1 HK Geschichte

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R. C.
Diese Lernkarten beleuchten historische und politische Entwicklungen in der Schweiz, der EU und ausgewählten Ländern, wobei der Fokus auf staatlichen Strukturen, Zusammenarbeit und gesellschaftlichen Veränderungen liegt. Sie thematisieren etwa die Rolle der Schweiz als Nicht-Mitglied der EU, die Bedeutung von Kantonen und Bundesrat sowie historische Ereignisse wie den Arabischen Frühling oder die Frauenbewegung. Ideal für Mittelschüler, die ihr Verständnis für politische Systeme, internationale Beziehungen und gesellschaftlichen Wandel vertiefen möchten.
Cartes-fiches
82
Utilisateurs
26
Langue
Allemand
Catégorie
Histoire
Niveau
Collège
Créé / Mis à jour
04.10.2015 / 11.08.2026

Lernkarten

Was war der Stand vor der Arabischen Frühling in Tunesien und was war der Auslöser?

Tunesien: Während 24 Jahren regiert Präsident Zine el-Abidine Ben Ali auf autokratische Weise.

Am 14. Januar 2011 wird Ben-Ali durch Massendemonstrationen gestürzt, die nach der Selbstverbrennung eines Gemüsehändlers eingesetzt haben. 
Im Oktober 2014 werden demokratische Parlamentswahlen durchgeführt. Die säkuläre,  wirtschafts- und gewerkschaftsnahe Partei Nida Tunis gewinnt 85 der 217 Sitze. Sie darf die neue Regierung bilden.

 

Wie war der Stand in Ägypten von dem Arabischen Frühling und danach?

Ägypten: Während 30 Jahren regiert Präsident Hosni Mubarak auf autoritäre Weise.

Am 11. Februar 2011 erzwingen Demonstrationen Mubaraks Rücktritt. Die Armee übernimmt die Macht, 2012 wird in freien Wahlen der Muslimbruder Mursi mit 51,7 % der Stimmen zum Präsidenten gewählt. Wegen dessen islamistischen Kurses wird Mursi 2013 durch die Armee gestürzt.  Im Juni 2014 wird Abd al-Fattah as-Sisi, der ehemalige Oberbefehlshaber der ägyptischen Armee, zum Präsidenten gewählt.

Wie war der Stand in Ägypten von dem Arabischen Frühling und danach?

Libyen: Seit dem unblutigen Militärputsch vom 1. September 1969 bis 1979 wird Muammar Gaddhafi das Staatsober-haupt von Libyen. Als Revolutionsführer bestimmt er von 1979 bis 2011 diktatorisch die Politik Libyens.

Nachdem es ab dem 18. Februar bei Massenprotesten in der Hafenstadt Banghazi, Libyen, Dutzende Tote gab, wurde der öffentliche Internetverkehr im Land lahmgelegt und der Zugang zu sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook gekappt. Das harte Vorgehen des libyschen Militärs gegen Demonstranten führte in einigen Teilen des Landes zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Im Verlauf der militärischen Auseinandersetzungen gelingt es den Aufständischen mit Hilfe westlicher Mächte, Gaddhafi zu stürzen.  Am 20. Oktober 2011 wird der ehemalige Machthaber aufgegriffen und kurz darauf erschossen.
Seither hat es eine gewisse Demokratisierung gegeben. Doch bei den Wahlen vom Juni 2014 haben nur 18 Prozent der Wahlberechtigten teilgenommen. Während der Wahlen kam es zu Mordanschlägen islamistischer Gruppierungen. Die meisten der 200 Sitze gingen an säkulare Gruppierungen, nur 30 an die Islamisten.

Wie war der Stand in Syrien vor dem Arabischen Frühling und danach?

 

Syrien: Kurz nach dem Tod seines Vaters am 10. Juni 2000 wurde Baschar al-Assad von der Baath-Partei einstimmig zum Generalsekretär und Präsidentschafts-kandidaten gewählt. Zugleich wurde er auch zum General befördert und zum Oberkommandierenden der syrischen Streitkräfte ernannt. Am 10. Juli 2000 wurde er durch ein Referendum mit 97,29 % der Stimmen zum Präsidenten gewählt und am 17. Juli vereidigt. Ab 2002 herrschte er autoritär.

In Syrien kam es nach ersten Protestaufrufen im Februar 2011 zu Verhaftungen zahlreicher Oppositioneller. In der Stadt Dar’a demonstrierten in den darauf folgenden Wochen tausende Menschen für politische Freiheiten und den Sturz der Regierung von Präsident Baschar al-Assad. Auch eine Neubildung der Regierung und die Aufhebung des Ausnahmezustands im April konnten das Übergreifen der Proteste auf viele Städte landesweit nicht verhindern. Sicherheitskräfte gingen ab Mitte März 2011 gewaltsam gegen Demonstranten vor. Ab dem Sommer 2011 bildeten desertierende Soldaten die Freie Syrische Armee, die vorerst den Schutz von Zivilisten als Ziel angab. Die Lage verwandelte sich zu einem schlecht übersichtlichen Bürgerkrieg, der bis heute anhält. Teile der Opposition gegen Assad entwickelten das Ziel eines Islamischen Staates (IS) und verbreiteten Terror gegen alle, die ihre gewalttätige Auslegung des Islam nicht teilen.

Gemeinsamkeiten der Länder, die den „arabischen Frühling“ erlebt haben:

wesentliche Merkmale der Regierungsform

● Waren regiert durch Regimes, die die Demokratie ablehnen

● Staatschefs klammerten sich an die Macht

   Ben Ali seit 1987, Gaddhafi seit 1969

● Opposition (soweit vorhanden) wurde unterdrückt

● Machterhalt durch allgegenwärtige Sicherheitsorgane und
   Verweigerung von Menschenrechten: Angst der Bev
ölkerung
   vor dem
Überwachungsapparat

● Wirtschaft in der Hand kleiner, regimetreuer Gruppen

Gemeinsamkeiten der Länder, die den „arabischen Frühling“ erlebt haben:

Korruption

Ausmass der Korruptionswahrnehmung gemäss Transparency International (Bandbreite, grössere Zahlen = weniger „gefühlte“ Korruption):

Tunesien: 5 bis 6

Marokko: 1 bis 3

Algerien: 1 bis 3

Libyen: 1 bis 3

Gemeinsamkeiten der Länder, die den „arabischen Frühling“ erlebt haben:

Bevölkerungsstruktur

● hoher Anteil an Jugendlichen (über 40% der Bevölkerung unter 26)

● gut ausgebildet, hoher Alphabetisierungsgrad, zum Teil global
   vernetzt

● Jugendarbeitslosigkeit über 20%

Erstes Land, in der Protestbewegungen stattfanden

Tunesien

Regierungsform

● Marokko:

● Tunesien: 

● Libyen: 

● Algerien:

● Ägypten: 

● Marokko: Monarchie

● Tunesien: Republik

● Libyen: Republik (Ein-Parteien-System)

● Algerien: Republik

● Ägypten: Republik

Ausgang der arabischen Revolution, kurzfristige Betrachtung 2011:

● Tunesien: 

● Ägypten: 

● Saudi Arabien, Kuwait, Katar, Vereinigte Arabische Emirate:
   

● Libyen, Syrien und Jemen: 

● Tunesien: Flucht Ben Alis

● Ägypten: Sturz Mubaraks

● Saudi Arabien, Kuwait, Katar, Vereinigte Arabische Emirate:
   Aufruf zu Reformen

● Libyen, Syrien und Jemen: Bürgerkrieg

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