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Finanz und Investitionswirtschaft

Finanz und Investitionswirtschaft


M. I.
Diese Lernkarten behandeln finanzielle Aspekte für Studierende der Betriebswirtschaftslehre. Sie konzentrieren sich auf Themen wie Gewinnermittlung, Investitionen, Liquidität und Kredite, wobei auch Banken, Zinssätze und Bilanzen behandelt werden. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende, die sich auf Prüfungen vorbereiten und ein tiefes Verständnis der finanziellen Entscheidungen und Strategien von Unternehmen erlangen möchten.
Karten
83
Lernende
3
Sprache
Deutsch
Kategorie
BWL
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
06.03.2017 / 27.04.2020

Lernkarten

Wer Ziele verfolgt muss immer auf andere Ziele verzichten. Warum ist diese Aussage richtig?

Es existieren konkurrierende Ziele – die Erreichung eines Zieles beeinflusst die Erreichung eines anderen Zieles negativ. Daher ist die Priorisierung in einer Zielrangfolge notwendig.

Was sind die Stakeholder eines Unternehmens?

Alle Personen oder Gruppen, die ein berechtigtes Interesse am Verlauf bzw. Ergebnis eines Projektes oder eines Unternehmens haben.

interne Stakeholder: Mitarbeiter, Eigentümer, Manager

externe Stakeholder: Lieferanten, Gesellschaft, Staat, Gläubiger, Kunden

Was ist ein Data Warehouse?

"Datenlager" als zentrale Datenbank. Besteht aus mehreren, heterogenen Datenquellen die im Data Warehouse verdichtet und zusammengeführt werden (aus mehreren Unternehmensbereichen). Für Analysezwecke optimiert, einsehbar und aktuell.

Was ist der Cashflow?

Der Cashflow ist der Saldo (=Differenz) zwischen Einzahlungen und Auszahlungen von Geldern oder Finanzmitteln in einem Unternehmen.

Einzahlungen – Auszahlungen = Cashflow

Was soll erreicht werden, wenn man den Wertschöpfungsprozess in einem Unternehmen effizienter gestalten möchte?

Prozessoptimierung um mehr bzw. mindestens gleich viel Wertschöpfung (Gewinn) zu generieren bei geringerem Ressourceneinsatz. Dadurch wird die Wettbewerbsfähigkeit aufrecht erhalten bzw. gesteigert.

Welches Gesetzeswerk enthält die Vorschriften zur Buchführung und Erstellung der Bilanz?

Das Handelsgesetzbuch (HBG).

Unterschied Effektivität und Effizenz.

Effektivität: Mit gegebenen Mitteln das bestmögliche Ziel erreichen (Maximalprinzip).

Effizienz: Ziel mit möglichst wenig Input (Aufwand) erreichen (Minimalprinzip).

Was sagt die Liquidität eines Unternehmens aus?

Die Liquidität ist die Fähigkeit eines Unternehmens, seinen Zahlungsverpflichtungen termingerecht und betragsgenau nachzukommen.

Die Aufrechterhaltung der Liquidität ist die Grundvoraussetzung für unternehmerische Tätigkeiten.

Wann ist ein Unternehmen insolvent?

Sobald es seinen Zahlungsverpflichtungen gegenüber den Gläubigern nicht mehr nachkommen kann und die Auszahlungen zu bestimmten Fristen größer als die Einzahlungen sind.

Wenn die Deckungslücke größer 10% und länger als 14 Tage = Pflicht des Geschäftsführers, Insolvenz anzumelden. Ansonsten drohen bis zu 5 Jahre Haftstrafe wegen "Insolvenzverschleppung".

Wie berechnet man die Liquidität ersten Grades?

Flüssige Mittel
––––––––––––––––––––––––   x 100%

kurzfristige Verbindlichkeiten

 

Flüssige Mittel: (Aktiva – Umlaufvermögen) Kasse, Schecks, Bank.

kurzfristige Verbindlichkeiten: (Passiva – Fremdkapital < 90 Tagen) Rückstellungen, Verb. aus LuL.

Was versteht man in der BWL unter Verbindlichkeiten?

