Rewe & Controlling
Rechnungswesen & Logistikcontrolling
Rechnungswesen & Logistikcontrolling
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Flashcards
Wir werden Privatentnahmen und Privateinlagen verbucht?
(nur bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften (OHG, KG))
Sind die Entnahmen höher als die Einlagen:
Eigenkapital an Privatkonto
Sind die Einlagen höher als die Entnahmen:
Privatkonto an Eigenkapital
Wie werden Rückstellungen gebucht?
Aufwandskonto an Rückstellungskonto
Was sind die Aufgaben der Kosten- und Leistungsrechnung?
Die Kosten- und Leistungsrechnung plant, erfasst, kontrolliert und analysiert sämtliche betriebliche Leistungen und Kosten. Sie kalkuliert betriebliche Leistungen und überprüft, ob diese wirtschaftlich erstellt wurden. Des Weiteren stellt sie Zahlenmaterial für dispositive Zwecke zur Verfügung.
Was ist der Unterschied zwischen Haupt- und Hilfskostenstellen?
In Hauptkostenstellen (auch Endkostenstellen genannt) werden Leistungen erstellt und direkt dem Kostenträger zugerechnet. Hauptkostenstellen tauchen daher in der Kalkulation auf und die Gemeinkosten der Hauptkostenstelle werden über Verrechnungssätze (Kalkulationszuschlag) dem Kostenträger belastet.
Hilfskostenstellen (Allgemeine Kosten stellen und Vorkostenstellen) dienen der Leistungserstellung (Kostenträger) indirekt. Ihre Gemeinkosten werden durch innerbetriebliche Leistungsverrechnung auf nachgelagerte Kostenstellen (Hauptkostenstellen) verteilt. Sie haben keine Zuschlagssätze und tauchen auch in der Kalkulation nicht direkt auf.
Welche Ziele verfolgt das Logistik-Controlling?
Ziele des Logistik-Controllings:
• Minimierung der Beschaffungsrisiken,
• optimale Auslastung der Produktionskapazität,
• Transportoptimierung,
• Durchlaufzeitverkürzung,
• Erhaltung der Lieferbereitschaft,
• entscheidungsorientierte Informationsgewinnung,
• Minimierung logistischer Kosten,
• Transparenz logistischer Kosten und Leistungen,
• Bestandsoptimierung.
Was sind die praktischen Aufgaben des Logistik-Controllings?
Aufgaben des Logistik-Controllings aus Sicht der Praxis:
• Berichtswesen,
• Koordination logistischer Subsysteme,
• Fertigungssteuerung,
• Planung und Kontrolle des Lieferservice,
• Produktionsplanung,
• Absatzplanung,
• Kennzahlenbildung,
• Sonderrechnungen,
• Materialflussplanung,
• Transportplanung,
• Beschaffungsplanung,
• entscheidungsorientierte Informationsbeschaffung,
• Bestandsoptimierungen(-rechnungen),
• Abweichungsanalyse im Logistikbereich,
• Planung und Kontrolle der Logistikkosten.
Wie unterscheidet sich strategisches Logistik-Controlling vom operativen Logistik-Controlling?
Strategisches Logistik-Controlling
• Einbindung der Logistik in die strategische Planung,
• Umsetzung der Strategien in operative Logistik-Planung,
• strategische Kontrolle,
• Dokumentation der Planung.
Operatives Logistik-Controlling
• Aufstellung und Überprüfung der Einhaltung von Logistik-Budgets,
• Abweichungsanalysen,
• Verbesserung der Effizienz,
• Beratung der Logistik-Führungskräfte.
Wie unterscheidet sich das strategische vom operativen Management?
Das strategische Management befasst sich mit der langfristiges Entwicklung, Planung und Umsetzung inhaltlicher Ziele und der Ausrichtung eines Unternehmens.
