Bilanzanalysekennzahlen
Bilanzbuchhalter - Bilanzanalysekennzahlen
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Flashcards
Konstitution (Vermögensaufbau)
= Verhältnis zwischen Anlage- und Umlaufvermögen
Mit der Kennzahl der Konstitution wird der Anteil des Anlagevermögens mit dem des Umlaufvermögens verglichen.
Bedeutung:
Die Kennzahl kommt zum Einsatz um das Verhältnis zwischen Anlage- und Umlaufvermögen zu messen.
Beispiel
Bei einem Ergebnis von 150 % entspricht das Anlagevermögen dem 1,5-fachen vom Umlaufvermögen.
Anlageintensität (Anlagequote)
=Anteil Anlagevermögen am Gesamtvermögen
Die Kennzahl der Anlageintensität beschreibt den Anteil des Anlagevermögens, gemessen am Gesamtvermögen eines Unternehmens.
Mit dieser Kennzahl wird die finanzielle Lage eines Unternehmens ermittelt. Dabei gilt der Grundsatz, dass das Unternehmen liquider ist, je geringer das Anlagevermögen ausfällt. Doch auch eine niedrige Anlagequote kann sich schlecht auswirken. Das Unternehmen könnte so mit abgeschriebenen bzw. mit alten Anlagen arbeiten.
Umlageintensität (Umlaufquote)
Anteil Umlaufvermögen am Gesamtvermögen
Im Gegensatz zur Anlageintensität beschreibt die Umlaufintensität den Anteil des Umlaufvermögens im Vergleich zum gesamten Vermögen des Unternehmens.
Bedeutung:
Durch die Kennzahl kann die Finanzlage des Unternehmens ermittelt werden. Dabei sollte der Anteil am Umlaufvermögen allerdings nicht zu hoch ausfallen, da man bei einem großen Anteil des Umlaufvermögens meist von zu hohen Lagerbeständen ausgeht.
Liquidität 1. Grades
=Verhältnis flüssige Geldmittel zu kurzfristigem Fremdkapital
Die Kennzahl der Liquidität ersten Grades beschreibt das Verhältnis der gesamten flüssigen Mittel mit dem kurzfristigen Fremdkapital eines Unternehmens
Bedeutung:
Als kurzfristiges Fremdkapital werden hier Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen angesehen, aber auch Bankkredite und Darlehen mit einer Laufzeit von weniger als einem Jahr sowie (kurzfristige) Rückstellungen.
Beispiel:
Erhält man als Ergebnis eine Liquidität von 60 % zeigt dies, dass z. B. Verbindlichkeiten gegenüber einem Lieferanten mit 60 % der gesamten flüssigen Mittel bezahlt werden können.
Liquidität 2. Grades
=Verhältnis flüssige Mittel und Forderungen zu kurzfristigem Fremdkapital
Die Kennzahl der Liquidität zweiten Grades beschreibt das Verhältnis der gesamten Forderungen zzgl. der gesamten flüssigen Mittel mit dem kurzfristigen Fremdkapital eines Unternehmens
Bedeutung:
Die Kennzahl der Liquidität zweiten Grades beschreibt das Verhältnis der gesamten Forderungen zzgl. der gesamten flüssigen Mittel mit dem kurzfristigen Fremdkapital eines Unternehmens
Beispiel:
Erhält man als Ergebnis eine Liquidität von 25 %, sind lediglich 25 % der kurzfristigen Verbindlichkeiten durch die flüssigen Mittel sowie Forderungen gedeckt.
Liquidität 3. Grades
=Verhältnis Umlaufvermögen zu kurzfristiges + mittelfristiges Fremdkapital
Die Kennzahl der Liquidität dritten Grades beschreibt das Verhältnis des kurz- und mittelfristigen Fremdkapitals mit dem gesamten Umlaufvermögen des Unternehmens.
Bedeutung:
Die Kennzahl lässt erkennen, ob das Anlagevermögen kurzfristig finanziert wurde. Als kurzfristiges Fremdkapital werden hier Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen angesehen, aber auch Bankkredite und Darlehen mit einer Laufzeit von weniger als einem Jahr sowie (kurzfristige) Rückstellungen. Mittelfristiges Fremdkapital bezeichnet Verbindlichkeiten zwischen einem und fünf Jahren.
Beispiel:
Erhält man als Ergebnis eine Liquidität von 40 % zeigt dies, dass 40 % der kurzen und mittelfristigen Verbindlichkeiten durch das Umlaufvermögen gedeckt ist.
