S. 5-23


M. T.
Diese Lernkarten bieten einen Überblick über die Pathologie des Auges auf Berufsschulniveau, mit Fokus auf Entzündungen, Infektionen und degenerativen Erkrankungen. Sie behandeln häufige Erkrankungen wie Entzündungen, Infektionen durch Bakterien und Viren, sowie spezifische Augenleiden wie Gerstenkorn, Hagelkorn und Lidrandentzündungen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für angehende Augenärzte und medizinisches Fachpersonal, da sie detaillierte Informationen zu Symptomen, Ursachen und Therapien bieten.
Cartes-fiches
51
Utilisateurs
9
Langue
Allemand
Catégorie
Biologie
Niveau
Apprentissage
Créé / Mis à jour
05.02.2017 / 08.02.2021

Cartes-fiches

Was sind Krankheitserreger?

Krankheitserreger sind Stoffe oder Organismen, die in anderen Organismen gesundheitsschädigende Abläufe verursachen. Man ordnet ihnen in der Medizin die Eigenschaft der Pathogenität (krankheitsfördernd) zu. 

Nenne 5 Krankheitserreger

  • Mikroorganismen
  • Bakterien
  • Pilze
  • Protozoen
  • Viren

Was sind Bakterien?

Bakterien sind mikroskopisch kleine, einzellige Organismen von kugeliger, stäbchenförmiger oder schraubi-ger Gestalt. Sie sind unbeweglich oder führen mit Hilfe von Geisseln schnelle Schwimmbewegungen aus. Traditionell wird die Bezeichnung „Bakterien“ in der Mikrobiologie für alle mikroskopisch kleinen, meistens einzelligen Organismen gebraucht, die keinen echten Zellkern besitzen und deshalb zu den Prokaryoten gehören. 

Nenne 8 Typische Formen von Bakterien:

Wo zu braucht der Mensch Bakterien?

Bakterien spielen im menschlichen Körper eine grosse Rolle. So leben im menschlichen Darm eine Vielzahl von Bakterien als sog. Darmflora, die die Verdauung fördern. Die Haut des gesunden Menschen ist von harmlosen Bakterien besiedelt, welche die Hautflora bilden. Besonders hohe Bakterienzahlen finden sich auf den Zähnen und am Auge. 

Nenne negative Bakterien

Bakterien können aber auch als Krankheitserreger wirken. Einige Bakterien verursachen eitrige Wundent-zündungen (Infektionen), Sepsis (Blutvergiftung) oder die Entzündung von Organen (z.B. Blasen- Lungen- oder Augenentzündungen).  

Wo liegt das Problem mit den Bakterien?

Sind die Bakterien einmal in den Körper eingedrungen und haben eine Infektion ausgelöst, stellen heute die Antibiotika ein wirksames Mittel gegen Bakterien dar. Da Bakterien zur schnellen Resistenzentwicklung neigen, sind viele Antibiotika im Laufe der Zeit gegen bestimmte Bakterien unwirksam geworden. Bakterien vermehren sich sehr schnell und zeigen daher in kurzer Zeit viele Mutationen (Veränderungen des Erbgutes). Durch diese Mutationen können sie gegen ein Antibiotikum resistent werden.

Welche wirkung haben Antibiotika auf die Bakterien?

Antibiotika wirken auf Bakterien, indem sie den Vermehrungsprozess der Mikroben stören. Sie verhindern, dass Bakterien nach der Zellteilung eine neue Zellwand bilden können. Weil die Zellwand von Bakterien anders aufgebaut ist als die Zellmembran der Körperzellen, greifen Antibiotika nur Bakterien an und keine Körperzellen. Ohne Aussenhülle sind Bakterien nicht lebensfähig - sie platzen.  

Wie ist eine Bakterienzelle aufgebaut?

Nenne Bakterien im bezug aufs Auge:

  • Staphylokokken (Blasenentzündungen) 
  • Streptokokken (Scharlach, Karies) 
  • Pseudomonas aeruginosa (sehr resistent, auch in Krankenhäusern zu finden) 
  • Häufigster Angriffspunkt im Auge ist die Hornhaut und die Bindehaut, die durch die Bakterien sehr schwer, teils irreversibel, geschädigt werden kann.  

Wie unterscheiden sich Viren von Bakterien?

Im Gegensatz zu den Bakterien können sich die Viren nicht selber vermehren. Sie brauchen die Zellen eines Lebewesens, wo sie sich einnisten können und dann diese Zellen (Wirtszellen) zwingen, neue Viren zu produzieren. Auch besitzen sie keinen eigenen Stoffwechsel. Die Viren sind kleinste Krankheitserreger, die nur aus Erbmaterial und einer schützenden Eiweisshülle bestehen. 

Wo sind wir bessonders stark von Virenangriffen ausgesetzt?