Operatives Management hingegen bezieht sich auf einzelne Organisationseinheiten innerhalb eines Unternehmens, in denen sich das ständige Handeln in einem Unternehmen abspielt.
Es umfasst unter anderem Prozesse der Mitarbeiterführung, der finanziellen Führung und des Qualitätsmanagements.
Was sind die sechs Schritte des Logistik-Controlling-Prozesses (Regelkreismodell)? Welche Arbeitsschritte werden gemacht?
Schritt 1: Ziele setzen
Ein wirksames Logistik-Controlling muss sicherstellen, dass in einem mehrfach durchlaufenden Planungsprozess Planziele strukturiert und fixiert werden, an denen sich sowohl die Steuerung als auch die Überwachung dieser Prozesse und Potenziale orientieren können.
Schritt 2: Ist-Werte erfassen
Die Hauptaufgabe liegt in der Schaffung einer gesicherten Arbeitsgrundlage für die folgenden zu durchlaufenden Phasen des Logistik-Controlling-Prozesses. Insbesondere ist hierbei die Transparenz in der Geschäfts- und Betriebswirtschaftssituation eine elementare Voraussetzung für ein zielorientiertes und effizientes Logistik-Controlling.
Schritt 3: Abweichungen analysieren
Die Funktion dieser Arbeitsphase besteht in der detaillierten Analyse der Abweichung vom angestrebten Optimum auf Grundlage der ermittelten Ist-Werte. Ergebnis dieser Phase sind Ursachenbeschreibungen von Abweichungen, die geeignet sind, d.h. ausreichende Ursachentiefe besitzen, um die Zusammenhänge aufzuzeigen und zu gewichten.
Schritt 4: Maßnahmen planen
Die Funktion dieser Arbeitsphase liegt in der Entwicklung geeigneter Maßnahmen zur Eliminierung der aufgezeigten Abweichungen, die durch die vorherige Analyse transparent gemacht werden konnten.
Schritt 5: Planwerte bilden
Die Aufgabe von Planwerten liegt in ihrer Anwendung als Messpunkte zur Beurteilung der Entwicklungsrichtung der jeweiligen Maßnahmen bzw. des Gesamtsystems. Sie sind damit operative Vorgaben, die nach einer gewissen Zeit erreicht werden sollen.
Schritt 6: Ergebnisse berichten
Die Berichterstattung dient als Feedback über die Wirksamkeit etablierter Maßnahmen und als Grundlage für neuerliche Zielvorgaben und Entscheidungen.
Die Phase „Berichterstattung“ ist der letzte Schritt im Durchlauf der sechs Arbeitsphasen, sie sollte aber gleichzeitig als Auslöser für einen erneuten Durchlauf dieses Regelkreises betrachtet werden.
Was sind Planwerte?
Planwerte sind Meilensteine oder definierte Kontrollpunkte auf dem Weg zur Zielerreichung und dürfen daher nicht mit Zielwerten verwechselt werden. Durch die Definition dieser Planwerte wird eine Entwicklungsrichtung für das Gesamtsystem definiert.
Welches Ziel hat Benchmarking?
Benchmarking ist ein Planungs- und Managementinstrument zur kontinuierlichen Verbesserung der Wettbewerbssituation.
Der Vergleich interner und externer Gegebenheiten ermittelt systematisch Schwachstellen und verfolgt dabei das Ziel der nachhaltigen Beseitigung dieser Leistungsschwäche. Dazu werden die Leistungslücken zum internationalen (oder branchenübergreifenden) Spitzenniveau identifiziert, quantifiziert und die Ursachen analysiert.
Was sind die vier Perspektiven der Balanced Scorecard?
Welche Kennzahlen lassen sich den Perspektiven zuordnen?
Die Finanzperspektive umfasst die finanziellen Ziele, die langfristig erreicht werden sollen.
