Pathologie

Blut und lymphatisches System

Blut und lymphatisches System


Janine Wüthrich
Diese Lernkarten bieten eine umfassende Übersicht über verschiedene Blutkrankheiten und deren Diagnostik, Therapie und Verlauf. Sie decken Themen wie Anämie, Leukämie, Thrombophilie und Gerinnungsstörungen ab, einschließlich spezifischer Erkrankungen wie Sichelzellenanämie, Thalassämie und Plasmazytom. Die Karteikarten sind ideal für Medizinstudenten und Berufslehrlinge, die sich auf die Pathologie von Blutkrankheiten spezialisieren möchten, da sie detaillierte Informationen zu Definitionen, Symptomen, Ursachen und Behandlungsmethoden bereitstellen.
Karten
88
Lernende
3
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Berufslehre
Erstellt / Aktualisiert
04.02.2017 / 12.02.2017

Lernkarten

AML = ? Vorkommen? Verlauf?

= akute myeloische Leukämie

  • Vorkommen: in jedem Alter

  • Verlauf: mit Chemo & teilweise Bestrahlung.

CML = ? Vorkommen? Verlauf?

= chronische myeloische Leukämie

  • Vorkommen: im mittleren Lebensalter

  • Auch vererbbar durch verkürztes Chromosom 22.

  • Verlauf: mit Chemo & teilweise Bestrahlung.

Leukämie: Symptome?

  • Je nach Leukämie: hohes Fiber

  • Schwere, nicht heilende Rachenentzündungen

  • Zahnfleisch- / Nasenbluten

  • Petechien / Hämatome (zu wenig Tc)

  • Schneller Gewichtsverlust

  • Müdigkeit & Kurzatmigkeit (schwere Anämie)

  • Blässe

  • Oder nur Milz- und Lymphknotenschwellung

Leukämie: Diagnose?

  1. Klinik

  2. Rotes & weisses Blutbild à zelluläre Zusammensetzung der Lc

  3. Differential-Blutbild à morphologische Beurteilung aller Blutzellen

  4. Blutausstrich

  5. Knochenmarkspunktion (als endgültige Diagnosestellung)

Leukämie: Laborbefund?

  • Erhöhte Lc-Zahl

    • Vorwiegend atypisch aussehende, unreife Vorstufen (Blasten) im Blutausstrich

  • Ec & Tc verminder

  • BSR beschleunigt

  • Im KM-Ausstrich: patholoische junge Vorstufen verdrängen die norm. Granulo-, Erythro- und Thrombopoese. à deshalb: Infektanfälligkeit, Anämie, Blutungsneigung.

  • Aleukämische Leukämie = Lc-Zahl nromal oder erniedrigt.

Leukämie: Verlauf und Therapie?

  • Unbehandelt: nach wenigen Monaten zum Tod

  • Akute Leukämie: Chemotherapie (Zytostatika)

  • Evt. Bestrahlung

  • Bei jungen Pat: Knochenmarkstransplantation durch geeigneter Spender.

    Eigene Blutkörperchen durch Chemotherapie (Zytostatika) vollständig zerstören & durch Spenderzellen ersetzen.
    Pat. Hat zeitweise keine Immunabwehrzellen = Aplasie. Aufenthalt in spez. keimfreien Behandlungszentren.

Leukopenie: Definition?

= Verminderung der Gesamtleuk unter 4 G/L.
Fast immer Verminderung der neutrophilen Granulozyten

Leukopenie: Ursache?

  • Virale Infekte

  • Akute Leukämie

  • Typhus (Samonellenerkrankung)

  • Radioaktive Strahlen

  • Medikamente
  • Zytostatika
  • Neuroleptika
  • Schmerzmittel

Agranulozytose: Definition?

= Verminderung der Gesamtleuk unter 2 G/L

-> Verminderung neutrophile Granulozyten unter o.5 G/L oder völliges fehlen.

Lebensgefährlich = neutrophile Granulozyten unter 1.0 G/L (à Neupogen spritzen -> stimmuliert Blutzellbildung, fördert Lc-Wachstum)

Agranulozytose: Ursache?

  • Überempfindlichkeit gegenüber Medikamente.

  • Frühstadium Leukämie

Agraulozytose: Symptome?

  • Plötzliches Erkranken mit hohem Fieber & schwerem Krankheitsgefühl

  • Infektabwehr bricht zusammen

  • Entzündungen & Geschwüre in Mundhöhle, Gaumenmandeln & im Rachen

  • Sepsis

Agranulozytose: Therapie & Verlauf?

  • Unbehandelt führt es innerhalb kurzer Zeit zum Tode durch eine Sepsis.Gefährliche Zeitspanne der Infektabwehrschwäche mit Antibiotika überbrücken

  • Gefährliche Zeitspanne der Infektabwehrschwäche mit Antibiotika überbrücken

Thrombozytopenie: Definition?

= Verminderung der Tc unter 150 G/L

Thrombozytopenie: Ursache?

  • Essentielle Thrombopenie: Ursache nicht bekannt.

  • Überempfindlichkeit gegenüber Medis

  • Bildung von AK gegen eigene Tc

  • Verdrängung der Thrombopoese im roten KM (z.B: Leukämie)

Thrombozytopenie: Symptome?

  • Haut- und Schleimhautblutungen

  • Petechien (=punktförmige Blutungen)

  • Suffusionen (=flächenhafte Blutungen) à entwickeln sich spontan ohne Verletzung.

  • Blutungen aus Nase, Zahnfleisch, Magen-Darm-Trakt, Nieren, Gebärmutter

Thrombozytopenie: Laborbefunde?

  • Blutausstrich: Tc-Mangel

  • Tc: unter 30 G/L

Thrombozytopenie: Therapie?

