Kaufmann EFZ Bank - schriftliche LAP 2015

Kaufmännische Lehrabschlussprüfung 2015 / schriftlich Branche Bank Berufspraktische Situationen und Fälle

Kaufmännische Lehrabschlussprüfung 2015 / schriftlich Branche Bank Berufspraktische Situationen und Fälle


R. M.
Diese Karteikarten richten sich an Lernende in der Berufslehre im Finanzbereich und behandeln Themen wie Bankgeschäfte, Wertschriften, Kreditvergabe und Kundenberatung. Sie konzentrieren sich auf praktische Anwendungen, etwa die Analyse von Depotstrukturen, die Berechnung von Bezugsrechten und die Bewertung von Aktien. Ideal für angehende Bankkaufleute, die sich auf die schriftliche LAP vorbereiten und ihr Wissen in der Kundenberatung vertiefen möchten.
Karten
55
Lernende
5
Sprache
Deutsch
Kategorie
Finanzen
Stufe
Berufslehre
Erstellt / Aktualisiert
07.03.2017 / 30.07.2025

Lernkarten

Wie unterscheiden sich die Kantonalbanken von den Grossbanken? Vergleichen
Sie anhand von zwei unterschiedlichen Merkmalen.


2 x ½ Punkt

höherer Anteil Zins-/Kreditgeschäft
Schwerpunkt auf regionaler/kantonaler Tätigkeit
kleinere Bilanzsumme
Garantie der Kantone


Korrekturhinweis: wenn nur Stichworte (ohne Vergleich) = 0 Punkte

Wie unterscheiden sich die Kantonalbanken von den Raiffeisenbanken?
Vergleichen Sie anhand von zwei unterschiedlichen Merkmalen.


2 x ½ Punkt

grösseres Einzugsgebiet (Kanton statt lokalem Einzugsgebiet)
andere Rechtsform (öffentlich-rechtliche Körperschaften oder AG)
Anteil an KMU-Krediten ist grösser als bei Raiffeisen


Korrekturhinweis: wenn nur Stichworte (ohne Vergleich) = 0 Punkte

Welcher Bankengruppe werden die folgenden beiden Institute zugeteilt?


2 x ½ Punkt

  • Institute/Banken mit besonderem Geschäftskreis

 

  • übrige Banken

Nennen Sie ein weiteres Gesetz, das speziell die Tätigkeit von Banken oder
anderen Finanzintermediären in der Schweiz regelt.


1 Punkt

Kollektivanlagegesetz (KAG)
Pfandbriefgesetz (PfG)
Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG)
Börsengesetz (BEHG)
Konsumkreditgesetz (KKG)


Korrekturhinweis: falsch sind ZGB, OR, StGB

Nennen Sie zwei Themenbereiche aus dem Bankengesetz, die speziell auf
den Schutz des Bankensystems ausgerichtet sind.


2 x 1 Punkt

Vorschriften zur Organisation einer Bank
Vorschriften zur einwandfreien Geschäftsführung
Vorschriften zur internen Überwachung
Vorschriften zu den notwendigen Eigenmitteln
Vorschriften zur Liquidität


Korrekturhinweis: Nicht korrekt sind Antworten, die in Richtung Bankgeheimnis
und Regelung beim Konkurs einer Bank gehen. Sie verfolgen
das zweite Ziel des BankG, den Schutz des Bankkunden.

Welche Behörde beaufsichtigt in der Schweiz die Banken betreffend Einhaltung
der gesetzlichen Bestimmungen?


1 Punkt

FINMA oder Eidgenössische Finanzmarktaufsicht

Vervollständigen Sie die folgenden Lückentexte so, dass das Schweizerische
Bankkundengeheimnis korrekt beschrieben wird.


4 x ½ Punkt

1) Persönlichkeitsschutz

2) fahrlässige

3) Gefängnis bis zu drei Jahren

4) Artikel 47 des Bankengesetzes

Nennen Sie eine Hauptaufgabe der Schweizerischen Nationalbank.


1 Punkt

Die Schweizerische Nationalbank führt eine dem Lande dienende Geld- und
Kreditpolitik.
oder
Die Schweizerischen Nationalbank (SNB) führt eine Geld- und Währungspolitik mit
dem Ziel der Preisstabilität.

In welchem obersten Regelwerk sind die Aufgaben der Schweizerischen Nationalbank
verankert?


1 Punkt

Bundesverfassung


Korrekturhinweis: . SNB-Gesetz und Bankengesetz sind falsch

Die Vereinbarung über die Standesregeln zur Sorgfaltspflicht der Banken (VSB) wurde
zwischen der Schweizerischen Bankiervereinigung und den Schweizer Banken abgeschlossen.
a) Nennen Sie die beiden Ziele, die diese Vereinbarung verfolgt.