Kennzahlen der Finanzperspektive:
- Kosten je Bestellung
- Kapitalbindung im WE-Lager und in Umlaufbeständen
- Steuerungskosten je Fertigungsauftrag
- Auftragsabwicklungskosten pro Auftrag
- fehlmengenbedingte Vertragsstrafen pro Jahr
Die Kundenperspektive stellt, als Voraussetzung für die Erreichung der finanziellen Ziele, die Erfüllung der Kundenwünsche sicher.
Kennzahlen der Kundenperspektive:
- Termintreue
- Beanstandungsquote
- Anteil unbeantworteter Kundenanfragen
Die Prozessperspektive zielt auf die ökonomische und wirtschaftliche Optimierung interner Geschäftsprozesse ab, um Kundenwünsche adäquat erfüllen zu können.
Kennzahlen der Prozessperspektive:
- durchschnittliche Liegezeit im WE
- Warenannahmezeit pro Sendung
- Anteil automatisch gesteuerter interner Transportprozesse
- Anzahl der Transportunfälle pro Periode
- Verfügbarkeitsgrad der Regalförderzeuge im Lager
Die Innovations-/Mitarbeiterperspektive enthält Ziele, die zur Sicherstellung der Entwicklungs- und Wandlungsfähigkeit der Organisation sowie ihrer Mitarbeiter erreicht werden müssen.
Was ist Reporting?
Das Reporting ist ein Bindeglied zwischen diskreten Kennzahlen und dem Logistik-Controlling, indem es Kennzahlen durch regelmäßige Berichterstattung in eine Zeitreihe bringt.
Umfang, Qualität, Intervall des Reportings und Betrachtungszeiträume müssen definiert werden.
Was sind die Hauptaufgaben der Logistikkosten- und leistungsrechnung?
Welche Fragen beantworten die Bereiche?
Folgende Hauptaufgaben werden differenziert:
• Kostenstellenkontrolle
– Welche Logistikkosten fallen in welcher Höhe an?
– Gibt es Plan-Ist-Differenzen und sind diese auf Beschäftigungs-, Verfahrens- oder Verbrauchsabweichungen zurückzuführen?
• Kalkulation von Logistikleistungen
– Was kostet eine Logistikleistung?
– Was kostet ein Bündel an Logistikleistungen?
• Verfahrensauswahl
– Welches von mehreren alternativen Transportmitteln ist für eine Transportaufgabe am wirtschaftlichsten?
– Ist es günstiger, die Zwischenlagerung demnächst benötigter Materialien im automatischen Hochregallager oder im konventionellen Schmalganglager vorzunehmen?
– Soll man die Anlieferung von Materialien mit dem eigenen Fuhrpark durchführen oder einen Spediteur beauftragen?
• Investitionsentscheidungen
– Lohnt sich die Investition in eine neue Lagerhalle?
– Lohnt sich die Investition in ein fahrerloses Transportsystem?
– Welches ist der unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten optimale Automatisierungsgrad von Logistikprozessen?
Welche Einflussgrößen wirken sich auf die Höhe von Logistikkosten aus?
Einflussfaktoren auf die Höhe von Logistikkosten sind:
• die Entfernung der Beschaffungs- und/oder Absatzmärkte
• die mögliche Packdichte der Güter
• die Gefährlichkeit oder Empfindlichkeit der Güter
• das Wert/Gewichts- bzw. Wert/Volumen-Verhältnis
Was sind die jeweiligen Merkmale von fixen, variablen und sprungfixen Logistikkosten?
Fixe Logistikkosten: Die Höhe dieser Kosten bleibt bei einer Veränderung der Logistikleistung konstant (Beispiel: Gebäudeabschreibung).
Variable Logistikkosten: Die Höhe dieser Kosten verändert sich unmittelbar in Abhängigkeit von einer Veränderung der Logistikleistung (Beispiel: Treibstoffkosten für Stapler).
