Seminar


T. L.
Diese Lernkarten behandeln grundlegende Konzepte der Pädagogik und sind für Fortgeschrittene geeignet. Sie beleuchten zentrale Themen wie Normalität, Medienkompetenz und Schulwissen, wobei Begriffe wie Erziehung, Bildung und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Die Karteikarten eignen sich für Pädagogen, Lehrer und Studierende, die ihr Verständnis von Erziehungsprozessen und Bildungsnormen vertiefen möchten.
Cartes-fiches
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Utilisateurs
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Langue
Allemand
Catégorie
Pédagogie
Niveau
Autres
Créé / Mis à jour
16.01.2017 / 12.01.2024

Cartes-fiches

Schule und Schulwissen

29. Wieso ist nach Reichenbach Schulwissen notwendig bzw. nicht notwendig?

Ohne Wissen ist ein Handlungskompetenz schwierig aufzubauen.
Man kann dadurch leichter Verknüpfungen herstellen.
Dadurch, dass wir uns mit Wissen auseinandersetzen, bilden wir auch unsere Identität und Interessen aus.

Wissen ist eigentlich nicht notwendig und überlebenswichtig, doch Wissen gehört zur Kultur. Durch Wissen kann ich mich verständigen und jede Kultur ist anders. Damit wir in eine Gesellschaft leben können, müssen wir dieses Wissen auch bilden.

Schule und Schulwissen

30. Man kann Schulwissen in versch. Kategorien differenzieren. Nennen Sie dazu Beispiele.

Wissen für Lehrpersonen

Z.B. Didaktik, Methoden, Wissen über SuS, Lehrmittel, Lehrplan, Fachwissen

Wissen für SuS

Z.B. Fachwissen, Lernmittel (Bücher, Hefte, Bilder, Filme, Einrichtung, Stühle, Bibliothek usw.), Regeln, soziale Umgangsformen

 

Schulwissen

31. Was sind die Funktionen von Lehrmittel und was sind die Probleme?

Funktionen: Halten Unterricht übersichtlich, reduzieren Komplexität von Themen, legen zeitliches Nacheinander fest, bestimmen Struktur von Aufgaben und Leisteungen, Hilfestellung für Lehrperson, Anhaltspunkt, Arbeit an einem Mittel (Medium)

Probleme:

Trivialisierung: für die Schule didaktisierte Lehrmittel müssen hinsichtlich Wissenschaftsbezug Einschränkungen hinnehmen → Wahrheitsverzerrungen

Lehrmittel machen scharfe Selektion der Inhalte →  ist diese richtig? Auf Bewährtes blind vertrauen?

Fehlende Möglichkeit für Kritik! Lehrmittel= Autorenprodukte →  keine empirische Kontrollen (meist Einführung ohne Testserien)

oft Neuauflage von altem

Schulwissen

32. Was sind Funktionen von Lehrpläne und was sind die Probleme?

Funktionen:

legen allgemeine Ziele fest

teilen die Lernzeit ein

bestimmen Aufgaben des Unterrichts

sorgen für Abgrenzung zwischen Fächern

schaffen Organisationsfrieden

Probleme:

generell im Alltag wenig wirksam

nicht selten sind die Lehrmittel nur sehr locker mit dem Lehrplan verknüpft

oft unterlaufen die Lehrkräfte die Empfehlungen des Lehrplans, weil sie auf eine bestimmte Situation reagieren, die nicht antizipiert werden konnte

Schulwissen

33. Was sind Funktionen von Schulfächer und was sind die Probleme?

Funktion:

Themen und Inhalte von Lehrdomänen werden materiell überliefert, vor allem in der Form von Lehrmitteln, die ihren Kernbestand fortlaufend anpassen (vor allem methodisch)

Probleme:

nicht «Fach» macht Unterricht wirksam, sondern die Lehrmittel verbunden mit persönlichem Können der Lehrkräfte, und dies bezogen auf eine je spezielle Situation des Unterrichts und eine bestimmte Gruppierung der Schüler.

