Tiermedizin

Chirurgie und Anästhesiologie

Chirurgie und Anästhesiologie


D. B.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Tiermedizin auf Universitätsniveau, mit Fokus auf Anästhesie, Schmerzmanagement und chirurgische Verfahren bei verschiedenen Tierarten. Sie behandeln Themen wie Monitoring, Intubation, Anästhetika, Schmerzverhalten und spezifische medizinische Eingriffe bei Pferden, Hunden und anderen Tieren. Ideal für Studierende und Fachleute, die ihr Wissen in der veterinärmedizinischen Praxis vertiefen möchten.
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Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
11.08.2017 / 15.11.2025

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Wie ist die allgemeine Untersuchung zu bewerten?

Verhalten Munter, Hautturgor erhalten, Schleimhaut rosa feucht, HF 88/min, auskultatorisch o.b.B., EZ 4/9, Temp. 39°C, KFZ <2s, Puls kräftig, regelmäßig, Lunge auskultatorisch o.b.B.

Alle Parameter der klinischen Untersuchung liegen im Referenzbereich. Die allgemeine Untersuchung ist daher als unauffällig oder ohne besonderen Befund zu werten.

Welche Arterien eignen sich bei Hund und Katze zur Palpation des Pulses?

Zur Bestimmung der Pulsfrequenz und der Pulsqualität wird häufig die A. femoralis im Canalis femoralis palpiert. Die Arterie verläuft hier oberflächlich unbedeckt von Muskeln und die Vene in der Tiefe (König und Liebich 2004). Durch die Beurteilung des Füllungszustandes des Gefäßes kann eine grobe Abschätzung des peripheren Blutdruckes getroffen werden (Henke und Erhardt 2012). Der Puls kann außerdem an der Zungenarterie, sowie an der A. metacarpalia bzw. metatarsalia bestimmt werden (Erhardt et al. 2012b; Henke und Erhardt 2012). Diese Fühlstellen eignen sich vor allem, wenn im Bereich des Oberschenkels oder der Hintergliedmaßen ein operativer Eingriff vorgenommen wird, so dass die A. femoralis für den Anästhesisten unzugänglich ist. (siehe dazu auch: Bestimmung des Blutdruckes).

Bei der Palpation des Pulses werden Frequenz, Qualität und Rhythmus beurteilt.

Änderungen der Pulsfrequenz, der Pulsqualität oder des Pulsrhythmus können durch verschiedene physiologische oder pathologische Befunde entstehen. 

Welche physiologische Abweichung der Herzfrequenz entsteht beim Hund durch Schwankungen im Vagotonus?

Rhythmus und Frequenz des Herzens werden durch den Sinusknoten reguliert und unterliegen der Steuerung des Herzens. Der physiologische Herzrhythmus wird als Sinusrhythmus bezeichnet. Dabei sind die Abstände zwischen den R-Zacken immer gleich lang, alle Komplexe sind normal geformt und die Frequenz liegt im Normbereich (Baatz 2002).

Eine respiratorische Sinusarrhythmie entsteht durch physiologische Schwankungen im Vagotonus. Während der Inspiration kommt es zu einer Abnahme im Vagotonus mit Steigerung der Herzfrequenz. Während der Exspiration erhöht sich der Vagotonus und führt zu einer Abnahme der Herzfrequenz (Baatz 2002). Je niedriger die Herzfrequenz, desto ausgeprägter ist die respiratorische Sinusarrhythmie.

Im Gegensatz zu pathologischen Arrhythmien sollte die respiratorische Arrhythmie mit steigender Herzfrequenz nicht mehr zu auskultieren sein (Baatz 2002).

Was bedeutet die Einstufung von Patienten in die sogenannten ASA-Klassen?

ASA steht für American Society of Anaesthesiologists. 

 Skala zur präanästhetischen Risikoeinschätzung abhängig vom körperlichen Zustand des Patienten ohne Berücksichtigung des operativen Vorgehens oder den Fähigkeiten des Chirurgen (Saklad 1941).

ASA1: klinisch gesund

ASA 2: geringe org. Schäden &/o. 6Wochen<>5 Jahre

ASA 3:erhebliche akute/chron systemische Erkrankungwelche Vitalfkt & körperl. Aktivität einschränkt, <3 Monate> 8 Jahre(z.B. Herzkrankheiten, Anämie, D.m.)

