Energiehandel

Einführung in den Energiehandel

Einführung in den Energiehandel

Marius Appenzeller
Lernen

Marius Appenzeller
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über den Energiehandel auf Universitätsniveau. Sie behandeln zentrale Begriffe wie Markt, Strom, Kraftwerk und Ausgleichsenergie, sowie Prozesse wie Clearing und die Funktionsweise der EEX. Die Karteikarten eignen sich besonders für Studierende der Elektrotechnik, die sich mit den Mechanismen des Energiehandels vertraut machen möchten, einschließlich Preisdynamiken, Risikomanagement und den Auswirkungen der Energiewende.
Karten
53
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Elektrotechnik
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
21.06.2017 / 23.06.2017

Lernkarten

1. Erläutern Sie die Bedeutung der Merit- Order.

Das letzte Kraftwerk, welches die Nachfrage befriedigt, bestimmt den Preis! Im o.g. Fall (schwarze Linie) ist es
bei der Spitzenlastnachfrage Gas & Öl. Nach der Verschiebung der Merit-Order (im o.g. Fall ist es die Grüne
Linie), bedingt durch steigende EEG-Einspeisung, können zum einen Gas- & Ölkraftwerke vom Netz genommen
werden und Steinkohle ist das das letzte Kraftwert, welches die Nachfrage befriedigt und somit den Preis
bestimmt! Aus der Skizze geht hervor, dass bei einer Lastverschiebung resp. Verschiebung der Merit-Order, die
Grenzkosten resp. der Preis sich verkleinert!
MERKE:
Energieeffizienz ist eine Lastverschiebung bei gleichen Verbrauch.
Veränderung der Merit-Order durch EEG- Zubau (steigende EEG-Einspeisung).
Merit-Order Effekt: Konventionelle Kraftwerksprojekte sind nicht mehr wirtschaftlich! Durch die
Lastverschiebung werden die konventionellen Kraftwerke bzw. Energien vom Markt gedrängt.
Die Merit Order ist die Reihenfolge des Einsatzes verschiedener Kraftwerkstypen, welche durch die variablen
Kosten bestimmt wird.
Beginnend mit den niedrigsten Grenzkosten werden solange Kraftwerke mit höheren Grenzkosten
zugeschaltet, bis die Nachfrage gedeckt ist. Die Preisbildung orientiert sich am teuersten Kraftwerk, das zur
Deckung des Energiebedarfes in Betrieb geht.

2. Wie hoch ist die EEG-Umlage und wie hoch war Sie in der Vergangenheit?

Jahr    EEG-Umlage (ct/kWh)

2003   0,41

2004   0,58

2005    0,68

2006    0,88

2007    1,02

2008    1,12

2009    1,13

2010    2,047

2011    3,53

2012    3,592

2013    5,277

3. Wie wird Sich Ihrer Meinung nach die Volatilität am Gas-/Strommarkt in Zukunft entwickeln?
Erläutern Sie ihre Antwort.

Strommarkt
Die Volatilität des Strommarktes wird steigen.
In der Vergangenheit und zu dem heutigen Zeitpunkt wurde der Strom größtenteils mit konventionellen
Energien produziert. Es gab im Wesentlichen nur wenige Kraftwerkstypen und der Erzeugungspreis würde
größtenteils durch die für die Erzeugung notwendigen Rohstoffe beeinflusst.
Durch den stetigen Zuwachs der erneuerbaren Energien wird der Strommarkt volatiler, da die Verfügbarkeit
dieser nicht zuverlässig planbar ist und von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig und beeinflussbar ist.
Folglich werden die Preise aufgrund der zunehmenden Komplexität stärker Schwanken.
Zusätzlich kommt hinzu, dass ein volatiler Markt attraktiv für Spekulationsgeschäfte ist, was für eine weitere
Verstärkung des Effektes sorgt.
Entgegenwirkende Faktoren könnten lukrative Neuerungen in der Speichertechnologie darstellen, die den
Effekt der Volatilität abschwächen würden.
Gasmarkt
Der Gasmarkt ist zum heutigen Zeitpunkt sehr konstant. Beeinflussende Faktoren könnten der steigende
Wettbewerb durch „Fracking“ sein, das es ermöglicht auch ohne Pipelines, wirtschaftlich Gas zu transportieren.
Demnach müsste die Volatilität ansteigen, da zwar das Angebot steigen, jedoch durch Wirtschaftswachstum
und weitere Ereignisse beeinflusst werden würde.