Die Zellen unserer Schleimhäute, wie zum Beispiel unsere Atemwege, oder unsere Hornhaut sind be-sonders stark den Angriffen von Viren ausgesetzt, da sie nicht von einer schützenden Hautschicht bedeckt sind. Die Grösse von Viren liegt zwischen 10nm und 400 nm und sie sind fast alle nur unter dem Elektronenmikroskop sichtbar. 10 – 15% aller 
Bindehautentzündungen sind auf den Einfluss von Viren zurückzuführen. Eine durch Viren geschädigte Hornhaut setzt dem Eindringen von Bakterien und Pilzen nur wenig Widerstand entgegen. 

Nenne 6 häufige Viren

  • Influenzaviren (Grippeviren)
  • Masernviren
  • Mumpsviren
  • Herpesviren
  • Adenoviren (Erkältungen)
  • Polioviren (Kinderlähmung)

Was haben Viren im bezug aufs Auge zu tun?

Das Herpesvirus nicht nur unsere Lippen befallen, sondern auch unsere Hornhaut oder die Lider. Trägt man einmal das Herpesvirus in sich, dann kann das Virus jederzeit wieder ausbrechen. Das Adenovirus ist eine weitere Virusart, die sich an unserer Hornhaut ansetzen kann. Dabei kommt es zu sehr schmerzhaften Hornhautentzündungen. Diese Virusart kann auch durch augenoptische Instrumente oder Kontaktlinsenflüssigkeiten übertragen werden. 

Wo liegt das Problem be der Bekämpfung der Viren?

Antibiotika nützen nichts. Heute gibt es wenige Virostatika, die zum Beispiel bei Herpes die Vermehrung der Viren verringern können. Trotzdem verschreiben Ärzte bei einer Viruserkrankung manchmal auch Antibiotika, denn bei einem viralen Schnupfen können sich gleichzeitig auch Bakterien einnisten. Der beste Schutz gegen eine Krankheit ist, sie erst gar nicht ausbrechen zu lassen. Mit einer Impfung wird das Immunsystem auf die Abwehr der Erreger vorbereitet.

Was sind Amöben?

Amöben sind zwischen 0.02 und 2 mm grosse Einzeller mit stark veränderlichen Scheinfüsschen zur Fortbewegung und zum Nahrungsfang. Ihre Nahrung besteht aus Algen oder anderen Einzellern. Die Vermehrung erfolgt durch Zweiteilung, Geschlechtliche Fortpflanzung ist äusserst selten. Amöben leben vor allem auf Wasserpflanzen und am Grund von stehenden Gewässern. 

Was haben Amöben mit dem Auge zu tun?

Einige Arten von Amöben, so zum Beispiel die Akanthamöben, können unser Auge befallen und schwere Hornhautentzündungen hervorrufen. Häufig setzen sich die Akanthamöben an der Kontaktlinse ab, durch mangelnde Hygiene: 

  • Befeuchten der Kontaktlinse mit Spucke 
  • Mangelhafte Behälterhygiene 
  • Abspülen der Linsen unter Leitungswasser 
  • Hausgemachte Abspüllösungen

Nenne die unterschiedlichen Krankheitsbilder:

  • Entzündungen
  • Infektionen
  • Allergische Reaktionen
  • Degenerationen
  • Infiltrationen

Was ist eine Entzündung (Inflammantion)?

Entzündungen sind lokale Reaktionen des Gefäss-Bindegewebe-Apparates auf Reizungen und Störungen mit oder ohne direkten Einfluss von Mikroorganismen. 

Wie ist der Ablauf einer Entzündung?

Die Entzündung ist eine typische Abwehrreaktion des Organismus auf schädigende Einflüsse. Ziel der Entzündung ist es, die weitere Ausbreitung der Schädlichkeit zu hemmen, sie zu entschärfen, das Gewebe zu reinigen und schliesslich die Voraussetzung für die Beseitigung des Schadens zu schaffen. Durch stärkere Durchblutung (Rötung, Wärme) und Aufquellen des Gewebes (Schwellung, Ödem) werden Abwehrstoffe (Leukozyten) zur Bekämpfung der Entzündung aktiviert und ins Gewebe abgegeben. 

Durch was kann eine Entzündung (Inflammation) herrvorgerufen werden?

•  physikalische Reize: Strahlung (UV), Fremdkörpe
•  chemische Reize: Säuren, Laugen
•  biologische Reize: Bakterien, Viren 

Wie unterscheidet man die Entzüdungen (Inflammation)?

Man unterscheidet zwischen der chronischen und akuten Entzündung mit ihren fünf Kardinalsymptomen:  Rötung, Überwärmung, Schwellung, Schmerz, eingeschränkte Funktion. Diese fünf Zeichen sind nicht immer direkt erkennbar oder auch nur teilweise nachweisbar. 