ASA 4: aktivitätseinschränkende system. Kh in ständiger Lebensgefahr (z.B. Schock, hgrd Dehydratation durch anhaltenden Vomitus, Pneumothorax)

ASA 5: multimorbide Patienten, die ohne chr. Eingriff die nächsten 24h nicht überleben (z.B. Leberzirrhose, CNI)

ASA 6: Not-OP

Saklad et al. beschrieben eine Skala mit sechs unterschiedlichen Risikoeinstufungen, die mit Einschränkungen und Erweiterungen auf die Veterinärmedizin übertragbar sind (Sawyer 1982, Erhardt 1988).

 

 

Wie hoch (%) ist das narkosebedingte Risiko bei Hunden und Katzen peri- oder postoperativ zu versterben? 

0,17-0,43%

Was muss beim Legen des Venenverweilkatheters beachtet werden?

Zur Vorbereitung wird ein Stauschlauch angelegt oder die Vene manuell gestaut. Die gestaute Vene sollte nun gut tastbar sein. Ein kleines Feld über der Vene wird ausrasiert, um maximale Hygiene zu gewährleisten. Anschließend wird die Haut mit Alkohol zur Vorbereitung eines möglichst aseptischen Feldes besprüht.Nach einer Einwirkzeit von ca. 30 Sekunden erfolgt das Abwischen mit  Tupfern, wobei jeder Tupfer nur einmal verwendet wird. Gegebenenfalls muss der Vorgang bei nicht kooperativen Tieren angepasst werden.  Die Befestigungflügelchen werden nun heruntergebogen und die Verschlusskappe abgedreht und zum späteren Verschluss aufgehoben. Die Haut wird über der Vene mit der linken Hand distal gestrafft. Der Rechtshänder spannt die Braunüle zwischen Daumen und Zeigefinger der rechten Hand ein. Mit dem Anschliff nach oben wird nun die Vene in ihrem Verlauf flach punktiert. Sobald das Lumen der Vene getroffen ist, gelangt Blut in das Sichtfenster des Venenkatheters. Nun greift der Zeigefinger der rechten Hand um und schiebt den Venenverweilkatheter über die Kanüle in das Lumen der Vene vor, ohne dabei die Kanüle zu bewegen. Die Gegenspannung der Haut wird die ganze Zeit aufrechterhalten. Der Vorschub des Venenverweilkatheters sollte leicht und ohne Widerstand erfolgen. Der Stau wird geöffnet und der Katheter verschlossen. Der Katheter wird mittels Klebeband an der Gliedmaße des Patienten befestigt. Die Durchgängigkeit des Venenkatheters wird mit einer Testinjektion überprüft. Dazu wird eine Spritze aufgesetzt und 2-5ml  NaCl ohne Wiederstand injiziert. Oberhalb des Katheters kann der erzeugte Flüssigkeitsstrom ertastet werden. Ein peripherer Venenkatheter kann bis zu 3 Tagen in der Vene verbleiben, sofern der Katheter 2xmal täglich gepflegt wird. Mögliche Komplikationen sind paravasale Lage und ein dadurch entstehendes subkutanes Flüssigkeitspolster oder lokale Infektionen an der Punktionsstelle.Für die unterschiedlichen Tierarten und Rassen gibt es unterschiedlich große Venenkatheter. Die verschiedenen Größendurchmesser werden in der Einheit Gauge (G) angegeben und sind mit einem Farbsystem codiert. Je höher der Wert G, desto dünner der Außendurchmesser.Je größer das Tier, desto größer sollte der periphere Venenkatheter gewählt werden, damit eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung gewährleistet ist.

Wovon hängt die Steuerbarkeit einer Narkose ab?

  • Applikationsweise der Anästhetika
  • Pharmakokinetik der Anästhetika (Ausscheidung, Metabolisierung, Umverteilung)
  • Wirkdauer der Anästhetika
  • Antagonisierbarkeit der Anästhetika
  • Hilfsmitteln wie Antidota, Analeptika und Herz-Kreislauf-Medikamenten

 

 

Welches der genannten Medikamente ist kein Sedativum?

