11 - Embryo Sommer 3
Sommer 3
Sommer 3
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Cartes-fiches
Philadelphia Chromosom
Der chronisch myeloischen Leukämie (CML), welche zu einer unkontrollierten Vermehrung der Leukozyten führt, liegt ein Defekt der myeloischen Zellen im Knochenmark zugrunde. Die Ursache dieses Defektes ist eine reziproke Translokation zwischen den Chromosomen 9 und 22 (Ph-Translocation).
Es kommt zur Bildung des Philadelphia-Chromosoms. Der Name stammt von der Stadt Philadelphia (PA, USA), weil das krankmachende Chromosomenderivat 22q- dort erstmals beschrieben wurde. Dabei wird ein grosser Teil des q-Armes (langer Arm) des Chromosoms 22 auf das Chromosom 9 übertragen, welches seinerseits einen kleinen Teil seines langen Armes an das Chromosom 22 abgibt. Das so entstandene kleine Restchromosom 22 (22q-) = Philadelphia-Chromosom kann in einem Karyogramm sichtbar gemacht werden.
Komplexe Vererbungsmuster
Folgt ein genetisch bedingtes Merkmal nicht den einfachen Mendel'schen Gesetzen der Vererbung und ist es zudem variabel ausgeprägt, kann man annehmen, dass entweder mehrere Gene an der Merkmalausprägung beteiligt sind --> Polygenie oder eine genetische Disposition vorliegt, die im Zusammenspiel mit teilweise unbekannte Faktoren mitverantwortlich für die Ausprägung des Merkmals ist
--> Multifaktorielle Vererbung.
Sind es nur Umweltfaktoren, die Einfluss auf den Phänotyp bei gleichem Genotyp haben, spricht man von fliessender Modifikation.
Multifaktorielle Erbleiden
Beispiele
Multifaktoriell: einerseits polygenisch verursacht und andererseits von Umweltfaktoren beeinflusst
Beispiele für multifaktoriell bedingte Erbleiden:
Asthma
Angeborene Pylorusstenose
Angeborene Hüftluxation,
Klumpfuss
Lippen-Kiefer-Gaumenspalte,
Angeborene Herzfehler
Koronare Herzkrankheiten
Spina bifida
Schizophrenie
Affektive Psychose
Diabetes Typ 1
unterschiedliche Wirkung von Genen, abhängig von ihrer elterlichen Herkunft:
Prader-Willi-Syndrom
Angelmann-Syndrom
Prader-Willi-Syndrom:
Deletion 15q11.2>q13 am väterlichen Chromosom 15
Muskelhypotonie im Neugeborenenalter
Probleme beim Schlucken im Neugeborenenalter
Hypogonadismus
Tendenz zu Fettleibigkeit, Minderwuchs
IQ reduziert (ca. 50)
Häufigkeit 1:25000
Angelmann-Syndrom (happy puppet syndrome) Deletion 15q11.2>q13 am mütterlichen Chromosom 15
Schwere psychosomatische Retardation Sprachprobleme
Unkoordinierte Bewegungen
Unangemessenes Lachen
Abnormitäten im EEG
Häufigkeit 1:20'000
-> die gleiche Sequenz wurde deletiert, mit eine völlig unterschiedlichem Krankheitsbild
-> Aktivierung der Gene ist wichtig für Phänotyp: epigenetische Regulation
Teratogene: fetotoxische Infektionen:
Röteln
Das Röteln-Virus kann während der Schwangerschaft für einen Abort (vor dem ersten Monat) verantwortlich sein, für Embryopathien (wenn das Virus zwischen dem 1. und 3. Monat eindringt) oder für Fetopathien (nach dem 3. Monat). Herzfehler, Katarakte und Taubheit. Zusätzlich auch Mikrozephalie, geistige Behinderung, Chorioretinitis, Glaukome, Mikrophtalmie und Zahnmissbildungen
Teratogene: fetotoxische Infektionen:
Toxoplasmose
Die Toxoplasmose (durch einen protozoischen Parasiten verursacht) ist für die Mutter harmlos, kann aber beim Fetus schwerwiegende Anomalien hervorufen.
Teratogene: fetotoxische Infektionen:
Listeriose
Die Listeriose (geht auf gram-positive Listeria monozytogenes zurück) kann für Aborte, in-utero-Tode oder neonataler Sepsis aufgrund transplazentärer Ansteckung oder für sekundäre Spät- Meningitiden wegen kontaminierter Geburtswege verantwortlich sein.
Teratogene: fetotoxische Infektionen:
Zytomegalovirus
Das Zytomegalovirus ist generell Verursacher von Infektionen, die subklinisch bleiben. Es kann auch für Aborte verantwortlich sein, ebenso für Mikrozephalie und Wachstumsretardierung. Die Infektion erfolgt transplazentär, oder während der Geburt.
Verschiedene Teratogene
Beispiele
• Medikamente, Hormone und chemische Produkte
Vitamin A und die Retinsäure
Antibiotika
Thalidomid
• Drogen:
Kokain
Alkohol
Nikotin
• Physikalische Wirkstoffe
Ionisierende Strahlung
Fieber!
• Weitere Faktoren:
mütterlicher Diabetes
Phenylketonurie (PKU)
und viele andere…………………………….