Medizinwissen

Abschlussprüfung NDS HF NP

Abschlussprüfung NDS HF NP


E. B.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über medizinische Grundlagen und spezifische Therapieansätze, insbesondere im Bereich der Schockbehandlung. Sie decken Themen wie die Ursachen von Schock, verschiedene Schockphasen, die Bedeutung von Sauerstoff und die Therapie bei unterschiedlichen Schockarten ab. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten und Fachkräfte, die ihr Wissen über akute Notfallsituationen und die physiologischen Veränderungen im Alter vertiefen möchten.
Flashcards
499
Students
3
Language
German
Category
Medical
Level
Other
Created / Updated
28.07.2017 / 27.07.2021

Flashcards

Mögliche Organschäden bei Stromunfall: Atmung

zentrale oder periphere Atemlähmung (direkter Einfluss aufs Zwerchfell oder Nn. Phrenici)
Pneumothorax

Mögliche Organschäden bei Stromunfall: ZNS

Parästhesien
Paresen bis Querschnittslähmung
Lähmungserscheinungen, vor allem der Atemmuskulatur
Bewusstlosigkeit
Verwirrtheitszustände
Krampfanfälle

Mögliche Organschäden bei Stromunfall: Haut und Weichteile

thermische Schädigungnen, 
bei Strommarken korreliert die äussere Ausdehnung der Verbrennung NICHT mit dem tatsächlichen Schaden in der Tiefe
Verbrennungen / Verkohlungen (v.a. der Ein-und Austrittsstellen)

Mögliche Organschäden bei Stromunfall: Nieren

Ausschwemmung von Myoglobin infolge Rhabdomyolyse mit potenziellem Nierenversagen und bei Crush-Niere

Mögliche Organschäden bei Stromunfall: Augen

Netzhautschäden durch Verblitzung bei Lichtbogen
Sekundärglaukum
Störung der Pupillenmotorik, somit ist die Pupillenreaktion und -weite nicht aussagekräftig!

Mögliche Organschäden bei Stromunfall: Ohren

Knalltrauma
Ohrsausen
Trommelfellruptur
Taubheit

Mögliche Organschäden bei Stromunfall: Muskeln

Beugekontrakturen (darum können sie z.T. die Stromquelle nicht mehr loslassen)
Muskelkater bis zu Band-/ Muskelrupturen
tetanische Muskelkontraktionen bei Wechselstrom
Muskel- und Gewebenekrosen mit inneren Verbrennungen
Kompartmentsyndrom

Mögliche Organschäden bei Stromunfall: Knochen & Gelenke

meist indirekt durch Wegschleudern sturzbedingte Sekundärverletzungen: Luxation, Fraktur
innere Verbrennung, z.T. Verkochung des Periost

Mögliche Organschäden bei Stromunfall: Blutgefässe

hoher Flüssigkeitsgehalt und Elektrolytgehalt führt zu guter Leitfähigkeit der Blutgefässe -> arterielle Spasmen, Gefässrupturen, Thrombenbildung

Mögliche Organschäden bei Stromunfall: Abdomen

Milz oder Leberruptur, andere Organrupturen
Beckenfraktur

etc

Vorgehen auf der NFA bei Stromunfall

- Monitoring
- vollständige Untersuchung (Verbrennungen, Ein-/Austrittswunden, harte Muskellogen, etc.)
- vBE (E'lyte, Hb/Hk, Gerinnung, Leberwerte, Troponin und CK)
- 12-Kanal-EKG
- Tetanusschutz überprüfen

bei jeglicher Symptomatik Pat stationär überwachen, nur nach Hause wenn er komplett symptomfrei ist!

Über welche Mechanismen kann der Körper seine Temperatur halten (mehr abgeben, mehr zurückbehalten je nach Aussentemperatur)

- Muskulatur -> Kältezittern (wenn jemand nicht mehr zittert ist zu wenig Energie vorhanden, schlechtes Zeichen!)
- braunes Fett bei Säuglingen
- Hautdurchblutung
- Schweissbildung
- Verhaltens-Thermoregulation (Kleidung, Feuer machen, etc.)

bei welchen Krankheitsbilder/unfällen an Hypothermie denken?

Ertrinkungsunfälle
Lawinen-/Gebirgsunfälle
Liegend draussen aufgefunden (Bewusstseinsstörung, Intox, etc.)
Immobilisation nach Sturz oder Stroke oder ähnlichem.

Warum sollten Traumapatienten möglichst warm gehalten werden?

Je kälter umso schneller DIC!