Acepromazin

Diazepam

Butorphanol

Medetomidin

Xylazin

Butorphanol ist ein Analgetikum und gehört zu den Opioiden. Obwohl es geringgradig sedierende Eigenschaften besitzt, zählt der Wirkstoff nicht zu der Gruppe der Sedativa. Butorphanol ist ein Opioid-Agonist-Antagonist. Die anderen genannten Medikamente gehören zu den Sedativa. Acepromazin ist ein Phenothiazin und gehört zu den Neuroleptika. Diazepam ist ein Benzodiazepin. Xylazin, Medetomidin und Detomidin gehören zu den α2-Adrenozeptoragonisten.

Welche der aufgeführten Medikamente haben analgetische Eigenschaften?

Acepromazin

Diazepam

Meloxicam

Phenobarbital

Ketamin

Buprenorphin

Propofal

Meloxicam wird zu den NSAID’s (non-steroidal antiinflammatory drugs = nicht-steroidale Antiphlogistika) gezählt, während Buprenorphin zu den Opioiden gehört. Beide Wirkstoffgruppen gehören zu den Analgetika.

Ketamin hat ebenfalls analgetische Eigenschaften, auch wenn das Medikament nicht klassischerweise in der Gruppe der Analgetika aufgeführt wird.

In welche Wirkstoffklassen gehören diese Medikamente?

Medetomidin

Carprofen

Buprenorphin

Acepromazin

Levomethadon

 

Medetomidin = Alpha-2-Adrenozeptoragonisten
Carprofen = Nichtsteroidale Antiphlogistika
Buprenorphin = Opioide
Acepromazin = Phenothiazine
Levomethadon = Opioide

Welche gesetzlichen Grundlagen sind bei der Anwendung von Betäubungsmittel zu beachten?

Betäubungsmittel (BtM) sind nach §1 Betäubungsmittelgesetz (BtMG) Stoffe und Zubereitungen die auf Grund ihrer Wirkungsweise eine Abhängigkeit hervorrufen können und sind in den Anlagen I-III im BtMG aufgeführt.

Ein Tierarzt ohne Hausapotheke kann Betäubungsmittel nur für den Praxisbedarf beziehen und muss dafür ein spezielles BtM-Rezept ausfüllen (§4 BtMG). Die Teilnahme am BtM-Verkehr ist anzeigepflichtig (§4 BtMG).

Die Anwendung von BtM darf nur dann erfolgen, wenn der beabsichtige Zweck nicht auf andere Weise erreicht werden kann (§13 BtMG). Betäubungsmittel müssen gesondert aufbewahrt werden. In Abhängigkeit von Art und Umfang des BtM-Verkehrs, dem Gefährdungsgrad oder der Menge können vom Bundesinstitut Sicherungsmaßnahmen angeordnet werden (§15BtMG). Der Zu- und Abgang der BtM muss lückenlos aufgezeichnet werden (§17 BtMG).

In Anlage I sind alle nicht verkehrsfähigen BtM aufgeführt. Handel und Abgabe dieser BtM sind verboten. Anlage II erfasst alle verkehrsfähigen, aber nicht verschreibungsfähigen Betäubungsmittel. In Anlage III sind alle verkehrsfähigen und verschreibungsfähigen BtM aufgezeichnet.

 

 

Butorphanol zählt nicht zu den Betäubungsmitteln im Gegensatz zu Diazepam. Allerdings ist nach Anlage III BtMG Diazepam in bestimmten Zubereitungen (1%-Lösung in Packungseinheiten unter 250mg je Packungseinheit oder je abgeteilter Form bis zu 10mg) vom BtMG ausgenommen (Anlage 3 BtMG).

Für die Verschreibung von BtMn müssen spezielle BtM- Rezepte verwendet werden, die durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte ausgegeben werden. Die Angaben auf dem Rezept sind durch die BtM- Verschreibungsverordnung gesetzlich geregelt. In der BtM- Verschreibungsverordnung sind auch alle BtM aufgelistet, die durch den Tierarzt verschrieben werden können. Dabei darf ein Tierarzt nach §4 Abs. (1)  BtMG pro Tier innerhalb von 30 Tagen nur eine bestimmte Höchstmenge verschreiben.