Schulwissen

34. Was ist das übergeordnete Problem von Schulwissen (bzw. die Herausforderung)?

Werturteile und Normativität       

Normativität= alle Erziehungsverhältnisse sind durch Normen und Werte bestimmt

 

Schulwissen

35. Erklären Sie den Begriff Normativitätsproblem

Tatsache, dass alle Erziehungsverhältnisse durch Normen und Werte bestimmt sind.

Ich habe ein Normativitätsproblem, wenn ich z.B. militärisch eingestellt bin und die Schulordnung entgegen wissenschaftliche Erkenntnisse einrichte (Beispiel Nordkorea: Schulsysteme werden von politischen Normen gelenkt und nicht nach wissenschaftlichen Erkenntnisse.). Wie begründe ich also Normen? Ich komme somit zwangsläufig in Erklärungsnotstand, weil mir das Fachwissen dazu fehlt.   

Medien

36. Was sind Medien?

- Zeichensysteme

- Zeichensymbole

- Schrift, Bild, Bewegbild

Medien

37. Was ist bei Medien zu beachten?

Medien hat nicht auf alle die gleiche Wirkung

Bedeutend ist nicht die Darstellung in den Medien, sondern was die Kinder daraus verstehen.

Es gibt keine allgmeine Verbindung z.B. Horrormovies machen gewaltsam, Fernsehen macht aggressiv

Medien

38. Was bedeutet Medienkompetenz?

… nötige Voraussetzung für mündigen Umgang mit Medien

Wissen über die Funktion, den Aufbau oder die Struktur von Medien besitzen

reflexiv und kritisch damit umgehen

sie kreativ zu nutzen und selbst zu gestalten

Medien

39. Welche Kompetenzen werden dabei gefördert?

Technische, soziale

Kompetenz zum persönlichen Wissensmanagement

Kritikfähigkeit

Medien

40. Was sind die Entwicklungsstufen und was ist dabei zu beachten?

Medienkompetenz ist auch eine Frage der Entwicklungsstufe.

Z.B. sagt man, dass bis 4 Jahre ein Kind das Konzept des Fernehers noch nicht versteht (z.B. was passiert wenn ich den Fernseher aufmache? - Pferd rennt aus dem Fernseher)

Danach können SuS bereits Werbung und Programm auseinanderhalten, jedoch bis zum 7. Lebensjahr die Werbeabsicht noch nicht erkennen (Z.B. die Manias im Migros)

Medien

41. Erläutern Sie die Aussage: Gesellschaftliche Werte und Normen vs. Medienpädagogik

Es geht bei der Medienpädagogik nicht nur darum, das fachliche in Bezug auf Medien im Unterricht einzubringen, sondern diese auch mit den gesellschaftlichen Werten und Normen zu verbinden

  •  Es reicht nicht einen restriktiven Umgang mit Medien für die Jugend vorzuschreiben, es braucht die Auseinandersetzung mit Themen der Jugend. Auch mit Ängsten, Vorurteilen, Werten, Normen usw.
    Keine Sender-Empfänger, Ursache-Wirkung Haltung.

  • Durch aktive Auseinandersetzung mit Medien und Medieninhalten die Kinder kompetent machen.

  • Medien sind weder gut noch schlecht: Gesellschaftliche Debatte neigt zur Verteufelung/Idealisierung

  • Teilnahme Kultur erfordert Beherrschung kulturrelevanter Zeichensysteme (Vygotszki 1978)

Medien

42. Erläutern Sie die Begriffe Edutainment und Infotainment

 

 

Edutainmeint: Kombination zwischen Education und Entertainment. Edutainment hat Absicht Wissen zu vermitteln

- spielerische Aspekte werden mit Lerninhalt verknüpft (z.B. Sesamstrasse)

Infotainment:
soll Rezipienten sowohl informieren als auch unterhalten. Oft geht es darum, komplexe Sachverhalte aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik auf unterhaltende Weise zu vermitteln. (Bsp. Galileo, Wissenssendungen)

Normalität

43. Was bedeutet Ordnung in der Schule? Nennen Sie die Möglichkeiten, in der man in der Schule ordnen kann.

Ordnung ist eine individuelle Sache, die von Person zu Person anders sein kann.

