Anatomie

Basiswissen Herz/Kreislauf/Lymphsystem

Basiswissen Herz/Kreislauf/Lymphsystem


C. S.
Diese Karteikarten bieten einen umfassenden Überblick über die menschliche Anatomie, insbesondere die Blutgefäße, das Herz und das Immunsystem. Sie behandeln Themen wie Blutgerinnung, Leukozyten, Lymphknoten und die Aufgaben der verschiedenen Blutzellen. Ideal für Medizinstudenten und Gesundheitsberufe, die ihr Wissen über den menschlichen Körper vertiefen möchten.
Karten
64
Lernende
13
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
27.02.2017 / 21.09.2025

Lernkarten

Lage des Herzens

Im Mediastinum (Mittelfellraum)

die Herzspitze ist nach links gerichtet

Aufbau Herz, nenne wichtige Fachbegriffe

Myokard, Atrium, Ventrikel, Septum, Endokard, Epi- und Perikard

Perikard = eigentlicher Herzbeutel

Epi- und Perikard bilden eine Tüte. Die Häute legen sich doppelt um den Herzmuskel, dazwischen befindent sich Flüssigkeit, die ein Vakum erzeugt und doch gleitfähig ist (diese Tüte nennt man Seröse Höhle)

Herzklappen und Funktion

  • Segelklappen:                                                                                                                                         Trikuspidalklappe rechts und Mitralklappe links -> sind gross und empfindlich, lassen das Blut aus den Vorhöfen in die Kammern fliessen während der Diastole (während der Systole werden sie nach oben gedrückt. Sind an Sehnenfäden befestigt, damit sie dabei nicht in die Vorhöfe schlagen. Die Sehnenfäden sind verankert an den Papillarmuskeln
  • Taschenklappen:                                                                                                                                                             Pulmonalklappe rechts und Aortenklappe links -> einfach gebaut, wie Ventile, lassen das Blut nur während der Systole in die Aorta /in die Lunge fliessen. Taschenklappen finden sich zahlreich in Venen und Lympfgefässen

Grosser Kreislauf

= Körperkreislauf.

Beginnt bei der Aorta (Hauptschlagader) -> Arterien -> Arteriolen -> Kapillaren führt das Blut wieder über Venolen -> Venen -> untere und obere Hohlvene -> rechtes Atrium zurück

kleiner Kreislauf

= Lungenkreislauf

Lungenarterien -> Lungen: kleine Kapillaren umfassen Alveolen (Lungenbläschen), betanken mit Sauerstoff -> blut fliesst über Lungenvenen zum linken Atrium zurück

geschlossener Kreislauf

Blut verlässt nie die Gefässe

 Achtung: Lumphgefässe nicht so! Lymphe wird in den Geweben gebildet und sammelt sich langsam in den Lymphkapillaren = offener Kreislauf (auch in der Tierwelt kommen offene Kreisläufe vor)

Was sind Papillarmuskeln

Die Segelklappen sind über die Sehnen an den Papillarmuskeln festgemacht. Sie sind pyramidenförmige Ausläufer des Myokards.

Was sind Herzkranzgefässe/Koronararterien?

Sie versorgen das Myokard.

Entspringen früh in der Aortenwand.

Was haben die Herzkranzgefässe/Koronararterien zu tun mit der  Koronaren Herzkrankheit, Angina Pectoris und Myokardinfarkt?

Arteriosklerotische Verengungen (Stenosen) oder Verschluss der Herzkranzgefässe oder Koronargefässen führen zu einer lebensgefährlichen Unterversorgung des Herzmuskels

Beschreibe den Herzzyklus

Diastole -> Segelklappen geöffnet und Taschenklappen geschlossen

Systole -> Segelklappen geschlossen und Taschenklappen geöffnet

Was ist das Reizleitsystem?

  • Sinusknoten
  • AV-Knoten (Atrio-Ventrikular-Knoten)
  • vegetatives Nervensystem 

Die Herzpumpe hat ein eigenes Nervenzentrum im rechten Atrium = Sinusknoten. Arbeitet autonom. Sendet el. Reize an ein anderes Zentrum im oberen Bereich des Septums (Scheidewand) = AV-Knoten

Vom AV-Knoten geht der Reiz weiter bis zum Grund des Myokards und löst eine koordinierte Kontraktion aus. Eine schraubenförmige Kontraktion (nicht nur eine Quetschbewegung). Herzmuskelfasern laufen spiralförmig der Herzwand entlang.

was ist der natürliche Herzschrittmacher des Menschen?