Nettoumlaufvermögen (Net Working Capital) in %
Mit dieser Kennzahl wird der Nettofinanzbedarf ermittelt um kurzfristige Aktiva zu decken. Dies ist der Teil des Vermögens, der nicht durch Fremdkapital finanziert wird.
Bedeutung:
Durch die Berechnung erhält man den Anteil des kurzfristigen Fremdkapitals zum Umlaufvermögen.
Net Working Capital
Mit dieser Kennzahl wird der Nettofinanzbedarf ermittelt um kurzfristige Aktiva zu decken. Dies ist der Teil des Vermögens, der nicht durch Fremdkapital finanziert wird.
Bedeutung:
Durch diese Berechnung wird der gesamte Überschuss am Umlaufvermögen über kurzfristiges Fremdkapital dargestellt.
Eigenkapitalquote
= Anteil vom Eigenkapital am Gesamtkapital
Fremdkapitalquote
= Anteil vom Fremdkapital am Gesamtkapital
Die Fremdkapitalquote zeigt den prozentualen Anteil des Fremdkapitals am Gesamtkapital an. Somit beschreibt die Kennzahl, wie viel Prozent des Gesamtkapitals nicht durch die Gesellschafter selbst finanziert wurde, sondern durch externe Geldgeber.
Bedeutung:
Die Fremdkapitalquote dient zur Beurteilung des Kapitalrisikos und stellt somit eine wichtige Kennzahl zur Kreditfähigkeit eines Unternehmens dar. Je größer die Quote an Fremdkapital ist, desto geringer wird Bonität des Unternehmens eingestuft. Als Richtwert sollte die Fremdkapitalquote möglichst kleiner als 50 Prozent sein.
Beispiele:
Zur Fremdkapitalfinanzierung gehören u. a. klassische Bankkredite aber auch Hypotheken.
Kapitalaufbau (Finanzierung)
= Verhältnis vom Eigenkapital zum Fremdkapital
Mit Hilfe dieser Kennzahl wird das Verhältnis des Fremdkapitals ins Verhältnis mit dem Eigenkapital gesetzt.
Bedeutung:
Die Kennzahl zeigt die Stärke des Eigenkapitals im Unternehmen. Je Höher die Quote an Eigenkapital, desto unabhängiger ist das Unternehmen
Beispiele:
Ein beispielhaftes Ergebnis von 150 % zeigt, dass jeweils bei 100,00 € Fremdkapital 150,00 € Eigenkapital vorhanden sind.
Deckungsgrad 1
= Wie viel Prozent vom AV werden durch das Eigenkapital gedeckt?
Die Kennzahl beschreibt, mit welcher Eigenkapitalquote das Anlagevermögen finanziert wurde.
Beispiel:
Errechnet sich ein Deckungsgrad I von 30 % bedeutet dies, dass jedem Euro des Anlagevermögens lediglich 0,30 € Eigenkapital zuzurodnen sind.
Deckungsgrad 2
= Wie viel Prozent vom AV weden langfristig finanziert?
Der Deckungsgrad II beschreibt, mit wie viel Prozent das Anlagevermögen langfristig finanziert ist.
Beispiel:
Geht man von einem Ergebnis von 70 % aus, bedeutet dies, dass 30 % kurzfristig finanziert werden müssen. Anlagevermögen sollte i. d. R. jedoch auch langfristig gebunden und finanziert werden. Daher ist ein Deckungsgrad II von mindestens 100 % zu erzielen.
Eigenkapitalrendite
= Verzinsung vom Eigenkapital
Die Eigenkapitalrendite (Return of Equity – ROE) beschreibt, wie sich das Eigenkapital der Eigentümer innerhalb eines Geschäftsjahrs verzinst hat.
Bedeutung:
Die Kennzahl zeigt, wie viel Prozent des erwirtschafteten Gewinnes auf das investierte (eigene) Kapital anfällt. Sie ist für die Eigentümer von großer Bedeutung, denn je höher die Eigenkaitalrendite ausfällt, desto besser wird das Unternehmen beurteilt.
Gesamtkapitalrentabilität
= Rendite vom eingesetzten Eigenkapital + Fremdkapital
Die Kennzahl der Gesamtkapitalrendite beschreibt die Rendite der Eigen- und Fremdkapitalgeber.