4. Was verstehen Sie unter den Begriffen Peakload, Baseload, OffPeak in Bezug auf die Strombörse?

Off Peak systematisch erstellen durch Base – Peak, denn Off Peak ist alles was nicht Peak ist. Der Peak
ist 1,4 mal so hoch wie der Off Peak (vorher doppelt so hoch). Peak und Base sind ungefähr gleich.
Base bedeutet Bandlieferung resp. 24h gleicher Strom. Base (Mo.-So.) 0 – 24 Uhr. Peak (Mo.-Fr.) 8 – 20
Uhr.
… Baseload als eine Bandlieferung von 0-24 Uhr.
… Peakload als die Lieferung von 8-20 Uhr
… Offpeakload als die Lieferung von 20-8 Uhr

5. Was bedeuten die Begriffe „short“ und „long“?

Short ist man, wenn man etwas braucht, aber noch nicht hat.
Long ist man, wenn man etwas hat, was man nicht braucht.

6. Was ist PHELIX?

Der Physical Electricity Index (PHELIX) ist der für Deutschland und weite Teile Mitteleuropas ausschlaggebende
Referenzpreis. Der Index gibt die Strompreise für unterschiedliche Zeiträume an. Er ist der stundengewichtete
Durchschnittspreis pro Tag

7. Was versteht man unter Börsenhandel?

Der Börsenhandel ist ein Marktplatz für die Transaktionen. Hier werden standardisierte Kontrakte
gehandelt. Im Börsenhandel gibt es das Clearing-House, welches die markträumenden Preise ermittelt
und das Kontrahentenausfallrisiko übernimmt. Im Börsenhandel gibt es zu einem Zeitpunkt nur einen
Preis für ein bestimmtes Gut (Commoditie). Es ist ein zentraler Markt, reguliert per Gesetz. Der Handel
erfolgt elektronisch. Die Produkte sind standardisiert (Future). Zugang über Börsenplattform
(Voraussetzung ist die Akkreditierung an der Börse). Es herrschen feste Transaktionskosen und die
Marktliquidität ist meßbar.

8. Was versteht man unter OTC-Handel?

Over the Counter (OTC) Handel ist der einfache bilaterale Handel von einem Unternehmen zum
anderen. Der Handel findet nicht an der Börse statt.
Im OTC-Handel, können hingegen dem Börsenhandel, mehrere Preise für das gleiche Gut existieren,
da alle Verträge bilateral zwischen den Marktteilnehmern abgeschlossen werden. Der Vorteil liegt in
der Möglichkeit einer flexiblen Ausgestaltung der Vertragsspezifikationen zwischen den
Handelspartnern. Der Nachteil hierbei ist, Risiko das eine Partei ihre Verpflichtungen nach
Vertragsabschluß nicht erfüllen kann. Diese Gefahr ist bei Terminmärkten wesentlich höher als bei
Spotmärkten da zwischenzeitlich, Ereignisse eintreten können, die eine Lieferung resp. die Bezahlung
der Lieferung verhindern. Die Verhandlungen im OTC sind bilateral im Direktkontakt oder über Broker.
Die Produkte individuell (Forward). Kontrahentenausfallrisiko ist gegeben und von daher, bedarf es an
gegenseitige Rechnungslegung und ein Risikocontrolling. Der Handel läuft telefonisch oder im Chat
(beides jederzeit möglich). Da der Markt per Gesetz nicht reguliert ist, bedarf es an Rahmenverträge.
Die Transaktionskosten sind variabel und die Marktliquidität ist nicht messbar. Der Bilaterale Handel
hat teilweise geringe Akzeptanz bei der Prüfung.

9. Welche Funktion kann das Clearing-House übernehmen?

Das Clearing-House haftet für die Marktteilnehmer. Hierbei prüft die Bank die Bonität der beiden
Teilnehmer (bilaterale Handelspartner), um zu vermeiden, daß einer der Partner nicht kurzfristig
abspringt! Zu den Hauptaufgaben gehören, die Ermittlung des markträumenden Preises aus den
abgegebenen geboten der Marktteilnehmer und die Ermittlung des Kontrahenten Risikos, welches die
Gefahr ist, daß eine Partei die Verpflichtungen aus dem Vertrag nicht erfüllt. An der Börse (EEX) ist das
Clearing-House ein Bestandteil. Im OTC ist das Clearing-House nicht direkt vorhanden, dennoch
können diverse Rahmenverträge so gestaltet werden, daß man auch dort bspw. mit Hilfe der Bank, die
Bonität der Teilnehmer überprüfen kann.