Mischform bzw. sprungfixe Kosten: Die Höhe dieser Kosten verändert sich in Abhängigkeit von einer Veränderung erst mit zeitlicher Verzögerung und unabhängig von der Größe der Leistungsänderung (Beispiel: Lagerkosten beim Anmieten von zusätzlichem Lagerraum).
Was ist Ziel des Logistik-Controllings und wie soll dieses Ziel erreicht werden?
Das Ziel des Controllings in der Logistik ist eine kontinuierliche und nachhaltige Kontrolle der Wirtschaftlichkeit.
Dieses Ziel soll durch die Optimierung folgender Bereiche erreicht werden:
• Bestandsoptimierung, Durchlaufzeitverkürzung,
• Transparenz logistischer Kosten und Leistungen,
• Minimierung logistischer Kosten,
• Erhaltung der Lieferbereitschaft,
• Transportoptimierung.
Was versteht man unter dem Begriff Cash-to-Cash-Cycle?
Als Cash-to-Cash-Cycle wird der Zyklus des Geldumschlags bzw. der Betriebsmittel in einem Unternehmen verstanden. Das Unternehmen wird hierfür als ein Prozess verstanden, denn monetäre Mittel werden in Güter umgewandelt und im Anschluss erneut in monetäre Mittel überführt.
Hierfür werden Tage als Bemessungsgrundlage verwendet. Sowohl Beschaffung, Produktion und Distribution als auch der Finanzbereich eines Unternehmens werden hierfür miteinander verbunden.
Welche unterschiedlichen Definitionstypen desd Supply Chain Controllings existieren?
Was sind ihre Aufgaben und Ziele?
Definitionstyp 1:
• Grundfunktion ist die unternehmensübergreifende Führungsunterstützungsfunktion ,
• Aufgabe ist die Informationsversorgung sämtlicher Beteiligter,
• Ziel ist die Sicherstellung logistischer Prozesse zwischen den SC-Partnern.
Definitionstyp 2:
• Grundfunktion ist das auf die Führungsunterstützung ausgerichtete Controlling
• Aufgabe ist die Entscheidungsunterstützung bei der Ausgestaltung der Supply Chain und der Teilsysteme,
• Ziel ist die Wahl der Integrationsform und die Gestaltung und Koordination des Informations-, Planungs- und Kontrollsystems.
Definitionstyp 3:
• Grundfunktionen sind die systembildende und -koppelnde Planung, Kontrolle und Informationsversorgung,
• Aufgaben sind Planung, Kontrolle und Informationsversorgung der Material-, Informations-, Finanz- und Dienstleistungsflüsse innerhalb der Supply Chain,
• Ziele sind die Unterstützung der ergebniszielorientierten Adaption und die Koordination des Gesamtsystems.
Definitionstyp 4:
• Grundfunktion ist die Rationalitäts- und Reflexionssicherung bei Gestaltung und Optimierung der Supply Chain,
• Aufgaben sind die Unterstützung des Führungssystems sowie die systembildende und -koppelnde Koordination,
• Ziel ist die Sicherstellung der unternehmensübergreifenden Prozesse zwischen den SC-Partnern.
Welche Lebenszyklusphasen durchlebt eine Supply Chain und welche Aktionen werden in den einzelnen Phasen durchgeführt?
Initiierung der Kooperation:
• Unternehmensnetzwerk wird gegründet,
• Selektion geeigneter Netzwerkunternehmen,
• Festlegung und Abstimmung von Supply-Chain-Zielen und -Strategien,
• Aufgabenverteilung der Verantwortungsbereiche unter Netzwerkunternehmen.
Betriebsphase:
• Erforderliche unternehmensübergreifende Material- und Informationsflüsse gestalten und optimieren.
Modifikation des Netzwerks:
• Permanente Beobachtung der netzwerkinternen und netzwerkexternen Entwicklungen und des Inputs der Netzwerkmitglieder, da die dynamische Supply Chain stetigen Wandlungen unterliegt.