Bedeutung:
Die Gesamtkapitalrendite zeigt dem Unternehmen, welchen Betrag das investierte Gesamtkapital erwirtschaftet hat.
= Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals
Return on Investment (ROI) ergibt sich aus der Umsatzrentabilität multipliziert mit der Umschlaghäufigkeit des Gesamtkapitals.Das Ergebnis gibt Aufschluss über den finanziellen Erfolg im Verhältnis zum gesamten gebundenen Kapital des Unternehmens.
Return on Investment (ROI) ergibt sich aus der Umsatzrentabilität multipliziert mit der Umschlaghäufigkeit des Gesamtkapitals.Das Ergebnis gibt Aufschluss über den finanziellen Erfolg im Verhältnis zum gesamten gebundenen Kapital des Unternehmens.
= Gewinn pro Euro Umsatz
= Verhältnis von Leistung zu Kosten
Die Kennzahl der Wirtschaftlichkeit stellt die eigesetzten Kosten mit der resulutierenden Leistung gegenüber.
Beispiel
Mit dieser Kennzahl wird errechnet, wie wirtschaftlich ein Produkt oder eine Dienstleistung hergestellt wird. Je mehr Erträge aus dem Aufwand herausgeholt werden, desto wirtschaftlicher für das Unternehmen.
Umschlagshäufigkeit des Eigenkapitals
Diese Kennzahl beschreibt wie häufig sich das Eigenkapital eines Unternehmens umschlägt, also wie oft es zum Markt und wieder zurückfließt.
Ergänzung
Als Faustformel gilt: Je höher die Umschlagshäufigkeit des Eigenkapitals desto weniger Eigenkapital wird benötigt. Demnach ist von jedem Unternehmen eine hohe Umschlaghäufigkeit anzustreben, jedoch wird dies z.B. in der Industrie durch Kapitalbindung im Anlagevermögen begrenzt. Als Gegenbeispiel gilt der Handel, bei dem eine hohe Umschlagshäufigkeit besonders wichtig ist.
Umschlagshäufigkeit Forderungen
= Diese Kennzahl gibt an, wie oft sich die Forderungen in einem Geschäftsjahr umgeschlagen haben. Zur Ermittlung werden die Umsatzerlöse in Beziehung mit den Forderungen gesetzt.
Interpretation
Auch bei der Umschlagshäufigkeit der Forderungen ist eine möglichst hohe Umschlaghäufigkeit anzustreben. Denn je höher die Umschlaghäufigkeit, desto geringer ist die Kapitalbindung durch ausstehende Forderungen.
Aus der Praxis:
Für Unternehmen gibt es diverse Möglichkeiten die Umschlaghäufigkeit der Forderungen zu erhöhen. Insbesondere die Optimierung des Forderungsmanagement und des Mahnwesens tragen zur Erhöhung dieser Kennzahl bei.
Umschlagshäufigkeit Gesamtkapital
Diese Kennzahl gibt an, wie oft sich das Gesamtkapital in einem Geschäftsjahr umgeschlagen hat. Zur Ermittlung werden die Umsatzerlöse in Beziehung mit dem Gesamtkapital gesetzt.
Bedeutung:
Zwar ist auch bei dieser Kennzahl ein möglichst hoher Wert anzustreben. Im Vergleich zu den anderen Kennzahlen der Umschlagshäufigkeit ist die Aussagekraft eher gering, da lediglich das gesamte Unternehmen und nicht einzelne Teilbereiche untersucht werden können.
Cash Flow
= Finanzmittelüberschuss eines Geschäftsjahres
Der Cash Flow stellt den Finanzmittelüberschuss eines Geschäftsjahres dar. Er beschreibt die Fähigkeit des Unternehmens, die laufenden Geschäfte sowie zukünftige Investitionen und Gewinnausschüttungen an Unternehmenseigentümer aus eigenen Mitteln zu zahlen.
Bedeutung:
Der Cash Flow stellt den Finanzierungsspielraum eines Unternehmens dar und zeigt, wie stark sich das Unternehmen aus eigener Kraft finanzieren kann. Je größer der Cash Flow ausfällt, desto größer ist auch das Eigenkapital eines Unternehmens.
= Anteil von Abschreibungen auf das Anlagevermögen
Als Abschreibungsquote versteht man den relativen Anteil der Abschreibungen auf das gesamte Anlagevermögen.
Bedeutung:
Die Kennzahl vermittelt eine durchschnittliche Nutzungsdauer für Anlagegüter. Analog können auch einzelne Abschreibungen (z. B. Abschreibungen auf Sachanlagen) auf diese Weise ermittelt werden.