Welches Anästhesiestadium soll während einer Operation erreicht werden?

3.2

Was ist bei der Intubation zu beachten?

Bei Allgemeinanästhesien über dreißig Minuten, Eingriffen am Kopf, Hals, Thorax und bei Eröffnung der Bauchhöhle sollte grundsätzliche eine Intubation erfolgen (Haberstroh und Henke 2012). Dabei wird ein Endotubus in der Regel unter Sichtkontrolle von der Maulhöhle aus in die Trachea eingebracht.

Bei Verwendung einer anderen guten Lichtquelle kann die Intubation auch ohne Laryngoskop erfolgen, allerdings ist gerade die Lichtquelle am vorderen Ende des Laryngoskopes ein Vorteil (Hartsfield 2007). Außerdem kann mit dem Spatel die Zungenwurzel in Position gehalten werden und erlaubt so eine gute Adspektion des Larynx. Dies ist vor allem nützlich bei Hunden mit sehr engen Luftwegen (Brachyzephale Hunderassen), Katzen oder bei Erkrankungen der oberen Luftwege (Clutton 2007).

Die Größe des Tubus sollte entsprechend der Größe der Luftröhre des Patienten gewählt werden. Kleinere Tuben sind zwar einfacher zu intubieren, haben aber ein höheres Risiko zu verlegen und erhöhen den Atemwiderstand, während größere Tuben schwieriger zu intubieren sind, aber die Gefahr der laryngotrachealen Verletzung steigt (Dorsch und Dorsch 2007a).  Pro mm Abnahme des inneren Tubusdurchmessers, steigt der Atemwiederstand um 25%-100% und die Atemkraft steigt um 34%-154% (Lish et al. 2008). Traumatische Intubation kann zu laryngealen Spasmen, Ödemen, Blutung und Bradykardie durch vagale Stimulation führen (Hartsfield 2007). Nach Dorsch und Dorsch (2007b) gibt es kein optimales System zur genauen Abschätzung der optimalen Größe des Tubus.

Lish et al (2008) vergleicht 2 unterschiedliche Methoden zur Abschätzung der Größe der Trachea: Größe des Nasenseptums und Palpation der Trachea. Obwohl die Größe des Nasenseptums mit dem Durchmesser der Trachea korreliert, bietet die digitale Palpation der Trachea von außen einen genaueren Anhaltswert zur Abschätzung der Größe der Trachea und damit der Wahl des geeigneten Tubus.

Der Pilot- oder Kontrollballon zeigt an, ob der Cuff aufgeblasen (geblockt) ist. 

Erlaubt der Füllungszustand im Pilotballon eine genaue Abschätzung des Manschettendrucks im Cuff?

Der mit Luft aufgefüllte Cuff liegt unmittelbar an der Trachealschleimhaut an. Der Perfusionsdruck der Schleimhaut variiert zwischen 25-35mmHg (Hartsfield 2007). Ein zu stark aufgeblasener Cuff interferiert mit dem Perfusionsdruck der Trachealschleimhaut und kann vor allem in Kombination mit systemischer Hypotension zu ischämischen Schäden in der Trachealschleimhaut führen (Brown 2007; Alderson et al. 2006). Der ideale Cuff- Druck sollte nur minimalen Druck auf die Trachealschleimhaut ausüben, bei maximaler Abdichtung der Trachea gegenüber Fremdmaterial (Briganti et al. 2012).

Allein die Palpation des Widerstands im Pilotballon ist bei high-pressure-low-volume Tuben nicht ausreichend zur Abschätzung des Manschettendrucks (Haberstroh und Henke 2012).

Briganti et al. (2012) empfehlen die Benutzung eines Manometers, da nur der  geübte Kliniker reproduzierbar einen ausreichend niedrigen Manschettendruck palpieren kann. Dies ist unter Praxisbedingungen nicht immer umsetzbar. Alternativ kann der Cuff solange vorsichtig aufgeblasen werden, bis unter Beatmungskontrolle kein Luftstrom mehr zu hören ist (Hartsfield 2007).

Was ist der Vorteil eines gecufften Tubus gegenüber eines nicht gecufften Tubus?