10. Erläutern Sie das Chefhändler-Verfahren.

Sollte ein Börsenpreis nicht dem aktuellen Marktpreis entsprechen (z. B. Börsenhandel liegt zeitlich zu
weit zurück), kommt das Chefhändler-Verfahren zum Einsatz. Hierbei werden die Chefhändler nach
einer Preisindikation befragt, aus deren Mittelwert dann der Börsenpreis ermittelt wird. Die Abfrage
erfolgt mittels eines standardisierten Formulars außerhalb des Handelssystems und obgleich alle
Börsenteilnehmer an diesem Verfahren teilnehmen können, ist es ihnen verwehrt, auf diese Preise zu
handeln. Es trüge zur Verbesserung bei, wenn das Chefhändler-Verfahren im System erfolgen würde
und jeder Teilnehmer in Kauf nehmen müßte, auf dem so angekündigten Preis durch ein Geschäft
auch verpflichtet zu werden.

11. Was ist ein Marketmaker?

Die EEX hat für Futureskontrakte teilweise Market-Maker zugelassen, welche eine zusätzliche Funktion
ist, die eine Zulassung als Börseneilnehmer voraussetzt. Dessen Aufgabe ist es, für einen liquiden
Markt zu sorgen. Sie sind verpflichtet, während der Handelszeit gleichzeitig limitierte Aufträge für die
Nachfrage- und Angebotsseite in das Orderbuch des EDV-Systems der EEX einzustellen. Es können
aber auch weitere Anforderungen an die Ausübung der Market-Maker-Funktion gestellt werden. Wie
z.B. die maximale oder minimale Preisspanne (Maximum Spread oder Minimum Spread) zwischen
Nachfrage- und Angebotspreisen, eine Mindestkontraktgröße auf der Nachfrage- und Angebotsseite,
eine minimale Haltedauer von Angebotsseite im EDV-System der EEX festlegen.

12. Weshalb müsste der Gaspreis auf kurz oder lang sinken?

Weil mit Überkapazitäten zu rechnen ist, die sich auf die Auslastung neugebauter und geplanter Pipelines aus
Rußland und dem kaspischen Raum auswirken wird. Sollte der weltweite Gasexport durch neue
Fördermethoden wie z.B. Fracking ansteigen, müsste der Gaspreis aufgrund des steigenden Angebots sowie
des aufkommenden Wettbewerbs sinken.

13. Worin unterscheiden sich der Strom- und der Gasmarkt im Wesentlichen?

Um physischen Strom handelbar zu machen, werden verschiedene Produkte definiert, die durch ihre
Standardisierung leicht handelbar sind. Da Strom nur beschränkt speicherbar ist, kann Strom im
Gegensatz zu den anderen Commodities (z. B. Gas) nicht für einen späteren Zeitpunkt gelagert
werden, wenn er zum vereinbarten Zeitpunkt nicht benötigt wird. Abwarten, bis sich der Preis für ein
bestimmtes Produkt wieder erholt hat, ist für den Händler über den Lieferzeitpunkt hinaus nicht
möglich. Des Weiteren ist die Ausgleichsenergie unterschiedlich (siehe Ausgleichsenergie).
Möglichkeiten der Märkte nutzen:
Strommarkt: Volatiler Spotmarkt für Strom durch EEG-Einspeisung und tendenziell sinkende
Strompreise am Terminmarkt.
Gasmarkt: Marktstützung durch sehr liquiden Markt. Spotmarkt und Terminmarkt sind mit wenig
Bewegung.

14. Was sind die Vor- und Nachteile von Braun-/Steinkohle?

Vorteile
- Kostengünstige Methode, um Strom zu produzieren, selbst nach Einkauf von CO2-Zertifikaten
- Geringe Transportkosten, da die Kraftwerke sehr häufig an den Förderstellen liegen.
- 30% der verbrauchten Steinkohle aus heimischem Abbau,
- 100% der verbrauchten Braunkohle (keine Abhängigkeit von anderen Ländern, keine Importierungskosten)
- Braunkohleabbau ohne Subventionen möglich

Nachteile
- Steinkohle: Kostenintensiver Tiefbau Förderung in Deutschland nur mit hilfe von Subventionen
möglich
- Tagebau zerstört Lebensraum von Mensch und Umwelt
evtl. Umsiedelung Kosten
sinkender Grundwasserspiegel
- Kohle hat eine relativ geringe Dichte und ist porös großes Volumen wird benötigt
- Hoher CO2-Ausstoß