Verbindlichkeiten sind Schulden an Lieferanten aus Lieferung und Leistung (Verpflichtung eines Kaufmanns gegenüber Dritten). Sie stehen in der Bilanz auf der Passiva unter dem Fremdkapital.

Was zeigt die Aktiva/Passiva einer Bilanz?

Aktiva: Mittelverwendung – unterteilt in Anlagevermögen und Umlaufvermögen.

Passiva: Mittelherkunft – unterteilt in Eigenkapital und Fremdkapital.

Welches Ergebnis bezeichnet man in der BWL mit "EBITDA"?

Earnings Before Interests, Taxes, Depreciation and Amortisation.
(Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen).

Umsatzerlöse
+ sonstiger betrieblicher Ertrag
– Materialaufwand
– Personalaufwand
– Abschreibungen
– sonstiger betrieblicher Aufwand
+ Erträge aus Finanzanlagen
= EBIT
+ Abschreibungen
= EBITDA

Welches Ergebnis erzielt ein Unternehmen, wenn die Erträge größer sind als die Aufwendungen?

Gewinn.

Unterscheide Shareholder/Stakeholder-Value. Nenne ein Beispiel, das der Stakeholder Value berücksichtigt – der Shareholder Value aber nicht.

Shareholder Value:
"Aktionärswert"

  • Marktwert des Eigenkapitals
  • Steigerung des Unternehmenswert = Gewinnmaximierung
  • Einzelner Arbeitnehmer spielt keine Rolle, außer man sieht in ihm Aussichten zur Steigerung des Shareholder Values

Stakeholder Value:
Steigerung des Unternehmenswerts für alle Betroffenen. Enthält Shareholder Value +

  • Umweltverträglichkeit
  • Sozialverträglichkeit
  • Sicherheit (Arbeitsplätze, Kredite, Einlagen)

Welche Erfolgsgröße wird im Shareholder-Value berücksichtigt?

Die Gewinnmaximierung (Steigerung des Unternehmenswertes).

Was unterscheidet ein Darlehen von einem Kredit?

Kredit ist der umfassendere Begriff. Ein Kredit erstreckt sich nicht nur auf die Geldleihe, sondern auch auf andere Kreditarten.

Ein Darlehen ist ein schuldrechtlicher Vertrag, durch den ein Darlehensnehmer Geld- oder vertretbare Sachen auf Zeit zum Gebrauch überlassen werden. Ein Darlehen ist also eine Unterform des Kredits und wird häufig bei längeren Laufzeiten und höheren Geldsummen verwendet.

Sind Kreditzinsen Kosten?

Nein, Kreditzinsen sind Aufwendungen. Keine Kosten, da sie nicht der betrieblichen Leistungserstellung dienen.

Aufwendungen bezeichnen den Verbrauch von Gütern und Leistungen, und diese Definition trifft auf die Bankzinsen zu – sie bewerten ja die in Anspruch genommene Leistung der Bank.

Was ist der Unterschied zwischen einem Endfälligkeitsdarlehen und einem Tilgungsdarlehen?

Bei einem Endfälligkeitsdarlehen wird der gesamte Darlehensbetrag erst am Ende der Laufzeit fällig. Bei einem Tilgungsdarlehen (Annuitäten/Ratendarlehen) erfolgt während der Laufzeit eine regelmäßige Tilgung, die zur permanenten Verminderung des Darlehensbetrags führt. Der Unterschied liegt als in der Art der Rückzahlung.

Welcher Zielkonflikt besteht zwischen einer hohen Kreditfinanzierung und der unabhängigen Liquidität?

hohe Kreditfinanzierung gewährt eine hohe Liquidität bzw. Spielraum für Investition und Liquidität. Dadurch besteht aber gleichzeitig die Abhängigkeit von Kreditinstituten.

Unabhängigkeit von Kreditinstituten bedeutet geringe Liquidität und Investitionen sind kaum möglich – was aber erforderlich ist.

Berechnen Sie den jährlichen Zins des Darlehens:
Festdarlehen mit endfälliger Tilgung 100.000€, Zinssatz 5%

5% von 100.000€ = 5.000€ Zinsen

Ein Anleger legt am 1. Januar 2017 180.000€ Festgeld für 120 Tage an. Der Jahreszinssatz beträgt 5%. Wie viele Zinsen bekommt er? 