  • Schutz vor Aspiration und Fremdmaterial
  • Schutz vor Raumluftbelastung
  • Ermöglichen einer positiven Druckbeatmung

Wodurch unterscheiden sich die Murphy- Tuben von Magill- Tuben?

Je nach Beschaffenheit der Tubusspitze unterscheidet man Murphy- und Magilltuben. Die Murphytuben haben eine seitliche Öffnung (Murphys Eye, Auge) zwischen Tubusspitze und Cuff. Über die zusätzliche Öffnung kann bei Verlegung der vorderen Öffnung mit Sekret oder bei Anliegen an der Bronchialwand trotzdem eine ausreichende Versorgung mit Sauerstoff und Narkosegas gewährleistet werden (Haberstroh und Henke 2012).

Bei Adspektion der Augen ist der Bulbus zentral und die Pupillen geringgradig mydriatisch! Welches Anästhesiestadium kommt in Frage?

Sowohl im Stadium der Exzitation (II) als auch im Stadium der Depression (III3) ist der Bulbus zentral und die Pupille geringgradig mydriatisch (Haskins 2007). Das würde bedeuten, dass der Patient entweder zu flach oder zu tief in Narkose liegt. Zur Überprüfung können der Pupillenreflex, der im Stadium der Exzitation vorhanden ist, und Blutdruck und Herzfrequenz überprüft werden (Erhardt et al. 2012a). Während im Stadium der Exzitation Blutdruck und Herzfrequenz sehr hoch sind, ist im Stadium der Depression ein niedriger Blutdruck und eine langsame Herzfrequenz zu erwarten (Kruse-Elliott 2003).

Bei Ketaminnarkosen kann das Guedel-Schema abweichen. Tiere, die mit Ketamin in Narkose gelegt wurden, zeigen häufig einen zentralen Bulbus und eine Mydriasis. Fälschlicherweise kann der Eindruck einer Depression entstehen.

 

Welche Formen der kontrollierten maschinellen Beatmung gibt es?

Es werden zwei Varianten der kontrollierten Atmung unterschieden: Die Volumen-kontrollierte Beatmung (VC-CMV = volume-controlled continous mandantory ventilation) und die Druck-kontrollierte Beatmung (PC-CMV = pressure-controlled continous mandantory ventilation) (Rathgeber und Baum 2010; Larsen und Ziegenfuss 2009).

Die Volumen-kontrollierte Beatmung ermöglicht die genaue Kontrolle des Minutenvolumens, unabhängig von der Compliance der Lunge oder des Thorax (Larsen und Ziegenfuss 2009). Ziel und Steuerungsparameter ist das Tidalvolumen (Atemzugvolumen), sodass die resultierenden Atemwegsdrücke abhängig von dem voreingestellten Volumen sind (Larsen und Ziegenfuss 2009).

Nachteil bei  der Volumen-kontrollierten Beatmung ist, dass der Atemdruck im Zusammenhang mit einer verminderten Lungencompliance oder einem erhöhten Atemwegswiderstand ansteigen kann und so das Risiko einer Lungenverletzung gegeben ist (Campbell und Davis 2002).

Bei der Druck-kontrollierten Beatmung wird ein inspiratorisches Druckniveau eingestellt, sodass während der Inspirationszeit ein konstanter Druck in den Atemwegen aufrechterhalten wird. Das heißt Ziel- und Kontrollvariable ist der Druck (Larsen und Ziegenfuss 2009). Druckanstiege über das voreingestellte Niveau werden vermieden, so dass ein Überdehnung der Lunge verhindert werden kann (Rathgeber und Baum 2010).

Der CO2-Partialdruck wird in mmHg gemessen. Welcher Wert ist als physiologisch anzusehen?

Der Normalwert des CO2-Partialdruckes beträgt 35-45 mmHg (Haskins 2007). 

Der Blutdruck wird in mmHg gemessen. Wie hoch sollte der mittlere Blutdruck mindestens sein?

Physiologische Werte sind nach Haskins (2007) ein systolischer Blutdruck von 100 bis 140 mmHg, ein diastolischer Blutdruck von 60 bis 100 mmHg und ein mittlerer Blutdruck von 80 bis 120 mmHg. Ein mittlerer Blutdruck über 60 mmHg ist notwendig um eine adäquate coronale, renale und cerebrale Perfusion zu gewährleisten (Kruse-Elliott 2003).