2 x ½ Punkt

Ansehen des schweizerischen Finanzplatzes wahren
Bekämpfung von Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung

Nennen Sie zwei Gesetze, die als Grundlage für die VSB dienen.


2 x ½ Punkt

Geldwäschereigesetz
Strafgesetzbuch

In den vergangenen Jahren kamen viele Schweizer Banken international unter
starken Druck. Man wirft ihnen vor, dass zwei Sorgfaltspflichten nicht
eingehalten wurden. Nennen Sie diese beiden Sorgfaltspflichten.


2 x 1 Punkt

Verbot der aktiven Beihilfe zur Kapitalflucht
Verbot zur aktiven Beihilfe zur Steuerhinterziehung

Umschreiben Sie in eigenen Worten, was diese Abklärungspflicht im Geldwäschereigesetz
für die Banken bedeutet.


1 Punkt

Pflicht zur Abklärung der Herkunft von Geldern, die einbezahlt oder überwiesen werden.

Vervollständigen Sie folgende Tabelle und schlagen Sie dem Kunden für jedes seiner
Bedürfnisse jeweils ein geeignetes Konto vor.


4 x ½ Punkt

1) Sparkonto

2) Privatkonto, Salärkonto; evtl. Kontokorrent, wenn
Firmenkunde

3) Vorsorgekonto 3. Säule, Bausparkonto

4) Freizügigkeitskonto

Frau Emilia Zanetti hat im Internet ein Angebot für ein neues Auto gefunden und benötigt
dafür CHF 15'000.-- in bar. Sie verfügt über ein Privatkonto mit einem Saldo von
CHF 2'750.-- und ein Sparkonto mit einem Saldo von CHF 28'000.--.
Die Kundin informiert sich bei Ihnen, ob sie den Betrag am folgenden Tag am Schalter
abheben kann.


a) Wo kann sich Frau Zanetti selber über die Rückzugsbestimmungen
informieren? Nennen Sie zwei Möglichkeiten.


2 x ½ Punkt

Produktbeschreibung im Internet
Kontoprospekt der Bank
Eröffnungsbestätigung Konto

Sie geben Frau Zanetti Auskunft über die Rückzugsbedingungen, die eine maximale Verfügbarkeit
von CHF 5'000.-- im Monat vorsehen.
Die Kundin zeigt wenig Verständnis für die eingeschränkte Verfügbarkeit ihres Geldes
auf dem Sparkonto und kann nicht nachvollziehen, dass sie das Geld morgen nicht ohne
weiteres vom Sparkonto abheben kann.


b) Erklären Sie der Kundin in ganzen Sätzen einen Grund für diese
Einschränkung.


1 Punkt

Dank der eingeschränkten Rückzugsbedingungen hat die Bank das Geld
längerfristig zur Verfügung und kann somit mit dem Geld arbeiten, d. h., es zu
höheren Zinssätzen weiter ausleihen. Ist das Geld jederzeit verfügbar,
schränkt dies die Möglichkeiten der Bank ein.
Goldene Bankregel: Langfristige Ausleihungen müssen durch langfristiges Kapital
gedeckt sein.

Formulieren Sie gegenüber der Kundin zwei Gründe, warum es sinnvoll sein
kann, ein Sparkonto zu eröffnen.


2 x 1 Punkt

höherer Zinssatz als Privatkonto, geeignet für Gelder, die auf lange Frist nicht
gebraucht werden
Rücklagenbildung für Sonderausgaben, kurz- bis mittelfristige Sparziele
kostenlose Kontoführung

Erklären Sie Frau Zanetti, warum das Privatkonto mehr kostet als das
Sparkonto.


1 Punkt

Privatkonto höhere Kosten, da mehr Dienstleistungen angeboten werden
Privatkonto meist regelmässige Kontoauszüge
Sparkonto oft keine Kosten für Kunden, da wenig Verwaltungsaufwand anfällt
Sparkonto oft nur ein Kontoauszug pro Jahr

Herr Paolo Bertolli kommt zu Ihnen an den Schalter und möchte für seinen frisch gegründeten
Fussballclub FC Kick ein Konto für den Zahlungsverkehr eröffnen. Herr Bertolli ist
Präsident des FC Kick. Sie bedanken sich für das entgegengebrachte Vertrauen und
eröffnen das Konto.


a) Nennen Sie eines der Dokumente, das der Kunde bei der Kontoeröffnung
unterzeichnen muss.


