clostridien
- Arzneimittel-assoziiert
- Viren (Rota-, Corona-, Adenoviren)
- Laktoseintolleranz
- Rhodococcus equi
- Cyathostominose
Maßnahmen:
- Flüssigkeitszufuhr
- ggf. Infusion
- Bekämpfung der Ursache
Diagnose:
- bakteriologiesche/virologische/parasitologische Untersuchung (z.B. Kotkultur, PCR,
Bakterienkultur, Toxinnachweis etc.
- Vorbericht (bei AM-assoziiertem DF)
Therapie:
- Erregerspezifisch (z.B. Antibiotika, Antiparasitika etc.)

Wie erklären Sie sich eine Anämie bei einem Pferd mit einer chronischen Entzündung. Welche Parameter im Blutbild können dabei verändert sein?

Die Entzündungsmediatoren (Interleukine, Interferone,...) induzieren den Abbau von Erys,
welche zwar leicht geschädigt, aber eigentlich funktionsfähig sind (Induktion des phagozytären
Systems). Des weiteren wird das Kapillarendothel geschädigt wodurch Erys auswandern
können und anschließend abgebaut werden. Weiterhin sorgt ein erhöhter Hepcidinspiegel für
eine gestörte Freisetzung von Eisen, sodass es zu einer funktionellen Eisenmangelsituation
kommt und die Neubildung von Erys gestört wird.
Parameter:
- absolute Leukos erhöht
- Albumin leicht erniedrigt
- Serum-Fe und Fe-Bindungskapazität erniedrigt
- ggf. Entzündungsparameter

Wie teilen Sie verschiedene Formen der Anämie ein? Welche diagnostischen Möglichkeiten haben Sie dies abzuklären? Welche therapeutischen Optionen haben Sie? Worauf ist dabei zu achten?

Einteilung:
- aregenreativ:
- Vitamin-/Spurenelementmangel
- EPO-Mangel
- Panzytopenie
- infektiöse Ursachen
- pseudoregenrativ
- akute Blutung oder Hämolyse
- regenerativ
-intra-/extravasale Hämolyse
Diagnose:
- Serologie
- Coggins-Test (EIA!!)
- Sonografie
- Laboruntersuchung
Therapie:
- ggf. Bluttransfusion (auf Blutgruppe achten!)
- mögliche Blutungen stoppen (Sonographie der Körperhöhlen!)
- bei EIA Isolation!

Welche Ursachen für Ödeme kennen Sie? Wie können Sie diese aufgrund der Pathogenese einteilen?

Ursachen:
- allergisch bedingt
- entzündlich
- Cor pulmonale
- hypoproteinämisch
- kardial bedingt
- Morbus maculosus
- Vaskulitis-bedingt
Pathogenetische Einteilung:
- proteinarmes Ödem:
- kolloidosmotisch
- hydrostatisch
- mechanisch
- proteinreiches Ödem:
- entzündliches Ödem

Sie haben einen Patienten mit vorberichtlichen Hufrehe. Wie können Sie diese Verdachtsdiagnose bestätigen? Welche therapeutischen Maßnahmen ergreifen Sie? Welche Ursachen für Hufrehe kennen Sie und was sind dabei die häufigsten Ursachen? Wie könnten Sie die Pathogenese der Hufrehe beschreiben?

Diagnose:
- (Zangen)Palpation
- Adspektion (Lahmheit)
- Huffervormungen
- Hufbeindurchbruch
- Reheringe
- Röntgendiagnose
Therapie:
- grundsätzlich -> Ursache abstellen!!!
- Hufe kühlen
- Medikamente (z.B. Acetylpromacin zur Vasodilatation, NSAIDs zur Hemmung der
Entzündung…)
- Orthopädische Maßnahmen (Rehebeschlag, Hufschuh)
Ursachen:
- Belastungsrehe
- Geburtsrehe
- chronische <-> akute Rehe
- fütterungsbedingte Rehe
- Rehe durch Toxinwirkung
Pathogenese:
- aseptische Entzündung der Huflederhaut
- Entzündungsmediatoren/Toxine gelangen mit dem Blut in das sehr gut durchblutete
Gebiet der Huflederhaut. Dort lösen sie eine Entzündung aus. Der verhältnismäßig
hohe Druck durch enge Kapillaren und die weite Entfernung vom Herzen bzw. die
Größe der Pferde wirken begünstigend. Die Entzündung in der Huflederhaut lockert die
Verbindung zwischen dieser und der Hufkapsel und das Hufbein bekommt mehr
Spielraum den es eigentlich nicht haben dürfte. Final kommt es zur
Rotation/Durchbruch des Hufbeins oder Kapsel bzw. zum Ausschuhen.

Ein Patient wird mit Verdacht auf Sommerekzem vorgestellt. Wie können Sie
klinisch,
anamnestisch und mittels weiterführender Untersuchungen dies bestätigen? Was ist
die Ursache
für Sommerekzem und wie würden Sie es behandeln?

Diagnose:
- Anamnese (Mücken?)
- Histopathologie
- Alopezien/Hautveränderungen
- Hautbiopsie
- Verschwinden der Symptome in mückenfreier Umgebung (Culicoides)
Therapie:
- Vermeidung von Kontakt mit Insekten
- Kortikosteroide gegen den Juckreiz
- Wundbehandlung + Insektenbekämpfung

Study