Kaufmann EFZ Bank - schriftliche LAP 2015
Kaufmännische Lehrabschlussprüfung 2015 / schriftlich Branche Bank Berufspraktische Situationen und Fälle
Kaufmännische Lehrabschlussprüfung 2015 / schriftlich Branche Bank Berufspraktische Situationen und Fälle
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Flashcards
Wie unterscheiden sich die Kantonalbanken von den Grossbanken? Vergleichen
Sie anhand von zwei unterschiedlichen Merkmalen.
2 x ½ Punkt
höherer Anteil Zins-/Kreditgeschäft
Schwerpunkt auf regionaler/kantonaler Tätigkeit
kleinere Bilanzsumme
Garantie der Kantone
Korrekturhinweis: wenn nur Stichworte (ohne Vergleich) = 0 Punkte
Wie unterscheiden sich die Kantonalbanken von den Raiffeisenbanken?
Vergleichen Sie anhand von zwei unterschiedlichen Merkmalen.
2 x ½ Punkt
grösseres Einzugsgebiet (Kanton statt lokalem Einzugsgebiet)
andere Rechtsform (öffentlich-rechtliche Körperschaften oder AG)
Anteil an KMU-Krediten ist grösser als bei Raiffeisen
Korrekturhinweis: wenn nur Stichworte (ohne Vergleich) = 0 Punkte
Nennen Sie ein weiteres Gesetz, das speziell die Tätigkeit von Banken oder
anderen Finanzintermediären in der Schweiz regelt.
1 Punkt
Kollektivanlagegesetz (KAG)
Pfandbriefgesetz (PfG)
Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG)
Börsengesetz (BEHG)
Konsumkreditgesetz (KKG)
Korrekturhinweis: falsch sind ZGB, OR, StGB
Nennen Sie zwei Themenbereiche aus dem Bankengesetz, die speziell auf
den Schutz des Bankensystems ausgerichtet sind.
2 x 1 Punkt
Vorschriften zur Organisation einer Bank
Vorschriften zur einwandfreien Geschäftsführung
Vorschriften zur internen Überwachung
Vorschriften zu den notwendigen Eigenmitteln
Vorschriften zur Liquidität
Korrekturhinweis: Nicht korrekt sind Antworten, die in Richtung Bankgeheimnis
und Regelung beim Konkurs einer Bank gehen. Sie verfolgen
das zweite Ziel des BankG, den Schutz des Bankkunden.
Welche Behörde beaufsichtigt in der Schweiz die Banken betreffend Einhaltung
der gesetzlichen Bestimmungen?
1 Punkt
FINMA oder Eidgenössische Finanzmarktaufsicht
Nennen Sie eine Hauptaufgabe der Schweizerischen Nationalbank.
1 Punkt
Die Schweizerische Nationalbank führt eine dem Lande dienende Geld- und
Kreditpolitik.
oder
Die Schweizerischen Nationalbank (SNB) führt eine Geld- und Währungspolitik mit
dem Ziel der Preisstabilität.
In welchem obersten Regelwerk sind die Aufgaben der Schweizerischen Nationalbank
verankert?
1 Punkt
Bundesverfassung
Korrekturhinweis: . SNB-Gesetz und Bankengesetz sind falsch
Die Vereinbarung über die Standesregeln zur Sorgfaltspflicht der Banken (VSB) wurde
zwischen der Schweizerischen Bankiervereinigung und den Schweizer Banken abgeschlossen.
a) Nennen Sie die beiden Ziele, die diese Vereinbarung verfolgt.
2 x ½ Punkt
Ansehen des schweizerischen Finanzplatzes wahren
Bekämpfung von Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung
Nennen Sie zwei Gesetze, die als Grundlage für die VSB dienen.
2 x ½ Punkt
Geldwäschereigesetz
Strafgesetzbuch
In den vergangenen Jahren kamen viele Schweizer Banken international unter
starken Druck. Man wirft ihnen vor, dass zwei Sorgfaltspflichten nicht
eingehalten wurden. Nennen Sie diese beiden Sorgfaltspflichten.