15. Was ist die Ausgleichsenergie beim Gas?

Die Ausgleichsenergie ist die Differenz zwischen prognostizierter (eingekaufter) und ausgespeister
Energie. Sie ist notwendig, um den Ist-Lastgang (Fehlprognosen) auszugleichen. Wobei die negative
Ausgleichsenergie (Überspeisung) mit niedrigen Preisen und die positive Ausgleichsenergie
(Unterspeisung) mit höheren Preisen verbunden ist.
Ermittlung des Ausgleichsenergiepreises für Gas:
Preiskorb europäischer Spotmärkte (Zeebrugge, TTG, NCG, GPL)
Negative Ausgleichsenergie = zweitniedrigster der Referenzpreise multipliziert mit 0,9
Positiver Ausgleichsenergie = zweithöchster der Referenzpreise multipliziert mit bis zu 1,2

16. Was ist Ausgleichsenergie beim Strom / Was ist der reBAP?

Die Ausgleichsenergie beim Strom ist es der reBAP (regelzonenübergreifender einheitlicher
Bilanzausgleichsenergiepreis). Der reBAP ist symmetrisch und unabhängig vom Spotmarkt. Die
Ausgleichsenergie ist die Differenz zwischen prognostizierter und ausgespeister Strommenge
innerhalb einer Bilanzierungsperiode (¼ Stunde). Die Kosten, die den BIKO für die
Regelenergiebereitstellung entstehen, werden in jeder ¼ Stunde auf die Ausgleichsenergiemenge aller
Bilanzkreise umgelegt. Die Ausgleichsenergie darf nicht vorsätzlich mit eingeplant werden, da dies zu
Bilanzkreiskündigung führen kann! Ausgleichsenergie braucht man, um den Ist-Lastgang
auszugleichen.
- Bilanziell

17. Was ist Regelenergie?

- Regelenergie ist die Vorhaltung von positiven sowie negativen Energieproduzenten, die für die
Stabilisierung und Betriebssicherheit des Stromnetzes (Frequenz 50 Hz) zuständig sind.
- Physisch

18. Was ist Regelenergieumlage?

Mit den Erlösen aus der Regelenergieumlage müssen die Kosten für Ausgleichs- und Regelenergie gedeckt
werden, die durch eine kundengerechte Strukturierung der Erdgaslieferungen und zur Abdeckung von
Lastspitzen entstehen.
Sie wird denjenigen Bilanzkreisverantwortlichen in Rechnung gestellt, die Verbraucher mit
Standardlastprofil (SLP) und Entnahmestellen zu leistungsgemessenen Letztverbrauchern (RLM) mit einem
Tagesband beliefern.

19. Erläutern Sie das Zitat „Die Börse tanzt den Contango“

Bei der Contango-Situation ist die Zukunft teurer als die Gegenwart (Preissteigerung). Der Terminpreis liegt
über dem zu erwartenden Spotpreis bei Fälligkeit des Terminmonats. Dies stellt einen „normalen“ Markt dar.

20. Was ist Backwardation?

Die Backwardation-Situation ist das Gegenteil zur Contango-Situation. Die Zukunft ist also günstiger als die
Gegenwart. Zustand auf Future-Märkten: Produkte, die mit Enddatum näher liegen sind teurer als welche die
länger laufen.

21. Was sind Commodities?

Waren oder Rohstoffe, die zu Handelszwecken soweit vereinheitlicht bzw. standardisiert sind, dass
sich Produkte verschiedener Anbieter in der Wahrnehmung des Kunden qualitativ und funktional nicht
unterscheiden und damit beliebig austauschbar werden. Dieser Austausch war vor der Liberalisierung
nicht gegeben.

22. Was ist der Back-to-Back?

Der Lieferant / Versorger kauft erst eine bestimmte Menge für einen Kunden ein, wenn der Kunde ein
Vertrag abgeschlossen hat. Hierbei gibt es kein nennenswertes Risiko, da die Energie bereits
eingekauft wurde.

23. Erläutern Sie den Begriff Realoption.

Eine Realoption ist eine physische Möglichkeit/Option, wie z.B. ein Kraftwerk, Straßenlaternen,
Pumpspeicherwerke, …

24. Was ist Hedging?

Hedging sind Absicherungsgeschäfte. In Bezug auf die Energiebörse, die Eindeckung am Terminmarkt
mit Standartprodukten. Zur Reduzierung des Risikos.
Die von Energiehandelsunternehmen häufig getätigten Absicherungsgeschäfte, die der Absicherung
der im eigenen Unternehmen/Konzern bestehenden Risiken dienen (hedging).

