Rehabilitation

3. Block HFGZ

3. Block HFGZ


M. F.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Rehabilitation von Querschnittgelähmten, mit Fokus auf Ernährung, Verdauung, Sexualität und Alltagsaktivitäten. Sie behandeln die Hauptaufgaben der Pflege, wie Anamnese, Darmmanagement und Transfer, sowie die psychischen und physischen Auswirkungen von Querschnittlähmungen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Pflegekräfte und Mediziner, die Querschnittgelähmte in ihrer Rehabilitation unterstützen und ihnen ein selbstständiges Leben ermöglichen möchten.
Karten
77
Lernende
8
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
13.03.2017 / 12.08.2022

Lernkarten

Wie würden Sie Darmmanagement definieren?

Gesamtheit aller Aktivitäten, die dazu dienen, die Darmentleerung zu steuern.

Was ist das Ziel des Darmmanagements?

Eine regelmässige, geplante, möglichst komplette sowie zeitlich begrenzte Defäkation und das vermeiden von Komplikationen.

Rehabilitationsziele:

  • Unterstützten einer guten Lebensqualität durch gut eingestellte Darmentleerung (angestrebt wird eine Darmentleerungszeit von max. 30 Minuten)
  • Regelmässige kontrollierte Darmentleerung mit zwischenzeitlicher Kontinenz
  • Keine soziale Beeinträchtigung aufgrund des Darmmanagements
  • Vermeiden von Komplikationen
  • Kennen der Einflussfaktoren auf die Darmentleerung / das Darmmanagements
  • Bewusster Umgang mit Laxantien

Welche vier Phasen der Darmentleerung gibt es und was ist das jeweilige Ziel?

  • Akutphase--> Das Erreichen der ersten Darmentleerung nach dem Trauma
  • Postakutphase--> Eine ausreichende und regelmässige Darmentleerung
  • Rehabilitationsphase--> Den individuellen Entleerungsrhythmus mit Hilfe von geeigneten Laxantien und Entleerungstechniken zu finden
  • Poststationäre Phase--> Die sichere Beherrschung der Darmentleerung zu Hause

Warum ist eine gezielte Anamnese so entscheidend beim Darmmanagement?

  • Die Anamnese der Darmentleerung und deren Einflüsse bieten wichtige Informationen, die in den Massnahmenplan der Darmentleerung und des Managements einfliessen müssen.
  • Mit einem Assessmentinstrument zur Anamnese und auch zur Planung und Kontrolle der Interventionen kann der Prozess des Darmmanagements standardisiert dokumentiert werden.

Welche Interventionen zur Darmentleerung gibt es?

  • spontane Darmentleerung
  • digitale Stimulation
  • Stimulation durch Zäpfchen / Miniklistier / Klistier
  • digitale Darmentleerung
  • digitale Ampullenkontrolle
  • Analstretching (bei spastischem Sphinkter)
  • Kolonmassage
  • Irrigation

Was sind Körperersatzzeichen?

Die Körperersatzzeichen können in Form von Flimmern vor den Augen, speziellen Hautrötungen, Gänsehaut, Schwitzen oder auch erhöhtem Blutdruck auftreten.

Im Extremfall können die Körperersatzzeichen in eine autonome Dysreflexie übergehen.

--> Reaktionen des vegetativen Nervensystems!

Welche Komplikationen können bei neurogenen Darmfunktionsstörungen auftreten?

  • Inkontinenz
  • Meteorismus (Blähungen)
  • Obsipation
  • Koprostase
  • Ileus
  • Megakolon
  • Diarrhö
  • Paradoxe Diarrhö
  • Autonome Dysreflexie
  • Hämorrhoiden
  • Analfissur
  • Kolorektales Karzinom

Was ist der Unterschied zwischen Spastik und Spasmen?

  • Spastik bedeutet, dass der Grundtonus der Muskeln in den gelähmten Körperpartien erhöht ist.
  • Spasmen sind einschießende unspezifische Antworten auf Sinnesreize.

Welche Vorteile bringt die Spastik mit sich?

  • Stabilität für den Körper
  • Körperteile folgen einfacher dem Impuls
  • Verlangsamter Muskelabbau
  • Besserer venöser Rückfluss

Welche Nachteile bringt die Spastik mit sich?

