Bakt

Erreger

Erreger

Martina Kaufmann
Study

Martina Kaufmann
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über Bakterien und ihre Eigenschaften, mit Fokus auf Gram-positive und Gram-negative Bakterien, Infektionen, Antibiotikaresistenzen und diagnostische Methoden. Sie eignen sich für Medizinstudenten und Mikrobiologen, die ihr Wissen über Bakterien, ihre Identifikation und Behandlung vertiefen möchten.
Flashcards
75
Students
6
Language
German
Category
Biology
Level
Other
Created / Updated
25.08.2017 / 29.09.2024

Flashcards

Strikt aerob

brauchen unbedingt Sauerstoff, wachsen im aeroben Brutschrank als auch im CO2 Brutschrank

Fakultativ anaerob

können Atmen und Vergären, wachsen mit Sauerstoff besser als ohne, können im aeroben Brutschrank, CO2 und anaerob bebrütet werden

Aerotolerant

Können nur Vergären, können aber Sauerstoff entgiften, Wachsen mit Sauerstoff und ohne gleich gross. Können im aeroben Brutschrank, CO2 und anaerob bebrütet werden

Strikt anaerob

Wachsen nur wenn man sie ohne Sauerstoff bebrütet

Gram positive Zellwand

  • Plasmamembran 

  • Periplasmatisches Gel, wirkt als Verschiebeschit 

  • Dicke Murein- (Peptidoglykan-Gerüst) Schicht, gibt Form, Stabilität und Festigkeit, unterschiedliches Färbeverhalten 

  • Moleküle können aktiv/passiv nach aussen (Toxine), &  nach innen

Gram-negative Zellwand

  • Plasmamembran 

  • Periplasmatisches Gel 

  • Dünne Mureinschicht: 1-2 Schichten 

  • In dem Periplasmatischen Gel können Enzyme zurückgehalten werden und aufkonzentriert 

  • Äussere Membran (Lipopolysaccharidschicht): Barriere, hält von Bakterien ausgeschiedene Enzyme fern. Wirkt als Toxin wenn die Zelle lysiert, ruft Fieber und Entzündung hervor. Kann antigene Strukturen tragen O-Antigene, Serologische Bakterientypisierung möglich 

  • Austausch durch Diffusion oder Poren (=Porine)

MaldiTOF

  1. Material von einer Einzelkolonie auf eine Targetplatte auftragen, mit 1µl Matrixlösung überschichten und trocknen lassen 

Beim Trocknen werden die Zellen geöffnet und die Matrix cokristallisiert mit den Proteinen 

 

  1. Ein Laserstrahl verdampft die Matrix mit den Mikroorganismen, es kommt zur Ionisation der ribosomalen Proteinen 

 

  1. Ionen werden in einem elektrischen Feld beschleunigt, und erreichen nach Grösse aufgetrennt den Detektor, leichtere Ionen sind schneller als schwere, jeder Keim wird mehrfach gemessen 

 

  1. Auf Grund der Flugzeit kann die Masse der Ionen berechnet werden, die ermittelten Spektren sind für die Art spezifisch 

 

  1. Identifikation über einen Abgleich des gemessenen Spektrums mit mehreren Datenbanken 

Vorteile und Nachteile des MaldiTOF

Vorteile des MaldiTOF: 

  • Kurze Analysezeit, hohe Präzision und kleine Keimmenge  

  • Einfache Bedienung, geringe Kosten 

 

Nachteile des MaldiTOF: 

  • Methode kann nicht zwischen E. coli und Shigellen unterscheiden 

  • Versagt bei der Identifikation von Pneumokokken 

  • Datenbank muss auf den identifizierten Keim passen, sonst sind die Resultate falsch 

  • Nicht jede Datenbank deckt alle Keime ab 

  • Liefert keine Resistenzprüfung 

  • Es braucht Reinkulturen, Identifikation nur ab Festmedien 

  • Reagenzien sind stark ätzend

Normalflora der Haut

  • vollständige Besiedelung mit Bakterien, typischerweise Staphylokokken 

  • An exponierten, trockenen Hautstellen: Staphylococcus epidermidis, Corynebakterien (Weisse nicht hämolysierende Kolonien) 

Bakterien der Mundschleimhaut

Mundschleimhaut: ähnlich viele Keime wie der Dickdarm, Streptokokken, apathogene Neisserien und Corynebakterien überwiegen

Erreger von Wundinfektionen

  • Typische Erreger von Wundinfektionen: Staphylokokken (Abszesse), Streptococcus pyogenes (Erysipel) breitet sich auf grund der Hyluronidase schnell im Körper aus, Staphylococcus aureus bleibt in der Regel lokal um einen Haarbalg begrenzt (auf Grund von Koagulase) 