25. Was ist wertneutrales Hedging?

Wertneutrales Hedging bedeutet Risikominderung am Spotmarkt. Die eingekauften short- & long-Positionen in
der Mark to Market-Betrachtung, finanziell wertneutral (gleichgroß).
23.11.2012: Energiebeschaffung und –vertrieb: Folie 8, 10 (Skript 4)

26. Was verstehen Sie unter einem Arbitragegeschäft?

Eine dritte Gruppe von Handelsakteuren –neben den Spekulanten und Hedgern- sind die Arbitrageure.
Im Gegensatz zu den anderen Handelsakteuren übernimmt er am Markt kein Risiko und setzt kein
eigenes Kapital ein. Statt dessen versucht er durch Arbitragegeschäfte von Marktunvollkommenheit
zu profitieren, d. h. er versucht „ungerechtfertigte“ Preisdifferenzen zwischen verschiedenen
Anlageformen zu identifizieren und für sich auszunutzen. Das Ausnutzen der Arbitragemöglichkeit
vollzieht sich so, dass der Arbitrageur das Gut auf dem Markt kauft, auf dem es zu niedrig bewertet
wurde und es auf dem Markt verkauft, auf dem es zu hoch bewertet ist.
Realisierung eines risikolosen Gewinnpotenzials durch Ausnutzung von räumlichen oder zeitlichen
Preisunterschieden auf unterschiedlichen Märkten

27. In welchem Zusammenhang steht der Spread mit der Liquidität des Marktes?

Je kleiner der Spread, desto höher die Liquidität des Marktes.

28. Was ist DPFC/HPFC und wofür wird es verwendet?

DPFC Daily Price Forward Curve für Gas
HPFC Hourly Price Forward Curve für Strom
Diese dienen zur Bepreisung von prognostizierten Lastgängen. (nur OTC)

29. Was ist MtM?

Bewertung auf heutiger Preisbasis

30. Erläutern Sie die Begriffe Marktpreis und Portfoliopreis.

Der Marktpreis eines Lastgangs ergibt sich aus dem optimalen Hedge mit am Markt verfügbaren
Standardprodukten zu aktuellen Preisen und der Bewertung des Restfahrplans.
Der Portfoliopreis berücksichtigt im Gegensatz zum Marktpreis, die bereits zu früheren Zeitpunkten
eingedeckten Mengen des Portfolios. Der Portfoliopreis kann somit über oder unter dem Marktpreis
liegen!
Bepreisung des Bestehenden Portfolios nach aktuellen Preisein ist der Marktpreis.
Der Einkaufspreis des Portfolios ist der Portfoliopreis.

32. Welche sind die drei wichtigsten Punkte des 10 Punkte Programms von Hr. Altmeyer?

  • Ausbau EEG
  • Energieeffizienz
  • Herstellung von Akzeptanz + Bürgerbeteiligung
    Siehe Skript 1 / Folie 18,25

33. Was ist ein Derivat?

Finanzielle Produkte zur finanziellen Absicherung bei Eintritt bestimmter Ereignisse, z.B.
Wetterderivate zur Absicherung eines „Durchschnittsjahres“ in der Mengenplanung.

35. Was ist ein/e Forward/Future/Option?

  • Futures sind börsengehandelte und von daher standardisierte Lieferverträge resp. Standardisierte Produkte. Das Clearing-House dient als zentraler Kontrahent. Sie werden für den deutschen Strommarkt an der EEX gehandelt. In der Regel finanzieller Ausgleich, die Verträge können aber auch physischer Erfüllung sein. Futures sind damit einfache Formen von Absicherungsinstrumenten. Der Future ist ein symmetrisches Finanzinstrument. Soll heißen: Es gelten die gleichen Zahlungsverpflichtungen für beide Handelspartner. Physischer Future: Verkäufer und Käufervereinbaren Strom zu einem in der Zukunft liegenden bestimmten Lieferzeitraum mit bestimmte Menge, Lastprofil und Lieferort zum vereinbarten Preis zu liefern bzw. zu bezahlen.
  • Forwards werden im Gegensatz zu Futures bilateral (OTC) gehandelt. Die Konditionen werden individuell ausgehandelt. Ein bilateraler Rahmenvertrag ist notwendig, da u.a. das Clearing-House im OTC nicht inkludiert ist. Die physische Lieferung dient dazu, den Kunden zu versorgen und die finanzielle Lieferung, um einen Preis abzusichern.
  • Optionen: Es wird das Recht (die Option) erworben, Energie zu einem gewissen Zeitpunkt zugewissen Konditionen zu kaufen oder zu verkaufen. Im Gegensatz zu Futures und Forwards istman aber nicht zum Kauf oder Verkauf verpflichtet.