Nenne die einteillungen von Entzündungen (Inflammation):

  1. zeitlichen Ablauf
  • akute = plötzlich einsetzende Entzündungen  
  • chronische = langsam, schleichend ablaufende Entzündungen  
  • rezidivierende = wiederholt auftretende Entzündungen.  
  •  progrediente = fortschreitend ohne Besserung 
  1. Ausdehnung: 
  •  systemische Entzündung (gesamte Körper- meist mit Fieber)  
  •  lokale Entzündung (nur auf eine Stelle beschränkt)  
  1. Flüssigkeit: 
  • seröse Entzündung (große Mengen von eiweißhaltiger Flüssigkeit) bei Virenbefall 
  •  eitrige Entzündung bei Bakterienbefall 

Was ist eine Infektion (Ansteckung)?

Unter einer Infektion versteht man das aktive oder passive Eindringen, Anhaften und Vermehren von Krankheitserregern in einen Wirt. Symptome im Zusammenhang einer Infektion bezeichnet man als Infektionskrankheit.

Wie entsteht eine Infektion (ansteckung)?

Infektionen entstehen, wenn Krankheitserreger wie Bakterien, Viren, Pilze, Einzeller (Protozoen), Parasiten oder Prionen in den Körper eindringen, anhaften, sich in ihm vermehren und eine Reaktion der körpereigenen Abwehr (Immunsystem) auslösen. Ob es zu einer Vermehrung der Keime kommt und wie heftig die Infektion verläuft, hängt vom Verhältnis zwischen dem Keim („Gast“) und dem Immunsystem des Menschen (Wirt) ab. An den Wirt angepasste Krankheitserreger schaden ihm meist nicht sehr, denn sie benötigen ihn für ihre eigene Wandlung oder Vermehrung. Sind Mikroorganismen (Bakterien, Viren, Pilze...) an einer Entzündung beteiligt, so spricht man von einer Infektion. Durch eine erfolgreiche Bekämpfung der Bakterien (abtöten der Krankheitserreger) entsteht Eiter. 

Was ist ein Ödem (Schwellung)?

Das Ödem ist eine Einlagerung von Flüssigkeit im Gewebe. Ödeme sind meist Folge einer vorangegangenen Erkrankung, und entstehen beispielsweise, wenn durch erhöhten Druck in den Kapillaren Flüssigkeit ins umliegende Gewebe gepresst wird. Das geschieht vor allem bei Stoffwechselstörungen oder bei Infektionen (z.B. Hornhaut-Ödem). 

Was ist eine Inflitration?

Infiltration beschreibt das Eindringen fester oder flüssiger Substanz in ein gesundes Gewebe. Die dabei entstehenden Ansammlungen, sogenannte Infiltrate, weisen häufig auf krankhafte Prozesse hin. (z.B. Hornhaut-Infiltrate) 

Was ist eine Degeneration (Entartung)?

Mit dem Begriff Degeneration bezeichnet man funktionelle und/oder morphologische (Lehre der Struktur und Form der Organismen) Veränderungen einer Zelle, eines Gewebes oder eines Gesamtorganismus, die im Vergleich zur vorherigen Generation eine Verschlechterung darstellen.  Eine Degeneration ist die Abweichung von der Norm. Eine Zelle oder ein Gewebe verändert sich, nimmt an Leistungsfähigkeit ab und verschlechtert sich in seiner Funktion. Vollwertige Zellsubstanz wird durch minderwertige ersetzt. 

Wie entsteht eine Degeneration (Entartung)?

Die Degeneration kann auf einer Änderung der Erbanlagen aufgrund von Mutationen, Inzuchtschäden oder Abbauerscheinungen (durch natürlichen Verschleiss, Nichtgebrauch bestimmter Organe, Altern, Krankheiten) beruhen (z.B. Makula-Degeneration). 

Was sind Allergien?

Als Allergie wird eine überschiessende Abwehrreaktion des Immunsystems (unser Abwehrsystem im Körper) auf bestimmte und normalerweise harmlose Umweltstoffe (Allergene) bezeichnet, die sich in typischen, oft mit entzündlichen Prozessen einhergehenden Symptomen äussert. 

Was können Ursachen für Allergien sein? Zählen sie auf:

Beschreiben sie den ersten Kontakt mit dem Allergen.

Um mit unerwünschten und möglicherweise gefährlichen Eindringlingen wie Viren oder Bakterien fertig zu werden, hat der Körper verschiedene Abwehrstrategien. Eine davon ist, die Eindringlinge (= Antigene) mit Antikörpern einzufangen und sie dann unschädlich zu machen. Antikörper sind Eiweisskörper im Blut, die der Körper genau auf das jeweilige Antigen abstimmt. Bei einer allergischen Reaktion heisst das Antigen auch Allergen. Im Verlauf des ersten Kontaktes geschieht bis auf die Antikörperherstellung noch nichts. Angreifer und Verteidiger (das Immunsystem) müssen sich sozusagen erst kennen lernen. 