2 x 1 Punkt
Verbot der aktiven Beihilfe zur Kapitalflucht
Verbot zur aktiven Beihilfe zur Steuerhinterziehung
Umschreiben Sie in eigenen Worten, was diese Abklärungspflicht im Geldwäschereigesetz
für die Banken bedeutet.
1 Punkt
Pflicht zur Abklärung der Herkunft von Geldern, die einbezahlt oder überwiesen werden.
Frau Emilia Zanetti hat im Internet ein Angebot für ein neues Auto gefunden und benötigt
dafür CHF 15'000.-- in bar. Sie verfügt über ein Privatkonto mit einem Saldo von
CHF 2'750.-- und ein Sparkonto mit einem Saldo von CHF 28'000.--.
Die Kundin informiert sich bei Ihnen, ob sie den Betrag am folgenden Tag am Schalter
abheben kann.
a) Wo kann sich Frau Zanetti selber über die Rückzugsbestimmungen
informieren? Nennen Sie zwei Möglichkeiten.
2 x ½ Punkt
Produktbeschreibung im Internet
Kontoprospekt der Bank
Eröffnungsbestätigung Konto
Sie geben Frau Zanetti Auskunft über die Rückzugsbedingungen, die eine maximale Verfügbarkeit
von CHF 5'000.-- im Monat vorsehen.
Die Kundin zeigt wenig Verständnis für die eingeschränkte Verfügbarkeit ihres Geldes
auf dem Sparkonto und kann nicht nachvollziehen, dass sie das Geld morgen nicht ohne
weiteres vom Sparkonto abheben kann.
b) Erklären Sie der Kundin in ganzen Sätzen einen Grund für diese
Einschränkung.
1 Punkt
Dank der eingeschränkten Rückzugsbedingungen hat die Bank das Geld
längerfristig zur Verfügung und kann somit mit dem Geld arbeiten, d. h., es zu
höheren Zinssätzen weiter ausleihen. Ist das Geld jederzeit verfügbar,
schränkt dies die Möglichkeiten der Bank ein.
Goldene Bankregel: Langfristige Ausleihungen müssen durch langfristiges Kapital
gedeckt sein.
Formulieren Sie gegenüber der Kundin zwei Gründe, warum es sinnvoll sein
kann, ein Sparkonto zu eröffnen.
2 x 1 Punkt
höherer Zinssatz als Privatkonto, geeignet für Gelder, die auf lange Frist nicht
gebraucht werden
Rücklagenbildung für Sonderausgaben, kurz- bis mittelfristige Sparziele
kostenlose Kontoführung
Erklären Sie Frau Zanetti, warum das Privatkonto mehr kostet als das
Sparkonto.
1 Punkt
Privatkonto höhere Kosten, da mehr Dienstleistungen angeboten werden
Privatkonto meist regelmässige Kontoauszüge
Sparkonto oft keine Kosten für Kunden, da wenig Verwaltungsaufwand anfällt
Sparkonto oft nur ein Kontoauszug pro Jahr
Herr Paolo Bertolli kommt zu Ihnen an den Schalter und möchte für seinen frisch gegründeten
Fussballclub FC Kick ein Konto für den Zahlungsverkehr eröffnen. Herr Bertolli ist
Präsident des FC Kick. Sie bedanken sich für das entgegengebrachte Vertrauen und
eröffnen das Konto.
a) Nennen Sie eines der Dokumente, das der Kunde bei der Kontoeröffnung
unterzeichnen muss.
1 Punkt
Kontoeröffnungsformular
AGB
Unterschriftenregelung
Korrekturhinweis: Formular A ist falsch
Die Verfügungsberechtigung über das Konto soll gemäss Vereinsstatuten geregelt
werden.
b) Der Kassier, der Aktuar und der Beisitzer sollen über das Konto verfügen
können. Welche beiden Formen der Zeichnungsberechtigung sind möglich?
2 x ½ Punkt
Einzelvollmacht - alleine
Kollektivvollmacht - gemeinsam
Welche Bedingung muss erfüllt sein, damit der Kassier über das Konto verfügen
kann?
1 Punkt
Dass die Bank im Besitz der korrekt unterzeichneten Dokumente ist.
oder
Eine Vollmacht/Verfügungsberechtigung z.G. des Kassiers unterzeichnet wurde.