(360 Zinstage) 

180.000€/360d = 500€

500€* 120d = 60.000€

60.000€ * 0,05 = 3.000€

Wie hängen Geldstrom und Güterstrom in einem Unternehmen zusammen?

siehe Anhang.

Die Ströme müssen kurzfristig im Gleichgewicht stehen, weil z.B. Güter bezahlt werden müssen, mit Mitteln aus dem Geldstrom. Langfristig ist das Ziel einen Mehrwert zu erzielen.

Eine Bank beteiligt sich am Unternehmen und stellt dem dafür 250.000€ zur Verfügung.
1. Um welche Finanzierung handelt es sich aus Unternehmenssicht?

2.  Wie nennt sich diese Hingabe von Geld?
3. Wo steht die Beteiligung in der Bilanz?
4. Warum ist es keine Selbstfinanzierung?

1. Beteiligungsfinanzierung – also Eigenfinanzierung durch Außenfinanzierung.

2.) Aus Bankensicht: Investition, aus Unternehmenssicht: Finanzierung
3.) Bank: Aktiva (Anlagevermögen), Unternehmen: Passiva (Eigenkapital)
4.) Geld kommt von außen, nicht aus eigenem Wertschöpfungsprozess

Was ist ein Darlehen?

Ein Darlehen ist ein schuldrechtlicher Vertrag, durch den ein Darlehensnehmer Geld oder vertretbare Sachen auf Zeit zum Gebrauch überlassen werden. Es ist eine langfristige Geldleihe, als Unterform des Kredits.

Was würde eine Bank prüfen, wenn Wertpapiere als Sicherheit gelten?

Die Bonität (Besicherung von Krediten – wirtschaftliche Kreditwürdigkeit).

Bestandteile der Bonität sind:

  • Tragfähigkeit: 
    "Ist der Schuldner fähig, die aufgenommenen Schulden zurückzuzahlen?"
  • Zuverlässigkeit:
    Persönliche Einschätzung von Sachkenntnis, Methodenkenntnis und Wille (Haltung) des Schuldners, den Kredit zurückzuzahlen (Zahlungswilligkeit).

Warum bekommen nur langjährig erfolgreiche Unternehmen Blankokredite?

Weil dort keine Sicherheiten verlangt werden. Lediglich das Vertrauen zählt und die Bonität wird geprüft.

Der gesamte Geldstrom eines Unternehmens wird derzeit für die Gütererstellung aufgewendet. Die Bank bucht aber dennoch die fällige Tilgung + Zinsen ab. Was bedeutet das für die Liquidität?

Das Unternehmen ist zum Stichtag der Abbuchung nicht mehr liquide, es verliert seine Zahlungsfähigkeit. (z.B. durch die Liquidierung von Anlagevermögen könnte die Insolvenz vermieden werden.)

Was unterscheidet Selbstfinanzierung von Beteiligungsfinanzierung?

Selbstfinanzierung: Gewinnthesaurierung (Kapital stammt aus unternehmensinternen Wertschöpfung)

Beteiligungsfinanzierung: frisches Kapital wird von außen zugeführt. Eigenkapitalgeber erhalten nur Vergütung, wenn das Unternehmen Gewinne macht (Beteiligung am Unternehmenswert und am Gewinn).

Ein Gesellschafter gewährt der eigenen GmbH ein Darlehen. Um welche Finanzierungsform handelt es sich?

Es handelt sich um Kreditfinanzierung und ist somit Bestandteil der Fremdfinanzierung und Außenfinanzierung.

Was wird durch einen Kreditgeber vor Kreditvergabe immer geprüft?

Die Bonität (wirtschaftliche Kreditwürdigkeit).

Warum wollen Kreditgeber häufig eine Kreditbesicherung?

Wegen dem Ausfallrisiko. Sollte der Kreditnehmer ausfallen, gibt es einen alternativen Handlungsweg, um an das Geld zu kommen (z.B. Sachsicherheiten – Hypotheken, Personensicherheiten – Bürgschaften).

Welche Hinsichten sind Bestandteil der Bonitätseinschätzung?