  • Ursache behandeln

Hämorrhagische Diathese = Definition? Ursache?

= Blutungsneigung

  • Thrombozytenmangel & Verminderung der Tc-Funktion

  • Verstärkte Verletzbarkeit der Blutgefässe

  • Störung des Blutgerinnungssystems

Störung des Blutgerinnungssystem: Ursache

  • Oft durch Komplikation der Antikoagulation.

  • Selten durch Krankheit des Blutgerinnungssystem (z.B: vererbte Bluterkrankheit (Hämophilie) / schwere Leberkrankheiten)

Antikoagulation: Indikation?

Krankheiten des venösen und arteriellen Systems:

  • Prophylaktisch & therapeutisch

  • Vorhofflimmern

  • Lungenembolie

  • Venenthrombose (TVT)

  • Postoperativ / bei Immobilisation

  • Nach mechanischem Herzklappen-Ersatz

Antikoagulation: Komplikation?

  • Durch Antikoagulation können Hirn-, Magen-, Nasenblutungen, Hämaturie und Hautblutungen auftreten.

Cumarine

  • Beispiel: Marcoumar & Sintrom

  • Wirkung: hemmen die Bildung von Vitamin K abhängigen Faktoren in der Leber => Vit.-K-Agonist-
    -> Gerinnung verläuft langsamer, Blut ist weniger gerinnbar = ist antikoaguliert.

  • Kontrolle: durch Quick: INR zwischen 2,0 – 3,0 (Normalwert: INR: 0,9 – 1,0, Quick: 100%)

    • INR über 3,0 à Blutungsgefahr

    • INR unter 2,0 à Blut ungenügend antikoaguliert

  • Durch Konakion wird die Wirkung von Cumarinen aufgehoben.

    • Durch Kohlarten (Vit. K-reich) à INR wird gesenkt.

Heparin

  • Beispiel: Fraxiparin, Fraxiforte, Fragmin

  • Wirkung: blockiert Blutgerinnung in anderem Teil des Blutgerinnungssystems (Hemmen Faktor IX a und Xa & somit die Fibrinbildung).

    • Wirkung kann durch Thrombinzeit gemessen werden.

NOAK / DOAK:

  • Beispiel: Xarelto, Eliquis, Pradaxa

  • Wirkung: hemmen Gerinnungsfaktoren Xa und direkt die Thrombinbildung.

Thrombozytenaggregationshemmer

Ist KEIN Antikoagulationsmedi. Kein Einfluss auf Gerinnungsfaktoren.

  • Wirkung auf das arterielle System

    • Prophylaktisch / therapeutisch

    • Bei akutem Konorarsystem

    • Nach Herzinfarkt

    • Bei PAVK

    • Nach Stent-Einlage

    • Nach CVI

    • Nach biologischem Herzklappenersatz

Thrombophile Diathese = Definition?

Thrombo = Blutgerinnsel

Phil = liebend

= Gerinnungsstörung durch gesteigerte Gerinnungsberitschaft.

Pat. mit erhöhtem Thrombose-Risiko

Thrombophile Diathese: Ursache?

  • Postoperativ

  • Tumoren

  • Immobilisation

  • Varikosis

  • Alter

  • Orale Kontrazeptiva

  • Idiopathische angeborene Thrombophilie

Hämophilie A: Definition?

= Mangel an Faktor VIII

  • X-chomosomal rezessiv:

    • Hälfte der Söhne erkranken

    • Hälfte der Töchter sind Träger

    • Es erkranken fast nur Männer

Hämophilie B: Definition?

= Mangel an Faktor IX

  • X-chromosomal rezessiv

    • Es erkranken fast nur manner

Therapie Hämophilie A & B

  • Ersatz des fehlenden Gerinnungsfaktors

    • Faktoren aus menschlichem Blutplasma (Blutspende!)

    • Faktor VIII (Hämophilie A) kann auch gentechnisch hergestellt werden.

  • Je nach Ausprägung: prophylaktisch / bei Bedarf

Laborwerte Hämophilie A & B

  • Quick-Wert normal -> nur endogene System ist erkrankt

Plasmazytom: Synonyme? Definition?

Synonyme= Multiples Myelom = Paraproteinämie
= bösartige Vermehrung der Plasmazellen im Knochenmark mit Bildung eines Paraproteins.

Plasmazytom: Vorkommen

Ursache für ca. 6% der Krebstodesfälle & tritt meistens jenseits des 60. Lebensjahr auf.

Plasmazytom: Symptome?

  • Knochenschmerzen
  • Müdigkeit
  • Anämie
  • Knochenbrüche

Plasmazytom: Laborbefund?

  • Proteinurie

  • Sehr stark beschleunigte BSR (wie bei fast keiner anderen Krankheit)

  • Starke Vermehrung eines krankhaften monoklonalen Immunglobulin (Paraprotein) im Blut

    • Nachweis in Serumelektrophorese

Plasmazytom: Prognose?

  • Je nach Art des Plasmazytom & Alter des Pat: Überlebenszeit zwischen wenigen Monaten bis viele Jahre.

Thalassämie: Definition

= vererbte, mikrozytärhypochrome Anämie durch eine genetischbedingte Hämoglobinbildungsstörung.

Je nach Gen-Muster der Eltern können Kinder gesund, leicht krank, schwer krank oder nicht lebensfähig sein.

Thalassämie: Vorkommen

  • häufig bei Mittelmeervölkern. Durch Zuwanderung kommt Erkrankung zu uns.

Thalassämie: Symptome?

  • Anämiesymptome
  • Splenomegalie

Thalassämie: Laborbefunde?

  • Mikrozytärhypochrome Anämie

  • evt. mit Targetzellen.

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