  • Keimspektrum: 

  • Infizierte OPS Wunde: Staphylococcus aureus (Händehygiene) 

  • Infizierte Bauchwunde: Darmflora 

  • Mit Dreck kontaminierte Wunden: Clostridien, Toxinbildend 

  • Bisswunden: Infektionen mit Keimen der oralen Normalflora oder solche die den Rachen symptomlos besiedeln 

Staphylokokken sind gram..?

gram-positiv

Staphylokokken

  • Fakultativ anaerob, wachsen besser aerob als anaerob, und mit CO2 besser als ohne 

  • Runde, gram-positive Kokken 

  • Können in Haufen zusammen liegen 

  • Sie sind Katalase positiv 

  • Anspruchslos 

  • Halotolerant 

  • Widerstandsfähig gegen Austrocknung und Sonnenlicht 

  • Keime bilden ein Weisses Pigment, dass sie vor UV-Licht schützt 

  • Gehören zur normalen Hautflora (koagulase-negative Staphylokokken) 

  • Können die Haut symptomlos besiedeln (aureus, saprophyticus) 

Staphylokokkus epidermis

  • gram-pos.
  • koagulase neg.
  • Gräulich-weisse, ahämolytische Kolonien 
  • Staphylococcus epidermis 
  • Dominieren normale Hautflora, machen selten krank 
  • Haben Affinität zu Plastik undkönnen Biofilme bilden 
  • Können auf Katheter, Implantate etc. vorkommen, die Infektion kann streuen und zur Sepsis führen 
  • Die meisten sind Penicillin resistent, viele Oxacillin/Cefoxitin resistent 
  • Resistenzprüfungen sind unabdingbar 

Staphylokokkus saprophyticus

  • gram-pos
  • Kann vordere Urethra besiedeln und von dort in die Blase aufsteigen 
  • Erreger akuter, unkomplizierter HWI 
  • Ist Novobiocin resistent

Staphylococcus aureus

  • gram-pos.
  • Koagulase-negative, weisse (zum Teil mit leichtem gelbstich) Kolonien 

  • Voll-, Teil-, oder Doppelhämolyse 

Infektionen mit Staphylococcus aureus

  • Klassischer Eitererreger: eindringen in Wunden mit nachfolgender primär lokal bleibender Infektion, eitrige Lokalinfektionen wie Abszesse und Furunkel entstehen 
  • Im Spital: schwere, eitrige Wundinfektionen, Pneumonien bei intubierten Patienten und es kann zu einer Sepsis kommen oder einer Streuung in andere Organe 
  • Selten: TSS (Toxisches Schock Syndrom) durch Toxine hervorgerufen 
  • Rein toxinbedingte Erkrankungen (Lebensmittelvergiftungen) 

Toxisches Schock Syndrom Toxin

  • Toxisches Schock Syndrom Toxin (weniger als 1% aller Staphylococcus aureus bilden dies) 
  • Kann im Zuge einer Infektion oder einer Kolonisation ausgeschieden werden 
  • Superantigen, es führt bei ungenügendem AK-Tiger gegen das TSS-Toxin zu einer überschäumenden Immunreaktion des Körpers, welches zum TSS führt 
  • Symptome: Hautsymptome, Brechdurchfall, Fieber, Schock, Multiorganversagen 

MRSA

  • Methicillin resistente Staphylococcus aureus: 
  • β- Lactamantibiotika werden gegen Staphylokokken eingesetzt 
  • Diese Antibiotika haben alle den beta-Lactam-Ring, können das korrekte Vernetzen der bakteriellen Mureinschicht verhindern:
    • Penicillin, Ampicillin, Amoxicillin 
    • Augmentin, mit Penicillinase-Hemmer 
    • Penicillase-resistente Antibiotika wie Cefoxitin, Cefalosporine der 1.-4. Generation, Carbapeneme 

Streptokokken

gram-pos

  • Aerotolerant 

  • Katalase-negativ 

  • In der Regel β-Lactamantibiotika empfindlich, Penicillin als Mittel der Wahl  

  • Häufig zu zweit oder in Ketten, vereinzelt als pleomorphe Formen

α- Hämolysierende Streptokokken: 

 

  • Vergrünend 
  • Farbänderung der ECs 
  • Pneumokokken 
  • Orale Streptokokken