= Wie lange dauert es, bis ein Unternehmen Schulden tilgen kann?
Der dynamische Verschuldungsgrad beschreibt den Abbau der Unternehmensverschuldung. Sie gibt Aufschluss, wie lange es dauert, bis ein Unternehmen seine Schulden tilgen kann.
Bedeutung:
Je kleiner der Wert ist, desto kürzer ist die Ammortisationsphase des Unternehmens. Zudem gelten Unternehmen mit geringem dynamischen Verschuldungsgrad finanziell unabhängiger und werden mit besserer Bonität eingestuft.
Leverage Effekt
Unter dem Begriff „Leverage Effekt“ versteht man die sich verändernde Eigenkapitalrentabilität bei steigendem Fremdkapital. Die Aussage zeigt, ob sich für einen Unternehmer oder Kapitalgeber die Anlage des Geldes in einem Unternehmen aus Sicht der Kapitalrendite lohnt oder nicht. Dabei steigt die Eigenkapitalrentabilität mit sinkendem Eigenkapital.
Dieser Effekt lässt sich allerdings nicht beliebig steigern, da bei zu geringem Eigenkapital erhebliche Nachteile bei der Gesamtfinanzierung des Unternehmens entstehen können.
In der Bilanz eines Unternehmens wird ein Eigenkapital von 600.000 € und ein Fremdkapital von 400.000 € ausgewiesen. Im Jahr wird ein Gewinn von 50.000 € erzielt.
Die Eigenkapitalrentabilität liegt bei:
Gewinn / Eigenkapital = 50.000 € / 600.000 € = 8,33 %
Alternativ könnte der Unternehmer seinen Kapitalbedarf mit 200.000 € Eigenkapital und 800.000 € Fremdkapital finanzieren. Der Gewinn würde sich durch die Finanzierung von zusätzlich 400.000 € mit 5% Zins um 20.000 € reduzieren auf 30.000 €.
Die Eigenkapitalrentabilität liegt dann bei:
Gewinn / Eigenkapital = 30.000 € / 200.000 € = 15 %
Die Rentabilität hat sich regelrecht nach oben gehebelt, obwohl sich der tatsächliche Gewinn durch die Zinszahlungen in der Summe reduziert hat, und das Unternehmen mit einer Eigenkapitalquote von jetzt 20% ( vorher 60% ) schlechter zu beurteilen ist.
Positiver oder negativer Leverage Effektes
Diese positive Veränderung der Eigenkapitalrentabilität kann aber nur erreicht werden, wenn der Zinssatz für das Fremdkapital niedriger ist, als die Eigenkapitalrentabilit = positiver Leverage Effekt.
Würden dagegen im obigen Beispiel auf die zusätzlich 400.000 € Fremdkapital ein Zinssatz von 10% anfallen, würde der Gewinn um 40.000 € Zins reduziert werden, was zu einer Rentabilität von 10.000 € / 200.000 € = 5% führt. Die EK-Rentabilität hat sich also reduziert. Man spricht dann von einem negativen Leverage Effekt.
Aussage und Analyse des Leverage Effektes
Der Leverage Effekt ist also eine Analyse, die nur die Kapitalgeberseite betrachtet und keine klare Aussage über die gesamtwirtschaftliche Situation zeigt. Je niedriger die Eigenkapitalquote, desto schwieriger gestalten sich für das Unternehmen neue Investitionen, oder wirtschaftlich schlechte Zeiten.
Die Ursache für eine hohe Eigenkapitalrentabilität könnte also sowohl bei einem hohen Gewinn ( was positiv zu bewerten ist ) aber auch bei einer niedrigen Eigenkapitalquote (was negativ zu bewerten ist) liegen. Daher sollte für eine aussagekräftige Analyse immer auch die Eigenkapitalquote betrachtet werden.
1. Umschlagskennziffern
Mit Hilfe der Umschlagskennziffern kann die Wirtschaftlichkeit betrieblicher Prozesse (z.B. Fertigung) analysiert werden. Sie werden ermittelt, indem man bestimmte Posten der Bilanz in Beziehung setzt.
1.1 Lagerumschlag der Werkstoffbestände
Die Lagerumschlagshäufigkeit errechnet sich aus dem Verhältnis des Materialaufwandes zum Durchschnittlichen Lagerbestand des Werkstoffes (z.B. Roh-, Hilfs, und Betriebsstoffe). Das heißt nichts anderes, als das man den Quotient (Teiler) des Materialaufwandes und dem des durchschnittlichen Lagerbestandes bestimmt.