36. Wofür wird die Black&Schulls-Formel herangezogen?

Die Formel wird zur Berechnung von Optionspreis genutzt.

37. Was verstehen Sie unter dem Sprichwort „take or pay“?

Die Take-or-Pay-Klausel besagt, dass im Falle einer Unterschreitung der vereinbarten Liefermenge, der
Preis für eine bestimmte Mindestmenge bezahlt werden muss.

38. Was versteht man unter dem „MCP“?

Market-Clearing-Price, ist der Markträumungspreis. Im Strom-Spotmarkt ergibt sich dieser Preis, wenn
sich die Angebotskurve mit der Nachfragekurve schneidet. Soll heißen, dass beide (Nachfrage (Käufer)
und Angebot (Verkäufer)) zum MCP bei einem bestimmten Wert (der sich aus der o.g. Schnittkurze
festsetzt) ausführen werden, der durch das maximal ausführbare Volumen bestimmt wird.

39. Was ist eine Put- und was eine Call-Option?

Eine Put-Option ist das Recht, aber nicht die Pflicht etwas zu verkaufen (wenn man long ist z.B.
Kraftwerk).
Eine Call-Option ist das Recht, aber nicht die Pflicht etwas zu kaufen (Versorger).

40. Wie bewirtschaftet man ein Kohle-/Gas-/…-kraftwerk?

Ein Kraftwerk ist eine Option auf den Spread zwischen Strompreis und Gaspreis. Diesen Spread nennt
man „spark Spread“. Mit jeder produzierten MWh ist der Erlös:
Erlös = Strompreis – Produktionskosten ( - variable Produktionskosten (O&M) )
Da ein Kraftwerk auch CO2 produziert, muss man Emissionszertifikate (EUA) berücksichtigen. Hierbei
sind die Produktionskosten = Kosten für Rohstoffe + Kosten für EUA. Diesen Spread nennt man „Clean
Spark Spread“ (CSS).
z.B.: für moderne GuD-Kraftwerk: CSS = Strompreis – F (Wirkungsgrad) x Gaspreis – F (Emissionsfaktor)
x EUA-Preis
Diverses zu den Preisen der Kraftwerke:
Warum wird der Gasmarkt (Gaspreis) teuerer?
o Weil diverse Kraftwerke vom Netz genommen wurden und Gaskraftwerke eingestellt
werden. Des Weiteren gilt: Wenn die Weltmarktpreise steigen, dann so auch in
Deutschland.
Warum gibt es die ÖL-Preisbindung?
o Wegen den Konkurrenzpreisen Gas/ ÖL
Warum ist Braunkohle für Deutschland versorgungssicher?
o Weil es Weltpreis unabhängig ist. Allerdings negativ wegen Emission.
Warum unterscheiden sich die Kohlepreise?
o Wegen den Wirkungsgradverlusten von ca. 10 % bei CCS.
MERKE: Ein Kraftwerk ist das natürliche Hedge (Absicherung) gegen Spekulanten

41. Was ist der CSS und der CDS?

CSS – Clean Spark Spread (CO2-Bereinigte Stromproduktionskosten mit Gas)
CDS – Clean Dark Spread (CO2-Bereinigte Stromproduktionskosten mit Kohle)

42. Was ist der EFET?

European Federation of Energy Traders (EFET). Der EFET ist eine bestimmte Ausrichtung, um
Handelsrahmenverträge zu gestalten. Es beinhaltet ein vereinheitlichtes Konstrukt, juristische
Spezifikationen, Lieferumfang, Zahlungsbedienungen und sämtliche Energierelevante
Betätigungsfelder. Dagegen verbirgt sich unter sonstigen Rahmenverträgen; ein einfaches Konstrukt,
Lieferumfang, Zahlungsbedienung und der Handelsproduktspezifischer Vertrag. Generell sollte man
Handelsrahmenversträge gerichtet nach EFE abverlangen, um Know-how auf diesem Gebiet zu zeigen.

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