Medizinwissen
Abschlussprüfung NDS HF NP
Abschlussprüfung NDS HF NP
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Cartes-fiches
Mögliche Organschäden bei Stromunfall: Atmung
zentrale oder periphere Atemlähmung (direkter Einfluss aufs Zwerchfell oder Nn. Phrenici)
Pneumothorax
Mögliche Organschäden bei Stromunfall: ZNS
Parästhesien
Paresen bis Querschnittslähmung
Lähmungserscheinungen, vor allem der Atemmuskulatur
Bewusstlosigkeit
Verwirrtheitszustände
Krampfanfälle
Mögliche Organschäden bei Stromunfall: Haut und Weichteile
thermische Schädigungnen,
bei Strommarken korreliert die äussere Ausdehnung der Verbrennung NICHT mit dem tatsächlichen Schaden in der Tiefe
Verbrennungen / Verkohlungen (v.a. der Ein-und Austrittsstellen)
Mögliche Organschäden bei Stromunfall: Nieren
Ausschwemmung von Myoglobin infolge Rhabdomyolyse mit potenziellem Nierenversagen und bei Crush-Niere
Mögliche Organschäden bei Stromunfall: Augen
Netzhautschäden durch Verblitzung bei Lichtbogen
Sekundärglaukum
Störung der Pupillenmotorik, somit ist die Pupillenreaktion und -weite nicht aussagekräftig!
Mögliche Organschäden bei Stromunfall: Ohren
Knalltrauma
Ohrsausen
Trommelfellruptur
Taubheit
Mögliche Organschäden bei Stromunfall: Muskeln
Beugekontrakturen (darum können sie z.T. die Stromquelle nicht mehr loslassen)
Muskelkater bis zu Band-/ Muskelrupturen
tetanische Muskelkontraktionen bei Wechselstrom
Muskel- und Gewebenekrosen mit inneren Verbrennungen
Kompartmentsyndrom
Mögliche Organschäden bei Stromunfall: Knochen & Gelenke
meist indirekt durch Wegschleudern sturzbedingte Sekundärverletzungen: Luxation, Fraktur
innere Verbrennung, z.T. Verkochung des Periost
Mögliche Organschäden bei Stromunfall: Blutgefässe
hoher Flüssigkeitsgehalt und Elektrolytgehalt führt zu guter Leitfähigkeit der Blutgefässe -> arterielle Spasmen, Gefässrupturen, Thrombenbildung
Mögliche Organschäden bei Stromunfall: Abdomen
Milz oder Leberruptur, andere Organrupturen
Beckenfraktur
etc
Vorgehen auf der NFA bei Stromunfall
- Monitoring
- vollständige Untersuchung (Verbrennungen, Ein-/Austrittswunden, harte Muskellogen, etc.)
- vBE (E'lyte, Hb/Hk, Gerinnung, Leberwerte, Troponin und CK)
- 12-Kanal-EKG
- Tetanusschutz überprüfen
bei jeglicher Symptomatik Pat stationär überwachen, nur nach Hause wenn er komplett symptomfrei ist!
Über welche Mechanismen kann der Körper seine Temperatur halten (mehr abgeben, mehr zurückbehalten je nach Aussentemperatur)
- Muskulatur -> Kältezittern (wenn jemand nicht mehr zittert ist zu wenig Energie vorhanden, schlechtes Zeichen!)
- braunes Fett bei Säuglingen
- Hautdurchblutung
- Schweissbildung
- Verhaltens-Thermoregulation (Kleidung, Feuer machen, etc.)
bei welchen Krankheitsbilder/unfällen an Hypothermie denken?
Ertrinkungsunfälle
Lawinen-/Gebirgsunfälle
Liegend draussen aufgefunden (Bewusstseinsstörung, Intox, etc.)
Immobilisation nach Sturz oder Stroke oder ähnlichem.
Warum sollten Traumapatienten möglichst warm gehalten werden?
Je kälter umso schneller DIC!