Durchschnittliche Lagerdauer
Die durchschnittliche Lagerdauer ist eine Kennzahl, die im Nenner auf die Lagerumschlagshäufigkeit zurückgreift. Sie errechnet sich aus dem Verhältnis eines Jahres (mit 360 Tagen) und der Lagerumschlagshäufigkeit. Diese Formel ist sehr leicht zu merken, da Sie das Wort „Dauer“ beinhaltet und die 360 die betriebswirtschaftlich angenommene „Dauer“ in Tagen eines Jahres ist.
Goldene Bilanzregel
= Die Goldene Bilanzregel sagt aus, dass langfristiges Vermögen (Anlagevermögen) auch langfristig finanziert werden soll. Ebenso soll das kurzfristige Vermögen (Umlaufvermögen) kurzfristig finanziert werden.
Natürlich ist keine genaue Zuordnung zwischen Mittelherkunft (Passiva) und Mittelverwendung (Aktiva) möglich. Deshalb beschränkt man sich auf eine pauschale Übereinstimmung.
Die mathematische Definition lautet (weite Fassung):
Bedeutung der "Goldenen Bilanzregel
Diese Regel wird verwendet um die Finanzierungskosten des Kapitalbedarfs so gering wie möglich zu halten. Im Grundsatz gilt, die Kosten für langfristiges Fremdkapital sind geringer als die Kosten von kurzfristigem Fremdkapital. Zwar ist die Finanzierung des Umlaufvermögens kostspieliger als die Finanzierung des Anlagevermögens, doch hat man durch das kurzfristige Fremdkapital höhere Flexibilität bei der Finanzierung.
Beispiel:
Ein Unternehmen finanziert den Kauf einer Maschine (Nutzungsdauer 10 Jahre) mit einem Darlehen (Laufzeit 10 Jahre) zu einem Zinssatz von 5 % p.a. Das Unternehmen könnte die Maschine auch mit kurzfristigem Fremdkapital, wie z.B. einem Dispo-Kredit finanzieren. Für das Unternehmen würde in diesem Fall die Finanzierungs-Flexibilität steigen. Jedoch steht die Flexibilität in keinem Vergleich zu den erhöhten Kosten der Kapitalfinanzierung. Kauft das Unternehmen Rohstoffe für diese Maschine, sollten diese kurzfristig finanziert werden. In diesem Fall ist die Flexibilität wichtiger, da man davon ausgehen kann, dass die produzierten Waren in naher unbestimmter Zukunft zu einer Umsatzgenerierung führen. Wären diese Rohstoffe mit einem langfristigen Darlehen finanziert, wären zwar die Finanzierungskosten p.a. geringer, jedoch wäre das Unternehmen selbst nach Umsatzgenerierung an dieses Darlehen gebunden oder müsste mit großer Wahrscheinlichkeit eine Gebühr für eine vorzeitige Ablösung an den Kreditgeber zahlen.
Die zentralen Bilanzierungssgrundsätze sind:
- Bilanzwahrheit
- Vorsichtsprinzip
- Realisationsprinzip
- Imparitätsprinzip
- Niederstwertprinzip
- Klarheitsprinzip
- Bilanzkontinuität
Bilanzierungsgrundsätze
sind Richtlinien, die bei der Erstellung von Jahresabschlüssen beachten werden müssen. Diese Grundsätze sind nur zum Teil in der nationalen Gesetzgebung (z. B. HGB) verankert und ergeben sich auch aus Gutachten, Empfehlungen und Gewohnheiten.
Bilanzwahrheit
Die Bilanzwahrheit besagt, dass im Jahresabschluss angesetzte Werte richtig und vollständig sein müssen (logisch, oder?). Hierbei gibt es aber keine absolute Wahrheit, denn der Gesetzgeber räumt bei der Erstellung des Jahresabschlusses Wahlrechte ein. Das Ziel ist, dass der Adressat des Jahresabschlusses (z. B. Gläubiger, Aktionäre, Steuerbehörde, …) eine richtige Darstellung der Unternehmenslage erhält.