Sinusknoten! Liegt in der Myokardwand des rechten Vorhofes. Hier werden pro Minute 60-80 Schläge gebildet (Reize)

Herzaktionsphasen

1. Phase: Systole = die Kammermuskulatur kontrahiert, zieht sich zusammen

2. Phase: Diastole= die Kammermuskulatur entspannt sich, sie erschlafft

Herzzyklusphasen

4 Phasen:

Systole=    1. Anspannungsphase

                  2. Auwurfphase

Diastole=   3. Entspannungsphase

                  4. Füllungsphase

 

Was macht ein eingepflanzter Herzschrittmacher?

wird im Brustbereich eingepflanzt, überwacht den Sinusknoten, sendet selbständig el. Reize

Wer/was ist zuständig für die Erhöhung des Pulses beim Sportmachen?

Vegetatives Nervensystem (bei Stress zuständig für Sport, Kampf und Flucht oder bei Entspannung für Schlaf, Verdauung und Ruhe)

Vegetatives Nervensystem

arbeitet unabhängig von unserem Willen bei Tag und bei Nacht. Gehirn kontrolliert, was wir gerade machen, über die Nerven werden Anpassungen befohlen, damit Organe, Herz und Blutgefässe optimal der Situation angepasst arbeiten.

Zwei Untereinheiten:

  • Sympathikus:   Aktivität und Stress,verbrennen Reserven
  • Parasympathikus:    Erholung, Verdauung und Ausscheidung, bauen Reserven (und Muskeln) auf

Beispiele für Veg. Nervensystem

  • Schlagkraft Myokard (Schlagvolumen):     S: erhöht / P: verlangsamt
  • Herzfrequenz (Puls) S: erhöht / P verlangsamt
  • Durchmesser der kleinen Arterien (Herzferne Arterien) in der Muskulatur: S erweitert / P verengt
  • Durchmesser der kleinen Arterien (Herzferne Arterien) in den inn. Organ.: S verengt / P erweitert

Wann ertönen die Herztöne?

sie entstehen bei der Kontraktion des Myokars (Systole) und dem Zuschlagen der Taschenklappen

Was passiert beim EKG

 

Beim EKG werden die Herzströme (Spannungen) gemessen. Die ströme, die vom Sinusknoten ins Myokard fliessen

 

Schlagvolumgen

ist die Menge Blut, die pro Kontraktion ausgeworfen wird.

Sie beträgt ca. 70-100ml in Ruhe

Herzfrequenz

ist die Menge Kontraktionen pro Minute

ca 70 Schläge pro Minute in Ruhe = Ruhepuls

Minutenvolumen

ist die Menge Blut, die pro Minute ausgeworfen wird. sie ist das Produkt aus SV und HF

ca. 4900 ml pro Minute  = ca. 5 liter pro Minute

Wieviel Blut hat der Mensch ca.

1/13 des Körpergewichtes

warum wird der Ruhepuls gesenkt je sportlicher wir sind?

wir stärken den Herzmuskel mit regelmässigem Training. Das heisst, er wird grösser und hat eine höhere Schlagkraft. Er muss somit weniger schalgen um gleichviel Blut zu pumpen

Aufbau:

  • Blutgefässe
  • Arterien
  • Venen

Bestehen aus 3 Schichten:

  • Intima: im Inneren, eine dünne Schicht aus Plattenepithelzellen (= Endothel)
  • Media: ist die 2. Schicht, besteht aus glatter Muskulatur und elastischem Bindegewebe
  • Adventitia oder Externa: äusserste Schicht, besteht aus lockerem Bindegewebe und dient der Verankerung in den Organen

Arterien herznah

Media viel dicker als bei den Venen!

  • fliessen vom Herz weg
  • Herznahe Arterien, z.B. Aorta enthalten fast keine glatte Muskulatur, aber viel elastisches Bindegewebe
  • wie Gummischläuche
  • speichern Durckenergie, welche während der Diastolen das Blut weiter transportiert
  • da nehmen wir den Puls wahr
  • 2 Blutdruckwerte

Arterien herzfern

  • fliessen vom Herz weg
  • enthalten viel glatte Muskulatur
  • können sich erweitern oder verengen und damit die Blutversorgung in den Organen regulieren und verteilen! Im Laufen ist die Beinmuskulatur erweitert, im Magen-Darm-Trakt enger. Beim Essen umgekehrt (Verengung und Erweiterung wird vom vegetativen Nervensystem gesteuert.