Tragfähigkeit:
"Ist der Schuldner fähig den Kredit zurück zu zahlen?"

Zuverlässigkeit:
Persönliche Einschätzung von Sachkenntnis, Methodenkenntnis und Wille des Schuldners, den Kredit zurückzuzahlen.

Wieso trägt betriebswirtschaftliche Sachkenntnis zur Steigerung der Bonität eines Kreditnehmers bei?

Weil er damit den Grundbaustein des theoretischen Wissens zur Zurückzahlung eines Kredites kennt und voraussichtlich auch richtig anwendet.

Welcher Anteil der Kreditrate zählt man zum Güterstrom?

Die Zinsen.

(Kreditzinsen sind Aufwendungen. Keine Kosten, da sie nicht der betrieblichen Leistungserstellung dienen. 
Aufwendungen bezeichnen den Verbrauch von Gütern und Leistungen, und diese Definition trifft auf die Bankzinsen zu – sie bewerten ja die in Anspruch genommene Leistung der Bank.)

Welche Sicherheit stellt man bei selbstschuldnerischer Bürgschaft?

Haftung mit gesamtem Privatvermögen, insofern der Hauptschuldner seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt.

Muss die Bank als Gläubiger bei einer selbstschuldnerischen Bürgschaft erst den Hauptschuldner zwangsvollstrecken?

Nein, bei der selbstschuldnerischen Bürgschaft verzichtet der Bürge auf die "Einrede der Vorausklage". Das bedeutet, dass die Bank nicht erst den Rechtsweg zur Eintreibung der Schulden beim Hauptschuldner gehen muss. Der Bürge rückt also an die gleiche Position, wie die des Schuldners (sobald dieser nicht bezahlt).

Selbstschuldnerisch = Wie der Schuldner selbst

Was unterscheidet einen Hypothekenkredit von einer Grundschuld?

Die Hypothek ist an ein bestimmtes Darlehen gebunden, die Grundschuld nicht.

Hypothek: Restschuld wird nach und nach beglichen, dadurch sinkt auch die Höhe der Hypothek mit jeder bezahlten Rate. Sobald die Restschuld bei 0 angelangt ist, wird die Hypothek gelöscht.

Grundschuld: Zu Beginn des Darlehens wird die Grundschuld in voller Höhe eingetragen. Sie bleibt über die gesamte Laufzeit des Darlehens gleich hoch. Wenn die Restschuld bei 0 angelangt ist, wird sie mit Zustimmung des Gläubigers gelöscht.

1. Wo sieht man, ob ein Unternehmen im letzten Geschäftsjahr Gewinne eingefahren hat?

2. Wo kann man einsehen, wie das Ergebnis zustande kam?

1. In der Bilanz (Eigenkapital).

2. In der Gewinn- und Verlustrechnung.

Alle Erfolgskonten werden in der GuV mit ihrem Endbestand (=Saldo) aufgelistet. Das GuV-Konto ist ein so genanntes „Unterkonto des Eigenkapitalkontos“. Erträge – Aufwendungen = Gewinn/Verlust.

1. Eine Aktiengesellschaft hat im letzten Jahr 100.000€ Gewinn gemacht. Ist es damit langfristig liquide?

2. Ist der Gewinn gleichzeitig der Cash-Flow?

1. Liquidität und Gewinn gehören zwar "zusammen", unterschieden sich dennoch gravierend. Wenn ein Unternehmen keine Gewinne macht, kann es langfristig auch nicht liquide sein. Wenn es aber langfristig Gewinne macht, fällt die Liquidität auch wesentlich leichter (finanzielles Polster). Es kommt aber darauf an, was das Unternehmen mit seinen Gewinnen macht (Gewinnausschüttung, Investitionen, ...). Gewinne verschaffen einem Unternehmen also Spielräume für Liquidität und Investitionen.

2. 100.000€ Gewinn sind noch keine Garantie, dass auch Einzahlungen in Höhe von 100.000€ erfolgen! Der Cash-Flow ist die Differenz der (in der vorliegenden Periode) Einzahlungen – Auszahlungen. Eine Abschreibung ist z.B. Gewinnmindernd, aber ändert am Cashflow nichts.

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