Symptome nach Hypothermie-Grad

32-35°C
- ausgeprägtes zittern, erhöhte Atem- und Herzfrequenz aber Sinusrhythmus, Blutdruck hoch-normal, Bewusstsein normal - lethargisch, Pupillen Reflexe und EKG normal

30-32°C
- zittern abnehmend, AF und HF erniedrigt, Sinus- oder Vorhofarrhythmie, BD erniedrigt, Bewusstsein verwirrt - euphorisch, Pupillen normal - erweitert, Reflexe erniedrigt, im EKG evtl J-Welle (Osborn-Welle, nach dem QRS)

<30°C
- fehlendes zittern, AF, BD und HF stark erniedrigt bis fehlend, ventrikuläre Arrhythmien, komatös, Pupillen sind fix dilatiert, Reflexe stark erniedrigt bis fehlend, im EKG J-Welle und QT-Zeit erhöht

Komplikationen bei Hypothermie/ der Bergung

- Kammerflimmern durch schnelle Mischung von kaltem Schalenblut und warmem Zentralblut (Umlagern des Pat, Gelenke durchbewegen, etc kann dies auslösen -> Pat wie ein rohes Ei behandeln!)
- Nachkühlen "after drop": Abfall der KT nach der Rettung um bis zu 3°C
- Wiedererwärmungskollaps: durch aktive Wiedererwärmung der Extremitäten periphere Vasodilatation -> Hypotonie -> Kreislaufkollaps

Therapie von Hypothermie nach ABCDE

- Grundsätzlich Wärme, Volumen, Glucose und Sauerstoff
- A: ggf. intubieren
- B: angewärmter Sauerstoff, Pulsoxymetrie whs. nicht aussagekräftig.
   keine Medis <30°C, wirkt noch nicht und wenn Pat angewärmt wird kommt alles auf einmal an.
- C: Medis s.oben
      Defibrillation (ab 26°C KT)
      angewärmte Volumentherapie mit NaCl! Achtung wegen Rhabdomyolyse, Capillary-Leak, vermindete Myokardfunktion ->       ZVK und DK!
- D: regelmässige GCS-Überwachung, 
      regelmässige Glucose- und Kalium-Bestimmung
     Ursache der Hypothermie nicht verpassen (z.B. Sturz wegen Stroke)
- E: nasse kalte Kleider entfernen
     trocken wärmen

Warum kein Ringerfundin bei Hypothermie geben?

durch den vermindereten Lebermetabolismus kann es bei Ringer-gabe zur Hyperkaliämie kommen

Aufwärmoptionen bei Hypothermie

1. passiv extern: erhöhung der Raumtempi >25°
                           nackt und trocken, warme Decken, Isolierdecken
                           Isolation von Kopf und Nacken
    -> Erhöhung der KT um ca. 0.5°C/h
2. aktiv extern: Wärmepackung am Rumpf (ohne Hautkontakt)
                       Mistral Luft-Wärmedecke (bei uns max. 43°C)
    -> Erhöhung der KT um ca. 1-2.5°C/h (Luftwärmedecke. Wärmepackung unklar)
3. aktiv intern: Warme Infusion (1-2°C/H)
                       warme feuchte Respirationsluft (1-2°C/h)
                        Spülung von Blase und Magen (2°C/h)
                        Spülung von Peitoneum und Pleura (2-3°C/h)
                        extrakorporale Bluterwärmung (7-12°C/h)
                        Hämodialyse/ -filtration (2-3°C/h)

Massnahmen bei leichter Hypothermie

- warme Umgebung und Bekleidung
- warme süsse Getränke
- aktive Bewegung falls möglich

Massnahmen bei mittlerer Hypothermie, Pat schon etwas eingetrübt, zittert nicht

immobilisieren
minimalinvasive aktive & Passiv externe Erwärmung
EKG/minimale Bewegungen, etc.

Massnahmen bei Hypothermie wenn Pat bewusstlos ist, nicht zittert, aber Vitalzeichen vorhanden sind

bei instabilem Kreislauf ECMO/HLM Erwärmung. zusätzlich aktive intern und externe Erwärmung, Monitoring etc.