Vorsichtsprinzip
Die zentraleuropäische Buchführung ist klar von einem Prinzip der vorsichtigen Bewertung geprägt. D. h. Risiken und Verluste müssen tendenziell höher angesetzt werden und Gewinne dürfen erst bilanziert werden, wenn die Realisierung gestellt ist (Realisationsprinzip). Unter Realisation versteht man, dass das Zustandekommen der Gewinne gesichert ist (z. B. die Waren gingen in das Eigentum des Käufers über).
Realisationsprinzip, Niederstwertprinzip und Imparitätsprinzip
Diese Prinzipien stehen eng im Zusammenhang mit dem Vorsichtprinzip und gestalten es noch weiter aus.
Das Realisationsprinzip besagt, dass nur Gewinne bilanziert werden dürfen, welche innerhalb des Geschäftsjahres realisiert wurden. Hingegen müssen Risiken und Verluste, welche zwischen Bilanzstichtag und Fertigstellung des Jahresabschlusses bekannt werden, Berücksichtigung finden. Auch müssen Verluste, deren Eintreten als wahrscheinlich gilt, berücksichtig (z. B. in Form von Rückstellungen) werden.
Das Niederstwertprinzip besagt, dass für Bilanzposten der Aktiva ein Höchstwert gilt. Weiter unterscheidet man hierbei in gemildertes (für Anlagevermögen) und in strenges (für Umlaufvermögen) Niederstwertprinzip. So dürfen Anlagegüter (z. B. eine Maschine die selbst gefertigt wird) nur maximal im Ausmaß der Herstellkosten angesetzt werden. Vom Gesetzgeber wird geregelt welche Aufwände vom Unternehmen zu den Herstellkosten zugerechnet werde dürfen.
Spiegelbildlich zum Niederstwertprinzip gilt für die Passivseite ein Höchstwertprinzip.
Das Imparitätsprinzip besagt weiter, dass Gewinne nur dann ausgewiesen werden dürfen, wenn sie realisiert wurden. Hingegen Verluste müssen schon bei wahrscheinlichem Eintreten berücksichtig werden. Hält das Unternehmen z. B. Wertpapiere, darf ein Kursgewinn nicht verbucht werden. Bei einem Kursverlust hingegen muss eine Abwertung vorgenommen werden.
Klarheitsprinzip und Bilanzkontinuität
Das Klarheitsprinzip soll sicherstellen, dass der Jahresabschluss für die Adressaten klar und verständlich ist. Hierbei ist primär die Gliederung von Bilanz und G+V zu beachten (siehe z. B. Gliederungsschema §266, § 275 HGB). Auch gilt ein generelles Saldierungsverbot für Aktiv- und Passivposten sowie für Aufwände und Erträge.
Die Bilanzkontinuität soll sicherstellen, dass der Bilanzleser aus den Jahresabschlüssen die betriebliche Entwicklung ablesen kann und die Abschlüsse untereinander vergleichbar sind. Dies bedeutet, dass Ausweis- und Bewertungsmethoden nicht willkürlich geändert werden dürfen.
Abschreibungsquote des Sachanlagenvermögens
Mithilfe dieser Formel lässt sich das Verhältnis der Abschreibungen auf das Anlagevermögen in einem Geschäftsjahr zum Anlagevermögen (Buchwert) darstellen. Das Ergebnis ist eine prozentuale Größe, die Auskunft darüber gibt, wie oft die Sachanlagen im Durchschnitt erneuert werden bzw. wie lange die durchschnittliche Nutzungsdauer des Anlagevermögens (als Gesamtheit) ist.
Leverage - Effekt?
GK-Rentabilität > FK-Zins steigt EK-Rentabilität
GK-Rentabilität < FK-Zins sinkt EK-Rentabilität
Welche Bedeutung hat das Rating für FK-Aufnahme?
Rating wirkt sich auf Höhe des zur Verfügung gestellten FK, die Zins- und Tilgungskonditionen und die Art und höhe der zu stellenden Sicherheiten aus.
Was ist die BEWEGUNGSBILANZ?
Bewegungsbilanz zeigt Höhe der Veränderung einer Bilanzposition zwischen zwei aufeinander folgenden Bilanzstichtagen. Die Veränderungen werden entweder als Mittelverwendung (Aktivzunahme oder Passivabnahme) oder als Mittelherkunft (Passivzunahme oder Aktivabnahme erfasst.
Wie setzt sich der Gesamtcashflow zusammen?
- CF aus laufender Geschäftstätigkeit,
- CF aus Investitionstätigkeit,
- CF aus Finanzierungstätigkeit