• Bei unsachgemäßen Veränderungen in der Supply Chain ist eine Umstrukturierung der Leistungserstellungsprozesse vorzunehmen, eine Umverteilung der Aufgaben und Verantwortungsbereiche unter den Netzwerkunternehmen zu tätigen oder eine neue Aufnahme bzw. ein Ausschluss von Netzwerkmitgliedern aus der Supply Chain herbeiführen.
Auflösung des Netzwerks:
• Dauer der Zusammenarbeit endet durch in der ersten Phase vereinbarten Rahmenvertrag.
• Unternehmensnetzwerk wird gänzlich aufgelöst.
• Ausnahme: Bei Teilauflösung (bspw. Konkurs eines Unternehmens) kann ein einzelnes Netzwerkunternehmen aus der Supply Chain ausscheiden. Hierbei ist es wichtig, dass alle Phasen zuvor permanent beobachtet wurden und Verbesserungsmaßnahmen eingeleitet wurden, da die Lücke, die durch den Austritt eines Unternehmens in der Supply Chain entstehen kann, von den anderen Unternehmen zu füllen ist, um nicht die gesamte Supply Chain durch Instabilität in Gefahr zu bringen.
Warum ist Controlling in der Supply Chain notwendig?
Die Führung der Supply Chain muss durch das Controlling gestützt werden. Der Grad der Unterstützung durch das Controlling wird hierbei durch die Dynamik, Intransparenz und Komplexität einer Supply Chain festgelegt. Der Erfolg des Supply Chain Managements soll durch die Unterstützung der durch das Controlling eingesetzten Instrumente erfolgen.
Welche spezifischen Einflussgrößen beeinflussen die Höhe von Lagerraumkosten?
- die Sortimentsgröße: Ein tieferes bzw. breiteres (erhöhtes) Sortiment verursacht mehr logistischen Aufwand in Lagerung, Bestandsführung und Handling (z.B. Kommissionierung) und führt zu einer Erhöhung der Logistikkosten.
- die Wiederbeschaffungszeiten: Eine Reduktion der Wiederbeschaffungszeiten führt zu einer Reduzierung der Logistikkosten. Bestände können geringer gehalten werden, die Planung kann kurzfristiger erfolgen. Ggf. können aber durch häufigere Bestellrhythmen oder geringere Bestellmengen höhere Bezugskosten entstehen.
- Mindestbestellmengen: Eine Erhöhung der Mindestbestellmenge führt zu einer Erhöhung der Logistikkosten. Größere Warenbestände verursachen höhere Kosten.
- der Lieferbereitschaftsgrad: ein erhöhter Lieferbereitschaftsgrad führt zu einer Erhöhung der Logistikkosten. Um die Lieferfähigkeit zu sichern, werden erhöhte Sicherheitsbestände im Lager geführt, dadurch steigen die Lagerhaltungskosten. Zudem ist nicht garantiert, dass auch alle gelagerten Waren tatsächlich abgesetzt werden können.
- der Zentralisierungsgrad des Lagersystems: eine Erhöhung des Zentralisierungsgrads führt zu einer Reduzierung der Logistikkosten. Zwar ist eine Abnahme der Lageranzahl mit höheren Bestandskosten verbunden, allerdings können auch Personal-, Gebäude-, Material- und Handlingkosten eingespart werden.
Warum darf das strategische Controlling nicht ohne das operative Controlling erfolgen?
Ein strategisches Controlling darf nicht ohne ein operatives Controlling erfolgen, weil die strategischen Entscheidungen den Rahmen und die Ziele für die operativen Maßnahmen vorgeben.
Die Ziele, die beim strategischen Controlling erreicht werden, sind gleichzeitig auch operative Ziele.
Welche Abgrenzungsprobleme bestehen bei Logistikkosten?