  • Beeinflusst auch Atmung Kreislauf und Atmung
  • Schmerzen
  • Kann sich auch auf die anderen Körperstellen ausbreiten
  • Dekubitus
  • Ist anstrengend

Welche Situationen können Spasmen auslösen?

  • Kälte
  • Wärme
  • Berührungen (Kniekehlen, Fusssohle, Bauchdecke)
  • Lageveränderung

Was gibt es für Pflegeschwerpunkte bei Spastik?

  • Durchbewegen
  • Berührung
  • Positionsunterstützung
  • Lagerung/ Antispastische Lagerung) Mikrolagerung (harte Unterlage um den Körper zu spüren)

Welche Ziele verfolgen Sie mit der Lagerung/  Positionsveränderung?

  • Ein niedriger Spannungszustand
  • Folgeschäden und Schmerzen vermeiden
  • Kontrahierte Muskelgruppen werden gedehnt und daraus resultiert ein Spannungsabbau.

Das Ziel ist, Spastik und Spasmen so zu kontrollieren, dass sie dem querschnittgelähmten Menschen von Nutzen sind und keine körperlichen Folgeschäden wie Kontrakturen oder Schmerzen verursachen.

Was für grundlegende Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit ein querschnittgelähmter wieder die Aktivität im täglichen Leben wiedererlangt?

  • Sitzbalance
  • Lagewechsel
  • Gleichgewicht des Oberkörpers
  • Greifen
  • Loslassen

Was für ein Zusammenspiel bedingt die Selbsthilfe?

  • Geschicklichkeit
  • Gleichgewicht
  • Kondition

Was sind grundlegende Tätigkeiten der Selbsthilfe?

  • Rasieren
  • Zähne putzen
  • Ganzköperpflege
  • Essen
  • ...

Was für Hilfsmittel können bei der Selbsthilfe hinzugezogen werden?

  • Ein verdickter Zahnbürstengriff
  • Flüssige Zahnpasta oder Zahnpasten Spender
  • Tetraschlaufen beim Rasierer
  • Elektrische Rasierapparate

Was für ver. Therapieformen gibt es um das Widererlangen der Aktivität des täglichen Lebens bei querschnittgelähmten zu erreichen?

  • Selbsthilfe
  • Anziehtraining
  • Esstraining
  • Transfer

Was für Voraussetzungen braucht es beim Anziehtraining?

  • Sitzbalance
  • Drehen im Bett
  • Beherrschen des Kurz- und Langsitzes

Was ist das Ziel am Ende der Rehabilitation?

  • Selbsthilfe am Waschbecken
  • Dass das Anziehen etwa in einer halben Stunden möglich ist

--> Für das Anziehtraining muss mindestens drei Monate abgewartet werden bis zum Start.

Was sind mögliche Hilfsmittel für das Anziehtraining?

  • Individuelle Adaption die Kleidungsstücke (Schlaufen an Hosen, Socken, Schuhe)
  • Tetrahandschuhe (Haben eine gummierte Oberfläche)
  • Greifzangen
  • Wahl der Kleidung

Was für Faktoren müssen gegeben sein damit man ein Esstraining durchführen kann?

  • Das selbständige Esstraining ist erst ab C5 möglich
  • bedingt ausreichend starke innervierte Muskel von Mm. Deltoideii und M. biceps.
  • ruhige und stressfreie Atmosphäre um Peinlichkeiten vor Mitpatienten zu vermeiden

Was gibt es für Hilfsmittel für das Esstraining?

  • Individuell gebogenes Besteck
  • Antirutschfolien
  • Tellerranderhöhung
  • Tetraschlaufen mit speziellem Besteck

Für was ist der Transfer entscheidend?

  • für die selbständige Mobilität
  • und für die Unabhängigkeit

Was sind Einflüsse auf die Transferfertigkeiten?

  • körperliche Voraussetzungen
  • Zusatzverletzungen
  • Sensibilität
  • Spasmen
  • Schmerzen
  • Angst

Was sind Komplikationen bei einem Transfer?

  • Stürze
  • Hautschädigungen

Was sind mögliche Hilfsmittel bei einem Transfer?