Venen

  • fliessen zum Herz
  • passive Schläuche
  • ihre Intima enthält Taschenklappen, die das Blut nur in eine Richtung fliessen lassen

 

Blutfluss in den Venen

Wie kommt das Blut von den Füssen zurück zum Herz

Wir haben in der Peripherie keine richtigen Pumpmechanismen.

Verantwortlich sind 3 Mechanismen:

  • arterielle Pulsation: Grosse Venen verlaufen paralell zu grossen Arterien.Arterielle Druckwellen drücken auch auf die Venen
  • Muskelpumpe:mittlere und kleinere Venen ziehen durch Körpermuskeln. Die Muskelarbeit drückt auf die Venen
  • Taschenklappen: das Blut kann nicht zurück, nur in eine Richtung
  • zudem fliessen mehr Venen zum Herz zurück als Arterien vom Herz weg

Wie kann der Blutdruck beeinflusst werden?

Durch Verengung oder Erweiterung der Gefässe

Blutdruck Werte

Normaler Blutdruck:   125/72mm Hg

Diastolisch (unterer Wert) normal: 60 - 90mm Hg

Systolischer oberer Wert normal: 100 -140 mm Hg

Kapillaren (=Haargefässe)

  • dünn
  • nur noch einzelne Erythrozyten können passieren
  • stark vernetzt
  • der Tiefe Blutdruck sorgt dafür, dass wenig Wasser im Ursprung der Kapillare ins Gewebe heraustritt.
  • Am Ende der Kapillare wird wieder 90% Wasser aufgenommen
  • Am Ende ist der Blutdruck gleich Null, aber die gelösten Stoffe im Blutplasma wirken wasseranziehend (Osmose!)

Was wird in den Kapillaren aufgenommen/abgegeben

Abgegeben ins Gewebe:

  • O2 (Sauerstoff)
  • Wasser
  • Glukose
  • Aminosäuren
  • Natrium
  • Chlorid

 

Aufgenommen zum Abtransport:

  • Harnstoff vor allem in der Leber
  • Natrium
  • Chlorid
  • Co2 (Kohlenstoffdioxid)
  • Wasser am Schluss

Pfort ader system = Sammelgefäss

wichtige Besonderheit des menschlichen Kreislaufes

Das Blut aus der Milz und den Verdauungsorganen (Magen, Dünndarm,Dickdarm, Bauchspeicheldrüse) fliesst zur Leber.

Dort wird verstoffwechselt und es geschieht die 1. Reinigung: Medikamente und Gifte werden entfernt oder Traubenzucker aus der Nahrung abgespeichert.

Die Leber wird durch die Leberarterie mit Sauerstoff versorgt.

Blutdruckregulation in den Arterien

nenne 3 wichtigsten Faktoren, die den arteriellen Blutdruck beeinflussen

  • Flüssigkeitsvolumen im Kreislauf
  • Gefässtonus = Muskeltonus der Arterien = wie sehr es sich zusammenzieht
  • Schlagvolumen des Herzens (Druck in Fliessrichtung) = wieviel das Herz pumpt

Welche Aufgaben hat das Lymphsystem

 

  • Rücktransport von Gewebeflüssigkeit in den Blutkreislauf
  • Aufnahme von Fetten aus dem Darm
  • Abwehrfunktion durch Lymphozyten und Phagozyten

Aufgabe der Lymphkapillaren

Drainagesystem, sie führen überschüssige Gewebeflüssigkeit (Zwischenzellflüssigkeit) in die Lymphgefässe.

 

Aufgabe der Lymphgefässe

Lymphgefässe sammeln sich im Hauptlymphgefäss, dem Milchbrustgang, der dann zur grossen Schlüsselbeinvene führt

Wichtige Rolle im Wasserhaushalt! Sie transportieren Wasser, das von den Kapillaren verloren ging zurück in den Kreislauf.

 

Was passiert wenn die Lymphgefässe nicht mehr richtig arbeiten?

Lympfstauungen, bzw. Ödeme im Gewebe

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