Streptococcus pneumonie

  • gram-pos
  • Mittelgrosse, gräulich – durchsichtige, vergrünende Kolonien mit Tendenz zur Autolyse (Dellen in der Kolonie) 
  • Oder starke Kapselbildung (schleimig-wässrige Kolonien) 
  • DP: gram-positive Kokken, zu zweit oder in Ketten liegen, lanzettförmig, sind von einer Kapsel „Heiligenschein“ umgeben, reichlich Granulozyten ersichtlich 

Antibiotika gegen Pneumokokken

  • Optochin sensibel
  • Penicillin empfindlich

Pneumokokken Infektionen

  • Pneumokokken können zu Otitis media, Sinusitis führen, kann im schlimmsten Fall zu einer Meningitis führen 
  • Pneumonien durch Pneumokokken können in eine Sepsis übergehen, Alkoholiker und Splenektomie Patienten sind besonders gefährdet (Milz ist die Filterstation für bekapselte Keime) 

Streptococcus pyogenes

  • Mittelgrosse, weisslich-durchsichtige oder gräuliche Kolonien mit grosser vollständiger Hämolyse 

  • Gram-positive Kokken in Ketten 

Antibiotika Streptococcus pyogenes

  • Sensibel gegen alle β-Lactamantibiotika (inklusive Penicillin) 

  • Bacitracin in der Resi hilft bei der Identifizierung, pyogenes ist Bacitracin sensibel 

Typische Infektionen mit Streptococcus pyogenes

  • Streptococcus pyogenes verursacht Angina, Pharyngitis, es kann zu einer symptomlosen Besiedelung kommen) alle bakteriellen Angina Fälle durch Streptococcus pyogenes verursacht, 90% aller Infektionskrankheiten im Respirationstrakt werden durch Viren verursacht 

  • Erysipel, Impetigo, Phlegmone oberflächliche, tieferliegende, gerötete, ödematöse zum Teil eitrige Entzündungen der Haut 

Komplikation Streptococcus pyogenes

  • Post Streptokokken Glomerulonephritis
  • Akutes rheumatisches Fieber

Streptococcus agalactiae Morphologie

  • gram-pos

  • Mittelgrosse, gräuliche oder weissliche Kolonien mit feiner oder kaum sichtbarer β-Hämolyse 

Streptococcus agalactiae Vorkommen

  • Können bei Menschen asymtomatisch die Schleimhäute des Urogenital und Intestinaltraktes besiedeln 

  • Es kann bei Prädisposition zu Infektionen kommen (HWI) 

  • Gefürchtet wenn der Keim nach der Geburt aufs Neugeborene übergeht, kann zu hoher Letalität mit Sepsis oder Meningitis des Neugeborenen führen 

Enterokokken

  • Fakultativ anaerob, Katalase-negative gram-positive Kokken 

  • Anspruchslos 

  • Sind Umweltresistent, können gut ausserhalb des Körpers überleben

Enterokokken sind resistent gegen..?

Cephalosporine, Clindamycin

Therapie der Wahl bei Enterokokken

Ampicillin

Antibiotika der Wahl bei Streptococcus agalactiae

Penicillin

 

Streptococcus agalactiae sind resistent gegen...?

 Bacitracin und Bactrim

Vancomycin resistente Enterokokken

  • Enterokokken Infektionen müssen häufig mit Reserveantibiotika wie Vancomycin therapiert werden, da Enterokokken gegen viele Antibiotikagruppen natürlicherweise resistent sind 

  • Die häufige Vancomycintherapie führte dazu, dass sich vermehrt Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) entwickeln konnten 

  • Meist handelt es sich bei den VRE um Enterococcus faecium 

  • Enterococcus faecalis sind in der Regel noch Vancomycin sensibel 

 

Pseudomonas aeruginosa Morphologie, Gram

  • Anspruchslose, gram-negative, plumpe, gerade Stäbchen 
  • Strikt aerob 
  • Wachsen als flache, oft rauhe, ausgefranste Kolonien mit typischem Geruch  
  • Blau- bis gelbgrünliche Pigmentierung 
  • Ältere Kulturen haben einen metallischen Glanz und eine Hämolyse 
  • Optimale Wachstumstemparatur bis 42°C 
  • Laktose negativ und Oxidase positiv 

Typische Infektionen bei Pseudomonas aeruginosa

Respirationstrakt, Wundinfektionen und hartnäckige HWI (Katheter, andere Eingriffe), auch Aussenohrentzündungen und Hautmanifestationen

Pseudomonas aeruginosa sind resistent gegen...?

 Ampicillin (AM), Augmentin (AMC), Ceftriaxon (CRO) resistent 

Enterobacteriaceae

  • anspruchslose gram-neg. Stäbchen
  • Oxidase negativ
  • Fakultativ anaerob
  • Können alle Glucose fermentieren 

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