Abbruchkriterien Reanimation bei Hypothermie

gefrorener Thorax und CPR unmöglich
diffus intravasal thrombosiert
limitierende schwere Begleitverletzungen (z.B. ZNS-Verletzungen)
korrekte Aufwärmtechnix mind. 60min ohne resultierenden Tempianstieg
Patient mit Kerntempi >35°C ohne ROSC
Hyperkaliämie >12mmol
Voliegen einer PV
klinische Entscheidungsfindung mit Abwägung durch Kaderarzt

Pathophysiologie der Erfrierung durch Wärmeverlust

- Mikrozirkulationsstörungen durch Vasokonstriktion
- Sludge-Phänomen (EC-Aggregation)
- Endothelschäden, Ödembildung (Blasen)
- Zelltod durch fehlende Zirkulation

4 Grade der Erfrierung 

1. Blasse Haut, Ödembildung, Hyperämie nach Wiedererwärmung, brennender Schmerz
-> partielles Erfrieren der Epidermis
2. Blasenbildung (Frostbeulen), Ödembildung, Schmerzen, Marmorierung der Haut
-> teif dermales Einfrieren der Hautschichten (optisch nicht differenzierbar ob nur Oberfläche oder bis in die Tiefe)
3. Haut blassblau, kein Gefühl nach Wiedererwärmung, Hautnekrose
-> komplettes durchfrieren der Epidermis und Dermis bis in die Subkutis
4. schwerste Vereisung mit Nekorse des gesamten Wundgebiets
-> komplette Durchfrierung bis an skelettale Strukturen

Therapie der Erfrierung

- Analgesie!!
- Wärmeverlust verhindern
- Bekleidung entfernen -> trocken und warm zudecken
- Warme Infusion
- Wiedererwärmung (37-39°C warmes Wasserbad zirkulierend für 20-45min oder bis zu Reperfusion)
- steril und locker Verbinden, polstern
- Tc-Aggregation durch ASS oder Heparin hemmen (wenn noch möglich Thrombosen verhindern)
- Photodokumentation
- Alprostadil (Durchblutungssteigernd & Vasodilatation) oder Ilomedin (tc-aggregationshemmend & Vasodilatation) geben
- Tetanusschutz
- NICHT RAUCHEN!
- chirurgisch erst wenn klare Demarkationslinie sichtbar

Ursachen für Hyperthermie

hohe Umgebungstemperaturen
Anstrengung
warme Kleidung
Drogenmissbrauch (z.B. Ecstasy)

Hyperthermie in 4 Graden

1. Sonnenstich (lokale Überwärmung)
2. Hitzesynkope (Vasodilatation bei längerem Stehen in der Hitze -> cerebrale Mangeldurchblutung)
3. Hitzeerschöpfung (generalisierte Überwärmung mit Hypovolämie -> Kreislaufinsuffizienz)
4. Hitzschlag (Dekompensation der Wärmeregulation -> massiver Anstieg der Körperkerntempi -> Mortalität 10-20%)

Symptome der Hyperthermie

- schwitzen, erhöhte Tempi, heisse Haut
- Benommenheit, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen
- Bewusstseinsstörungen
- heisser roter Kopf
- Meninguismus, Hirndruckanstieg
- Krämpfe, Durst
- Brady-/Tachykardie, Hypotonie, Schockzeichen
- Muskelschwäche, E'lytestörung
- Angst, Psychose

Therapie bei Hyperthermie

- Flachlagerung oder OK hoch (je nach Kreislaufsituation)
- Volumengabe (je nach Elektrolyststand)
- Atropin, ggf. Sympathomimetika
- kühle Umgebung
- aktive Kühlung (Verdunstung, Eis)
- Sauerstoff
- keine Vasokonstriktion!

Wo entsteht CO?

bei unvollständiger Verbrennung von organischen Stoffen

Kann reines CO durch die Sinnesorgane wahrgenommen werden?

Nein, es ist geruch- und geschmaklos

Wie wirken z.B. Schwefeloxid oder Chlorwasserstoff?

ätzend auf Schleimhäute, Augen, Atemwege

Was ist Cyanid, wie entsteht es und wie toxisch ist es?

- Blausäure
- entsteht bei Verbrennung zahlreicher Baumaterialien, Haushaltsgegenstände, Teppiche, etc.
- ist 20x toxischer als CO, kann innert Minuten zum Tod führen

Was darf man bei einer Rauchgasvergiftung NICHT verabreichen? weder inhalativ noch i.v.

Cortison 

Wieviel Prozend CO haben starke Raucher normalerweise im Blut?

10-15%

Wie sieht die Haut des Pat bei einer CO-Vergiftung aus?

rosig

Welche CO-Quellen gibt es im Haus?

- blockierte Schornsteinöffnung
- falsch installierte Dunstabzugshauben
- Wäschetrocknet, defektes tragbares Heizgerät
- Grillgeräte in geschlossenen Räumen

Diagnostik bei CO-Vergiftung?

- Anamnese
- aBGA
- Blut asservieren

Therapie bei CO-Vergiftung

- CO-Zufuhr sofort unterbrechen/Gefahrenzone verlassen
- 100% O2 geben um den pO2 zu erhöhen
- Intubation wenn nötig
- bei COHb >20%, Schwnagerschaft, neurologischer Auffälligkeit ->  hyperbare Oxygenierun

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