Modul Medizinische Diagnostik/ Pharma

Chronischer Schmerz und Depression aus psychiatrischer Sicht

Chronischer Schmerz und Depression aus psychiatrischer Sicht


R. G.
Diese Lernkarten decken medizinische Diagnostik und Pharmakologie ab, wobei der Fokus auf der Behandlung von Depressionen, Schmerzen und somatoformen Störungen liegt. Sie behandeln wichtige Aspekte wie Chronifizierungsfaktoren, Komorbiditäten, Medikamente und Therapieansätze. Diese Lernkarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten und Fachkräfte, die ihr Wissen in der Diagnostik und Behandlung psychischer und somatischer Erkrankungen vertiefen möchten.
Karten
69
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
17.03.2017 / 23.03.2017

Lernkarten

Was hat die höchste Evidenz bei der non-medikamentösen Behandlung von Depressionen?

welche der folgenden Medikamente neigen zu hohem interaktionspotential wenn Johaneskraut als Phytopharmaka eigesetzt wird? 

Welches der folgenen sind Nebenwirkungen bei Antidepressiva? 

Nenne de untergruppen der Medikamente wleche bei Depressionen eingestzt werden könnem ? 

Was ist bei Pat. die mit Lithium medikamentös versorgt werden wichtig, das sie : 

Nenne die Unterschiede zwischen akutem vs. chronischem Schmerz

Nenne die Grundvoraussetzungen  für eine Therapie bei Depression: 

Was stimmt für das biopsychoziale Schmerzkonzept?

Was sind Grundvoraussetzungen für eine Therapie bei chronischen Schmerzen?

  • Kommunikation

  • Schaffen eines tragfähigen Vertrauensverhältnisses

  • Information (in geeigneter Form) über somatoforme Störungen und über das Wechselspiel von körperlichen und seelischen Prozessen (Arbeit am Krankheitsmodell)

  • Motivation zu einer weiterführenden Behandlung mit verschiedenen Therapiebausteinen

  • Limitation (invasiver) Untersuchungen

  • Zusichern der weiteren somatischen Betreuung

ein antikonvulsiva ist das gleiche wie ein :

Erkläre das Model = Angriffspunkte der Pharmaka bei Schmerzen I

Erkläre das Model = Angriffspunkte der Pharmaka bei Schmerzen 2

Off label use eines Medikamentes bedeutet ? 

Nenne iatrogene Chronifizierungsfaktoren in der Gesprächsführung

  • verängstigende Befundmitteilung und «katastrophierende» ärztliche Beratung

  • fehlende («Sie haben nichts») oder stigmatisierende Diagnosemitteilung («alles nur psychisch»)

  • Mangelnde Information und Aufklärung über das Krankheitsbild ohne adäquate Erklärung der Beschwerden

  • Ungenügende Einbeziehung des Patienten (seiner Ursachen- und Zielvorstellungen)

Nenne iatrogene Chronifizierungsfaktoren in der Diagnostik

  • Organmedizinische Über- und Mehrfachdiagnostik als reine Ausschlussdiagnostik

  • Überschätzen unspezifischer somatischer Befunde

  • Mangelnde Berücksichtigung psychosozialer Faktoren und psychischer Komorbidität

  • Übersehen sozialmedizinischer Aspekte (Krankengeld, Rentenbegehren) und weiterer entlastender Aspekte der Krankenrolle (sekundärer Krankheitsgewinn)

Iatrogene Chronifizierungsfaktoren sind :

Nenne iatrogene Chronifizierungsfaktoren durch Haltungs- und Behandlungsfehler

  • Einseitiges biomedizinisches oder psychologisierendes Vorgehen («Entweder- oder-Modell»)

  • Fehlende Kooperation zwischen den Behandlern

Nenne iatrogene Chronifizierungsfaktoren in der Therapie

  • Förderung passiver Therapiekonszepte (z.B. passive physikalische Massnahmen, Injektionen, Operationen)

  • Präferenz und fehlerhafte Indikationsstellung invasiver Therapien und oder suchtförderlicher Medikamente

  • Lange, unreflektierte Krankschreibung

  • Fehlende, zu späte oder unzureichend vor- und nachbereitete Überweisung zum Psych...

  • Ausbleiben

Iatrogene Chronifizierungsfaktoren sind : 

Nenne iatrogene Chronifizierungsfaktoren durch Medikation

  • Medikamentenverordnung ohne Sichtung und Sortieren der laufenden Medikation

  • unzureichende analgetische Behandlung von Akutschmerzen

  • schmerzkontigenter Medikamenteneinsatz «nach Bedarf»

  • unkritische Verschreibung suchtförderlicher Medikamente, vor allem Opioide oder Benzodiazepine

  • nichtindizierte Verordnung von Neuroleptika, z.B. als «Wochen-/Aufbauspritze»

  • alleinige und länger dauernde Psychopharmakologie ohne adäquate psychotherapeutische Behandlung

Green flags sind ? 