Symptome nach Hypothermie-Grad
32-35°C
- ausgeprägtes zittern, erhöhte Atem- und Herzfrequenz aber Sinusrhythmus, Blutdruck hoch-normal, Bewusstsein normal - lethargisch, Pupillen Reflexe und EKG normal
30-32°C
- zittern abnehmend, AF und HF erniedrigt, Sinus- oder Vorhofarrhythmie, BD erniedrigt, Bewusstsein verwirrt - euphorisch, Pupillen normal - erweitert, Reflexe erniedrigt, im EKG evtl J-Welle (Osborn-Welle, nach dem QRS)
<30°C
- fehlendes zittern, AF, BD und HF stark erniedrigt bis fehlend, ventrikuläre Arrhythmien, komatös, Pupillen sind fix dilatiert, Reflexe stark erniedrigt bis fehlend, im EKG J-Welle und QT-Zeit erhöht
Komplikationen bei Hypothermie/ der Bergung
- Kammerflimmern durch schnelle Mischung von kaltem Schalenblut und warmem Zentralblut (Umlagern des Pat, Gelenke durchbewegen, etc kann dies auslösen -> Pat wie ein rohes Ei behandeln!)
- Nachkühlen "after drop": Abfall der KT nach der Rettung um bis zu 3°C
- Wiedererwärmungskollaps: durch aktive Wiedererwärmung der Extremitäten periphere Vasodilatation -> Hypotonie -> Kreislaufkollaps
Therapie von Hypothermie nach ABCDE
- Grundsätzlich Wärme, Volumen, Glucose und Sauerstoff
- A: ggf. intubieren
- B: angewärmter Sauerstoff, Pulsoxymetrie whs. nicht aussagekräftig.
keine Medis <30°C, wirkt noch nicht und wenn Pat angewärmt wird kommt alles auf einmal an.
- C: Medis s.oben
Defibrillation (ab 26°C KT)
angewärmte Volumentherapie mit NaCl! Achtung wegen Rhabdomyolyse, Capillary-Leak, vermindete Myokardfunktion -> ZVK und DK!
- D: regelmässige GCS-Überwachung,
regelmässige Glucose- und Kalium-Bestimmung
Ursache der Hypothermie nicht verpassen (z.B. Sturz wegen Stroke)
- E: nasse kalte Kleider entfernen
trocken wärmen
Warum kein Ringerfundin bei Hypothermie geben?
durch den vermindereten Lebermetabolismus kann es bei Ringer-gabe zur Hyperkaliämie kommen
Aufwärmoptionen bei Hypothermie
1. passiv extern: erhöhung der Raumtempi >25°
nackt und trocken, warme Decken, Isolierdecken
Isolation von Kopf und Nacken
-> Erhöhung der KT um ca. 0.5°C/h
2. aktiv extern: Wärmepackung am Rumpf (ohne Hautkontakt)
Mistral Luft-Wärmedecke (bei uns max. 43°C)
-> Erhöhung der KT um ca. 1-2.5°C/h (Luftwärmedecke. Wärmepackung unklar)
3. aktiv intern: Warme Infusion (1-2°C/H)
warme feuchte Respirationsluft (1-2°C/h)
Spülung von Blase und Magen (2°C/h)
Spülung von Peitoneum und Pleura (2-3°C/h)
extrakorporale Bluterwärmung (7-12°C/h)
Hämodialyse/ -filtration (2-3°C/h)
Massnahmen bei leichter Hypothermie
- warme Umgebung und Bekleidung
- warme süsse Getränke
- aktive Bewegung falls möglich
Massnahmen bei mittlerer Hypothermie, Pat schon etwas eingetrübt, zittert nicht
immobilisieren
minimalinvasive aktive & Passiv externe Erwärmung
EKG/minimale Bewegungen, etc.
Massnahmen bei Hypothermie wenn Pat bewusstlos ist, nicht zittert, aber Vitalzeichen vorhanden sind
bei instabilem Kreislauf ECMO/HLM Erwärmung. zusätzlich aktive intern und externe Erwärmung, Monitoring etc.
Abbruchkriterien Reanimation bei Hypothermie
gefrorener Thorax und CPR unmöglich
diffus intravasal thrombosiert
limitierende schwere Begleitverletzungen (z.B. ZNS-Verletzungen)
korrekte Aufwärmtechnix mind. 60min ohne resultierenden Tempianstieg
Patient mit Kerntempi >35°C ohne ROSC
Hyperkaliämie >12mmol
Voliegen einer PV
klinische Entscheidungsfindung mit Abwägung durch Kaderarzt
Pathophysiologie der Erfrierung durch Wärmeverlust
- Mikrozirkulationsstörungen durch Vasokonstriktion
- Sludge-Phänomen (EC-Aggregation)
- Endothelschäden, Ödembildung (Blasen)
- Zelltod durch fehlende Zirkulation
4 Grade der Erfrierung
1. Blasse Haut, Ödembildung, Hyperämie nach Wiedererwärmung, brennender Schmerz
-> partielles Erfrieren der Epidermis
2. Blasenbildung (Frostbeulen), Ödembildung, Schmerzen, Marmorierung der Haut
-> teif dermales Einfrieren der Hautschichten (optisch nicht differenzierbar ob nur Oberfläche oder bis in die Tiefe)
3. Haut blassblau, kein Gefühl nach Wiedererwärmung, Hautnekrose
-> komplettes durchfrieren der Epidermis und Dermis bis in die Subkutis
4. schwerste Vereisung mit Nekorse des gesamten Wundgebiets
-> komplette Durchfrierung bis an skelettale Strukturen
Therapie der Erfrierung
- Analgesie!!