1 Punkt

Kontoeröffnungsformular
AGB
Unterschriftenregelung


Korrekturhinweis: Formular A ist falsch

Die Verfügungsberechtigung über das Konto soll gemäss Vereinsstatuten geregelt
werden.


b) Der Kassier, der Aktuar und der Beisitzer sollen über das Konto verfügen
können. Welche beiden Formen der Zeichnungsberechtigung sind möglich?


2 x ½ Punkt

Einzelvollmacht - alleine
Kollektivvollmacht - gemeinsam

Welche Bedingung muss erfüllt sein, damit der Kassier über das Konto verfügen
kann?


1 Punkt

Dass die Bank im Besitz der korrekt unterzeichneten Dokumente ist.
oder
Eine Vollmacht/Verfügungsberechtigung z.G. des Kassiers unterzeichnet wurde.

Welche Voraussetzungen sind neben dem Besitz eines Computers notwendig,
um auf dem gewählten Konto das E-Banking nutzen zu können? Nennen
Sie zwei Voraussetzungen.


2 x ½ Punkt

Internetanschluss
E-Banking-Vertrag
Passwort / Streichliste / Verschlüsselungstool / Kartenleser

Nennen Sie einen Vorteil und einen Nachteil des E-Banking gegenüber der
Zahlung am Postschalter.


2 x ½ Punkt

Vorteile: Zahlungen jederzeit, unabhängig von den Schalteröffnungszeiten
möglich, kostengünstig und einfach, komfortabel von Zuhause aus
Nachteil: Mehraufwand durch selbständiges Erfassen von Zahlungen,
Sicherheit

Beschreiben Sie den Zweck jeder Säule des schweizerischen Vorsorgesystems in
Stichworten.


3 x ½ Punkt

Welche Bearbeitungsschritte sind bei der eingehenden Post auszuführen?
Nennen Sie zwei Schritte.


2 x ½ Punkt

Datumsstempel auf eingehende Dokumente
Verteilen der Post auf verschiedene Mitarbeiter
Sortieren nach Abteilungen, Standorten etc.

Welche Bearbeitungsschritte sind bei der ausgehenden Post auszuführen?
Nennen Sie zwei Schritte.


2 x ½ Punkt

Frankieren – A od. B Post, Einschreiben
Kontrolle der Empfängeradresse
Wahl des Sendeweges
Kontrolle der Kosten

Erklären Sie zwei Aspekte im Zielkonflikt zwischen Liquidität / Rentabilität.


2 x 1 Punkt

die Bank kann nicht sämtliche Mittel als Kredite weitergeben. Sie muss liquide
Mittel als Reserve halten, um die Rückzugswünsche der Kunden jederzeit
erfüllen zu können
liquide Mittel werfen wenig Ertrag ab
eine rentable Kreditvergabe bedingt eine lange Kapitalbindung

Erklären Sie einen Aspekt im Zielkonflikt zwischen Rentabilität / Sicherheit.


1 Punkt

Je höher die Rentabilität, desto geringer die Sicherheit.
Ein gutes Risikomanagement ist wichtig für die Bank

Thomas und Anita Früh interessieren sich für den Kauf eines Einfamilienhauses.
Der Kaufpreis beträgt CHF 600'000.--. Für Renovationsarbeiten sind zusätzlich
CHF 100'000.-- nötig.


a) Nennen Sie drei Unterlagen, welche Sie von Herrn und Frau Früh verlangen,
um die Gesamtkosten einer zukünftigen Finanzierung nachvollziehen zu
können.


3 x ½ Punkt

Grundbuchauszug
Gebäudeversicherungspolice / Bauversicherung
Kostenvoranschlag für Neubau / Umbau
Situationsplan
Baupläne
Foto des Gebäudes

Thomas und Anita Früh interessieren sich für den Kauf eines Einfamilienhauses.
Der Kaufpreis beträgt CHF 600'000.--. Für Renovationsarbeiten sind zusätzlich
CHF 100'000.-- nötig.

b) Welches sind die erforderlichen Eigenmittel, die aufgrund der gesamten
Kosten eingesetzt werden müssen? 80% der Renovationskosten werden als
wertvermehrend angerechnet. Gebühren für den Kauf sind nicht zu berücksichtigen.
Berechnen Sie den Verkehrswert sowie die maximale Finanzierungshöhe.


2 Punkte

Begründen Sie stichwortartig, ob die Hypothek für das Ehepaar Früh tragbar
ist.


1 Punkt

Ja; die Belastung beträgt weniger als 1/3 vom Jahreseinkommen.

Warum rechnet die Bank mit einem kalkulatorischen Zinssatz von 5 %, obwohl
der aktuelle Zinssatz zurzeit wesentlich tiefer liegt?