Welche Voraussetzungen sind neben dem Besitz eines Computers notwendig,
um auf dem gewählten Konto das E-Banking nutzen zu können? Nennen
Sie zwei Voraussetzungen.
2 x ½ Punkt
Internetanschluss
E-Banking-Vertrag
Passwort / Streichliste / Verschlüsselungstool / Kartenleser
Nennen Sie einen Vorteil und einen Nachteil des E-Banking gegenüber der
Zahlung am Postschalter.
2 x ½ Punkt
Vorteile: Zahlungen jederzeit, unabhängig von den Schalteröffnungszeiten
möglich, kostengünstig und einfach, komfortabel von Zuhause aus
Nachteil: Mehraufwand durch selbständiges Erfassen von Zahlungen,
Sicherheit
Welche Bearbeitungsschritte sind bei der eingehenden Post auszuführen?
Nennen Sie zwei Schritte.
2 x ½ Punkt
Datumsstempel auf eingehende Dokumente
Verteilen der Post auf verschiedene Mitarbeiter
Sortieren nach Abteilungen, Standorten etc.
Welche Bearbeitungsschritte sind bei der ausgehenden Post auszuführen?
Nennen Sie zwei Schritte.
2 x ½ Punkt
Frankieren – A od. B Post, Einschreiben
Kontrolle der Empfängeradresse
Wahl des Sendeweges
Kontrolle der Kosten
Erklären Sie zwei Aspekte im Zielkonflikt zwischen Liquidität / Rentabilität.
2 x 1 Punkt
die Bank kann nicht sämtliche Mittel als Kredite weitergeben. Sie muss liquide
Mittel als Reserve halten, um die Rückzugswünsche der Kunden jederzeit
erfüllen zu können
liquide Mittel werfen wenig Ertrag ab
eine rentable Kreditvergabe bedingt eine lange Kapitalbindung
Erklären Sie einen Aspekt im Zielkonflikt zwischen Rentabilität / Sicherheit.
1 Punkt
Je höher die Rentabilität, desto geringer die Sicherheit.
Ein gutes Risikomanagement ist wichtig für die Bank
Thomas und Anita Früh interessieren sich für den Kauf eines Einfamilienhauses.
Der Kaufpreis beträgt CHF 600'000.--. Für Renovationsarbeiten sind zusätzlich
CHF 100'000.-- nötig.
a) Nennen Sie drei Unterlagen, welche Sie von Herrn und Frau Früh verlangen,
um die Gesamtkosten einer zukünftigen Finanzierung nachvollziehen zu
können.
3 x ½ Punkt
Grundbuchauszug
Gebäudeversicherungspolice / Bauversicherung
Kostenvoranschlag für Neubau / Umbau
Situationsplan
Baupläne
Foto des Gebäudes
Thomas und Anita Früh interessieren sich für den Kauf eines Einfamilienhauses.
Der Kaufpreis beträgt CHF 600'000.--. Für Renovationsarbeiten sind zusätzlich
CHF 100'000.-- nötig.
b) Welches sind die erforderlichen Eigenmittel, die aufgrund der gesamten
Kosten eingesetzt werden müssen? 80% der Renovationskosten werden als
wertvermehrend angerechnet. Gebühren für den Kauf sind nicht zu berücksichtigen.
Berechnen Sie den Verkehrswert sowie die maximale Finanzierungshöhe.
2 Punkte
Begründen Sie stichwortartig, ob die Hypothek für das Ehepaar Früh tragbar
ist.
1 Punkt
Ja; die Belastung beträgt weniger als 1/3 vom Jahreseinkommen.
Warum rechnet die Bank mit einem kalkulatorischen Zinssatz von 5 %, obwohl
der aktuelle Zinssatz zurzeit wesentlich tiefer liegt?
1 Punkt
Sicherheit, damit die Hypothek auch bei höheren Zinsen noch tragbar
ist.
5 % entsprechen einem langjährigen Durchschnittszins.