  • Patientenheber
  • Rutschbrett
  • Radschutz (Kissen)
  • Arretierbare Vorderradgabeln

Was sind die Aufgaben der Pflege bei einem Transfer?

  • Sicherheit gewährleisten
  • Anleitungsfunktion bei Bedarf
  • Individuelle Kreative Problemlösung
  • Zeit geben/ nehmen/ haben
  • Unterstützung so viel wie nötig und so wenig wie möglich
  • Motivieren

Wo liegt der Unterschied vom gesunden Fussgänger zur Querschnittgelähmten Person bezüglich der Ernährung und Verdauung?

  • Kalorienbedarf ist reduziert
  • Eingeschränkte Bewegung
  • Durch das Trauma ausgelöste Einschränkungen in der Ernährung und Verdauung

Welche pathophysiologischen Veränderungen treten auf wenn eine Person Querschnittgelähmt ist bezüglich Ernährung und Verdauung?

  • Schluckbeschwerden (Dysphagie)
  • Aspirationsgefahr
  • Darmfunktion beeinträchtigt (durch Bewegungsmangel und Schädigung der Organe durch Trauma)
  • Sensibilitätsstörungen

Welche psychischen und physischen Auswirkungen kann es auf eine Querschnittgelähmte Person haben wenn man pathologische Veränderungen hinsichtlich der Ernährung und Verdauung hat?

Psychisch:

  • Isolation
  • Emotionale Belastung
  • Hilflosigkeit
  • Abhängigkeit
  • Das Essen ist mehr Last als Lust.

                  Physisch:

  • Kachexie, Adipositas, Mangelernährung
  • Muskelatrophie
  • Darmzottenatrophie
  • Dekubitus
  • Sensibilitätsstörungen

Welche menschliche Reaktionen sind die Folge wenn ein Querschnittgelähmter pathologische Veränderungen hinsichtlich der Ernährung und Verdauung hat?

  • Mobbing
  • Überfürsorglichkeit
  • Verachtung
  • Ekel
  • Ausschluss
  • Benachteiligung in der Gesellschaft

Was ist die Aufgabe der Pflege hinslichtlich der Ernährung und Verdauung eines Querschnittgelähmten?

  • Ernährungs-Anamnese ( Gewicht, Gewohnheiten, Allergien, Medikamente, Diät, Trinkmenge, Verdauungsprobleme, individuelle Vorlieben)
  • Individuell der Einschränkungen angepasste Pflege
  • Rehabilitationsziele bezüglich Ernährung und Nahrungsaufnahme mit Patient gemeinsam erheben
  • Motivieren, Begleiten, Unterstützen, INFORMIEREN!
  • Evaluation der Pflege
  • Blasen- und Darmmanagement

Was sind die Folgen hinsichtlich der Sexualität bei Querschnittgelähmten?

  • Besonders für den Mann erhebliche Störungen der Sexualfunktion

  • Unvollständige oder fehlende Erektionsfähigkeit

  • Fehlender Samenerguss

  • Verminderte Spermaqualität

Was sind psychische Auswirkungen hinsichtlich der Sexualität bei Querschnittgelähmten?

• Rolle als Mann wird beeinträchtigt
• Kinderwunsch kann eingeschränkt sein • Vermindertes Selbstvertrauen
• Abhängigkeit
• Trauer

Was sind physische Auswirkungen hinsichltich der Sexualität bei Querschnittgelähmten?

• 50% von den Paraplegikern leiden an erektile Dysfunktion

• 90-95% leiden an einer Anejakulation

Bei Frauen besteht das Problem vor allem in der Sensorik und in der fehlenden Befeuchtung der Vagina.

Hingegen ist bei den Männern die motorische Einschränkung eine grosse Thematik. Aufgrund dessen wird die Sexualität häufiger bei den Männern angesprochen.

Was sind die Aufgaben der Pflege hinsichltich der Sexualität bei Querschnittgelähmten?

  • Dem Tabu entgegenwirken in dem man es anspricht.

  • Autonomie fördern

  • Informationen über die verschiedenen Möglichkeiten abgeben

  • Auf Sexualsprechstunden und Workshops hinweisen

  • Möglichkeiten der Kryokonservierung aufzeigen

  • Hilfsmittel für die Sexualität aufzeigen

Étudier