 

Was sind allgemein Gründe für eine Tachykardie?

system KH: Hyperthyreoidismus, Phäochromozytom

Herzerkrankungen: Vorhofflimmern, Kammerflimmern, Kammerflattern

Reaktiv: Hyper/ovolämie, Hyperkapnie, Hypoämie, Sepsis

Schmerzen

Iatrogen/ Gerätefehler: zu flache Anästhesie, Sympathomimetika, Ketamin, Anticholinergika

In welcher Phase ist das narkosebedingte Risiko zu versterben am höchsten?

Die postanästhetische Periode ist die Phase in der die meisten Tiere versterben (Brodbelt et al. 2008). Das dürfte möglicherweise daran liegen, dass in dieser Zeit die Patienten häufig schlechter überwacht und die Vitalparameter seltener kontrolliert werden (Brodbelt et al. 2008).

Was sind die häufigsten Gründe für einen narkosebedingten Tod bei Hund und Katze?

Die häufigsten Ursachen für einen narkosebedingten Tod sind kardiovaskulär, gefolgt von respiratorischen Ursachen (Brodbelt et al. 2008). Bei einer ähnlich großen Gruppe von Patienten konnte in der Studie von Brodbelt et al. (2008) nicht abschließend geklärt werden ob eine primär kardiovaskuläre oder respiratorische Ursache für den Tod zu Grunde lag.

Dabei sind kardiovaskuläre Komplikationen häufig durch Hypovolämie, verminderte Blutzirkulation, myocardioale Hypoxie und Herz-Kreislaufstilstand bedingt (Brodbelt 2009).

Die häufigsten Komplikation sind mit jeweils ungefähr 1/3 Bradykardie und Hypotension (Redondo et al. 2007).

Zu den respiratorischen Komplikationen zählen vor allem Atemwegsobstruktionen, Hypoventilation und verminderter Gasaustausch (Brodbelt et al. 2008). 5% aller Hunde und Katzen sterben auf Grund von neurologischen Komplikationen, während Nierenversagen und andere renale Ursachen 1-3% ausmachen (Brodbelt 2009).

Notfall: Erstkontrolle

Allgemeinbefinden (ungestrört = interessiert, ggrd= abwesend, mgrd= sichtl. krank, hgrd gestört= Bewusstlos)

Atmung (AF, Atemmuster, Auskultation)

Neurologie (Körperhaltung, Tremor, Krämpfe, nicht stehfähig)

Seitenlage

Verletzungen

allerfische Reaktionen

Kreislauf (weiße SH, rote SH, Zyanose, kalte Akren)

 

Notfall: Einteilung

Triage: 

grün: nicht lebensbedrohlich (Juckreiz, Husten, kl. Verletzungen)

gelb: klinisch kompensiert (kann bei ausbleibender Behandlung lebensbedrohlich werden)

rot: dekompensiert (versterben in Stunden, Schock, Magendrehung)

blau: akute Lebensgefahr (versterben in Minuten, hgrd Atemnot, massive Blutung, Status epilepticus)

schwarz: liegt im Sterben (Seitenlage)

Notfall: Erst-US

ABC-Schema

Airway (Atemwege sichern, ggfs Intubieren, Tracheotomie)

Breathing (AF, Atemarbeit, Atemmuster, O2)

Circulation (SH, KFZ, Pulsfrequenz/qualität, Bewusstsein, Temperatur)

Disability (Frakturen, Blutung etc)

Notfall: Atemnot

Kein Streß, O2!!! (flow by, Box, Nasensonde)

Kurzdiagnose (insp. Atemgeräusche ohne ^AF--> obere Atemwege; flail chest --> Impressionsatmung Rippenserienfraktur; rasselndes Atemgeräusch--> Ödem; Giemen--> Pneumonie)

Sedation mit Butorphanol (keine Analgesie)

Erguss/Luft abziehen

Entwässern bei Lungenödem

Notfall: Schock

KFZ verlängert/verkürzt, Puls schwach, Hd Tachykard, Ktz Bradycard, 

i.v. Infusion, Schockboli (10-20ml/kg in 10-15 min) CAVE Ktz: wenn Temp <37°C max 2 Schockinfusionen Wärmen da sonst Gefahr Lungenödem