1 Punkt

Sicherheit, damit die Hypothek auch bei höheren Zinsen noch tragbar
ist.
5 % entsprechen einem langjährigen Durchschnittszins.

Sie arbeiten in der Kreditüberwachung und erhalten täglich eine Liste derjenigen Konten
mit einer Lombardkreditlimite, welche aufgrund von Bewegungen der Börsenkurse nicht
mehr gedeckt sind.


a) Herr Peter Werder verfügt über eine Kreditlimite von CHF 50'000.--, welche
voll beansprucht ist. Das verpfändete Wertschriftendepot weist heute einen
Börsenwert von CHF 65'000.-- auf. Die Bank belehnt dieses Depot mit 60%.
Wie hoch ist die Unterdeckung aufgrund des Belehnungswertes? Stellen Sie
Ihre Ausrechnung ausführlich dar.

1 Punkt

Gedeckte Limite:  CHF 65'000.-- x 60 %      = CHF 39'000.--
Unterdeckung:     CHF 50'000.-- - 39'000.-- = CHF 11'000.--


Korrekturhinweis: keine Teilpunkte

Im Wissen darum, dass der oben genannte Kredit nicht mehr voll gedeckt ist, schreiben
Sie Ihrem Kunden einen Brief.


b) Welche zwei Vorschläge unterbreiten Sie ihm, um die Angelegenheit
möglichst rasch zu regeln?


2 x ½ Punkt

Geldüberweisung bzw. Eindeckung
Titeltransferierung bzw. Nachdeckung
Verkauf an der Börse bzw. Umschichtung von Titeln


Korrekturhinweis: freihändiges Verwertungsrecht (teilweise oder ganz) wird nicht
akzeptiert.

Aufgrund Ihres Schreibens gibt Ihnen Herr Werder zu verstehen, dass er nicht in der Lage
ist, auf Ihre Vorschläge einzugehen.


c) Welche letzte Möglichkeit steht Ihnen vor der Einleitung der Betreibung offen?


½ Punkt

Freihändiges Verwertungsrecht. Teilweiser oder ganzer Verkauf des Depots.

Ihr Freund Christoph Walter beabsichtigt ein neues Auto zu kaufen, verfügt aber zurzeit
nicht über die nötigen finanziellen Mittel. Damit er sich seinen Wunsch trotzdem erfüllen
kann, schwankt er zwischen einem Leasing oder der Aufnahme eines Konsumkredites.


Zeigen Sie Christoph Walter zwei wesentliche Unterschiede zwischen Leasing und
Konsumkredit stichwortartig auf.


2 x 1 Punkt

billiger
limitierter Gebrauch des Autos (km)
Eigentumsübertragung erst mit der Tilgung des Leasings

Als Bürge einer Bankfinanzierung können natürliche und juristische Personen auftreten.


a) Welche gesetzlichen Anforderungen an den Bürgen müssen erfüllt sein?
Ergänzen Sie die beiden Lücken.


2 x 1 Punkt

Natürliche Personen: mussen handlungsfähig (urteilsfähig + mündig) sein

Juristische Personen: müssen im Handelsregister als Gesellschaft publiziert sein

Welche Anforderungen stellt die Bank an den Bürgen? Nennen Sie zwei.


2 x 1 Punkt

  • Nettovermögen soll Haftungsbetrag um das Drei- bis Vierfache übersteigen
  • Wirtschaftliche Existenz darf nicht gefährdet sein
  • Bei Bürgschaftsgenossenschaften setzt Bank finanzielle Leistungsfähigkeit voraus

Korrekturhinweis: Angaben zur Form der Bürgschaft (Beurkundung) sind hier
falsch

Sie haben die Bilanz Ihres Kunden, der Dentax AG, sorgfältig geprüft und einen
ungedeckten Kredit über CHF 300'000.-- bewilligt.


Nennen Sie zwei weitere wichtige Vertragsklauseln / Sicherungsklauseln, die Sie in
den Kreditvertrag einbauen können und beschreiben Sie diese in Stichworten.


4 x ½ Punkt

 

1) Ausschliesslichkeitsklausel:

2) Kreditnehmer muss den gesamten oder massgeblichen Bankverkehr über die kreditgebende Bank abwickeln:

1)  Informationspflicht
Negative
Sicherungsklauseln
Weitere Sicherungsklauseln

 

2)  Jahresvertrag, Revisionsbericht einreichen
negative Verpfändungsklausel, negative
Hypothekenklausel, Pari-Passu-Klausel
Nachgangserklärung, Verpflichtung Hauptaktionär,
Einsitznahme VR

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