Folgende Ursachen können dazu führen, dass Logistikkosten schwer zu ermitteln sind:
- die Querschnittsfunktion der Logistik: Logistikprozesse werden in fast allen Unternehmensbereichen erbracht und können mehreren Abteilungen zugeordnet werden
- die Vielzahl von Messpunkten im Unternehmen
- der Dienstleistungscharakter und die Heterogenität von Logistikleistungen (Messung von Dienstleistungen ist schwierig)
- die gemeinsame Nutzung von personellen Ressourcen (Mitarbeiter aus der Produktion übernehmen häufig auch TUL-Arbeiten in der Logistik)
- bewertungsindizierte Ermittlungsprobleme: Bewertungsprobleme bei der Ermittlung der Höhe der Kapitalbindungskosten, insbesondere des richtigen Zinssatzes
Welche Problematik existiert bei der eindeutigen Bestimmung von Kapitalbindungskosten?
In der Logistik sind Kapitalbindungskosten die Kosten für das Anlagevermögen (Transport- Lager-, Umschlagsanlagen) sowie Kosten der Kapitalbindung durch Lagerbestände und Zwischenlagerbestände.
Die Kapitalbindungskosten entsprechen dem durchschnittlich gebundenen Kapital und dem kalk. Zinssatz.
Problem 1: Bestimmung des eindeutigen Zinssatzes (Finanzierung aus Eigenkapital vs. Fremdkapital)
Problem 2: Bewertung der Lagerbestände kann mit unterschiedlichen Ansätzen erfolgen: Einlagerungsbestände zu Anschaffungspreisen, Zwischenlagerbestände zu Wiederbeschaffungspreisen oder Ausgangslagerbestände zu Herstellkosten
Problem 3: Fehlmengenkosten sind oftmals nichtz als Logistikkosten direkt zu erkennen
Welche Möglichkeiten existieren um das Logistik-Controlling organisatorisch im Unternehmen zu veranken?
1) Das Logistik-Controlling wird durch das zentrale Unternehmenscontrolling wahrgenommen
2) Das Logistik-Controllinmg wird durch das Logistikmanagement wahrgenommen
3) Es wird eine eigene Stelle /Abteilung für das Logistik-Controlling eingerichtet
diese kann fachlich und disziplinarisch der Logistik und/oder dem (Zentral)Controllinmg zugeordnet werden (insgesamt 4Kombinationsmöglichkeiten)
Die organisatorische Verankerung ist dabei immer abhängig von der Größe und der bereits bestehenden Struktur eines Unternehmens.
Was ist das Ziel der Logistikkostenartenrechnung?
Da die klassische Kostenrechnung stark auf Fertigungsvorgänge ausgerichtet ist, spielen Logistikkosten oft eine der Produktion untergeordnete Rolle.
Ziele der Logistikkostenartenrechnung ist es deswegen, die Logistikkosten
- zu erfassen
- zu strukturieren
- und Logistikkostenarten zu bilden.
Sie hat eine Informationsfunktion, da sie die Höhe einzelner Kostenarten transparent macht und Veränderungen und Verschiebungen ín den Kostenarten aufzeigt.
Zusätzlich stellt sie die Einzelkosten für die Kostenträgerrechnung und die Gemeinkosten für die Kostenstellenrechnung bereit.
Was versteht man unter "spezifischen Logistikkosten" und "logistischen Zusatzkosten"?
Spezifische Logistikkosten sind alle Kosten eines Leistungsbereichs, die durch operative Leistungen verursacht werden.
Logistische Zusatzkosten sind alle Kosten, die für operative Neben- und Zusatzleistungen sowie administrative Leistungen anfallen.
Um welche Kostenarten handelt es sich bei:
- Adress-Etiketten, die in der Packstraße aufgeklebt werden
- Abschreibung für gekaufte Kranlage
- Kosten für angemietetes Außenlager?