Notfall: Epileptischer Anfall

einer ist keiner; CAVE Clusteranfälle 2- mehr innerhalb von 24h CAVE Status epilepticus durchgehender Anfall > 3min

Anfall so schnell wie mgl unterbinden! Diazepam (Rektal Tube 1 mg/kg) Midazolam (0,5 mg/kg i.m.) O2

Venenzugang: Phenobarbital (Luminal Ladedosis) Leviteracetam (Nachdosieren mgl) ggfs Narkose über 12h (Propofol, Narkoren)

Notfall: Magendrehung

v.a. gr. tiefbrüstige Hd, unprod. EB, aufgegastes Abdomen, Röntgen, 

2 Venenzugänge großlumig VGM, Infusion im Schuß, Schmerztherapie, OP

ggfs perkutanes Abgasen mit Braunüle links, 

Notfall: rupturierter Milztumor

akute- chron Schwäche, mittel-alt, undulierendes Abdomen

Sono, Punktion

Infusion (Volumenmangelschock) OP, Eutha

Notfall: Kippfenster

Infusion, Schmerztherapie

AB wegen Reperfusionssyndrom

CAVE: ANI

Notfall: Perikarderguß

gr Hd, Schwäche, schwacher schneller Puls, Herz nicht gut auskultierbar

Thoraxröntgen, Sono

Infusion Aufrechterhaltung des i.v. Drucks) O2

Abziehen ( linke Seitenlage) unter Sono und EKG Kontrolle

Notfall: Hitzschlag

oft abends, initial > 42°C--> KÜHLEN  CAVE bei >Vorstellung oft Normaltemp 

CAVE: Krampfanfälle, Blutungsstörung, nicht kardiogenes Lungenödem

Infusion, Antihistaminika (Diphenhydramin) AB (Schockdarm) ggfs Antiepileptika, ggfs Überweisung zu Plasmatransfusion

Notfall: Schädel-Hirn-Trauma

Traumavorbericht, Anisocurie, gestörtes Bewusstsein

Infusion red. außer Schock, Mannitol (nur wenn gut Hydriert), ggfs Krampfprophylaxe

CAVE: bei Untertemp. nicht erwärmen da Kälte neuroprotektiv

Notfall: Intox ohne Symptome = Patient hat etwas aufgenommen aber symptomfrei

Vomitus (Apomorphin 0,016,l/kg wenn > 12kg, Emedog 0,08ml/kg wenn < 12kg) vorher füttern damit es besser wirkt, ggfs Cerenia nach erfolgreicher Emesis

bei Rattengift (Cumarin) Gerinnungsprobe  (erst wenn Blutung vorhanden) vit K für 3 Wochen

Aktivkohle 1g/kg

 

Intox mit symptomen

wenn bereits Tremor --> Magenspülung

krampflösende Medikamente (Diazepam, midazolam)

Venenzugang und Narkose, Spülung von Magen und Kolon in Vollnarkose (Schläuche, Trichter wasser KTZ: NaCl), Kohle per sonde, gr. Tubus Extubation geblockt

AB, wegen aspirationspneumonie, Überwachung, ggfs phenobarbital

 

Notfall. FLUDT

Ktz setzt keinen Urin ab, gr. steinharte dolente Blase

Infusion und Schmerztherapie

Narkose mit Diazepam und Propofoö

Entblocken, Blasenspülung, geschlossenenes harnsystem, Diurese bis 12h nach Entblocken

Notfall: Reanimation

Bewusstlos und keine Atmung

Thoraxkompression (kl. Tiere eine Hand, gr Hd höchster Punkt des Thorax in Seitenlage, tonnenförmige Tiere Rückenlage) 2/3 des Thorax, Kanienchn Heimtiere schwenken

Intubation und VK

Beatmen 6 Züge/min

alle 2 min Vitalparametercheck, alle 4 min Adrenalin  und Atropin

Hd: Vor Pyo-OP unbedingt Kontrolle welcher Blutchemie Werte?

Nierenwertkontrolle, da durch Bakterientoxin Nierenversagen möglich und dann sehr schlechte Prognose

Étudier