- Kategorien

- Ordnung nach Differenzen (horizontal/vertikal)

Normalität

44. Was sind Kategorien in der Schule? Nennen sie die Beispiele dazu.

Kategorien sind Haltepunkte. Wir brauchen das (das System braucht es) um agieren zu können.

  • Jahrgänge

  • Alter

  • Leistung

  • Geschlecht

  • Grösse

  • Zimmerordnung/Pultordnung

  • Inhaltliche Kategorien

Normalität

45. Was sind horizontale Differenzen? Nennen Sie Beispiele dazu

Komplementär z.B. gross/klein, schwarz/weiss, gut/schlecht

Grundprinzip sind sie ungleich, aber sind gleich wertig.

  • Sie sind also horizontal gleichwertig.
  • Durch Gesellschaftsnormen werden diese Grunddualismen aber nicht mehr gleichwertig (z.B. Mann und Frau).
  • Schule stark von solchen bewerteten Differenzen und Kategorien geprägt.

Ist “besser - schlechter” die Leitdifferenz im Erziehungsbereich? schon die Absicht zu erziehen kann gar nicht verkündet werden, ohne dass der Erzieher sich zu einer Differenz von besser und schlechter bekennt.

 

Normalität

46. Was sind vertikale Differenzen? Nennen Sie Beispiele dazu

 

Es gibt Rangeinteilung, Skalierung, Hierarchie und wird auch mit einer sozialen Differenzierung verbunden (Mittelstand, Unterschicht usw.)

  • Diese Skalierungen sind meistens automatisch wertend.
    • Z.B. Organigramm: Schulleiter, Lehrer, Schüler)
    • Klassenclowns oder Alphatiere (In der Gesellschaft steht der Klassenclown aber unten. Sie sind nicht schlecht, aber in der Gesellschaft nicht so erwünscht.)
    • Benotung (Die Wertigkeit in DE sind z.B. anders). Gelten also nicht global.

Normalität

47. Was ist Normalität? Nennen Sie Beispiele dazu.

Normalität ist eine Beschreibung einer Idealvorstellung. Jene, die dem nicht entsprechen, werden ausgeschlossen.

→ Normalitätskonstrukt

Z.B. Pestalozzi und Rousseau haben auch Idealvorstellungen und diese Vorstellungen sind heute immer noch in der Pädagogik verankert.


Kinder kommen heterogen in die Schule. Durch die Normalisierung/Klassifizierung (z.B. Kinder in Klassen einführen) schaffe ich die Kategorisierung (Leistungskategorien), mit der wir Kinder beschreiben, erkennen und stigmatisieren.

Normaliät

48. Was bewirkt die historische Perspektive?

Die historische Perspektive bewirkt, dass wir über uns hinauswachsen können. Wir können reflektieren, ändern, lernen. Was ist möglich bzw. nicht möglich?

Normalität

49. Problemkinder

Um eine Statistik über die blödsinnigen, schwachsinnigen oder ausgesprochen Schwachbefähigten Kinder in der Schweiz zu erstellen, führte man eine Befragung mit einem Fragebogen in der ganzen Schweiz durch.

 

Bewertungen wurden früher nicht mehr von Lehrern gemacht, sondern von Ärzten.

Es wurde kritisiert, dass die Kinder überhaupt kategorisiert werden: Es werden Einheitsköpfe gebildet und nicht mehr die unendliche Schönheit des Menschen und Naturlebens.

Idiotie und Schwachsinnig war früher die Fachsprache (Expertenwissen), was wir heute als ADHS bezeichnen.

Normalität

50. Erklären Sie den Zusammenhang zwischen Normalität und historischen Bezug

Was “normales” oder “anormales”, “funktionales” oder “dysfunktionales”, “gutes” oder “blödes” Verhalten ist, kann nicht abstrakt bestimmt werden, sondern bezieht sich immer auf einen konkret-historischen Bezugsrahmen.

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