Beschreiben sie den zweiten Kontakt mit einem Allergen:

  1. Beim zweiten Kontakt jedoch rollt eine heftige Verteidigungswelle an.
  2. Die Antikörper zirkulieren nicht nur im Blut, sie wandern auch in die Gewebe.
  3. Im Lymphsystem, in der Nasen- und Mundschleimhaut, in den Atemwegen und im Darm treffen sie auf eine weitere Art von Abwehrzellen, die Mastzellen.
  4. Sie enthalten zahlreiche Körnchen, in denen Botenstoffe wie Histamin gespeichert sind. Auf ihrer Oberfläche tragen sie Bindungsstellen für Antikörper (Rezeptoren). Auf einer einzigen Mastzelle finden bis zu 100'000 Antikörper Platz.
  5. Ein Antikörper sieht aus wie ein Ypsilon. Er besitzt ein Bein undzwei Arme. Das Bein bindet sich an eine Mastzelle, die Arme fangen Eindringlinge (= Antigene) und halten sie fest.
  6. Haben zwei Antikörper einund denselben Eindringling gefangen, so dass er wie eine Brücke zwischen den beiden Antikörpern hängt, gibt die Mastzelle die in den Körnchen gespeicherten Botenstoffe frei. Dies ist unter anderem Histamin.
  7. Diese Botenstoffe sind recht aggressiv. Gelangen sie aus den Mastzellen in das umliegende Gewebe, verursachen sie dort kleine Entzündungen, zur Bekämpfung der scheinbaren Infektion. Zudem erweitern sich die Blutgefässe, damit noch mehr Blut zum scheinbaren Infektionsherd gelangen kann. 

Was sind die Beschwerden bei einer Allergischen reaktion?

Je nachdem, wo sich dieser Vorgang gerade abspielt, kommt es zu den unterschiedlichsten Beschwerden: Juckreiz, Niesreiz, laufende Nase, brennende oder tränende Augen, Hautreaktionen usw. Besonders gefähr-lich kann eine allergische Reaktion werden, wenn die Bronchien oder der Kreislauf heftig reagieren. Die Verengung der Bronchien führt zu der für Asthma typischen anfallsweisen Atemnot.

Nenne de Thoryen für die zunahme von Allergien:

  • Genetische Faktoren
  • Hygienehypothese  
  • Umweltverschmutzung  
  • Erhöhte Allergenexposition 
  • Veränderte Lebensgewohnheiten 

Nenne die verschiedenen Erkrankungen der Augenlieder:

Ptosis

Ektropium

Entropium

Lidrandentzündung (Blepharitis)

Hordeolum (Gerstenkorn)

Hagelkorn (Chalazion)

 

Was ist die Ptosis

Dies ist eine tiefe oder herabhängende Oberlidstellung durch teilweise oder vollständige Lähmung des Oberlidhebermuskels (= Levator = Musculus levator palpebrae).  Die angeborene Ptosis ist häufig durch eine Fehlbildung oder fehlende Ausbildung des für das Heben des oberen Augenlids zuständigen Muskels, des Levators, bedingt. Diese ist meistens erblich bedingt und häufig einseitig. 

Therapie Ptosis?

Nach Beseitigung eventueller Primärursachen wird meist eine chirurgische Korrektur des Levators vorge-nommen. Eventuell kann anschliessend das Auge im Schlaf nicht mehr vollständig geschlossen werden, so dass man mit Augentropfen ein Austrocknen der Hornhaut verhindern muss. 

Was ist das Ektropium

Ein Ektropium ist eine Fehlstellung des Augenlides, wobei sich das Augenlid nach aussen kehrt. Meistens handelt es sich hierbei um das Unterlid. Die häufigste Ursache ist eine verminderte Spannung des Augenschliessmuskels (Musculus orbicularis), welche zu einer Auswärtsrollung des Lides führt. Dies tritt häufig bei älteren Personen auf, deshalb nennt man diese Form Ektropium senilis. 

Nenne weitere Ursachen für das Ektropium:

Schädigung des Gesichtsnervs (Fazialisparese), Lähmung des Augenschliessmuskels, Auswärtsziehen des 
Lids aufgrund von Narben oder Tumoren. Aufgrund der Fehlstellung des Lides kommt es zum Tränenträufeln: Tränen träufeln über den Lidrand. Die Betroffenen neigen dazu, vermehrt ihre Tränen aus den Augen zu wischen, was die Fehlstellung höchstens noch verstärkt und zu einer chronischen Bindehautentzündung führen kann. Oftmals sind die Augen gerötet. 

Étudier