Sie arbeiten in der Kreditüberwachung und erhalten täglich eine Liste derjenigen Konten
mit einer Lombardkreditlimite, welche aufgrund von Bewegungen der Börsenkurse nicht
mehr gedeckt sind.
a) Herr Peter Werder verfügt über eine Kreditlimite von CHF 50'000.--, welche
voll beansprucht ist. Das verpfändete Wertschriftendepot weist heute einen
Börsenwert von CHF 65'000.-- auf. Die Bank belehnt dieses Depot mit 60%.
Wie hoch ist die Unterdeckung aufgrund des Belehnungswertes? Stellen Sie
Ihre Ausrechnung ausführlich dar.
1 Punkt
Gedeckte Limite: CHF 65'000.-- x 60 % = CHF 39'000.--
Unterdeckung: CHF 50'000.-- - 39'000.-- = CHF 11'000.--
Korrekturhinweis: keine Teilpunkte
Im Wissen darum, dass der oben genannte Kredit nicht mehr voll gedeckt ist, schreiben
Sie Ihrem Kunden einen Brief.
b) Welche zwei Vorschläge unterbreiten Sie ihm, um die Angelegenheit
möglichst rasch zu regeln?
2 x ½ Punkt
Geldüberweisung bzw. Eindeckung
Titeltransferierung bzw. Nachdeckung
Verkauf an der Börse bzw. Umschichtung von Titeln
Korrekturhinweis: freihändiges Verwertungsrecht (teilweise oder ganz) wird nicht
akzeptiert.
Aufgrund Ihres Schreibens gibt Ihnen Herr Werder zu verstehen, dass er nicht in der Lage
ist, auf Ihre Vorschläge einzugehen.
c) Welche letzte Möglichkeit steht Ihnen vor der Einleitung der Betreibung offen?
½ Punkt
Freihändiges Verwertungsrecht. Teilweiser oder ganzer Verkauf des Depots.
Ihr Freund Christoph Walter beabsichtigt ein neues Auto zu kaufen, verfügt aber zurzeit
nicht über die nötigen finanziellen Mittel. Damit er sich seinen Wunsch trotzdem erfüllen
kann, schwankt er zwischen einem Leasing oder der Aufnahme eines Konsumkredites.
Zeigen Sie Christoph Walter zwei wesentliche Unterschiede zwischen Leasing und
Konsumkredit stichwortartig auf.
2 x 1 Punkt
billiger
limitierter Gebrauch des Autos (km)
Eigentumsübertragung erst mit der Tilgung des Leasings
Als Bürge einer Bankfinanzierung können natürliche und juristische Personen auftreten.
a) Welche gesetzlichen Anforderungen an den Bürgen müssen erfüllt sein?
Ergänzen Sie die beiden Lücken.
2 x 1 Punkt
Natürliche Personen: mussen handlungsfähig (urteilsfähig + mündig) sein
Juristische Personen: müssen im Handelsregister als Gesellschaft publiziert sein
Welche Anforderungen stellt die Bank an den Bürgen? Nennen Sie zwei.
2 x 1 Punkt
- Nettovermögen soll Haftungsbetrag um das Drei- bis Vierfache übersteigen
- Wirtschaftliche Existenz darf nicht gefährdet sein
- Bei Bürgschaftsgenossenschaften setzt Bank finanzielle Leistungsfähigkeit voraus
Korrekturhinweis: Angaben zur Form der Bürgschaft (Beurkundung) sind hier
falsch
Sie haben die Bilanz Ihres Kunden, der Dentax AG, sorgfältig geprüft und einen
ungedeckten Kredit über CHF 300'000.-- bewilligt.
Nennen Sie zwei weitere wichtige Vertragsklauseln / Sicherungsklauseln, die Sie in
den Kreditvertrag einbauen können und beschreiben Sie diese in Stichworten.
4 x ½ Punkt
1) Ausschliesslichkeitsklausel:
2) Kreditnehmer muss den gesamten oder massgeblichen Bankverkehr über die kreditgebende Bank abwickeln:
1) Informationspflicht
Negative
Sicherungsklauseln
Weitere Sicherungsklauseln
2) Jahresvertrag, Revisionsbericht einreichen
negative Verpfändungsklausel, negative
Hypothekenklausel, Pari-Passu-Klausel
Nachgangserklärung, Verpflichtung Hauptaktionär,
Einsitznahme VR