- Wärmeverlust verhindern
- Bekleidung entfernen -> trocken und warm zudecken
- Warme Infusion
- Wiedererwärmung (37-39°C warmes Wasserbad zirkulierend für 20-45min oder bis zu Reperfusion)
- steril und locker Verbinden, polstern
- Tc-Aggregation durch ASS oder Heparin hemmen (wenn noch möglich Thrombosen verhindern)
- Photodokumentation
- Alprostadil (Durchblutungssteigernd & Vasodilatation) oder Ilomedin (tc-aggregationshemmend & Vasodilatation) geben
- Tetanusschutz
- NICHT RAUCHEN!
- chirurgisch erst wenn klare Demarkationslinie sichtbar
Ursachen für Hyperthermie
hohe Umgebungstemperaturen
Anstrengung
warme Kleidung
Drogenmissbrauch (z.B. Ecstasy)
Hyperthermie in 4 Graden
1. Sonnenstich (lokale Überwärmung)
2. Hitzesynkope (Vasodilatation bei längerem Stehen in der Hitze -> cerebrale Mangeldurchblutung)
3. Hitzeerschöpfung (generalisierte Überwärmung mit Hypovolämie -> Kreislaufinsuffizienz)
4. Hitzschlag (Dekompensation der Wärmeregulation -> massiver Anstieg der Körperkerntempi -> Mortalität 10-20%)
Symptome der Hyperthermie
- schwitzen, erhöhte Tempi, heisse Haut
- Benommenheit, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen
- Bewusstseinsstörungen
- heisser roter Kopf
- Meninguismus, Hirndruckanstieg
- Krämpfe, Durst
- Brady-/Tachykardie, Hypotonie, Schockzeichen
- Muskelschwäche, E'lytestörung
- Angst, Psychose
Therapie bei Hyperthermie
- Flachlagerung oder OK hoch (je nach Kreislaufsituation)
- Volumengabe (je nach Elektrolyststand)
- Atropin, ggf. Sympathomimetika
- kühle Umgebung
- aktive Kühlung (Verdunstung, Eis)
- Sauerstoff
- keine Vasokonstriktion!
Wo entsteht CO?
bei unvollständiger Verbrennung von organischen Stoffen
Kann reines CO durch die Sinnesorgane wahrgenommen werden?
Nein, es ist geruch- und geschmaklos
Wie wirken z.B. Schwefeloxid oder Chlorwasserstoff?
ätzend auf Schleimhäute, Augen, Atemwege
Was ist Cyanid, wie entsteht es und wie toxisch ist es?
- Blausäure
- entsteht bei Verbrennung zahlreicher Baumaterialien, Haushaltsgegenstände, Teppiche, etc.
- ist 20x toxischer als CO, kann innert Minuten zum Tod führen
Was darf man bei einer Rauchgasvergiftung NICHT verabreichen? weder inhalativ noch i.v.
Cortison
Wieviel Prozend CO haben starke Raucher normalerweise im Blut?
10-15%
Wie sieht die Haut des Pat bei einer CO-Vergiftung aus?
rosig
Welche CO-Quellen gibt es im Haus?
- blockierte Schornsteinöffnung
- falsch installierte Dunstabzugshauben
- Wäschetrocknet, defektes tragbares Heizgerät
- Grillgeräte in geschlossenen Räumen
Diagnostik bei CO-Vergiftung?
- Anamnese
- aBGA
- Blut asservieren
Therapie bei CO-Vergiftung
- CO-Zufuhr sofort unterbrechen/Gefahrenzone verlassen
- 100% O2 geben um den pO2 zu erhöhen
- Intubation wenn nötig
- bei COHb >20%, Schwnagerschaft, neurologischer Auffälligkeit -> hyperbare Oxygenierun