Green flags bei  Somatoforme Störung sind : 

Nenne sieben Green flags für somatoforme Störungen

  • Aktive Bewältigungsstrategien (z.B. körperliches Training, positive Lebenseinstellung, Motivation für Psychotherapie)

  • Gesunde Lebensführung (ausreichend Schlaf, ausgewogene Ernährung, Bewegung und Entspannung)

  • Sichere Bindungen, soziale Unterstützung

  • Gute Arbeitsbedingungen

  • Gelingender Behandler-Patient-Beziehung

  • Biopsychosozialer, entkatastrophierender Ansatz unter Vermeidung unnötiger Massnahmen

  • Frei zugängliches, aber auf Selbstverantwortung und Prävention setzendes Gesundheitssystem

Nenne 5 yellow flags in der psychotherapie : 

•polysymptomatischer Verlauf


•häufige bzw. anhaltende Beschwerden (keine o. nur seltene/kurze beschwerdefreie Intervalle)


•dysfunktionale Gesundheits-/Krankheitswahrnehmung (z.B. katastrophierendes Denken, starke gesundheitsbezogene Angst)


•dysfunktionales Gesundheits-/Krankheitsverhalten (hohes Inanspruchnahmeverhalten, Schon- und Vermeidungsverhalten


•deutlich reduzierte Funktionsfähigkeit, Arbeitsunfähigkeit >4 Wo.,

•mässige bis hohe psychosoziale (event. auch biografische) Belastung (z.B. Niedergeschlagenheit, Zukunftsängste, wenig Sozialkontakte)


•psychische Komorbidität (v.a. Depressionen, Angststörungen, posttraumatische Belastungsstörung, Suchterkrankung, Persönlichkeitsstörungen)


•Behandler-Patient-Beziehung (von beiden) als «schwierig» erlebt


•iatrogene «somatisierende» Faktoren

Nenne acht Red flags bei somatoformen Störungen

  • schwerste Ausprägung der Beschwerden

  • Auftreten bekannter Warnsignale somatisch definierter Erkrankungen

  • Hinweise auf ernstes selbstschädigendes Verhalten

  • Suizidalität

  • körperliche Folgeschäden (z.B. Fixierung von Fehlhaltungen, Bewegungseinschränkungen bis hin zu starker Einschränkung der Beweglichkeit geschonter Gelenke, Kontrakturen, starke Gewichtszunahme, Bettlägerigkeit)

  • besonders schwere psychische Komorbidität (z.B. schwere depressive Entwicklung, Angst, die den Patienten das Haus nicht mehr verlassen lässt)

  • häufige Behandlerwechsel und Therapieunterbrüche

  • Hinweise auf ernstes iatrogen schädigendes Verhalten

Nenne neun Yellow flags für somatoforme Störungen

  • polysymptomatischer Verlauf

  • häufige bzw. anhaltende Beschwerden (keine o. nur seltene/kurze beschwerdefreie Intervalle)

  • dysfunktionale Gesundheits-/Krankheitswahrnehmung (z.B. katastrophierendes Denken, starke gesundheitsbezogene Angst)

  • dysfunktionales Gesundheits-/Krankheitsverhalten (hohes Inanspruchnahmeverhalten, Schon- und Vermeidungsverhalten

  • deutlich reduzierte Funktionsfähigkeit, Arbeitsunfähigkeit >4 Wo., sozialer Rückzug, körperliche Dekonditionierung, event. körperliche Folgeschäden

  • mässige bis hohe psychosoziale (event. auch biografische) Belastung (z.B. Niedergeschlagenheit, Zukunftsängste, wenig Sozialkontakte)

  • psychische Komorbidität (v.a. Depressionen, Angststörungen, posttraumatische Belastungsstörung, Suchterkrankung, Persönlichkeitsstörungen)

  • Behandler-Patient-Beziehung (von beiden) als «schwierig» erlebt

  • iatrogene «somatisierende» Faktoren

nenne  4 «red flags»  bei somatoformen Störungen 
 

•schwerste Ausprägung der Beschwerden


•Auftreten bekannter Warnsignale somatisch definierter Erkrankungen


•Hinweise auf ernstes selbstschädigendes Verhalten


•Suizidalität


•körperliche Folgeschäden (z.B. Fixierung von Fehlhaltungen, Bewegungseinschränkungen bis hin zu starker Einschränkung der Beweglichkeit geschonter Gelenke, Kontrakturen, starke Gewichtszunahme, Bettlägerigkeit)


•besonders schwere psychische Komorbidität (z.B. schwere depressive Entwicklung, Angst, die den Patienten das Haus nicht mehr verlassen lässt)


•häufige Behandlerwechsel und Therapieunterbrüche


•Hinweise auf ernstes iatrogen schädigendes Verhalten

In der Regel dauert es 8 - 10 Jahre, bevor PatientInnen mit somatoformen Schmerzen in eine fachgerechte psychotherapeutische Behandlung kommen

Auch wenn die Beschwerden oft nicht vollständig verschwinden, lassen sie sich mit entsprechender Behandlung zumindest deutlich lindern.

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