Adress-Etiketten = Sachkosten (sind den logistischen Zusatzkosten zuzuordnen, da sie für eine operative Nebenleistung anfallen)
Abschreibung Krananlage = Betriebsmittelkosten
Kosten Außenlager = Raum- und Flächenkosten
Was versteht man unter der Durchlaufzeit? Was beinhaltet die Durchlaufzeit?
Die DLZ ist der Zeitraum zur Bearbeitung eines Objektes von der Auftragsannahme bis zur Auslieferung an den Kunden.
Entwerder wird ein einzelner Fertigungsschritt berechnet oder ein Produktionsauftrag.
Die DLZ beinhaltet:
- Bearbeitungszeit
- Transportzeit
- Kontrollzeit
- Liegezeit
Warum ist eine lange Durchlaufzeit negativ zu bewerten?
Eine lange DLZ ist negativ zu bewerten, weil sie:
- erhöhte Umlaufbestände
- erhöhte Kapitalbindung
- erhöhte Lager- und Transportkosten und
- verlängerte Wartezeiten bedeutet.
Welche Maßnahmen können die Durchlaufzeit verkürzen?
- Splittung von Arbeitsgängen
- Überlappung von Arbeitsgängen
- Ausweichen
- Reduktion von Übergangszeiten
- Minimierung der Rüstzeiten
- Familienfertigung
Wie lässt sich die Durchlaufzeit berechnen?
Durchlaufzeit (z.B. in Tagen) = Zeitpunkt Endmesspunkt - Zeitpunkt Startmesspunkt
oder
Durchlaufzeit (z.B. in Tagen) = Summe der Durchlaufzeiten aller Teilsysteme
Was versteht man unter dem Auslatungsgrad? Wie lässt er sich berechnen?
Der Auslastungsgrad berechnet den Gebrauch verfügbarer Kapazitäten. Eine 100%-ige Auslastung ist dabei nicht immer unbedingt positiv zu bewerten.
Auslastungsgrad in % = durchschnittliche Kapazitätsauslastung / verfügbare Kapazität x 100
Um die freie Kapazität zu berechnen, muss man den errechneten Wert von 100% abziehen.
Was versteht man unter der Rüstzeit? Wie berechnet sie sich?
Unter Rüsten versteht man die Vorbereitung eines Arbeitssystems auf seine Aufgabe (Werkzeuge, Maschinen). Die Rüstzeit gibt den Zeitraum vom Beginn bis zum Ende des Rüstens an.
Die Reduzierung der Rüstzeit ist wirtschaftlich sinnvoll.
Rüstzeit (z.B. in Stunden) = Zeitpunkt Rüstende - Zeitpunkt Rüstbeginn
Was versteht man unter dem Flussgrad? Wie berechnet er sich?
Der Flussgrad gibt an, wie lange ein zu produzierendes Material in einem Produktionssystem bleibt - gemessen an der Gesamtdurchlaufzeit!
Hoher Flussgrad = hoher Bestand = hohe Transportzeiten = hohe Liegezeiten --> negativ!
Flussgrad = Gesamtdurchlaufzeit / Bearbeitungszeit
Was sind Logistikkosten?
Logistikkosten sind der in Geldeinheiten bewertete, periodisierte Ressourcenverzehr eines Betriebes. Sie werden durch die Durchführung logistischer Prozesse und die Bereitstellung der dazu notwendigen Kapazitäten verursacht.
Was ist der Unterschied zwischen Lieferfähigkeit und Liefertreue?
Die Lieferfähigkeit ist die materielle Liquidität des Unternehmens. Sie zeigt, ob die Kunden ihre Waren zum Termin erhalten. Die Lieferfähigkeit zeigt also die Termintreue.
Die Liefertreue misst den Lieferservice. Sie berücksichtigt die abgemachten Liefertermine und auch die Liefermengen. Sie zeigt also, wieviel Prozent der gesamten Lieferungen vereinbarungsgemäß durchgeführt wurden.